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Florian Fiegel 7. Oktober 2008

Habari – Schnelles und schlankes Blogsystem

Kein Beitragsbild

Schon seit eini­ger Zeit gibt es das neue Blogsystem Habari, doch aktu­ell hat es wie­der ein wenig Aufmerksamkeit auf sich gezo­gen. Genug um ein­mal einen Blick dar­auf zu wer­fen.

Der Name Habari kommt aus dem Suaheli und bedeu­tet als Gruß soviel wie “Was gibt es Neues?”. Das Projekt ist aus der WordPress-Community her­vor gegan­gen und wird mass­geb­lich von eini­gen ehe­ma­li­gen WordPress-Entwicklern vor­an­ge­trie­ben, stellt aber kei­ne Abspaltung der WordPress-Software dar. Das System wur­de von Grund auf  neu ent­wi­ckelt, wobei das Rad aller­dings nicht neu erfun­den wur­de.

Grund für das neue Projekt war die geschlos­se­ne Entwicklung von WordPress, wel­che wil­li­ge Entwickler nicht frei betei­ligt. Demnach kann bei Habari auch jeder mit Interesse einen Beitrag leis­ten und geeig­ne­te Entwickler wer­den direkt in die Entwicklung ein­ge­bun­den.

Codebasis

Das Projekt setzt durch­weg auf Standards und setzt die­se Konseque nt um. So wur­de bei­spiels­wei­se Atom zum Publishingprotokoll der Wahl und erfährt voll­stän­di­ge Unterstützung. Und das gesam­te System ist sowohl durch­weg Objektorientiert, als auch nach neu­es­ten Erkenntnissen modu­la­ri­siert. Das erklär­te Ziel dahin­ter ist die ein­fa­che Erweiterbarkeit und Stabilität im Betrieb.

Für einen ein­heit­li­chen Zugriff auf die ver­schie­de­nen Datenbanksysteme wird PHP Date Objects (PDO) genutzt, dies trägt auch zur Sicherheit bei, denn Angriffe durch SQL-Injection wer­den so ver­mie­den. Zum Einsatz kom­men auch alte Bekannte wie Blueprint als CSS-Reset und JQuery. Insgesamt setzt das System sehr stark auf Ajax, bleibt aber den­noch erstaun­lich schlank und schnell. Nach der Installation benö­tigt es gera­de mal unter 4,5 MB.

Systemvoraussetzungen

Um das System zu betrei­ben sind eini­ge Voraussetzungen nötig, die nicht jeder Webspace erfül­len wird: min­des­tens PHP 5.2, Unterstützung von PDO und eini­ge Extensions zuzüg­lich einer Datenbank unter MySQL, PostgreSQL oder SQLite. (Details) Habari legt damit die Messlatte zwar höher als WordPress, lässt dafür aber bei der Wahl der Datenbank mehr Freiheiten. Auch ein wei­ter­ge­hen­der Ausbau in die­sem Bereich scheint geplant.

Installation

WordPress rühmt sich der schnel­len und ein­fa­chen Installation, doch hier kann Habari einen drauf legen. Bei WordPress müs­sen noch eini­ge Daten von Hand in eine Konfigurationsdatei geschrie­ben wer­den bevor die Daten auf den Server gela­den und die Installation durch­ge­führt wer­den kann. Bei Habari wer­den die ent­pack­ten Dateien ein­fach hoch­ge­la­den und die zukünf­ti­ge Adresse des Projekts auf­ge­ru­fen.

Während der Installation prüft Habari selbst die zur Verfügung ste­hen­den Datenbanksysteme und die ange­ge­be­nen Daten. Sind die Daten voll­stän­dig und kor­rekt, dann müs­sen nur noch die Nutzerdaten ange­ge­ben und der Button Install betä­tigt wer­den.

Habari legt dar­auf­hin die benö­tig­te .htac­cess-Datei und eine config.php an. Fertig! Die Installation dau­ert, sofern man alle Daten sofort zur Hand hat unter 2 Minuten. Eine Schöne Demo dazu gibt es als Screencast direkt auf der Startseite des Projekts.

Funktionsumfang

Das Grundsystem von Habari beschränkt sich auf die wesent­lichs­ten Funktionen, so bie­tet es die Erstellung und Verwaltung von Blogeinträgen und Seiten und Tagging an. Kategorien hin­ge­gen gibt es nicht und auch die rest­li­chen Optionen fal­len sehr mini­mal aus. Eine Suchmaschinenoptimierung der URLs ist Out-of-the-Box vor­han­den und benö­tigt für nor­ma­le Bedürfnisse kei­ne Anpassung.

Wie bei ande­ren Systemen gibt es Themes und Plugins – eini­ge wer­den mit­ge­lie­fert. Habari setzt für die Bereitstellung von Funktionen vor allem auf die Erweiterung durch Plugins um das System so schlank wie mög­lich und funk­tio­nell wie nötig zu hal­ten. Inzwischen gibt es auch schon ein recht umfang­rei­ches Repository an Plugins.

Erscheinungsbild

Im Gegensatz zu WordPress wirkt Habari nicht nur sehr auf­ge­räumt. Minimalismus ist das Stichwort. Im Backend sind alle Funktionen über ein zen­tra­les Menü unter­halb eines Dropbuttons zu fin­den. Das Menü teilt sich in die bei­den Parts Content und Admin um schnellst­mög­li­che Erreichbarkeit von häu­fig genutz­ten Inhalten zu ermög­li­chen und unter­stützt Tastaturkürzel um schnell zum not­wen­di­gen Punkt zu sprin­gen. Der Fokus liegt also sicht­lich auf einer sehr guten und kom­for­ta­blen Usability.

Was vie­le ver­mu­tich ver­mis­sen wer­den ist ein Wysiwyg-Editor für Einträge, denn hier gibt es nur ein rei­nes Textfeld und die Möglichkeit Html-Tagging zu ver­wen­den. Wer mehr benö­tigt für den ste­hen aber eini­ge Plugins zur Erweiterung der Funktionalität zur Verfügung.

Auch hier gibt es ein paar Screencasts die ein wenig der Funktionalität von Habari zei­gen und auch eine Demo steht zur Verfügung.

Fazit

Habari macht ins­ge­samt einen sehr guten Eindruck: Schlank, Schnell und lässt durch den Minimalismus dem Nutzer eine freie Wahl in Bezug auf die Komponenten. Keine unnüt­zen Lasten müs­sen gedul­det wer­den und die Erweiterbarkeit ist fast gren­zen­los.

Das System bie­tet zwar schon gene­rell eini­ge Stabilität, hakt aber an der ein oder ande­ren Stelle doch ein wenig. Für klei­ne pri­va­te Projekte ohne gro­ßen Anspruch durch­aus schon geeig­net. Die aktu­el­le Version 0.5.1 ist aller­dings für gro­ße Projekte noch nicht reif.

Florian Fiegel

Seit 2008 freier Webworker mit Schwerpunkt auf journalistischer Berichterstattung und (Online-)PR. Täglich konfrontiert mit unzähligen Tools und Technologien im Web.

12 Kommentare

  1. Danke für dei­nen Beitrag und Testbericht über Habari.
    Auch ich habe es vor einer Weile ent­deckt und muss sagen, ich bin begeis­tert. Alleine die Zugänglichkeit im Code ist sehr gut. Plugins schrei­ben sich sehr leicht und schnell da auf kom­pli­zier­te Funktionen ver­zich­tet wur­de. So gibt es ein paar Classes für Ausgabe und Eingabe was auch voll­kom­men reicht. Den Rest erwei­ter ich per Class extend oder mach mei­ne eige­ne.
    Auch ist die Geschwindigkeit sehr hoch von die­sem System, WordPress ver­schlingt da ein­fach zu sehr unnö­tig an Arbeitsspeicher auf dem Server, auch die Datenbankanbindung von WordPress ist ein­fach zu über­la­den wor­den und dadurch zu lang­sam.
    Themes damit gestal­ten ist auch sehr ein­fach, ein gewis­ses Know-How an Webentwicklung vor­aus­ge­setzt.
    Auch ist bald eine neue Version von Habari erreicht, die ers­te Entwicklerversion gibt es schon.

    Und was noch gut ist: Die Entwickler hören auf einen, bringt man zum Beispiel Vorschläge was noch ver­bes­sert wer­den kann und wo noch opti­miert wer­den kann so schla­gen sie es nicht ein­fach ab son­dern dis­ku­tie­ren dar­über. Dazu ist der IRC Channel auch ganz gut.

    Was aber dazu gesagt sein muss: Um es wirk­lich gut anzu­pas­sen braucht man schon gutes Wissen an Coding, wenn man das nicht hat soll­te man sich einen Webentwickler suchen der damit auch umge­hen kann. Das Reinarbeiten in den Code ist aber, wie vor­her schon gesagt, sehr ein­fach und schnell.

    Gruß

  2. Was genau meinst Du mit Hybrid-Layer?

  3. habe nun die Lösung, ein­mal ein Plugin für Analytics, und eimal eins um einen code im Header, ein­zu­bau­en. Links sind in der Liste mit dem ver­füg­ba­ren Plugins…

  4. Ich ver­wen­de es nun seit ges­tern, da word­press ein­fach immer auf­wen­di­ger wird, und somit als Schüler für mich (Server-Kosten) nicht bezahl­bar war.

    Leider hab ich kei­nen Plan, wie ich mei­nen Hybridlayer ein­bau­en soll…

  5. Wie sind Eure Erfahrungen mit haba­ri mitt­ler­wei­le?

    ich hal­te das Projekt für sehr span­nend und wür­de haba­ri ger­ne ein­set­zen.

  6. Stimmt. Momentan deckt WP wohl 90% des BlogScript-Marktes ab, aber das meist­ge­nutz­te ist nicht zwang­läu­fig immer das Beste. Der Internet Explorer hat­te auch mal nen Markanteil von über 90%. ;-)

    Vielfalt scha­det nicht, es wäre zumin­dest bei Gelegenheit mal nett, die Vor- und Nachteile bei­der Systeme zu ver­glei­chen.

    An der Dominanz von WordPress wird sich in abseh­ba­rer Zeit wohl erst mal nichts ändern.

  7. Gibt es den Interesse auch mehr zu Habari zu brin­gen? Viele Nutzer bevor­zu­gen ja nun doch WordPress …

  8. Ich stel­le grad auf Habari um und die­se System macht ein­fach nur Spaß.

    Absolut fas­zi­nie­rend sind die Modifikationsmöglichkeiten der Theme-Funktionen mit­tels theme.php. Man kann prak­tisch jede Funktion umschrei­ben und sei­nen Bedürfnissen anpas­sen ohne in den Core-Dateien rum­wer­keln zu müs­sen. Etwas das bei WordPress nicht mög­lich ist.

    Weiterhin ist der Speed benei­dens­wert. Einer mei­ner Artikel hat 300+ Kommentare, das dau­ert bei WordPress etli­che Sekunden (2-stel­li­ger Bereich) bis die Seite kom­plett gela­den ist. Bei Habari 2–3 Sekunden.

    Für Standard-Edit-Funktionen emp­fiehlt sich das ele­gan­te HabariItUp!

    http://numberbox.net/blogs/habaritup-testing

  9. @fwolf Ich hat­te zwar schon geschrie­ben, dass Plugins zur Verfügung ste­hen, aber dan­ke für die Ergänzung um den Link.

  10. @ Michael Karl: ich set­ze Habari bereits seit 3 Monaten “pro­duk­tiv” ein und bin voll­auf zufrie­den.

    Für die WP-Daten wird bei der aktu­el­len “sta­ble ver­si­on” 0.5.1 ein Import-Plugin mit­ge­lie­fert.

    cu, w0lf.

  11. klei­ner Tipp: mit­tels Plugins erle­digt sich das “Deppen-Syndrom” aka “kein WYSIWYG-Editor” wie von selbst, z.B. mit dem TinyMCE-Plugin von Michael C. Harris.

    cu, w0lf.

  12. Der größ­te Vorteil liegt, in mei­nen Augen, an der Unterstützung ver­schie­de­ner Datenbanksysteme. Bin eher ein Fan von PostGreSQL als von mySQL.

    Bin aller­dings gespannt, wann eine Version raus­kommt, mit der man wirk­lich pro­duk­tiv arbei­ten kann. Gibt es ggf auch ein Modul, mit dem man sei­nen WordPress-Datenbestand über­neh­men kann?

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