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Dieter Petereit 8. Mai 2013

JPEGmini: Bilder drastisch verkleinern im Web, auf dem Mac und unter Windows

Vor gut andert­halb Jahren brach­te das israe­li­sche Startup ICVT einen Onlinedienst an den Start, der hoch­ge­la­de­ne JPEG-Files auf bis zu ein Fünftel ihrer Ausgangsgröße ver­klei­nern kann. Das Beachtliche dabei: Die Verkleinerung erfolgt ohne sicht­ba­ren Qualitätsverlust. Der Effekt ist ein­fach. Je grö­ßer die Ausgangsdatei, des­to grö­ßer das Reduktionspotenzial. Nachdem der Service lan­ge nur als Web App und seit eini­gen Monaten auch für Mac OS X ver­füg­bar war, erschien vor zwei Tagen die lang erwar­te­te Windows-Version.

JPEGmini – Überzeugende Technologie für die unkomplizierte Bildgrößenreduktion

ICVT hat eine beacht­li­che Leistung erbracht. Die auf der Produkt-Website zu sehen­den Beispiele über­zeu­gen. Trotz dras­ti­scher Größenreduzierung sehen die mit JPEGmini behan­del­ten Bilder exakt so aus wie die Unbehandelten. Einschränkung: So lan­ge man nicht mit meh­re­ren hun­dert Prozent Vergrößerung ein­zoomt.

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JPEGmini: Extrem redu­zier­te Dateigröße, aber sicht­bar kein Unterschied

Die Vorgehensweise des Algorithmus ori­en­tiert sich nach Aussagen der Macher an der visu­el­len Wahrnehmung des mensch­li­chen Auges. Die Dateien sind auch nach der Behandlung noch Standard-JPEGs. Spezielle Viewer sind dem­nach nicht erfor­der­lich. Damit lässt JPEGmini qua­li­ta­tiv ähn­lich taug­li­che Versuche, etwa JPEG2000 oder Googles WebP hin­ter sich.

Einzelne Fotos kön­nen über den Onlinedienst JPEGmini ohne Registrierung kos­ten­frei kom­pri­miert wer­den. Bilderstapel las­sen sich eben­so kos­ten­frei bear­bei­ten, dann jedoch nur nach Registrierung.

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Nach erfolg­ter Registrierung bie­tet JPEGmini völ­lig kos­ten­los einen beacht­li­chen Leistungsumfang. Sie kön­nen Ihre Bilder in Alben hoch­la­den, wobei jedes Album bis zu 1000 Fotos und ins­ge­samt 200 MB stark sein darf. Die Zahl der Alben ist nicht begrenzt.

jpegmini-albums

Zu beach­ten ist hier­bei aller­dings, dass JPEGmini nicht etwa als Bilderarchiv ange­legt ist. Die hoch­ge­la­de­nen Fotos wer­den kom­pri­miert, aber nur für sie­ben Tage auf der Plattform gehal­ten. Das Ablaufdatum wird unter dem jewei­li­gen Album ange­zeigt. Es emp­fiehlt sich die recht­zei­ti­ge Wahl einer der drei unter dem Album ange­bo­te­nen Möglichkeiten, näm­lich der Download des kom­pri­mier­ten Albums als Zip-Datei, der Upload zu Flickr oder die Übergabe an Picasa Web Albums. Innerhalb von JPEGmini ist kein Zugriff auf ein­zel­ne Bilder mög­lich.

JPEGmini: Produktreihe wächst

Zum Start im Jahre 2011 lag der Fokus der Technologie auf der Lizenzierung des Algorithmus an ande­re Unternehmen. Der Onlinedienst war ledig­lich eine gelun­ge­ne Referenz. Zumindest die­se Planung scheint sich nicht rea­li­siert zu haben. ICVT ent­schied sich dann glück­li­cher­wei­se dafür, eige­ne Produkte auf der Basis des Algorithmus zu ent­wi­ckeln.

Als ers­te Desktop-Verwender der Technologie durf­ten sich Mac-Anwender freu­en. Eine kos­ten­freie Version unter der Bezeichnung JPEGmini Lite erlaubt, täg­lich bis zu 20 Fotos zu kom­pri­mie­ren. Die Vollversion schlägt mit knapp 20 USD (17,99 EUR) zu Buche und hebt das Limit auf.

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JPEGmini für den Mac hat sich in mei­nem redak­tio­nel­len Workflow fest ver­wur­zelt. Jedes JPG wird ohne Gnade durch den Optimierer gejagt, hun­der­te von Megabytes habe ich den geneig­ten Leserinnen und Lesern unse­rer Magazine so schon erspart.

Da ich zwi­schen MAC und Windows hin und her wech­se­le, ver­miss­te ich eine Windows-Version nahe­lie­gen­der­wei­se seit lan­gem schon schmerz­lich. Anstelle der Nutzung der Web App ver­such­te ich stets, Artikel so zeit­lich zu pla­nen, dass mir noch Gelegenheit blieb, an einem Mac die JPG-Optimierung durch­zu­füh­ren.

Seit zwei Tagen bleibt mir die­ser zusätz­li­che Aufwand erspart, denn ICVT ver­öf­fent­lich­te die ent­spre­chen­de Version für das Betriebssystem aus Redmond.

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Anders als für den Mac gibt es vor­erst kei­ne Lite-Version, Windows-Anwender wer­den direkt mit knapp 20 USD zur Kasse gebe­ten. Der Betrag rech­net sich für deut­sche Anwender rela­tiv genau 1:1 in Euro um, da der ein­ge­setz­te Shop-Anbieter Kagi die Mehrwertsteuer nach der Währungsumrechnung oben drauf rech­net. Natürlich ist die Software den Preis den­noch wert.

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Optisch und funk­tio­nal unter­schei­det die Versionen für Mac und Windows fast nichts, wenn man davon absieht, dass das Menü der Windows-Version am lin­ken obe­ren Fensterrand hin­ter einem Zahnrad ver­bor­gen ist, wäh­rend die Mac-Version eta­bliert am obe­ren Desktop-Rand die Navigation anord­net. Zudem erscheint die UI der Windows-Version ein klein wenig weni­ger ele­gant, Windows hat halt noch immer nichts adäqua­tes zu Apples Core Animation zu bie­ten.

Ein wei­te­rer, wenn auch wenig rele­van­ter Unterschied soll nicht unge­nannt blei­ben. So dau­ert der Start der Windows-Version deut­lich län­ger als der Aufruf der Version für Apples OS. Auffallen wird dies nahe­lie­gen­der­wei­se nur Nutzern bei­der Versionen. In der Verarbeitung ist die Windows-Version dann der Mac-Variante eben­bür­tig, auch was die Ergebnisse betrifft. Beide Desktop-Softwares arbei­ten mit JPGs, die eine maxi­ma­le Auflösung von 28 Megapixel haben dür­fen.

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Immer wie­der wird die Frage gestellt, ob es JPEGmini als Photoshop-Plugin gibt. Diese Frage ist der­zeit noch mit einem kla­ren Nein zu beant­wor­ten. Die Entwickler beken­nen sich nicht ein­deu­tig für oder wider, son­dern ora­keln, man wer­de auf der Basis des Nutzer-Feedbacks über wei­te­re Einsatzarten der Technologie ent­schei­den.

Seit Anfang April 2013 steht neben den bereits genann­ten Möglichkeiten zusätz­lich der JPEGmini Server zum Selberhosten oder als Cloud-Dienst über Amazon Web Services zur Verfügung. Unternehmen und Organisationen mit dra­ma­tisch hohem Bildervolumen soll­ten sich das Produkt auf jeden Fall ein­mal anse­hen. Wie die Web-App akzep­tiert der Server JPGs in einer maxi­ma­len Auflösung von 50 MP.

Fazit: Wer ohne­hin stän­dig Photoshop offen hat, kann ähn­li­che Ergebnisse auch durch die cle­ve­re Wahl ent­spre­chen­der Parameter in Adobes Platzhirsch-Software erzie­len. Wer schnell vie­le Bilder schrump­fen will, ist mit einer der JPEGmini-Apps zügi­ger am Ziel. Wer Photoshop gar nicht erst besitzt, ist mit den 20 Euro für JPEGmini sehr gut bedient. In mei­nem Workflow spielt JPEGmini jeden­falls eine zen­tra­le Rolle, obwohl ich Photoshop CS6 besit­ze…

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Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

10 Kommentare

  1. Eine fei­ne Sache für alle die nicht über PS ver­fü­gen.

  2. Im Test Photoshop vs. JPEGmini: Photoshop > Für Web spei­chern mit JPEG Qualität 71 bringt das glei­che Ergebnis… sogar um zwei, drei KB klei­ner… dann geht man halt auf 70 run­ter und ist schon bes­ser + in der Bildbearbeitung inte­griert… ;-)

    • Ein Vergleich zwi­schen Photoshop und JPEGmini ergibt natür­lich nur dann einen Sinn, wenn man bereits über Photoshop ver­fügt. Ansonsten ver­bie­tet er sich schon auf­grund der zu berap­pen­den Summen…

  3. Ähnlich gute Ergebnisse wie JPEGmini lie­fert auch Kraken Image Optimizer.

    • nein, tut es lei­der nicht, da gibt es ein Unterschied. Von den bei­den Tools, der in mei­ne Vergleich, gera­de bei Bildern wo es nötig gewe­sen wäre einen Unterschied von fast 50 % aus­macht. JPEGmini ist lei­der bes­ser.

  4. > Windows hat halt noch immer nichts adäqua­tes zu Apples Core Animation zu bie­ten.

    WPF?

    Die Sache mit dem Server zum sel­ber­hos­ten klingt inter­es­sant, zumal das auch für Linux ver­füg­bar ist. Aber die gan­ze Einrichtung und Lizensierung… Ich glaub mit mei­ner sta­ti­schen Einstellung der JPEG-Komprimierung in der Web-Fotogalerie bin ich schon ganz gut dabei.

  5. Ich habe ein 100kb JPEG ein­mal mit JPEGmini und ein­mal mit PS ver­klei­nert.
    Ergebnis: JPEGmini 62kb und PS 25kb bei glei­cher Qualität.

  6. Wow,
    das ist ja mal ein rich­tig coo­les Tool.
    Danke für den Tipp. Werde ich mir mer­ken und wenn ich öfter mit JPEGs arbei­ten wer­de mal genau­er anschau­en :D

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