Anzeige
Smartes Hosting für anspruchsvolle Projekte.
↬ Loslegen und vServer testen ↬ Jetzt testen!
Dieter Petereit 20. Februar 2019

Ist Edooli das einfachste Rechnungsprogramm der Welt?

Es wird ein Stück enger auf dem Markt der Programme für die Rechnungschreibung. Mit der frischen Web-App Edooli betritt die bekannte Software-Schmiede Rowisoft die Bühne. Sie erhebt den Anspruch, die wohl einfachste Lösung für die Faktura geschaffen zu haben. Ich habe mir Edooli näher angesehen.

Treue Leserinnen und Leser des Dr. Web-Magazins kennen Rowisoft aus einem früheren Beitrag. Darin schaute ich mir den Trello-Konkurrenten Pinnery an und kam zu dem Ergebnis, dass der Aufgaben- und Projektplaner sich nicht zu verstecken braucht. Pinnery hat sich seither fortentwickelt und ich werde diese Lösung auch in Kürze nochmal näher betrachten.

Nun also kommt Edooli und in der Tat ist das Erste, was mir auffällt, die Wiedererkennbarkeit der Designphilosophie. Es gibt Softwarehäuser, die werfen für jedes neue Produkt stets alles über den Haufen und bezeichnen es dann als Vorteil, weil sie ja ohne Scheuklappen stets alles neu denken würden. Ich kann mich an dieser Vorgehensweise nicht erfreuen. Für mich hat vielmehr ein gut durchdachtes, stringentes Design über mehrere Produkte hinweg einen Wert an sich. Zeigt es mir doch mindestens, dass der Anbieter von seinen Konzepten überzeugt ist. Das zeugt von Wertschätzung nicht nur der eigenen Arbeit, sondern auch den Kunden gegenüber. An diesem Punkt hat Edooli mich schon einmal überzeugt.

Bevor ich mich um die Funktionen der Cloud-App kümmere, will ich noch herausheben, dass Edooli neben der Web-App, die sich voll responsiv verhält, auch native Apps für Androiden und iOS, aber auch für Windows und Mac-OS zur Verfügung stellt. Leider ist gerade die Android-Version schon seit Mitte 2018 nicht mehr gepflegt worden, so dass Android 9 dich beim Erststart darauf und mögliche, daraus resultierende Probleme hinweist. Das ist ein unnötiges Problemchen, das Rowisoft schnellstmöglich beseitigen sollte.

Edooli: Der Funktionsumfang

Edooli ist in ihrem Kern eine Faktura-Software. Du darfst also davon erwarten, dass sie dich Angebote, Aufträge, Lieferscheine und dann natürlich komfortabel Rechnungen der unterschiedlichsten Art, auch wiederkehrende und währungsfremde, schreiben lässt. Dabei verwendest du die unterschiedlichsten Steuersätze, Rabatte und Skonti. Zudem kannst du erforderlichenfalls den Prozess der außergerichtlichen Durchsetzung deiner Forderungen, also das innerbetriebliche Mahnwesen aka Inkasso abbilden. Fehlen eigentlich nur noch die leider bisweilen erforderlichen Gutschriften, die du mit Edooli natürlich ebenfalls unproblematisch erstellen kannst.

Rechnungen schreiben im Originalayout einer Rechnung. Einfach! (Screenshot: Edooli)

An dieser Stelle würde nun der Funktionsumfang einer Rechnungssoftware enden können und so ist es bei einigen Wettbewerbern auch. Edooli geht jedoch noch einige Schritte weiter. Aber, lass uns eines nach dem anderen betrachten.

Neben den genannten Basisfunktionen verwaltest du mit Edooli die entsprechenden Kontakte, also die Adressen deiner Kunden und Lieferanten. Ein CRM ersetzt dieses Funktionsmodul indes nicht. Das wird aber auch nicht behauptet. Ebenso kannst du Artikel, die du ständig fakturierst, in einer entsprechenden Datenbank pflegen und so bei der Dokumenterstellung einiges an Tipparbeit sparen. Der typische Freelancer wird da eher weniger Nutzen erkennen. Der Verkäufer von Produkten hingegen wird sich freuen.

Dafür freut sich wiederum der Freelancer über die Möglichkeit, in Edooli eine Zeiterfassung zu finden, die es erlaubt, die gebuchten Zeiten direkt in Rechnungen zu übernehmen. Neben den Ausgangsrechnungen erlaubt Edooli dir zusätzlich die Erfassung von Eingangsrechnungen, so dass du eine grobe Einnahmen-Ausgaben-Rechnung direkt mit der App zur Verfügung hast. Fortgeschrittenes, wie etwa eine Anlageverwaltung, fehlt hier eventuell noch zum Glück des Freelancers.

Ausgaben, also Eingangsrechnungen und sonstige Belege, innerhalb der Faktura zu verwalten, ergibt natürlich durchaus Sinn, denn nur im Zusammenspiel von Einnahme und Ausgabe zeigt sich der Erfolg deiner wirtschaftlichen Tätigkeit. An dieser Stelle wirst du auch die Banking-Funktion des Dienstes zu schätzen lernen, denn mit dieser Schnittstelle zu deiner Bank kann Edooli Ein- und Auszahlungen direkt den entsprechenden Buchpositionen zuordnen. Deinen Lieferanten könntest du theoretisch eine Edooli-Mailadresse nennen, an die sie an dich adressierte Rechnungen senden sollen. Die würden dann automatisch importiert. Eigene Belege, etwa Tankquittungen, scannst du z.B. als PDF ein und lädst sie in den Dienst hoch. Über eine Vertragsverwaltung kannst du Verträge hinterlegen, die du als regelmäßige Ausgaben hast, wie Versicherungen, Miete etc.

Das Delta zwischen Einnahme und Ausgabe, sowie einige andere Daten, stellt dir das Statistikmodul von Edooli anschaulich dar.

So weit, so gut. Spätestens hier werden die meisten Freelancer aussteigen und die weiteren Arbeiten einem Steuerberater überlassen. Diesem Berufsstand bietet Edooli einen speziellen Informationszugang, so dass dein Steuerberater deine Buchungen problemlos übernehmen kann und Doppeleingaben vermieden werden. Apropos Steuerberaterzugang: Edooli ist ganz grundsätzlich mehrbenutzerfähig. So kannst du weiteren Mitarbeitern, etwa deiner Stundenkraft, die für dich den Papierkram erledigt, einen eigenen Zugang zu Edooli einrichten. Gezahlt wird pro Benutzer.

Der Steuerberater-Zugang zu Edooli. (Screenshot: Edooli)

Recht untypisch ist die Möglichkeit, aus der Software heraus Geschäftsbriefe beliebigen Inhalts zu verfassen. Das geschieht, wie im Grunde alles rund um die Dokumenterstellung, im WYSIWYG-Verfahren. Du siehst bei Geschäftsbriefen, wie auch bei jeder anderen Art von Dokument, das Dokument so vor dir, wie es späterhin beim Kunden ankommen wird, nämlich als vollständigen Briefbogen. Änderungen an den Rahmen-Inhalten des Kopfbogens, etwa deiner Adresse, nimmst du ebenfalls direkt in dieser Ansicht vor.

Das ist Vor- und Nachteil zugleich, denn du kannst es nicht nur so machen, du musst es sogar. Edooli übernimmt deine Firmendaten nicht aus den Einstellungen. Immerhin bleiben einmal im Kopfbogen hinterlegte Informationen für alle weiteren neuen Dokumente als Standard hinterlegt, bis du sie wieder änderst.

Gehörst du zu den Zeitgenossen, die Rechnungen noch per Post versenden oder musst du das aufgrund der Kundenpräferenz sogar tun, könnte dich der in Edooli integrierte Postversand interessieren. Denn pro versendetem Brief verlangt Edooli lediglich einen Euro pro Seite und der enthält das Porto und den Briefumschlag, sowie den Weg zum nächsten Briefkasten bereits. Wesentlich günstiger kannst du es selbst nicht erledigen. Richtig nützlich ist die Funktion natürlich dann, wenn du dich gerade fernab jeglicher Druck- und Versandmöglichkeit aufhältst.

Edooli verwaltet deine Kontakte aka Kundenadressen. (Screenshot: Edooli)

Sehr wichtig ist auch, dass Edooli von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft auf die Einhaltung der GoBD (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung) geprüft und testiert wurde und damit Rechtskonformität garantiert. Viele Mitbewerber versprechen zwar ebenso, dass ihre Lösungen GoBD-konform sind, ein detaillierter Blick darauf verrät aber oftmals, dass das nicht der Fall ist und ein entsprechendes Testat fehlt. Das ist nachvollziehbar, denn ein solches Testat ist mit einem großen Aufwand verbunden, so muss etwa ein Qualitätsmanagement-System vorhanden und die Einhaltung der diversen Kriterien nachgewiesen sein.

Edooli und die Kosten

Für den beschriebenen Funktionsumfang, den du in Listenform direkt bei Edooli im Detail nachlesen kannst, zahlst du pro Monat 7,90 Euro zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer und pro Benutzer. Der Betrag beinhaltet natürlich die laufende Pflege des Systems, so dass du nicht mit Kosten für etwaige Updates rechnen musst.

Die Kündigung ist monatlich möglich, längere Bindungsfristen gibt es derzeit nicht. So kannst du theoretisch jederzeit den Anbieter wechseln. Wobei, seien wir ehrlich, so schnell wechselt man nicht, denn den Aufwand, das Inkasso von einem zum anderen Anbieter zu schaufeln, braucht man nicht allzu oft.

Das Online-Banking-Modul in Edooli erlaubt dir die schnelle Zuordnung offener Posten. (Screenshot: Edooli)

Neben der Basissoftware bietet Edooli verschiedene Erweiterungen der Software, die indes nur für bestimmte Zielgruppen interessant sind und, so wie sie sich jetzt darstellen, durchaus etwas beliebig wirken. Nachvollziehbar finde ich das Angebot, ein vollständiges Warenwirtschaftssystem an die Faktura anzudocken, um Produktverkäufern einen weiteren Zwischenschritt im Rechnungswesen zu ersparen. Dieses Modul erwirbst du zusätzlich zur Basislizenz.

Ebenso kann es den einen oder anderen unter euch geben, der Geräte und Maschinen vermietet. Ein entsprechendes Vermietungsmodul nebst übersichtlichem Kalender steht für Edooli zur Verfügung und könnte gegen Aufpreis Verwendung finden. Ebenso verhält es sich mit einem Verwaltungsmodul für im Unternehmen im Einsatz befindliche Geräte. Da verwaltest du Dinge wie Wartungsintervalle, Garantieinformationen, Seriennummern oder Einsatzorte. Dieses Modul ergibt bei der Verwendung des Vermietungsmoduls nochmal ganz besonders Sinn.

Speziell an Handwerker richtet sich ein Modul, das es erlaubt, auch Aufmaße zur Grundlage einer Rechnung zu machen. Zudem ziehst du über die Datanorm-Schnittstelle die Artikellisten deiner Lieferanten ins System oder nutzt die GAEB-Schnittstelle, um die Daten öffentlicher Ausschreibungen zu übernehmen und danach einfacher bepreisen zu können.

Für Handwerker besonders interessant dürfte es sein, dass sämtliche Dokumente direkt über die Software vom Kunden unterschrieben und dann mit Unterschrift auf dem Dokument archiviert werden können. Gerade, wenn du Dienstleistungen vor Ort bei deinen Kunden erbringst, kannst du so etwa einen Servicebericht mit Angabe der Tätigkeiten, Materialverbrauch, sowie An- und Abfahrt erfassen und direkt vor Ort beim Kunden auf einem Tablet unterschreiben lassen.

Fazit: Edooli kann was

Edooli ist trotz seines jugendlichen Alters schon eine durchaus erwachsene Lösung für deinen Faktura-Bedarf. Die Nebenleistungen, wie die Ausgabenverwaltung, sind durchdacht und erhöhen den Mehrwert des ohnehin sehr konkurrenzfähigen Produktes noch weiter. Die erhältlichen Erweiterungen sind nicht für jedermann, wer sie aber benötigt, kann sich über die Ergänzung freuen.

Eine Besonderheit stellt die Erweiterbarkeit durch die Anwender selbst dar. Unter https://developers.edooli.com kann sich jeder, der einen Edooli-Account hat, einloggen und auf die API zugreifen. Mithilfe dieser API können etwa externe Anwendungen auf die Daten zugreifen, aber es können unter Nutzung selbiger auch eigene Erweiterungen entwickelt und in die Benutzeroberfläche von Edooli integriert werden.

Ist Edooli nun das einfachste Rechnungsprogramm? Nun, es ist auf jeden Fall sehr einfach in der Bedienung und du benötigst in der Tat nur wenige Minuten, um damit produktiv deine erste Rechnung schreiben zu können. Andererseits habe ich noch nie von einem Wettbewerb gehört, der etwa darin bestünde, wer mit einem neuen System am schnellsten eine Rechnung geschrieben hat. Natürlich musst du auch bei Edooli, wie bei anderen Lösungen üblich, ein bisschen Zeit in die ordentliche Konfiguration stecken, damit deine Ergebnisse korrekt, rechtssicher und optisch ansprechend werden. Das Potenzial dazu hat Edooli auf jeden Fall.

Zudem ist Rowisoft für einen langen Atem bekannt. Kaufmännische Software entwickelt man dort immerhin seit 18 Jahren. Du musst nicht damit rechnen, dass der Anbieter das Produkt alsbald einstampft, wie es Google gerne mal spontan mit seinen Diensten macht. Vielmehr setzt man bei Rowisoft auf eine kontinuierliche, verlässliche Produktentwicklung auf der Höhe der Zeit. Mich überzeugt das.

Am besten ist natürlich, du machst dir ein eigenes Bild. Dazu bietet Edooli dir einen Probezeitraum von 30 Tagen an, innerhalb dessen du keine Zahlungsinformationen hinterlegen musst. Es handelt sich um eine Testperiode ohne Fußangeln. Nutze sie.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.