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Dr. Web Team 1. August 2007

Ist die Rürup-Rente für Selbstständige immer sinnvoll?

Kein Beitragsbild

Während Riestern für Selbstständige nicht in Frage kommt, hat man alternativ für Selbstständige das Modell der Rürup-Rente zur Altersvorsorge bereit gestellt. Zulagen gibt es nicht, aber diese Form des Rentensparens wird so massiv mit Steuervorteilen beworben, dass man sich angesichts klingelnder Münze, die man mit Rürup-Sparen vom Staat geschenkt bekommt,.schon euphorisch die Hände reiben mag Doch bevor man sich auf einen Vertrag einlässt, der einen ein Leben lang begleiten wird und der nach regelmäßigen Beitragszahlungen verlangt, sollte man zuvor mal genau berechnen, ob sich das wirklich lohnt. Zudem gibt es besondere Bedingungen für die Rürup-Rente, die einige Nachteile gegenüber anderen Sparformen schaffen.

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Zunächst einmal kann man nur dann in den Genuss der Steuervorteile einer Rürup-Rente kommen, wenn man auch eine entsprechend hohe Steuerlast hat. Auf viele Existenzgründer und kleine Selbstständige trifft dies jedoch zumindest in der Anfangsphase nicht zu. So kann der Hauptvorteil des Sparmodells nicht genutzt werden, die Nutzung anderer Kapitalanlagen kann bessere Renditen bringen. Sinnvoll ist es, sich die tatsächliche oder geschätzte Steuerersparnis einmal durchzurechnen oder vom Finanzexperten berechnen zu lassen. Da zeigt sich schnell, ob im Vergleich zu einer anderen Sparform, beispielsweise dem Fondssparen, Sparverträgen oder Festgeld das Rürup-Model noch vorteilhaft ist.

Die Rendite ist im Prinzip die einzige wichtige Größe in diesem Vergleich. Eine Berechnung der effektiven Rendite über den gesamten Zeitraum kann schnell zeigen, wie sich die steuerlichen oder sonstigen Vorteile der verschiedenen Modelle tatsächlich auswirken. Natürlich sind die meisten Berechnungen stets nur Schätzungen, denn die Höhe der eigenen Steuerlast kann sich ändern, Zinsentwicklungen und Fondsrenditen kann man ebenfalls nicht vorhersehen und auch die eigene Lebenssituation kann sich überraschend ändern.

Aber gerade weil es sowieso häufig schwierig sein kann, künftige Entwicklungen abzuschätzen, gerät nicht zuletzt die Rürup-Rente gegenüber anderen Anlageformen doch ein wenig ins Hintertreffen. Denn sie bietet keine Flexibilität, welche man sich von einer guten Kapitalanlage prinzipiell wünschen sollte. Spätere Einmalauszahlungen, zum Beispiel zwecks Immobilienfinanzierung, ebenso wie die Vererbung oder anderweitige Übertragung an Angehörige sind nämlich nicht möglich. Es ist nur ein kleiner Trost, dass im Falle einer Insolvenz auch der Staat sich nicht zwecks Verrechnung der ALGII-Zahlungen am angesparten Kapital vergreifen darf.

Man möchte es keinem etablierten und erfolgreichen Unternehmer gönnen, dessen Steuerlast heute für die volle Ausnutzung der Steuervorteile der Rürup-Rente ausreichend hoch ist, dass er einmal in eine solche Situation gerät. Statistisch gesehen ist dieser Fall zwar öfter möglich, aber eben nicht die Regel.

2 Kommentare

  1. Ich habe selbst eine Rürup-Rente abgeschlossen und nutze jährlich die Steuervorteile. Trotzdem werde ich nicht alles auf eine Karte setzen. Die Altersvorsorge sollte sehr flexibel und nicht eingleisig sein.

  2. Bei der Rürup-Rente ist ab diesem Jahr zusätzlich zu beachten, dass Gesellschafter-Geschäftsführer, welche eine Pensionszusage von ihrer GmbH erhalten haben, der Sonderausgabenabzug um diese Summe gekürzt wird. Zum Glück greift hier meist noch die Günstigerprüfung, so dass auch diese Unternehmer am Ende den vollen Abzug in Anspruch nehmen können.

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