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Dieter Petereit 5. Juni 2019

Inkscape: Kostenloser Vektorgrafik-Editor in neuer Version

Welcher Webentwickler und ambitionierte Seitenbetreiber kennt das freie Vektorgrafik-Projekt Inkscape noch nicht? Inkscape ist quasi das Vektor-Pendant zum freien Pixeleditor Gimp und seit Jahren etabliert. Vier Jahre nach der ersten Version 0.92 erschien in diesem Jahr nicht nur die stabile 0.92.4, sondern auch die Alpha-Version 1.0.

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SVG und CSS: Inkscape nähert sich weiter dem Standard an

Inkscape steht unter der GPL und ist damit eine Open-Source-Software reinsten Wassers. Inkscape wird nicht durch eine Firma entwickelt, sondern lebt aus der freiwilligen Kontribution vieler engagierter Entwickler. Das Engagement hält sich seit Jahren auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. In 2019 nimmt das Inkscape-Projekt erneut an Googles „Summer of Code” teil.

Aus Spenden finanziert kann das Projekt sogar einen Repräsentanten in die W3C SVG Working Group entsenden. Das ist das Gremium, das den Standard Scalable Vector Graphics (SVG) weiterentwickeln soll. Einige neue Ideen aus Inkscape finden so Eingang in die Erwägungen zur Erweiterung von SVG, was das Projekt für Entwickler naheliegenderweise besonders interessant macht. Das Standard-Dateiformat von Inkscape ist folgerichtig SVG.

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Die standardkonforme Umsetzung hat bei Inkscape besondere Priorität. Um etwa dem CSS-Standard zu entsprechen, wurde die Standardauflösung von 90 auf 96 dpi angehoben. Die Software bietet verschiedene Konvertierungsoptionen an, wenn du versuchst, eine ältere Inkscape-Datei zu öffnen.

Insgesamt haben sich die Entwickler darauf fokussiert, möglichst viele SVG2- und CSS3-Eigenschaften zumindest korrekt im Programm darzustellen. Über die Benutzeroberfläche lassen sich allerdings nicht alle dieser Eigenschaften dann auch ändern. Die Verwendung komplexer Gitterverläufe erfordert unter Inkscape 0.92 keine Tricks mehr, sondern steht als Standardfunktion bereit.

Designer werden sich besonders an den neuen Pfadeffekten erfreuen, die in der Tat äußerst kreative Gestaltungen durch interaktive Verformungen zulassen. Aber auch bei den übrigen alltäglichen Arbeiten hat sich einiges getan. So kannst du inzwischen auch nicht gruppierte Objekte wie eine Gruppe behandeln. Formen habe sinnvolle Anfasser erhalten, mit denen du sie leichter platzierst und auf dem Bearbeitungsgrid einrasten lässt. Zudem können Schieberegler nun in vorgegebenen Werteschritten bewegt werden wenn, wenn dabei die Strg-Taste gedrückt wird.

Der Klassiker: Dieser Ferrari wurde komplett mit Bordmitteln gezeichnet.

Dass SVG das Standardformat ist, bedeutet nicht, dass Inkscape keine anderen kennt. Besonders erwähnenswert, weil wichtig für das Webdesign, ist dabei die Möglichkeit, Grafiken in das PNG-Format zu exportieren, was einwandfrei für alle oder einzelne Bestandteile deiner Werke funktioniert.

Inkscape gibt es weiterhin für Windows, macOS und Linux

Wie gehabt, steht Inkscape für die drei großen Betriebssysteme Windows, macOS und Linux zur Verfügung. Ab der Version 0.92.4 werden allerdings Windows XP und Vista nicht mehr unterstützt. Benutzt du noch eines dieser OS, ist die Version 0.92.3 die letzte, die für dich funktionieren wird.

Zwar kannst du dir einen eigenen Build kompilieren, immerhin sprechen wir hier über Open Source, erforderlich ist es indes nicht. Die Entwickler haben auch hier Wert auf eine einfache Verbreitung gelegt. So gibt es entsprechende Installations-Packages. Unter Linux wirst du in der Regel mit Bordmitteln an das aktuelle Inkscape gelangen.

Mac-User müssen seit der Version 0.92.3 auf die einfach zu installierenden DMGs verzichten und Inkscape per MacPorts übersetzen. Noch immer ist der Schritt hin zu einem nativ unter MacOS laufenden Inkscape nicht vollzogen. Zwar kannst du dir eine native App per MacPorts erstellen, empfohlen wird diese Vorgehensweise indes nicht. Stattdessen sollst du weiterhin auf X11 setzen.

Wenn du dich im Detail über die Änderungen an der aktuellen Stable-Version informieren willst, so findest du an dieser Stelle das Changelog in deutscher Sprache. Die Release Notes der Alpha 1.0 kannst du hier in englischer Sprache lesen und den Download der Alpha startest du hier.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

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