Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Sven Lennartz 12. September 2003

Ich brauche keinen Shop, ich habe Amazon!

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Wozu einen Shop teu­er mie­ten oder sich wochen­lang mit Installationen und Anpassungen her­um­schla­gen? Es geht ein­fa­cher: Als Untermieter bei Amazon. Ob sich das lohnt? Dr. Web hat es aus­pro­biert.

Marketplace nennt sich die prak­ti­sche Einrichtung. Es funk­tio­niert ein wenig wie ein Einkaufszentrum oder bes­ser noch wie ein Shop im Shop, wenn der Kaffeeröster Tchibo eine Ecke in einem gro­ßen Kaufhaus bezieht und dort – ohne ein eige­nes Gebäude – von vor­han­de­nen Kundenströmen pro­fi­tiert.

Als Teilnehmer erhält man auch bei Amazon sei­ne eige­ne “Ecke”. Das sind Seiten im bekann­ten Amazon-Design, die indi­rekt zum Bestandteil des rie­si­gen Angebots des Online Händlers wer­den. Die Waren frei­lich ver­sen­det man sel­ber.

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Gelbe Produkte unter dem Amazon Signet

Das bie­tet eini­ge Vorteile: Die Infrastruktur für einen eige­nen Shop ent­fällt kom­plett. Wer sich schon ein­mal damit befasst hat, weiß wie kom­pli­ziert und ner­ven­auf­rei­bend das sein kann. Mietshops sind zwar rela­tiv preis­wert, aber umso schwie­ri­ger anzu­pas­sen. Hier wird ledig­lich von Ihren Seiten aus zu Amazon ver­linkt. Eingehende Bestellungen wer­den dann auto­ma­tisch per Email an Sie wei­ter­ge­lei­tet.

Anbieter inner­halb des Marketplaces kön­nen “Amazon Payments” nut­zen. Damit ent­fällt das Inkasso. Der Kunde bestellt via Amazon, Sie lie­fern die Ware, Amazon zieht den Rechungsbetrag vom Kunden ein und über­weist ihn dann spä­ter an Sie. Das ist auch für den Besteller eine prak­ti­sche und sinn­vol­le Sache. Wer schon Kunden bei Amazon ist, bezahlt wie gewohnt und ohne Risiko, auch der Vorgang als sol­cher ist ein­fa­cher, denn es müs­sen weni­ger Daten über­mit­telt wer­den.

Als Untermieter von Amazon fällt ein wenig Glanz des “Riesen” ab. Ein Problem, das gera­de klei­ne Händler nur zu gut ken­nen. Denn Bestellungen oft blei­ben aus, solan­ge poten­zi­el­le Kunden miss­trau­isch sind. Aber die Sache hat einen Haken. Amazon hat nicht nur “Fans”, wer die Firma aus wel­chen Gründen auch immer nicht mag oder treu­er Kunde bei der Konkurrenz ist, wird viel­leicht nur des­halb davon abse­hen, Ihre Produkte zu kau­fen.

Den Service lässt Amazon sich gut bezah­len. Als “Power Anbieter, der meh­re­re Produkte ver­äu­ßern darf, zah­len Sie eine monat­li­che Gebühr von 39,- Euro, dazu noch 15 % Verkaufsgebühr (10 % für Elekronik- und Foto-Artikel). Ganz bil­lig ist der Spaß also nicht. Das Guthaben wird alle 14 Tage auto­ma­tisch über­wie­sen. Das klappt tadel­los, Amazon ist zuver­läs­sig, jedoch nicht beim ers­ten Mal, es Bedarf einer Freischaltung. Wer will, kann selbst über die Website eine Auszahlung ver­an­las­sen.

Produkte ein­zu­spei­sen ist rela­tiv ein­fach, auf die Gestaltung und Präsentation hat man aller­dings kei­ner­lei Einfluss. Es ist bei­spiels­wei­se auch nicht mög­lich unter­schied­li­che Versandkosten für das In- und Ausland zu defi­nie­ren, sicher­lich ein Manko.

Was uns miss­fiel ist die kom­pli­zier­te Navigation für den Betreiber. Es wim­melt gera­de­zu von Optionen und Informationen, so dass man sich nur schwer zurecht­fin­det. Das ist nicht ganz unwich­tig, denn gesteu­ert wird der eige­ne Marketplace allein über den Browser. Es gibt zahl­rei­che Statistiken, jeder Verkauf lässt sich auch spä­ter noch nach­voll­zie­hen.

Dr. Web hat das Angebot zwei Monate lang getes­tet. Von einer Teilhabe am Kundenstrom bei Amazon konn­te nicht die Rede sein. Das mag am ange­bo­te­nen Produkt gele­gen haben, nach dem viel­leicht dort nie­mand sucht, vor küh­nen Erwartungen in die­ser Richtung soll­te man sich aller­dings hüten.

Fazit: Amazons Marketplace ist eine ein­fa­che Möglichkeit, rasch zu einem eige­nen Shop zu kom­men. Auf Dauer schei­nen uns die Kosten zu hoch. Wer Ansprüche, ins­be­son­de­re an die Warenpräsentation hegt, soll­te sich nach geeig­ne­te­ren Shops umse­hen.

Sven Lennartz

Sven Lennartz

Ex Webdesigner, Gründer von Dr. Web und Smashing Magazine. Heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger unterwegs. Schau was er jetzt macht…

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