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  • IMHO
Dieter Petereit 23. Januar 2013

IMHO: Der Einfluss von Marken auf Twitter (Infografik)

Schon gut, ich weiß. Es ist mir durch­aus auf­ge­fal­len, dass der Titel der fol­gen­den Infografik anders­her­um, näm­lich “The Impact Of Twitter On Brands” lau­tet. Aber mei­ner Meinung nach ist die­ser Punkt nicht der wich­ti­ge. Eher muss es dar­um gehen, wel­chen blei­ben­den Eindruck Promoted Tweets, Promoted Trends und was es in der Zukunft noch alles geben mag, auf Twitter hin­ter­las­sen wer­den. Ich erwar­te da eher nega­ti­ve, denn posi­ti­ve Einflüsse. Lassen Sie uns doch mal einen Blick ris­kie­ren…

Kauf mir einen Tweet, oder besser: Kauf mir gleich einen ganzen Trend!

Nick Walsh, sei­nes Zeichens Marketingleiter beim Onlinemarketer Wishpond begab sich auf die Fallstudien-Seiten auf Twitter, dahin, wo Twitter die Erfolgsgeschichten sei­ner zufrie­de­nen Kunden erzählt. Dort such­te Walsh sich ein paar weni­ge Beispiele raus und stöp­sel­te sie zu einer Infografik zusam­men.

Aus den bis­lang immer­hin 51 Erfolgsgeschichten griff sich Walsh, wohl eher zufäl­lig, fünf her­aus und fass­te die wesent­li­chen Aussagen aus die­sen Fallstudien zu einer Infografik zusam­men, die ange­legt ist, das Herz wer­be­wil­li­ger Anzeigenkunden höher schla­gen zu las­sen. So erfährt man, dass Twitters Werbeformate aus­ge­zeich­net dazu geeig­net sind, den Bekanntheitsgrad der Marke zu unter­stüt­zen und neben­bei auch noch die Zahl der Follower teils signi­fi­kant zu erhö­hen. Unklar, wie­so Walsh nicht noch tie­fer ein­ge­stie­gen ist. Immerhin braucht man sich auf Twitters eigens zur Lobpreisung geschaf­fe­nen Seiten kei­ne Sorgen machen. Alle dor­ti­gen Geschichten sind lupen­rei­ne Erfolgsstories. Gut, was soll man auch erwar­ten?!

Wie auch immer, Walsh begnüg­te sich mit einer klei­nen Stichprobe von unter zehn Prozent, was mög­li­cher­wei­se den­noch aus­rei­chend sein mag, um die anvi­sier­te Beute für sei­ne Onlinemarketing-Firma zu rei­ßen. Ich per­sön­lich hal­te von die­sem Business-Sprech wenig. Begriffe wie “Erhöhung des posi­ti­ven Markengefühls” jagen mir Schauer über den Rücken.

Jedenfalls gelingt es Nick Walsh, deut­lich zu machen, dass sich Tweets und Trends, die von wer­ben­den Unternehmen gebucht wer­den, tat­säch­lich für die­se aus­zah­len. Ich habe zwar noch nie auf einen Promoted Tweet geklickt, geschwei­ge denn einem Promoted Trend mei­ne Aufmerksamkeit geschenkt, es tun aber offen­kun­dig genü­gend ande­re. Und die­se Nutzer kli­cken nicht nur, die ret­wee­ten, die ver­wen­den Hashtags, die arbei­ten das gan­ze Spektrum durch…

Zunahme der Werbung: Twitters Niedergang oder Wachstumsturbo?

Was hal­ten Sie davon? Mögen Sie es, einen Stream vor­zu­fin­den, der mit Tweets gespickt ist, deren Urheber Sie nicht aktiv zu Ihrem Stream hin­zu­ge­fügt haben? Mögen Sie es, ein Thema als Trend zu sehen, das nur des­halb ein Trend ist, weil jemand dafür bezahlt hat? Ich kann sagen, ich mag es nicht und ich kann nur hof­fen, dass Nick Walsh und ande­re vom glei­chen Schlage nicht all­zu erfolg­reich in ihrem Bemühen sein wer­den.

Ebenfalls zu hof­fen bleibt, dass die der­zeit bestehen­den Kennzeichnungspflichten auch in der Zukunft nicht gelo­ckert wer­den. Ich wet­te, dass die Werbeindustrie da jetzt schon gera­de­zu scharf drauf wäre. Stellen Sie sich einen Stream vor, in dem min­des­tens jeder zwei­te Tweet gekauft, dabei aber nicht ein­mal als sol­cher gekenn­zeich­net ist.

Vielleicht bin ich bloß ein Angsthase. Schaue ich aller­dings auf die Entwicklung der Medien und ihre Verquickung mit der Werbeindustrie allein in den letz­ten zwan­zig Jahren zurück, dann muss ich nüch­tern kon­sta­tie­ren, dass die Qualität der Informationsvermittlung stark nach­ge­las­sen hat. Schon jetzt ist es schwer, zwi­schen Fakt und Fiktion zu unter­schei­den. Produkte wie Promoted Tweets und Trends wer­den die­se Situation min­des­tens nicht ver­bes­sern.

Hey, da kommt mir gera­de ein Geistesblitz. Immerhin bin ich gelern­ter BWLer. Wie wäre es denn mit “Promoted Truth”? Das wür­de mit Sicherheit ein Knüller, ein Verkaufsschlager. Könnte man sogar an Regierungsorganisationen ver­mark­ten. Verwendung bit­te nur mit Backlink auf die­sen Artikel ;-)

Hier kommt nun die Infografik aus dem Hause Wishpond. Ein Klick dar­auf führt zur Quelle im Blog von Wishpond:

(Quelle: Wishpond)

Links zum Beitrag:

  • Twitters Fallstudien erfolg­rei­cher Werbemaßnahmen – Business.Twitter
  • [INFOGRAPHIC] The Impact of Twitter on Brands – Wishpond-Blog
Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

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