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Google Fonts: Diese Schriften sind im Trend

Wie fast alles im Grafik- und Webdesign sind auch Schriften immer wieder Trends ausgesetzt. Die Auswahl an Schriften wächst stetig – auch bei Google Fonts – und Neues ist daher immer wieder schnell gefunden. Folgende Schriften und Schriftkombinationen solltest du bei einem deiner nächsten Projekte einmal ausprobieren.

„Source Sans“ und „Source Serif“ von Adobe

Mit der „Source Sans“ und „Source Serif“ hat Adobe erstmals zwei Schriftfamilien als Open Source herausgebracht. Beide Familien sind als sogenannte Pro-Schriften erhältlich. So werden Schriften bezeichnet, die alle europäischen Sprachen unterstützen – also auch osteuropäische Sprachen sowie Türkisch. Sie sind somit für den internationalen Einsatz geeignet.

Google Fonts: Diese Schriften sind im Trend - Ein Screenshot eines Handys - Marke
„Source Sans“ und „Source Serif“

Außerdem sind zahlreiche Ligaturen sowie Kapitälchen, Mediävalziffern, proportionale und tabellarische Ziffern sowie Brüche vorhanden. Auch wenn Adobe die Schrift als Open Source entwickelt hat, ist sie bezüglich der ästhetischen Qualität und des ausgebauten Zeichensatzes vergleichbar mit kommerziellen Schriften von Adobe.

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Die „Source Sans“ gibt es in sechs verschiedenen Schnitten von „Extra Light“ bis „Ultra Bold“, die jeweils zusätzlich als Kursive vorhanden sind. Die „Source Serif“ kommt auf halb so viele Schnitte. Wie es sich für eine Open-Source-Schrift gehört, findest du auf Github („Source Sans“ und „Source Serif“) auch die Quelldateien, um die Schrift bearbeiten und weiterentwickeln zu können.

Ansonsten findest du die Schrift sowohl bei Typekit als auch bei Google Fonts, sowie zum Herunterladen bei Font Squirrel. Im Übrigen gibt es als dritte Familie noch die „Source Code“ für die Darstellung von Quelltext.

„PT Sans“ und „PT Serif“ von ParaType

Ähnlich gut ausgebaut sind die Schriftfamilien „PT Sans“ und „PT Serif“ aus dem Foundry ParaType. Zwar sind auch diese beiden Familien als Pro-Version erhältlich, aber dann kostenpflichtig. In der kostenfreien Variante werden daher einige Sprachen nicht unterstützt. Dennoch sind eine Vielzahl europäischer und asiatischer Sprachen dabei.

Google Fonts: Diese Schriften sind im Trend - Ein Screenshot eines Handys - PT-Schriftarten
„PT Sans“ und „PT Serif“

Da die „PT Sans“ auf einer russischen Serifenlosen des 20. Jahrhunderts basiert, sind es vor allem viele Minderheitensprachen Russlands, die unterstützt werden. Aber auch die westeuropäischen Sprachen sind alle dabei.

Auf Kapitälchen und andere Alternativsätze muss man in der kostenfreien Variante der Familien verzichten. Dafür gibt es beide Familien in den gängigen Schnitten, also als „Regular“-, „Bold“- und „Bold Italic“-Schnitt. Außerdem gibt es jeweils einen „Caption“-Schnitt für große Überschriften.

Zusätzlich gibt es mit der „PT Mono“ eine dicktengleiche Schrift, die beispielsweise für die Darstellung von Quelltext geeignet ist. Alle drei Familien sind als Desktop- und Webfonts bei ParaType erhältlich. Außerdem findest du sie bei Typekit und Google Fonts.

„Roboto“ und „Roboto Slab“ von Google

Einst für das Betriebssystem Android entwickelt, gibt es die „Roboto“ ebenfalls als Desktop- und Webfont. Mit sechs Schnitten von „Thin“ bis „Black“ – jeweils ebenso als Kursive – bekommst du mit der „Roboto“ eine ebenfalls gut ausgebaute Familie. Es werden zahlreiche west-, zentral- und osteuropäische Sprachen unterstützt.

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„Roboto“ und „Roboto Slab“

Passend zur serifenlosen „Roboto“ gibt es die „Roboto Slab“, die mit vier Schnitten von „Thin“ bis „Bold“ weniger umfangreich ist, aber eine perfekte Ergänzung zur serifenlosen „Roboto“ darstellt.

Mit der „Roboto Condensed“ steht dir zudem noch eine Variante zur Verfügung, die besonders eng geschnitten ist. Sie ist in drei Schnitten zuzüglich Kursiven erhältlich. Alle drei Schriften kannst du dir bei Font Squirrel herunterladen.

2014 gab es übrigens eine Überarbeitung der „Roboto“, bei der einige Buchstaben wie das große R anders gestaltet wurden. Die Original-Familie als auch die 2014-er Überarbeitung sind erhältlich. Zudem findest du die Schriften bei Google Fonts.

Open Sans

Google Fonts: Diese Schriften sind im Trend - Eine Nahaufnahme von einem Logo - Cross Days

Open Sans ist eine serifenlose Schrift, die von Steve Matteson entworfen wurde. Die Schriftart enthält die vollständigen Standardzeichensätze ISO Latin 1, Latin CE, Greek und Cyrillic..

Open Sans wurde mit aufrechten, offenen Formen und einem neutralen, aber freundlichen Erscheinungsbild entworfen. Es wurde für Druck-, Web- und mobile Benutzeroberflächen optimiert und verfügt über hervorragende Lesbarkeitseigenschaften.

Oswald

Google Fonts: Diese Schriften sind im Trend - Eine Zeichnung eines Gesichts - Schriftart

Seit dem ersten Start im Jahr 2011 wurde Oswald bis 2014 kontinuierlich von Vernon Adams aktualisiert. Vernon fügte Light- und Bold-Strichstärken hinzu, unterstützte mehr lateinische Sprachen, verbesserte die Abstände und das Kerning und verfeinerte die Glyphen in der gesamten Familie basierend auf dem Feedback von Hunderten von Benutzern.

2016 wurde die Familie von Kalapi Gajjar und Alexei Vanyashin aktualisiert, um die von Vernon gestartete Arbeit abzuschließen und Sprachen zu unterstützen, die die kyrillische Schrift verwenden.

Große Überschriften mit Serifen

Schriften werden je nach Zeitgeist und technischen Entwicklungen mal größer und mal kleiner gesetzt. Bei Überschriften setzt sich schon seit einiger Zeit der Trend zu besonders großen Überschriften durch. Statt einfallsloser serifenloser Schriften à la „Helvetica“ kommen vermehrt Serifenschriften zum Einsatz, die für mehr Eleganz und Geschmeidigkeit im Design sorgen.

Playfair Display

„Playfair Display“

Playfair Display“ sehr gut für Überschriften geeignet. Vor allem die fette Kursive gibt deinen überdimensionalen Überschriften ein besonderes Flair.

Raleway

Im Kontrast dazu bietet sich die „Raleway“ an. Hierbei handelt es sich um eine serifenlose Schrift, die aber deutlich individueller und prägnanter gestaltet ist als so manch andere Serifenlose.

„Raleway“ mit „Playfair Display“ in der Überschrift

Massiv, serifenlos und dennoch verspielt

Aber auch eher massive serifenlose Schriften dominieren in 2018 das Webdesign mit. Um diese Massivität noch zu verstärken, werden Überschriften sehr gern nur in Großbuchstaben gesetzt. Ein schönes Beispiel ist die „Rubik Mono One“, die ohnehin nur als Versalschrift vorhanden ist.

„Rubik Mono One“


Das Brachiale dieser sehr fetten Schrift wird durch leicht abgerundete Ecken wieder ein wenig aufgehoben. Außerdem bieten sich solche Schriften prima an, um sie mit Verläufen oder Hintergrundgrafiken zu versehen. Per CSS und SVG sind solche Spielereien mittlerweile möglich.

Als Fließtext passt dazu ebenfalls eine serifenlose Schrift wie die mittlerweile schon klassische „Open Sans“.

Anton

„Anton“

Eine Alternative zur „Rubik Mono One“ ist die „Anton“, die durch ihre schmale Laufweite, aber ebenso dicke Linienstärke noch massiver erscheint. Sie lässt sich sehr gut auflockern, indem man sie mit einer Hintergrundgrafik versieht. Da die Schrift nur wenig Weißraum lässt, können auch detailreiche Bilder als Hintergrund statt einer Schriftfarbe verwendet werden.

Serifenlose mit handschriftlichem Flair

Handwerkliches ist derzeit ebenso im Trend. Das zeigt die „Craft“-Bewegung, die mit „Craft“-Bier anfing und sich mittlerweile auf verschiedene Produkte ausweitet. Auch typografisch sind Schriften, die einen handwerklichen beziehungsweise handschriftlichen Flair haben stark im Kommen.

Titan One

„Titan One“

So ist die „Titan One“ eine serifenlose Schrift, die aber aufgrund ihrer Rundungen und verschiedenen Strichstärken etwas von Handgemachtes hat und sich daher prima für „Craft“-Produkte und Ähnliches anbietet.

Pacifico

„Pacifico“

Wer es gerne konkreter in Richtung Handschrift mag, dem sei die „Pacifico“ ans Herz gelegt, bei der es sich tatsächlich um einen handschriftlichen Font handelt. Aufgrund der etwas dickeren Schriftstärke bietet diese sich eher für Überschriften an.

Amanranth

„Amaranth“

Ebenfalls in Richtung „handgemacht“ geht die gut lesbare „Amaranth“, die es in allen klassischen vier Schnitten gibt. Daher ist diese auch prima als Schrift für Fließtexte geeignet.

Solide Serifenlose jenseits von „Open Sans“

Aber es muss ja nicht immer ausgefallen, groß und spektakulär sein. Manchmal ist eine bescheidene serifenlose Schrift genau das, was man sucht. Dabei muss der Weg nicht zwangsweise zu Klassikern wie „Arial“, „Helvetica“ oder zu neueren, aber nicht mehr trendigen Vertretern wie „Roboto“ und „Open Sans“ führen.

Work Sans

„Work Sans“

Die „Work Sans“, die es von „Thin“ bis „Black“ gibt, besticht durch ihre Schlichtheit, wirkt dennoch frisch und modern. Die Schrift ist sehr gut lesbar und sieht sowohl bei kleinen als auch bei sehr großen Schriftgrößen gut aus.

Nunito

„Nunito“

Die „Nunito“ wiederum ist eine sehr gut ausgebaute serifenlose Schrift, die mit 14 Schnitten alles von „Thin“ bis „Black“ abdeckt. Die abgerundeten Ecken lassen diese Schrift sehr geschmeidig aussehen. Sie ist gut lesbar. Damit die abgerundeten Ecken eindrucksvoll zur Geltung kommen, kannst du sie sehr gut für Überschriften verwenden.

In Anlehnung bekannter Stile: Klassizismus und Art déko

Bekanntes und Beliebtes wird gerne zitiert und neu interpretiert. Das gibt es auch bei Schriften.

Vidaloka

„Vidaloka“

Wer es klassizistisch mag, wird sicher Freude an der „Vidaloka“ haben. Diese Schrift erinnert an die „Bodoni“, eine klassizistische Schrift aus dem 19. Jahrhundert. Dabei ist die „Vidaloka“ jedoch weniger starr, hat aber die für diese Zeit bekannten kontrastreichen Strichstärken.

Poiret One

„Poiret One“

Richtung Art Déko geht die „Poiret One“, die mit ihrer dezenten Linienführung, den Rundungen und leicht gekippten Horizontalen verspielt und elegant zugleich wirkt.

Fazit

An der Vielfalt neuer Schriften mangelt es nicht, das Finden des richtigen Fonts ist nur nicht immer ganz einfach. Einmal gefunden, dürfen wir uns über viele interessante Websites freuen, bei denen Schriften im Vordergrund stehen, die auf der einen Seite sehr dominant, auf der anderen aber auch sehr verspielt sein werden. Dazu gesellen sich viele universelle und alltagstaugliche Schriften für fast jeden Einsatz.

(Beitragsbild: Depositphotos)

4 Kommentare zu “Google Fonts: Diese Schriften sind im Trend”

Hallo Denis,
prima Artikel mit schönen und abwechslungsreichen Schriften. Einige Deiner Tipps werde ich bei meinen Projekten ausprobieren. Vielleicht kann ich damit dem Schrifteneinheitsbrei entfliehen und ein bisschen Abwechlung in meine Seiten bringen.

Eine schöne Auswahl. Ein paar neue Fonts habe ich auch noch gleich kennengelernt. Poiret One habe ich soeben in einem Kundenprojekt eingesetzt – eine wirklich schöne Schrift.
Ist Montserrat zur Zeit nicht auch noch recht angesagt?

Ich wundere mich immer wieder, dass es noch möglich ist neue Schriften herauszubringen. Es gibt tausende von verschiedenen Schriften, manche unterscheiden sich nur durch minimale Abweichungen.

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