Adrian Bechtold 7. März 2013

Google PageSpeed: Webseitenoptimierung out of the Box

arbeitet als Kommunikationsberater für IT-Unternehmen und bloggt gerne über Webtechnologien.

Unzählige Faktoren fließen in das Ranking von Google ein. Neben dem Inhalt der Seite und möglichen Verlinkungen wirft die Suchmaschine einen besonderen Blick auf das Ladeverhalten der Webseite. Lange Ladezeiten nerven. Das weiß auch Google und verhilft optimierten Webseiten im Ranking zu einem besseren Platz, ein echter Vorteil im SEO. Die Optimierungen benötigen jedoch viel Wissen und schlucken nicht unerheblich Zeit. Google versucht gleich mit zwei eigenen PageSpeed-Anwendungen für Abhilfe zu sorgen.

pagespeed-rocket

PageSpeed ist sicherlich vielen Webmastern ein Begriff. Schon lange konnte jeder mit den PageSpeed Insights durch kurze Eingabe der URL herausfinden, ob die Webseite ein echtes Desaster oder rasend schnell ist. Je weiter der berechnete Score in Richtung 100 geht, desto besser das zukünftige Ranking. Zusätzlich liefert Google ein ganzes Arsenal von Optimierungsmöglichkeiten. Lange konnte der Webmaster nur in zeitaufwändiger Kleinarbeit alle Optimierungen umsetzen – seit geraumer Zeit bietet Google mit Clouddienst und Webserver-Plugin auch eigene Software-Lösungen, die ganz automatisch die Optimierungsmöglichkeiten umsetzen.

PageSpeed Service

Wer es einfach mag, greift zur cloudbasierten Lösung PageSpeed Service. Einmal angemeldet kann die URL zur Webseite einfach angegeben werden. Nach einer Aktualisierung des Nameservers werden in Zukunft alle Anfragen direkt an Google geleitet. Der PageSpeed Service ruft dann die hinterlegte URL der eigentlichen Webseite auf, lädt alle Daten und liefert direkt eine nach aktuellsten Standards optimierte Seite aus. Mehr als 10 Minuten dauert die gesamte Einrichtung nicht. Dafür werden direkt CSS- und Javascript-Dateien komprimiert, Bilder im hauseigenen Google-CDN optimiert und gespeichert, unnötige HTML-Inhalte entfernt und richtige Cache-Header gesendet. Wahlweise alles im Standard-Modus oder fein über eine Weboberfläche zu justieren.

Google präsentiert das schnelle Wunderwerk in einem eigenen Video:

Klicke auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSB3aWR0aD0iNTAwIiBoZWlnaHQ9IjI4MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC9kT2NHVzk1b3lMMD9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCZ3bW9kZT1vcGFxdWUiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYXV0b3BsYXk7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYSIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPjwvaWZyYW1lPg==

Hört sich alles himmlisch an. Ist es auf den zweiten Blick leider nicht. Das erste Manko ist auch schon das nervigste: Der Dienst ist google-typisch im Beta-Stadium und eine reguläre Anmeldung ist nicht möglich. Über ein Google-Spreadsheat kann sich jeder Webmaster für den Dienst vormerken lassen. Ob es Auswahlkriterien für den Dienst gibt und wie hoch die Wartezeiten sind – darüber schweigt sich Google aus. Bei mir hat es lediglich einige Tage gedauert.

Erst einmal im Dienst angekommen, macht er absolut alles, was er auch soll. Selbst bei relativ gut optimierten Webseiten sorgt die Software noch für einen Zeitvorteil von ungefähr 20%. Bei schlecht optimierten Seiten sollen es laut Google dann bis zu 65% sein. Fanatiker einer guten Response Time wird das Ergebnis jedoch nicht freuen. Der Dienst läuft nach meinen Erfahrungen ausschließlich über US-Server. Auch das Konzept hat die Schwäche des doppelten Weges: Die Google-Server müssen erst den Inhalt vom eigentlichen Webserver aufrufen und das dauert seine Zeit, selbst wenn schon alle Grafiken gecacht sind und nur der HTML-Code angefordert wird. Das ist weit weg von der optimalen Lösung. Eine große Portion Vertrauen in Google müssen Dienstnutzer überdies bereit sein aufzubringen.

mod_pagespeed für Apache

Eleganter ist die Erweiterung mod_pagespeed für den Apache Webserver. Die Google-Software hakt sich fest in den Webserver ein und optimiert im Stil des PageSpeed Service gleich vor Ort.

Klicke auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSB3aWR0aD0iNTAwIiBoZWlnaHQ9IjI4MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC82dUNBZFFTSGhtQT9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCZ3bW9kZT1vcGFxdWUiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYXV0b3BsYXk7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYSIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPjwvaWZyYW1lPg==

Die Installation ist absolut simpel. Für CentOS/Fedora und Debian/Ubuntu gibt es fertige Pakete, die mit Root-Rechten auf dem Webserver binnen Minuten installiert werden können. Ich gehe einmal davon aus, dass fast alle Webserver aktuell auf 64bit basieren und entsprechend ist die Anleitung gestaltet. Es gibt jedoch auch 32bit-Pakete, die direkt auf der Webseite von mod_pagespeed heruntergeladen werden können.

Wir laden uns erst einmal die aktuellsten Pakete mit wget herunter:

Debian/Ubuntu
wget https://dl-ssl.google.com/dl/linux/direct/mod-pagespeed-stable_current_amd64.deb


CentOS/Fedora
wget https://dl-ssl.google.com/dl/linux/direct/mod-pagespeed-stable_current_x86_64.rpm

Danach kann das Paket einfach automatisch installiert werden:

Debian/Ubuntu
dpkg -i mod-pagespeed-*.deb
apt-get -f install


CentOS/Fedora
yum install at #falls "at" noch nicht installiert ist
rpm -U mod-pagespeed-*.rpm

Das war es schon. Einmal den Apache neustarten und schon ist die Erweiterung vollständig installiert. Händische Konfigurationen sind auch noch in der Konfigurationsdatei möglich. So können noch einzelne Parameter verändert oder ein CDN angeschlossen werden. Die Grundkonfiguration ist jedoch absolut ausreichend. Mit der Paketinstallation wird auch automatisch das Repository von Google installiert und so kann die Software ganz einfach in der Paketverwaltung mit allen anderen Paketen aktualisiert werden. Während des Aufrufes einer Webseite läuft dann der gleiche Prozess wie beim PageSpeed Service ab – bloß alles lokal. Die volle Kontrolle bleibt im Server. Auch ist der Aufruf ohne Umweg über einen US-Server von Google erheblich schneller. Möglicherweise entscheidende Millisekunden, wenn es um die beste Platzierung bei Google oder das ultimative Nutzungserlebnis geht.

Bloß aufgepasst: Sowohl der PageSpeed Service als auch mod_pagespeed cachen sehr aggressiv jegliche JS-, CSS und Bilddateien. Ändert sich etwas auf dem Server, wird diese Änderung womöglich erst deutlich später öffentlich, wenn der Dateiname gleich geblieben ist. Überprüfungen auf Änderungen existieren nicht.

Die Wahl des richtigen Systems ist Geschmacksache. Ich würde immer mod_pagespeed empfehlen, wenn die Installation von Programmen auf dem Server möglich ist. Ansonsten ist auch der PageSpeed Service eine solide Alternative mit kleinen Schwächen in der B-Note. In jedem Falle lohnt es sich, Webseiten mit den Google-Programmen automatisch optimieren zu lassen. Schließlich will ich auch selbst nicht ewig auf meine Webpräsenz warten.

(dpe)

Adrian Bechtold

arbeitet als Kommunikationsberater für IT-Unternehmen und bloggt gerne über Webtechnologien.
Dr. Webs exklusiver Newsletter
Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

3 Kommentare

  1. Hallo, schöner übersichtlicher Artikel.
    Ich selber nutze auch google pagespeed für unsere Webseite und bin sehr zufrieden.
    Anmeldung habe ich innerhalb von 2 Tagen freigeschalten bekommen.
    Manko für mich ist noch, welches aber behoben werden kann, das z.Bsp die Vorschaubilder bei Facebook nicht mehr gehen sollte man eine URL teilen.
    Geht aber abzustellen über die Option lazyloadimage.
    Dazu ist noch zusagen das man wirklich sehr viele Parameter einstellen kann die genutzt werden sollen oder eben nicht.
    Auch kann man verschiedene URL’s ausschließen die dann nicht über pagespeed gecacht werden.

Tut uns leid, aber die Kommentare sind geschlossen...

Kennst du schon unseren Newsletter?

Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

Cookies

Weitere Informationen zu den Auswahlmöglichkeiten findest du hier. Dazu musst du zunächst keine Auswahl treffen!

Um Dr. Web zu besuchen, musst du eine Auswahl treffen.

Deine Auswahl wurde gespeichert!

Informationen zu den Auswahlmöglichkeiten

Was du erlaubst!

Um fortfahren zu können, musst du eine Auswahl treffen. Nachfolgend erhältst du eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Ich stimme zu:
    Du erlaubst uns das Setzen aller Cookies, die wir in unseren Datenschutzhinweisen genannt haben. Dazu gehören Tracking- und Statistik-Cookies. Aus dem Tracking per Google Analytics bieten wir auf der Seite Datenschutz ein Opt-Out, also die Möglichkeit der Abmeldung, an.
  • Ich stimme nicht zu:
    Wir verzichten bei dieser Option auf den Einsatz von Google Analytics. Die für den Betrieb von Dr. Web notwendigen Cookies werden aber dennoch gesetzt. Einzelheiten entnimmst du bitte den Datenschutzhinweisen

Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit hier ändern: Datenschutz. Impressum

Zurück