Dieter Petereit 25. April 2018

Kostenlos: So erstellst du perfekte Bilder für deine Website und soziale Medien mit Spark, Canva oder Crello

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Es ist schon erstaunlich, aber wahr. Für die Erstellung plakativer Bildkompositionen für deine sozialen Medien, deine Website und sogar deine sonstigen Kommunikationsmittel musst du nicht unbedingt Geld ausgeben. Mit Spark, Crello und Canva buhlen gleich drei kostenlose Dienste um deine Gunst. Wie du mit den drei Alternativen jeweils zum Ergebnis kommst, zeige ich dir folgend im Detail.

Alternative 1: Adobe Spark

Adobe Spark entstand als Web-Interface und Klammer für die bereits länger erhältlichen iOS-Apps Post, Slate und Voice. Letztere wurden nun umbenannt in Adobe Spark Post, Adobe Spark Page und Adobe Spark Video. Weiterhin gibt es sie nur für iOS, und sie sind immer noch kostenlos.

Wenn du kein iPhone oder iPad dein eigen nennst, bleibt dir nur die Web-App des Dienstes. Diese App funktioniert in allen modernen Browsern.

Die Landing-Page von Adobe Spark. (Screenshot: D. Petereit)

Wenn du bereits über eine Adobe-ID verfügst, kannst du diese für den Zugang zu Spark benutzen. Die ID ist kostenlos erhältlich und verpflichtet dich zu nichts. Wenn du bislang nicht in der Adobe-Welt unterwegs warst und das auch nicht beabsichtigst, musst du nicht extra für Spark eine Adobe-ID anlegen. Du kannst dich auch via OAuth über Facebook oder Google anmelden.

Adobe Spark befasst sich nicht nur mit der Erstellung von Posts und Grafiken für Social Media, sondern erlaubt auch die Erstellung von größeren Präsentationen und Videos. Für unseren heutigen Vergleich soll es aber nur um die Features rund um die Erstellung von Social Graphics oder solchen für die eigene Website, etwa zur Bebilderung von Beiträgen, gehen. Die Wettbewerber Canva und Crello konzentrieren sich ebenfalls darauf. Dieser Teil von Adobe Spark hört auf den Namen Adobe Spark Posts.

So erstellst du deine erste Grafik

Adobe Spark Posts im Web merkt man die mobile Herkunft deutlich an. Offenbar hat Adobe es vermeiden wollen, Nutzungskonzepte, die auf dem Desktop im Grunde besser funktioniert hätten, zusätzlich zu implementieren.

Wenn du die Arbeit mit Apps gewohnt bist, die für die Desktop-Verwendung konzipiert wurden, erfordert die Arbeit mit Spark ein gewisses Umdenken. Bei Spark ist alles sehr groß und plakativ angelegt. Das Erstellen einer Grafik erfolgt im Rahmen eines klaren Prozesses.

Auf der Landing-Page des Dienstes wählst du zunächst aus, dass du einen Post erstellen willst. Im folgenden Schritt fragt Spark dich, ob du ein Template verwenden möchtest oder deine Grafik mit einem leeren Canvas starten willst.

Wähle hier ein Template oder starte “from scratch”. (Screenshot: D. Petereit)

Wenn du dich an dieser Stelle entschieden hast, deine Bildkomposition ohne Vorlage, also from scratch, zu starten, will Spark von dir wissen, welches Format du deiner Grafik zugrundelegen willst:

Ich habe mich für das 3:2-Format Landscape entschieden. Spark kennt die Maße der gängigen Social Networks und erlaubt dir entsprechend direkt etwa ein Facebook Cover als Zielformat zu selektieren. Leider besteht an dieser Stelle nicht die Möglichkeit, freie Größen in Pixeln anzugeben. So musst du ein einigermaßen passendes Format wählen, wenn du eine individuelle Grafik erstellen willst. Im Verlaufe der Bearbeitung im Spark-Editor besteht hingegen die Möglichkeit, dein Layout mit der Funktion „Resize” auf die von dir gewünschten Pixelwerte zu ändern.

Im nächsten Schritt kann ich nun Bilder des kostenlosen Bilderdienstes Pixabay für meine Komposition auswählen. Dabei steht mir eine Freitextsuche für das gesamte Portfolio zur Verfügung. Ebenso könnte ich an dieser Stelle mein eigenes Bildmaterial hochladen.

Ich wähle an dieser Stelle drei Fotos. Im nächsten Schritt schlägt mir Spark eine fertige Kollage vor, in der sich bereits ein Dummy-Text befindet, den ich auf „Dr. Web-Test: Spark” ändere:

Hier fällt mir eine Besonderheit auf, denn Texte werden in Spark generell nicht live in der Grafik, sondern stets über ein separates Overlay editiert.

Texte werden nicht inline editiert. (Screenshot: D. Petereit)

Direkt rechts neben deiner Grafik findest du weitere Designvorschläge, von Spark als Variations bezeichnet. Klickst du einen an, ändert sich die Textformatierung und die restliche Gestaltung dynamisch:

Wählst du eine andere Design-Variante, passt Spark deine Grafik entsprechend an. (Screenshot: D. Petereit)

Am rechten Rand des Editorfensters findest du die Menüpunkte „Design”, „Colors”, „Layout” und „Resize”. Der Punkt „Design” hatte sich direkt mit dem ersten Vorschlag geöffnet.

Unter „Colors” versiehst du deine Grafik mit einer anderen Farbpalette. Spark erlaubt dir hier die Wahl aus ein paar Dutzend sortierten Paletten. Experimentiere am besten mit dem entstehenden Effekt. Du kannst zwar keine eigenen Farbpaletten anlegen. Es ist indes möglich, die vorhandenen Farbpaletten zu ändern und diese Änderungen zu speichern.

Der Einsatz unterschiedlicher Farbpaletten wirkt sich direkt auf die Stimmung der Komposition aus. (Screenshot: D. Petereit)

Über „Layout” änderst du die grundlegende Aufteilung deiner Grafik. So könntest du etwa verschiedene Grids wählen, deren individuelle Flächen mit Bildern oder Hintergrundfarben bestückt werden können. Einzelne Bilder tauscht du aus, indem du auf das Bild klickst und „Replace” wählst. Zur Wahl stehen neben Pixabay und Adobe Stock unter anderem auch deine Dropbox oder dein Bestand an Google Fotos, sofern du die beiden Dienste verknüpfen willst. Die Funktion „Find Free Photos” greift auf Bilderdienste zu, die Material unter der Creative-Commons-Lizenz anbieten, allen voran Pixabay.

Du kannst jederzeit die Bilder deiner Komposition auswechseln. (Screenshot: D. Petereit)

Auf der Bearbeitungsebene des einzelnen Bildes findest du eine Reihe Fotofilter-Effekte, die du einzeln auf jedes integrierte Bild anwenden kannst. Welches Bild gerade selektiert ist, erkennst du an dem weißen Rahmen, der es in diesem Falle umgibt. Neben den Fotofiltern besteht an dieser Stelle die Möglichkeit, anstelle von Bildern mit Hintergrundfarben (Color Fill) zu arbeiten. Wenn du sie auf ein bestehendes Bildelement anwendest, wird das Bild durch die Farbe ersetzt.

Mit Hilfe des Menüs „Resize” änderst du das Format deiner Grafik, so es erforderlich wird. Etwa, weil dir zwischendurch auffällt, dass du doch kein Facebook-Cover, sondern eine Instagram-Story gestalten willst. Ganz oben in der Liste möglicher Auflösungen findest du den Punkt „Custom”. Hier gibst du bei Bedarf die gewünschten Pixelwerte deiner Komposition ein und lässt Spark die erforderlichen Anpassungen vornehmen. Das klappte in meinen Tests stets ganz erstaunlich gut.

Hier habe ich die ursprüngliche Komposition auf die Maße des Standard-Beitragsbildes auf Dr. Web umrechnen lassen. (Screenshot: D. Petereit)

Damit haben wir alle Features des Produkts durch. Oder doch nicht? Aufmerksame Leserinnen und Leser werden sich villeicht jetzt fragen, wie denn nun Texte formatiert werden sollen. Und, in der Tat, der in früheren Versionen von Spark noch vorhandene eigene Menüopunkt mit dem Namen „Text” ist nicht mehr zu finden.

Das bedeutet indes nicht, dass es keine Text-Features gäbe. Vielmehr wechselt das rechtsseitig angeordnete Menü sofort zu den Text-Funktionen, sobald du einen Text innerhalb deiner Komposition auswählst.

Die Möglichkeiten der Textformatierung erfordern ein eigenes Menü. (Screenshot: D. Petereit)

Hast du es eilig, verwendest du den Drehregler unter „Style”, der dir verschiedene, völlig unterschiedliche Texteffekte vorschlagen wird. Nutzer mit genaueren Vorstellungen verwenden die anderen Menüpunkte, um Farbe, Schriftart, Zeilenabstand, Ausrichtung und Deckkraft der Textdarstellung, sowie sonstige dekorative Spielereien anzupassen.

Die Schriftgröße kannst du übrigens nicht manuell ändern. Sie ändert sich automatisch mit, wenn das Textfeld skaliert wird. Die Vorselektion der verfügbaren Schriftarten ist gut durchdacht, jedoch nicht sonderlich groß. Das Tool „Shape” aus dem Text-Werkzeugkasten erlaubt die Manipulation der unmittelbar hinter dem Text angeordneten Form, was ich äußerst ungewöhnlich finde.

Direkt rechts oberhalb der Menüleiste am rechten Browserrand prangt ein Plus-Icon. Dieses klickst du an, wenn du zu deinem bisherigen Entwurf weitere Bilder, weiteren Text, Icons oder dein Logo hinzufügen willst.

Anders als in früheren Version von Spark ist die App inzwischen in der Lage, auch ein viertes Bild in ein dreizelliges Layout einzupassen und damit ein vierteiliges daraus zu machen. Gefällt dir der Layout-Vorschlag dann nicht mehr, passt du die Grafik einfach über „Layout” entsprechend an.

Wenn du letztlich zufrieden mit deiner Kreation bist, hast du zwei Optionen. Klickst du auf „Download” lädst du deine Komposition schlicht im JPG-Format herunter. Klickst du auf ”Share”, teilst du deine Grafik entweder direkt auf deiner Facebook-Seite oder im Wege der Link-Publikation auf Twitter, per E-Mail oder in sonstiger Weise. Für das Teilen per Link wird deine Grafik in der Spark-Cloud gespeichert. Das kann auf Wunsch öffentlich erfolgen.

Was mir an Spark gefällt

Spark ist ausgesprochen unkompliziert in der Anwendung und funktioniert im Web ebenso gut wie auf dem iPhone. Marketer erhalten schnell ein Ergebnis, das fantastisch aussieht. So bedeutet die Erstellung von Social-Media-Grafiken nicht viel Aufwand. Auch das Redesign bereits fertiger Entwürfe erfordert nur ein paar Klicks und keinerlei grafischen Sachverstand.

Spark ist ebenso schnell wie Buffers Projekt Pablo, dabei aber ungleich leistungsfähiger. Sehr schön ist auch die Integration von CC-Bilderdiensten wie Pixabay direkt in das Interface. Damit sind Bilder ohne Abmahnrisiko schnell gefunden und eingebaut.

Im Vergleich zu früheren Versionen des Tools sind die Bearbeitungsfunktionen wesentlich mächtiger geworden. Spark kann sich in der aktuellen Version mit jedem Wettbewerber leicht messen.

Was mir an Spark weniger gefällt

Spark ist dann recht statisch in seinen Möglichkeiten, wenn man es darauf anlegt, möglichst viel eigenen Einfluss auf das Design zu nehmen. Besonders die Verknüpfung von Text mit der dahinterliegenden Form irritiert mich. Ebenfalls würde ich mir wünschen, die Textgröße selber festlegen zu können.

Gestört hat mich überdies, dass selbst bei der Wahl, ein Design „from Scratch”, also auf leerer Leinwand erstellen zu wollen, ein fertiges Vorschlagsdesign geliefert wird. Das ist aber natürlich Meckern auf hohem Niveau, denn der Vorschlag hatte Hand und Fuß und war kinderleicht angepasst.

Was Spark für manche Zwecke regelrecht unbrauchbar macht, ist der Umstand, dass du Bilder nicht überlappend oder überlagernd positionieren kannst. Bilder müssen stets innerhalb eines Grid-Layouts voneinander separiert sein. Frei positionierbare Ebenen, wie du sie aus dem Pixelschubser deines Vertrauens kennst, gibt es in Spark nicht.

Auf Dauer nicht zu akzeptieren ist das recht auffällige Adobe-Spark-Logo, welches auf all deinen Entwürfen prangt und nur in der Premium-Version, zu der ich weiter unten noch ein paar Worte verlieren werde, nachhaltig zum Verschwinden gebracht werden kann.

Fazit: Tool für Marketer und Autoren

Spark liefert ein ausgefeiltes Werkzeug für die Erzeugung von Bildkompositionen Social Media und andere Anwendungsfälle. Wenn du nicht viel Ahnung von Grafik und Design hast, dann wird Spark dir gefallen.

Für die Anfertigung von Printmaterialien eignet sich das Tool nicht, da es ausschließlich in der Lage ist, nach JPG zu exportieren und dabei auch die Bildschirmauflösung als Oberkante annimmt, was die DPI betrifft.

Neuerdings gibt es Spark auch in einer Premium-Variante für knappe 12 Euro monatlich oder knappe 119 Euro pro Jahr. In der Premium-Version dreht sich alles um Branding-Aspekte. So mkannst du hier das Spark-Logo gegen dein eigenes austauschen und auch ansonsten dein Corporate Design mit seinen Farbwerten etc. zur Nutzung hinterlegen.

Dieses Bezahlvariante ist recht neu und ähnelt doch stark derjenigen, die Canva seinen Nutzern anbietet. Abgesehen von der Entfernung des Logos, wüsste ich keinen vernünftigen Grund, die Bezahlvariante zu buchen.

Bist du bereits zahlender Abonnent irgendeines kostenpflichtigen Plans aus der Creative Cloud, gehört Spark in der Premium-Variante bereits dazu und du musst nicht etwa zusätzlich Geld dafür ausgeben.

Alternative 2: Canva

Canva stellt eine Weiterentwicklung des Editors von Fusion Books dar. Fusion Books ist der größte Verlag für Jahrbücher in Australien und sehr erfolgreich damit, es Schülern und Lehrern zu erleichtern, ansprechende Jahrbücher zu erstellen.

Melanie Perkins, eine der Gründerinnen von Fusion Books, kam schon früh zu der Überzeugung, dass insbesondere der Fusion Books Editor weit mehr Potenzial besitzt, als für das Design von Jahrbüchern gefragt ist. Daraus entstand nach längerer Bedenk- und Entwicklungszeit das heutige Canva.

Canva: Ein Tool für die Gestaltung von Materialien für Web und Print

Canva konzentriert sich ganz auf die Kreation von Grafiken. Dabei beschränkt sich das Tool nicht auf Anwendungen im Bereich des Web, etwa Social Media oder die eigene Website, sondern eignet sich ebenso für Printprojekte. So existieren für die klassischen Geschäftsunterlagen und Werbematerialien wie Briefköpfe, Visitenkarten oder Flyer sogar dedizierte Vorlagen. Damit hebt es sich schon vom Ansatz her von Adobe Spark ab, welches sich ausschließlich für Webgrafik eignet.

Canva: Landing-Page. (Screenshot: D. Petereit)

Generell ist mit Canva also ein Design für nahezu jeden Zweck möglich. Du könntest auch deine Geburtstagseinladung damit gestalten. Durchgesetzt hat sich Canva indes hauptsächlich im Bereich der Erstellung von Kompositionen für Social Media. Was du mit Canva nicht erstellen kannst, sind Webseiten oder Videos. Bezogen auf diese Funktionalität kann Canva mit Adobe Spark nicht mithalten. Darum geht es in unserem Vergleich aber auch nicht. Wir beschränken uns auf die Features, die sich auf Bildbearbeitung und -komposition beschränken.

Canva-Gründerin Perkins arbeitete früher als Dozentin und schulte Studenten im Umgang mit Illustrator und anderen Design-Dickschiffen. Dabei fiel ihr auf, dass der schwer zu erlernende Funktionsumfang für die meisten Fälle überdimensioniert ist. Mit Canva vereinfacht sie die Vorgehensweisen drastisch, bleibt aber, was das Grundkonzept betrifft, relativ nah an der Standard-UI von Desktop-Apps.

Canva kann kostenlos genutzt werden, bietet aber auch Bezahl-Features

Canva ist als Unternehmen konzipiert und als solches auf eigenständigen Umsatz aus. Dabei steht das Geschäftsmodell auf mehreren Säulen. Wer Canva beruflich und im Team einsetzen will, um etwa zentral das Corporate Design zu verwalten und Templates für das eigene Branding bereitzustellen, der wird sich für das Modell „Canva for Work” interessieren. Hiermit kannst du Teams mit bis zu dreißig Mitgliedern für 12,95 US-Dollar pro Monat und Benutzer aufbauen. Im Monatsbeitrag ist der Zugriff auf rund 400.000 kostenlose Fotos, Illustrationen und Vorlagen bereits inbegriffen.

Einzelkämpfer und kleine Teams bis zu zehn Mitgliedern könnten bereits mit dem kostenlosen Plan gut versorgt sein. Dort stehen dir zwar die Features rund um das eigene Corporate Design, also das Erstellen von Vorlagen, das Verwalten eigener Farbpaletten oder das Verwenden eigener Fonts, nicht zur Verfügung. In Sachen Design unterliegst du jedoch keinen Beschränkungen. Sogar 8.000 kostenlose Vorlagen kannst du nutzen.

Im kostenlosen Plan hofft Canva Umsatz mit teils kostenpflichtigem Fotomaterial zu machen. Insgesamt eine gute Million Fotos zum Stückpreis von einem US-Dollar stehen zu deiner Verfügung. Es steht dir aber auch frei, Bilder aus anderen Quellen, etwa Pixabay oder Unsplash, per Upload in deinen Canva-Account zu bringen und dann zu verwenden.

Zu den kostenpflichtigen Fotos gibt es ebenso kostenpflichtige Illustrationen, Piktogramme und andere Elemente. Das Angebot ist jedoch an keiner Stelle alternativlos. Du wirst nicht zum Kauf gezwungen oder auch nur gedrängt. Canva kann für dich auf diese Weise dauerhaft kostenlos nutzbar bleiben.

Selbst bei den Ein-Dollar-Angeboten wirst du bemerken, dass dir zunächst immer ein Preis von 10 US-Dollar genannt werden wird. Das liegt daran, dass du für einen Dollar nur das Nutzungsrecht für ein einziges Design erwirbst und dieses Design mit diesem Bild innerhalb von 24 Stunden fertigstellen musst. Willst du eine größere Flexibilität als dieses doch recht kurzleinige Angebot zu bieten hat, entscheidest du dich eher für die Multi-Use-Lizenz, die dich von diesen Beschränkungen befreit, aber eben dann auch das Zehnfache kostet.

Canva ist kein Ersatz für Photoshop oder Illustrator

Wenn du Canva überhaupt mit einer gängigen Design-App vergleichen willst, dann am ehesten mit Indesign. Denn echte Editorfunktionen auf Pixel- oder Vektorlevel hat Canva nicht. Es dient insofern mehr dem Arrangieren vorgefertigter Elemente auf einer gemeinsamen Leinwand, eben so, wie du es für Social Media ständig brauchst. Lediglich eine Fotofilter-Auswahl erlaubt dir, Fotos in Maßen zu verändern.

Erste Schritte mit Canva

Um Canva zu benutzen, benötigst du ein entsprechendes Konto. Dieses kannst du per OAuth via Facebook oder Google+ sowie konventionell mit Benutzername und Passwort erstellen. Einmal angemeldet, landest du auf der Übersicht deiner Projekte. An dieser Stelle siehst du all deine Arbeiten und kannst sie erneut bearbeiten, duplizieren oder löschen.

Ansicht der eigenen Projekte. (Screenshot: D. Petereit)

Rechts oberhalb deiner eigenen Projekte findest du eine Übersicht aller Formate, die Canva für dich generieren kann und für die es die jeweils exakten Maße kennt. Ganz oben rechts bietet es jedoch auch die Möglichkeit, eine Grafik nach deinen eigenen Vorstellungen zu erstellen. Das kann für die Verwendung in deinem eigenen Blog sogar unabdingbar sein. Um das zu nutzen, klicke auf „Benutzerdefinierte Abmessungen verwenden”.

Wie du anhand des sperrigen Klickziels eben schon richtig erkannt hast, unterstützt Canva etliche Sprachen dieser Welt, darunter auch Deutsch. Nach der Anmeldung stellst du die von dir gewünschte Sprache in den Kontoeinstellungen ein und speicherst die Option ab. Ich persönlich arbeite gern übergreifend mit einer gemeinsamen Sprache. Und da die meisten Apps, die ich verwende, nur in englischer Sprache vorliegen, ist auch mein Canva-Account auf Englisch konfiguriert.

Hast du ein Format ausgewählt, öffnet sich der Editor. Der zeigt auf der rechten Seite die zu bearbeitende Grafik an, links findest du den Werkzeugkasten der App, der sich recht überschaubar in die Kategorien „Search”, „Layouts”, „Elements”, „Text”, „Background” und „Uploads” unterteilt.

Über „Search” suchst und findest du Fotos und Illustrationen im Canvas-Fundus. Unter „Layouts” erhältst du Zugriff auf die kostenlosen und kostenpflichtigen Layout-Vorlagen. Kostenlose Vorlagen erkennst du an dem kleinen Badge „Free” rechts unten in der Vorschau. Die Layouts sind auf das von dir gewählte Format angepasst. Im Beispielfall also auf den Anwendungsfall „Twitter Post”.

Layout-Templates beschleunigen das Design. (Screenshot: D. Petereit)

Ein Layout wendest du an, indem du es schlicht anklickst. Es erscheint dann innerhalb des vormals leeren Rahmens im Editor. Nun klickst du einfach ein bisschen im Layout herum. Du stellst fest, dass du auf diese Weise die einzelnen Elemente auswählst. Ist ein Element ausgewählt, erscheint eine Werkzeugleiste oberhalb der Grafik. Die Leiste ist kontextsensitiv, sieht also je nach Element anders aus und bietet genau die Bearbeitungsmöglichkeiten, die für das gewählte Element Sinn ergeben.

Die Werkzeugleiste ist kontextsensitiv. (Screenshot: D. Petereit)

Hast du etwa einen Text ausgewählt, stehen dir Funktionen zum Ändern von Schriftart, -größe und -farbe sowie Formatierungsoptionen zur Verfügung. Texte werden direkt in der Grafik bearbeitet. So siehst du Auswirkungen unmittelbar im Layout.

Bilder kannst du in der Größe verändern, mit Filtern versehen, spiegeln, kopieren oder anders anordnen. Canva arbeitet nach einem Ebenenprinzip, wobei du die einzelnen Ebenen nicht sehen kannst. Insofern ist weiter in den Vordergrund holen oder weiter in den Hintergrund setzen eines Elements mit etwas Experimentieren verbunden. Anders als etwa in Adobe Spark, ist es mit Canva aber jedenfalls möglich, Bilder übereinander zu stapeln und frei zu arrangieren.

Über die Kategorie „Elements” nimmst du Zugriff auf den Gesamtfundus an unterschiedlichen Elementen für deine Designs. Dabei handelt es sich um kostenlose Fotos, Grids, Rahmen, Formen, Icons und einiges mehr.

Zugriff auf diverse Designelemente. (Screenshot: D. Petereit)

Der Tab „Text” erlaubt dir das Hinzufügen von Text als Heading, Untertitel oder normalen Fließtext. Diese Formatierungen passt du aber ebenso gut im laufenden Bearbeitungsprozess an. Interessanter sind an dieser Stelle die vorformatierten Textbausteine, mit deren Hilfe du schnell ansprechende Textelemente in deine Grafik einbaust.

Text-Arrangements als Vorlagen. (Screenshot: D. Petereit)

Über „Background” greifst du zum einen auf die Standard-Farbpalette zu, kannst aber auch eine ganze Reihe vorgefertigter Texturen oder spezielle Hintergrund-Kompositionen teilweise kostenpflichtig abrufen. Unter „Uploads” schließlich lädst du deine eigenen Fotos hoch und legst sie dort ab. Im kostenlosen Plan steht dir insgesamt ein Gigabyte Speicherplatz für deine Projekte und deine Bilder zur Verfügung. Im kostenpflichtigen Plan gibt es keine Platzbegrenzung. Neben der Möglichkeit, deine Bilder hochzuladen, findest du hier auch den Zugriff auf deine Facebook-Fotos.

Hintergründe und Texturen. (Screenshot: D. Petereit)

Mit Canva sind mehrseitige Layout ohne weiteres möglich. Dafür klickst du auf den Button „Add a new page” unterhalb der Grafik, die du bearbeitest. Unten rechts findest du ein längliches, graues und pillenförmiges Element. Dieses erlaubt dir, die Ansicht der zu bearbeitenden Grafik anzupassen. Ich arbeite am liebsten in der Einstellung 100 Prozent, damit ich alle Elemente so sehe, wie sie letzten Endes auch tatsächlich im Endergebnis am Bildschirm zu sehen sein werden.

Gibt dein Bildschirm das nicht her, wählst du einfach andere Prozentwerte oder die Einstellung „Fit”, die dafür sorgt, dass die Grafik ganz auf den Bildschirm in das Editorfenster passt oder die Einstellung „Fill”, die noch etwas offensiver den vorhandenen Platz ausnutzt, in vielen Fällen aber ein zu „Fit” identisches Ergebnis bringt.

Bist du mit deinem Werk zufrieden, kannst du es in den Formaten JPG, PNG, PDF (Web) oder PDF (Print) herunterladen. Als Dateiname wird der Text genommen, den du links neben dem Button „Share” eingegeben hast. Für die Verwendung als Druckvorlage kannst du Canva anweisen, Beschnittzugaben und -Marker zu setzen, die dann in dein PDF übertragen werden.

Mittels „Share” könntest du per E-Mail andere Personen zur Mitarbeit einladen, dein Design direkt auf Twitter oder Facebook oder per Link zu teilen. Das Teilen per Link oder Mail erlaubt dir, deine Designs nur zum Ansehen oder auch zum Bearbeiten freizugeben.

Formatauswahl vor dem Download. (Screenshot: D. Petereit)

Wählst du ganz oben den Button „Make Public”, wird dein Design für die Webgemeinde freigegeben. Dieses Berechtigungslevel musst du wählen, wenn du deine Grafik in Webseiten einbetten willst. Typischerweise wird das eher nicht der Fall sein. Denn immerhin kannst du die Grafik problemlos herunter- und auf deinen Webspace wieder hochladen.

Für iOS gibt es übrigens eine Universal-App, die auf iPhone und iPad gleichermaßen gut funktioniert, wobei sich das iPad natürlich schon aufgrund seiner Größe besser für Designzwecke eignet. Die App ist kostenlos.

Was mir an Canva gefällt

Canva ist schon in seiner kostenlosen Version für die meisten Bedürfnisse vollkommen ausreichend und bietet eine breite Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten. Die Bedienung ist überaus einfach und innerhalb kurzer Zeit zu erlernen. Auch auf dem iPad erstellst du schnell und intuitiv Designs. Der Funktionsumfang unterscheidet sich nicht.

Zwei absolute Alleinstellungsmerkmale hat Canva in unserem Vergleichsreigen zu bieten. Zum einen erlaubt Canva die Erstellung von Druckvorlagen und zum anderen kannst du mit Canva in Teams arbeiten.

Was mir an Canva weniger gefällt

In seiner Kernkompetenz macht Canva so schnell keiner etwas vor. Von daher kann ich da keine Kritik üben. Canva könnte sich indes etwas offener zeigen. Anbindungen etwa an Dropbox, Google Drive oder Photos oder andere Dienste würden den Workflow vervollständigen können.

Von Adobe Spark etwa könnte Canva sich die Integration von Pixabay abschauen. Natürlich würde sich das wohlmöglich auf den Umsatz auswirken. Insofern ist es durchaus verständlich, dass Canva sich diesbezüglich etwas geschlossener gibt.

Verhältnismäßig ist es in der Vergangenheit vorgekommen, dass ich schnell mal eine Komposition mit Canva machen wollte, der Dienst aber die Segel gestreckt hatte und nicht verfügbar war. Da erwarte ich von professionellen Angeboten mehr. Wer sich preislich mit weit größeren Wettbewerbern mit ganz anderen Kostenstrukturen messen will, der muss auch leistungsmäßig in der obersten Liga mithalten können.

Fazit: Trotz Druckfeatures eher ein Tool für Webworker

Alleinstellungsmerkmale hin oder her. Sicherlich mag es für größere Social-Media-Teams interessant sein, auf den gemeinsamen Canva-Fundus zugreifen zu können. Freelancer oder den Seitenbetreiber ums Eck können auf dieses Feature locker verzichten. Auch die Erstellung von Druckvorlagen ist eher nichts, was der unbedarfte Giovanni für seine kleine Trattoria selbst in die Hand nehmen wollen sollte. Der Druckprofi wiederum wird kaum auf Canva zurückgreifen.

So bleibt für Canva realistisch betrachtet die gleiche Zielgruppe wie jene von Adobe Spark. Vom Bedienkomfort hat Canva leicht die Nase vorn, Spark bietet indes mehr Variation, wenn es um die Integration von Bildmaterial geht. Und Crello haben wir noch gar nicht in die Gleichung einbezogen.

Einigen wir uns darauf, dass der Einsatz von Canva eine vollkommen valide Alternative ist. Es hängt vom konkreten Anwendungsfall und den eigenen Vorlieben der App-Bedienung ab, welches Tool letztlich dein persönlicher Favorit sein sollte.

Alternative 3: Crello

Crello stammt von Depositphotos. Depositphotos ist ein recht bekannter Stockfoto-Provider, der mehr als 65 Millionen Fotos im Angebot hat. Da Crello als solches kostenlos ist, kannst du dir schon denken, aus welchem Interesse heraus Depositphotos Crello betreibt.

Crello: Landing Page (Screenshot: D. Petereit)

Zum einen geht es sicherlich um die Markenbekanntheit. Da ist Crello ein Vehikel, um unter positiver Wahrnehmung bekannter zu werden. Zum anderen kannst du für die zu erstellenden Designs Elemente, etwa Fotos oder Illustrationen, direkt im Dienst kaufen. Diese schlagen für die Nutzung innerhalb des Dienstes mit jeweils günstigen 0,99 US-Dollar zu Buche. Dabei kannst du die einmal erworbenen Elemente beliebig oft wiederverwenden, aber eben nur innerhalb von Crello, nicht für andere Zwecke.

Hier geht es los. Wähle, was du erstellen willst. (Screenshot: D. Petereit)

Die Idee und Teile des Preismodells entsprechen denen des Wettbewerbers Canva. Im korrekten Vergleich schneidet Crello indes besser ab, denn auf Canva stehen die erworbenen Elemente nur zur Verwendung innerhalb einer Grafik zur Verfügung, es sei denn, du bist bereit 10 US-Dollar pro Bild zu zahlen. Da ist Crello um das Zehnfache günstiger.

Lädst du deine eigenen Bilder hoch, was ebenso unproblematisch möglich ist, kostet Crello dich keinen Cent. So kannst du auch bei Spark und Canva vorgehen. Wenn du nun grübelst, woher du denn die erforderlichen kostenlosen Bilder bekommen kannst, dann empfehle ich dir diesen Riesenartikel mit 50 Diensten, die dir genau das liefern.

Die Ähnlichkeit zu Canva beschränkt sich nicht nur auf das Geschäftsmodell. Anders als Spark, das sich einer sehr eigenständigen Gestaltung erfreut, wirkt Crello optisch fast wie eine Kopie des populären Vorbilds. Betrachten wir es positiv. Bisherige Canva-Nutzer fühlen sich sofort heimisch und können ohne Einarbeitungszeit direkt produktiv werden.

Wenn englischsprachige Benutzeroberflächen ein Problem für dich sind, dann wird es dich freuen, dass Crello neben der englischen und etlichen anderen Sprachvarianten auch eine deutsche Version bietet.

Während Canva kein Anhängsel, nicht Teil einer Marketingstrategie für ein ganz anderes Produkt ist, sondern als eigenständiges Unternehmen auf autarke Profite achten muss und nicht zuletzt deswegen auch eine Premium-Variante bietet, reicht es Depositphotos, mit Crello den Absatz der eigenen Stockfotos zu unterstützen. Etwaige weitere Pro-Accounts oder sonstige Bezahlpläne findest du daher bei Crello nicht.

Ich habe eines der vorgefertigten Designs gewählt. (Screenshot: D. Petereit)

Wer tatsächlich mit Stockmaterialien gestalten will, kann sich bei Crello nicht beschweren. Direkt aus dem Editor heraus besteht Zugriff auf den gesamten Materialbestand, der mit den bereits erwähnten 99 Cent pro Verwendung auch human bepreist ist. Zum kostenpflichtigen Portfolio gesellen sich frei zu verwendbare Bilder und Elemente, die ebenfalls aus dem Depositphotos-Programm stammen und von daher ebenso professionell daherkommen wie das kostenpflichtige Material.

Crello will Stockfotos verkaufen, Canva ebenfalls und auch Adobe hat sein Angebot Adobe Stock über Spark eingebunden. Dennoch hat Adobe kein Problem damit, das komplette Angebot von Pixabay und deine eigenen Mediatheken aus Google Photos oder der Dropbox zu integrieren. Bei allem Verständnis für den Wunsch nach Umsatz wäre eine etwas offenere Anbindung von Crello und Canva an den Rest der Welt durchaus wünschenswert.

Crello bietet, anders als Canva, zusätzlich die Möglichkeit, animierte Designs zu erstellen. Animationen werden im Format MP4, nicht etwa als GIF gespeichert. Alle Elemente, die ich als Basis für mein animiertes Design finden konnte, waren kostenfrei und ich habe wirklich weit nach unten gescrollt. Ich kann dir also nicht garantieren, dass alle animierten Elemente kostenlos sind, aber es sind wirklich sehr viele kostenfreie dabei.

Das animierte Design ist dabei eines von 31 Formaten, die du mit Crello erstellen kannst. Zusätzlich findest du 12.000 Vorlagen und über 240 Schriften vor. Das sollte erstmal für eine ganze Weile reichen

Erste Schritte mit Crello

Auf der Startseite des Dienstes wählst du entweder ein Format aus, für das du eine Grafik erstellen willst, etwa einen Facebook- oder Twitter-Post, oder du gibst deine eigenen Wunschmaße für das geplante Design ein oder du wählst eines der bereits fertig gestalteten Templates, hier „Design” genannt, um es anzupassen. Unter Canva werden diese Templates als „Layout” und unter Spark als „Variations” bezeichnet.

Individuell arbeiten kannst du natürlich auch. (Screenshot: D. Petereit)

Neben Pixeln als Maßeinheit für das benutzerdefinierte Design stehen dir noch Zentimeter und Inch zur Verfügung. Du könntest dir also auch einen Standaufsteller bauen. Spaß beiseite. Die Maßeinheiten lassen darauf schließen, dass du mit Crello auch Druckprojekte bearbeiten kannst. Und dieser Schluss bestätigt sich spätestens beim Download, denn hier kannst du auch ein PDF für den Druck herunterladen.

Sobald du eines der Templates gewählt hast, gelangst du direkt zum Editor. Ganz rechts am Bildschirmrand findest du die verschiedenen Gruppen mit Gestaltungselementen, die du auf dein Design anwenden kannst. Als erstes wird für dich die Designauswahl geöffnet, da Crello davon ausgeht, dass du mit einem fertigen Vorschlag starten willst. Das musst du natürlich nicht tun.

Rechts steht nun deine weiße Leinwand und über den ganz linken Fensterrand wechselst du in die verschiedenen Schubladen mit den Designelementen. Unter „Fotos” steht dir der Depositphotos-Bestand in Gänze zur Verfügung. Kostenlose Fotos sind in einem separaten Tab untergebracht und der Tab „Uploads” nimmt deine eigenen Bilder auf.

Schon wegen des Uploads lohnt es sich, einen Account anzulegen, denn ohne ist ein Upload nicht möglich. Nach der Anmeldung bleiben deine Uploads gesichert. Gleiches gilt für die von dir geschaffenen Werke. Erforderlich wird der Account allerdings ohnehin spätestens dann, wenn du deine Arbeit als Datei herunterladen willst. Du könntest zwar den Umweg über einen Screenshot gehen, jedoch ist die Registrierung kurz und schmerzlos und mit keinen Nebenwirkungen behaftet.

Objekte und Fotos können nach Kategorien gefiltert werden. (Screenshot: D. Petereit)

Icons, Formen, Illustrationen, Rahmen und mehr sind bei Crello unter dem Tab „Objekte” zusammengefasst, während Canva sie als „Elemente” bezeichnet. Das wäre schon fast die einzige nennenswerte Unterscheidung zwischen den beiden Diensten, wenn nicht Crello die Möglichkeit böte, alle Objekte, wie auch die Fotos nach Kategorien zu filtern, um sie leichter zugänglich zu machen. Da bietet Canva nichts gleichwertiges, nicht mal irgendetwas im Ansatz ähnliches, während Sparks Suchfunktion wenigstens über den Freitext einschränkend genutzt werden kann.

Ist deine Grafik fertig, speicherst du sie im Crello-Backend ab und lädst sie als JPG, PNG (mit und ohne Transparenz), kleines oder großes PDF herunter. Solltest du ein kostenpflichtiges Element verarbeitet haben, ist jetzt der Moment gekommen, an dem du das digitale Portemonnaie zücken musst. Sowohl Crello, wie auch Canva, akzeptieren nur die Kreditkarte als Zahlungsmittel.

Auch beim Speichern kannst du aus etlichen Formaten wählen. (Screenshot: D. Petereit)

Wenn du zum Vielnutzer wirst, stellt sich dir bei Crello, Canva und auch bei Spark schnell ein Problem. Alle deine Entwürfe werden in einer zentralen Übersicht gespeichert. Diese Übersicht wird dementsprechend schnell unübersichtlich und eine Suchfunktion dafür gibt es bei allen Dreien nicht. Hier hat Crello die Nase insoweit vorn, als du wenigstens nach Format filtern kannst. Bei Spark ist eine Filterung nur ganz grob nach Post, Page oder Video möglich. Wenn du so arbeitest wie ich, wird dir das allerdings alles nichts nutzen, denn ich erstelle alle Grafiken mit individuellen Abmessungen…

Was tust du, wenn du die jeweilige Grafik nicht nur für einen Sozial-Kanal verwenden willst, sondern für – sagen wir – 30? Bislang hieß das, du erstellst manuell dreißig Varianten deiner Ausgangsgrafik. Crello und Canva können dir da allerdings ein besseres Angebot machen.
Beide Dienste bieten für Extremnutzer von Social Media jetzt intelligente Größenveränderungen für alle Grafiken an; Canva schon länger, Crello ganz frisch.

So funktioniert die Größenänderung auf Crello

Wenn du auf Canva eine Größenänderung einer bereits erstellten Grafik vornehmen willst, benötigst du das kostenpflichtige Abo „Canva for Work”. Crello bietet eine qualitativ identische Funktion innerhalb ihres kostenlosen Angebots. Das dürfte dem Wettbewerber einige Kunden abgraben, denn wirklichen Mehrwert bringen die anderen Funktionen des „Canva for Work” nicht. Ich kann das so sagen, denn ich habe das Angebot bereits ein Jahr lang bezahlt.

Willst du in Crello eines deiner Designs in der Größe ändern, so klickst du ganz rechts oben auf den Button “Grösse ändern”:

Darauf öffnet sich das folgende Modal. Hier wählst du per Klick aus, welche Formate Crello für dich erstellen soll. Du bist in der Zahl der Änderungen nicht limitiert. Auch die Angabe benutzerdefinierter Abmessungen ist hier möglich:

Hast du die gewünschte Auswahl getroffen, sorgt ein Klick auf “Grösse ändern” dazu, dass Crello an die Arbeit geht und jedes Format in einem neuen Tab öffnet. So kannst du die einzelnen Designs individuell nachbearbeiten und herunterladen.

Damit neigt sich die Waage ein Stückchen weiter Richtung Crello.

Was mir an Crello gefällt

Das Beste an Crello ist, dass es ein Canva-Klon ist. Die Funktionalität ist ähnlich. Sogar die Bedienung ist ähnlich. Die Kosten sind geringer. Was sollte man mehr wollen?

Was mir an Crello weniger gefällt

Hier kann ich im Grunde nur die gleichen Negativpunkte nennen, die ich auch schon weiter oben zu Canva angebracht habe. Der Workflow wäre runder, wenn mehr Dienste angebunden werden könnten.

Generell gilt, gerade für Vielnutzer, dass die Verwaltbarkeit der eigenen Projekte mit steigender Zahl selbiger dramatisch leidet. Das gilt ebenso für die hochgeladenen Bilder. Während Canva in diesem Bereich Ordner anbietet, in die du dein Material säuberlich wegsortieren kannst. Allerdings steht diese Funktionalität nur im kostenpflichtigen Canva for Work bereit.

Spässchen am Rande: Nach dem Auslaufen meines Canva-Jahresabos scheinen sich die Canvalesen noch besondere Mühe gegeben zu haben, mein vormals sorgsam in Ordnern sortiertes Material durcheinander zu würfeln. Das blanke Chaos sprang mir aus dem Upload-Ordner entgegen.

Fazit: Crello ist ein Canva-Klon, aber leistungsfähiger in der kostenlosen Version

Nutzt du eigene Bilder, ist Crello, wie Canva, kostenlos. Verwendest du Stockmaterial, ist Crello sogar die bessere Wahl, denn hier hast du Zugriff auf 65 Millionen Elemente, während Canva „lediglich” eine Million bietet. Preislich sind beide Dienste ähnlich.

Canva nimmt einen US-Dollar für die einmalige und 10 US-Dollar für die beliebig häufige Verwendung der kostenpflichtigen Elemente. Crello nimmt 99 Dollar-Cent für die beliebig häufige Verwendung. Dieser – doch erhebliche – Preisunterschied macht sich allerdings nur dann bemerkbar, wenn du ein Bild mehrmals verwenden willst.

Ich verwende stets Bilder, die gemeinfrei sind oder unter CC Zero stehen. Dann stellt sich das Problem ohnehin nicht. Mir gefallen allerdings die Kategoriefilter von Crello schon sehr.

Wenn du das genauso machst, aber gerne eine automatische Funktion der Größenänderung deiner Designs für diverse Netzwerke nutzen möchtest, dann ist Crello im Vergleich zu Canva deine Wahl. Denn, anders als bei Canva, kostet das Feature nichts und funktioniert nicht schlechter.

Hand aufs Herz: Welcher Dienst ist der beste?

Ganz klar. Es gibt keinen eindeutigen Sieger, keine eindeutige Empfehlung. Aber die Bestimmung eines Siegers war ja auch gar nicht der Sinn unseres Beitrags. Alle drei Wettbewerber machen einen großartigen Job und eignen sich uneingeschränkt für alle Einsatzbereiche im Web.

Spark ist für Creative-Cloud-Abonnenten quasi die natürliche Wahl. Sie müssen sich gar nicht erst die Mühe machen, einen der anderen Dienste zu testen. Canva ist dann ein Thema, wenn es darum geht, im Team an den gleichen Kompositionen zu arbeiten. Das bietet keiner der anderen Wettbewerber.

Canva kämpft da gegen Crello, wo es um die Erstellung von Vorlagen für Printmaterialien, wie Visitenkarten oder sogar Geschäftspapier, Flyer und mehr geht. Adobe Spark bietet das nicht, weil es natürlich nicht in die Domäne der großen Lösungen des Hauses einbrechen soll.

Diese Grenzziehung ist bei Spark immer wieder mal ein Problem. Immer da, wo ein Anwender fortgeschrittene Anforderungen stellt, wird klar, dass Spark ein Tool für schnelle Bildkomposition ist, aber kein professionelles Bildbearbeitungswerkzeug. Das musst du stets im Hinterkopf behalten.

Wenn du nicht in der Adobe-Welt lebst, könnte es daher perspektivisch empfehlenswert sein, sich eher in Richtung Canva oder Crello zu orientieren, mit Tendenz zu Canva. Denn hier gibt es keine konkurrierenden Produkte aus eigenem Hause, die das Featureset strategisch limitieren. Auch Crello wird strategisch eher nicht zu einer Rundumlösung wachsen, denn es ist letztlich ein Marketing-Tool zur Umsatzsteigerung.

All diese Überlegungen musst du aber gar nicht anstellen, wenn du hier und heute ein Werkzeug für den konkreten Bedarf an Bildkompositionen für deine sozialen Medien oder deine Website suchst. Dann nimmst du einfach Spark oder Canva oder Crello, meinetwegen auch im Wechsel und je nach Lust und Laune.

Verkehrt machst du mit allen Dreien nichts.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
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2 Kommentare

  1. Hallo und vielen Dank für den sehr ausführlichen Artikel! Ich habgleich das Adibe-Tool ausprobiert und bin begeistert.

  2. Hallo und vielen Dank für den sehr ausführlichen Artikel!

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