Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
  • CMS
Andreas Hecht 2. Januar 2019

Grav CMS: Blitzschnell, einfach und modern

Grav CMS ist eines der inter­es­san­tes­ten neu­en Content Management Systeme am Markt. Es geht einen völ­lig ande­ren Weg als bis­her bekann­te Ansätze und kommt sehr leicht­ge­wich­tig daher. Die Voraussetzungen für die Installation sind so gering, dass ein güns­ti­ges Webhosting-Paket bereits aus­reicht, um mit Grav zu expe­ri­men­tie­ren. Das Grav CMS benö­tigt kei­ner­lei Datenbanken und kann in der Tat inner­halb von 30 Sekunden instal­liert wer­den. Grav ist so inter­es­sant, dass wir dir das CMS heu­te etwas näher vor­stel­len möch­ten.

Grav CMS: Landing Page (Screenshot: Dr. Web)

Das ist Grav CMS

Grav ist eine schnel­le, ein­fa­che und fle­xi­ble Datei-basier­te Web-Plattform, die kei­ner­lei Installation benö­tigt. Entpacke ein­fach das ZIP-Archiv, und es läuft bereits. Das CMS ver­folgt ähn­li­che Prinzipien wie ande­re Flat-File-CMS-Plattformen, besitzt jedoch eine völ­lig ande­re Design-Philosophie.

Die zugrun­de­lie­gen­de Architektur von Grav hat zum Ziel, es so ein­fach zu ver­wen­den und zu erwei­tern wie nur mög­lich. Auf fol­gen­den Schlüsseltechnologien beruht Grav:

Für Grav gibt es mitt­ler­wei­le über 100 Themes und mehr als 270 Plugins, mit denen du das Aussehen und die Funktionalität der Website schnell ändern kannst. Themes und Plugins kön­nen ent­we­der manu­ell oder auch mit­tels GitHub instal­liert wer­den.

Wer es etwas ein­fa­cher haben möch­te, instal­liert eines von mehr als 45 soge­nann­ten “Skeletons”. Die Skeletons beinhal­ten den Grav-Core, ein Theme nach Wahl und die nöti­gen Plugins. Um einen Eindruck zu bekom­men, was du mit Grav alles machen kannst, schau dich auf der mit Grav umge­setz­ten Homepage des CMS um.

Grav CMS: Skeletons (Beispiel). (Screenshot: Dr. Web)

Grav CMS: Voraussetzungen und Installation

Die Voraussetzungen für die Installation auf einem Webhosting-Paket sind denk­bar gering. Grav benö­tigt nur ein Webhosting-Paket und PHP 5.6.4 oder neu­er. Das war es auch schon.

Es lohnt sich den­noch, einen leis­tungs­stär­ke­ren Space zu buchen, denn die Mindestanforderung wird sich schon mit Version 1.6 erneut ändern und dann auf PHP 7.1.x lau­ten.

Die Installation von Grav CMS

Lade Grav auf dei­nen Desktop her­un­ter, ent­pa­cke die ZIP-Datei und beför­de­re den kom­plet­ten, ent­pack­ten Ordner auf dei­nen Webspace. Vielleicht benennst du den ent­spre­chen­den Ordner noch in “Grav” um, damit du dich bes­ser zurecht­fin­dest und eine Domain auf den Ordner lei­ten kannst. Nachdem du das getan hast, ist Grav sofort ein­satz­be­reit. Die kom­plet­te Installation dau­ert kei­ne 30 Sekunden. Solltest du das Core-Paket her­un­ter­ge­la­den haben, sieht dei­ne Website anschlie­ßend so aus:

Grav ist ein­satz­be­reit. (Screenshot: Grav CMS)

Dies ist ein sehr guter Ausgangspunkt, um etwas mit Grav zu expe­ri­men­tie­ren. Zu die­sem Zeitpunkt exis­tiert nur eine Seite, die jedoch jeder­zeit mit Markdown-Syntax bear­bei­tet wer­den kann.

Die für den Inhalt zustän­di­ge Seite default.md fin­dest du im Ordner “user => pages => 01.home => default.md”. Öffne die­se Seite nun in einem Code- / HTML-Editor dei­ner Wahl und edi­tie­re den Inhalt. Eine voll­stän­di­ge Liste mit allen ver­wend­ba­ren Markdown Tags ist in der umfang­rei­chen Dokumentation von Grav vor­han­den.

Die Hauptseite (default.md) im Editor zum Bearbeiten geöff­net
grav-markdown-seite

Die Installation per Grav-Skeleton

Etwas mehr Funktionalität und Aussehen bringt ein Skeleton mit sich, das bereits ein Theme und die zur Darstellung nöti­gen Plugins ent­hält. Es bie­tet ein voll funk­tio­na­les Website-Skelett, daher der Name.

Die Installation eines Skeletons ist eben­so ein­fach wie jene des Core-Pakets: Datei ent­zip­pen, in “grav” umbe­nen­nen und auf den Server schub­sen, fer­tig! Das von mir genutz­te Skeleton heißt “Blog Site”. Das Blog-Skeleton lie­fert Demo-Blog-Inhalte, das Theme und die Plugins Pagination, BreadCrumbs und die Taxonomy List.

Grav-Blog

Anpassen des Blogs

Der Blog lässt sich recht leicht an per­sön­li­che Bedürfnisse anpas­sen. Um den Blognamen zu ändern geht man fol­gen­der­ma­ßen vor:

Unter “User => Pages => 01.Blog” fin­dest du die blog.md-Datei. Diese öff­nest du mit einem HTML-Editor dei­ner Wahl und benennst den Blog nun um.

Blog-umbennen

Einen Artikel verfassen

Das Verfassen eines Artikels geht recht ein­fach. Hierbei musst du dich nur um den Artikel direkt küm­mern. Der Blogpost wird auto­ma­tisch in die Übersichtsseite ein­sor­tiert. Für einen neu­en Artikel gehst du fol­gen­der­ma­ßen vor:

Erstelle einen Ordner mit dem Namen dei­nes Artikels, die­ser muss klein­ge­schrie­ben wer­den. Ein Beispiel: “mein-neu­er-arti­kel”.

In den Ordner kommt ein Artikelbild hin­ein, das ruhig in grö­ße­rer Auflösung vor­han­den sein kann, da sich Grav auto­ma­tisch um die kor­rek­ten Maße küm­mert. Nun erstel­le eine Datei namens item.md in dem neu ange­leg­ten Ordner. Diese item.md-Datei muss dabei einen sol­chen Kopfbereich auf­wei­sen:

neuer-blogpost

Ein kom­plet­ter Artikel wür­de so aus­se­hen:

ein-kompletter-artikel

Der neue Artikel ver­linkt sich nun auto­ma­tisch auf der Blog-Übersichtsseite.

ein-neuer-grav-blog

Etwas weniger Handarbeit mit dem Admin-Plugin

Das Administration Panel ist ein optio­na­les Plugin, das dir den Umgang mit dem Grav CMS deut­lich erleich­tert. Wie das Wörtchen „optio­nal” sug­ge­riert, ist die­ses Plugin nicht erfor­der­lich, um mit dem CMS zu arbei­ten. Du kannst dar­auf ver­zich­ten und sämt­li­che Dateien, aber auch Konfigurationseinstellungen mit der Hand ins Dateisystem schrei­ben.

Grav CMS: Das Admin Panel erin­nert an das WP-Dashboard und ande­re moder­ne Systeme. (Screenshot: Grav CMS)

Entscheidest du dich für die Installation des Admin-Plugins, erwar­tet dich indes ein gra­fi­sches Userinterface, mit dem du weit­aus intui­ti­ver unter­wegs sein wirst. Du kannst von hier aus nicht nur das System kon­fi­gu­rie­ren, son­dern auch Plugins und Themes instal­lie­ren und aktua­li­sie­ren, sowie Systemupdates durch­füh­ren. Ebenso legst du hier die Seitenstruktur, sowie die Inhalte an. Im Ergebnis ver­wal­test du mit dem Admin-Plugin dei­ne kom­plet­te Website.

Das Admin-Plugin ist die Monetarisierungs-Idee hin­ter dem CMS. Zukünftig soll es eine Pro-Version die­ses Plugins geben, mit dem dann mehr mög­lich ist, etwa die Medienverwaltung.

Fazit

Grav ver­folgt einen sehr inter­es­san­ten Ansatz, der einen brei­ten Einsatzbereich für ein­fa­che­re, nicht so auf­wän­di­ge Websites eröff­net. Mir per­sön­lich erscheint Grav wie ein sta­ti­sches HTML-Projekt auf Viagra zu sein. Doch man muss sagen, dass die Arbeit mit dem CMS Spaß macht und vor allem sehr unkom­pli­ziert ist.

Entwickelt wur­de Grav CMS übri­gens ursprüng­lich vom Team hin­ter RocketThemes. Dort fin­dest du wenig über­ra­schend denn auch ein paar Dutzend Grav-Themes.

 Links zum Beitrag

(Der Beitrag wur­de im Original von Andreas Hecht geschrie­ben und am 8. Juli 2015 ver­öf­fent­licht. Für die Veröffentlichung vom 2. Januar 2019 wur­de der Text von Dieter Petereit voll­stän­dig über­ar­bei­tet, erwei­tert und auf den aktu­el­len Versionsstand gebracht.)

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.

10 Kommentare

  1. Ich bin hier am Verzweifeln. Ich arbei­te mit WordPress und CMSimple. Die gan­ze Kommandozentrale und die selt­sa­me Mischung aus HTML und Markdown ist eher ver­wir­rend als ein­fach. Die Doku ist sau­mä­ßig schlecht und eher was für Insider. Ich habe es noch immer nicht geschafft ein Eingabeformular auf­zu­bau­en. Ganz Ganz schlecht beschrie­ben. MIt CMSimple hät­te ich da schon eine gan­ze Homepage auf­ge­baut. Ich hal­te CMSimple für eines der bes­ten Flatfile-Systeme. An die­se sper­ri­ge Arbeitsweise mit Grav wer­de ich mich nie gewöh­nen. Selbst das kom­ple­xe WordPress ist viel intui­ti­ver und ver­ständ­li­cher auf­ge­baut. Ich habe ein­fach kein Bock mehr die­se Kröte hier zu schlu­cken und wer­de mich nach stun­den­lan­ger Doktorei von die­sem CMS genüss­lich ver­ab­schie­den.

  2. Der Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber ich versuch’s trotz­dem mal …

    »Die Installation eines Skeletons ist eben­so ein­fach wie bei dem Core-Paket: Die Datei ent­zip­pen, in “grav” umbe­nen­nen und auf den Server schub­sen, fer­tig!«

    Stimmt soweit. Ich habe das Skeleton Package mit dem Theme „Big Picture“ her­un­ter­ge­la­den und auf den Server „geschubst“. Und tat­säch­lich erscheint beim Aufruf der URL (mydomain.com/grav) sofort die Demosite des Themes. So weit, so gut.

    Aber – blö­de Frage: Wie kom­me ich jetzt ins Backend? Und mit wel­chen Benutzerdaten?

    Bei der nor­ma­len Grav-Installation erscheint beim ers­ten Aufruf der URL (mydomain.com/grav) ja ein Dialogfenster, in dem man erst mal einen Account anlegt. Ich habe schon per ftp alle Unterordner nach auf­ruf­ba­ren Dateien durch­fors­tet – aber lei­der ver­geb­lich.

  3. Klingt span­nend. Ich habe gera­de 23 Themes, 19 Skeletons und 54 Plugins gese­hen. In 2 Tagen 4 Themes und 9 Plugins mehr :) ist span­nend.

  4. Der Nachteil von die­sen “light” CMS’s ist doch, dass der Inhalt in .md Datei mit Konfiguration-Zeilen gemischt wird. Dem Kunden gebe ich so was nicht in die Hände :-)

    • Es gibt unter­schied­li­che Systeme. Konfigurationen und Inhalte müs­sen nicht zwangs­läu­fig zusam­men gespei­chert wer­den. Ob die Software für die Dateien .md, .txt, .csv oder was auch immer ver­wen­det, ist für die Funktion Wurscht. Was die Technik im Hintergrund genau macht, wird die meis­ten Kunden herz­lich wenig inter­es­sie­ren.

Schreibe einen Kommentar zu Henning Bokelmann Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.