Google Fonts: Diese Schriften solltest du 2018 einsetzen

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010...

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Wie fast alles im Grafik- und Webdesign sind auch Schriften immer wieder Trends ausgesetzt. Die Auswahl an Schriften wächst stetig – auch bei Google Fonts – und Neues ist daher immer wieder schnell gefunden. Folgende Schriften und Schriftkombinationen solltest du 2018 bei einem deiner nächsten Projekte einmal ausprobieren.

Große Überschriften mit Serifen

Schriften werden je nach Zeitgeist und technischen Entwicklungen mal größer und mal kleiner gesetzt. Bei Überschriften setzt sich schon seit einiger Zeit der Trend zu besonders großen Überschriften durch. Statt einfallsloser serifenloser Schriften à la „Helvetica“ kommen vermehrt auch Serifenschriften zum Einsatz, die für mehr Eleganz und Geschmeidigkeit im Design sorgen.

„Playfair Display“

Daher ist die „Playfair Display“ sehr gut für solche Überschriften geeignet. Vor allem die fette Kursive gibt deinen überdimensionalen Überschriften ein besonderes Flair. Im Kontrast dazu bietet sich die „Raleway“ an. Hierbei handelt es sich um eine serifenlose Schrift, die aber deutlich individueller und prägnanter gestaltet ist als so manch andere Serifenlose.

„Raleway“ mit „Playfair Display“ in der Überschrift

Massiv, serifenlos und dennoch verspielt

Aber auch eher massive serifenlose Schriften werden 2018 das Webdesign mit dominieren. Um diese Massivität noch zu verstärken, werden Überschriften sehr gern nur in Großbuchstaben gesetzt. Ein schönes Beispiel ist die „Rubik Mono One“, die ohnehin nur als Versalschrift vorhanden ist.

„Rubik Mono One“

Das Brachiale dieser sehr fetten Schrift wird durch leicht abgerundete Ecken wieder ein wenig aufgehoben. Außerdem bieten sich solche Schriften prima an, um diese mit Verläufen oder Hintergrundgrafiken zu versehen. Per CSS und SVG sind solche Spielereien mittlerweile möglich.

Als Fließtext passt dazu ebenfalls eine serifenlose Schrift wie die mittlerweile schon klassische „Open Sans“.

„Anton“

Eine Alternative zur „Rubik Mono One“ ist die „Anton“, die durch ihre schmale Laufweite, aber ebenso dicken Linienstärke noch massiver erscheint. Sie lässt sich ebenfalls sehr gut auflockern, indem man sie mit einer Hintergrundgrafik versieht. Da die Schrift nur wenig Weißraum lässt, können auch detailreiche Bilder als Hintergrund statt einer Schriftfarbe verwendet werden.

Serifenlose mit handschriftlichem Flair

Handwerkliches ist derzeit ebenso im Trend. Das zeigt die „Craft“-Bewegung, die mit „Craft“-Bier anfing und sich mittlerweile auf verschiedene Produkte ausweitet. Auch typografisch sind Schriften, die einen handwerklichen beziehungsweise handschriftlichen Flair haben stark im Kommen.

„Titan One“

So ist die „Titan One“ zum Beispiel eine serifenlose Schrift, die aber aufgrund ihrer Rundungen und verschiedenen Strichstärken etwas von Hand Gemachtes hat und sich daher prima für „Craft“-Produkte und Ähnliches anbietet.

„Pacifico“

Wer es gerne konkreter in Richtung Handschrift mag, dem sei die „Pacifico“ ans Herz gelegt, bei der es sich tatsächlich um einen handschriftlichen Font handelt. Aufgrund der etwas dickeren Schriftstärke bietet diese sich auch eher für Überschriften an.

Auch für die „Titan One“ und die „Pacifico“ ist die „Open Sans“ eine schlichte Ergänzung als Schriftart für Fließtexte.

„Amaranth“

Ebenfalls in Richtung „handgemacht“ geht die „Amaranth“, die es in allen klassischen vier Schnitten gibt und gut lesbar ist. Daher ist diese auch prima als Schrift für Fließtexte geeignet.

Solide Serifenlose jenseits von „Open Sans“

Aber es muss ja auch nicht immer ausgefallen, groß und spektakulär sein. Manchmal ist eine bescheidene serifenlose Schrift genau das, was man sucht. Dabei muss der Weg nicht zwangsweise zu Klassikern wie „Arial“, „Helvetica“ oder neueren, aber nicht mehr trendigen „Roboto“ und „Open Sans“ führen.

„Work Sans“

Die „Work Sans“, die es von „Thin“ bis „Black“ gibt, besticht durch ihre Schlichtheit, wirkt dennoch frisch und modern. Die Schrift ist sehr gut lesbar und sieht sowohl bei kleinen als auch bei sehr großen Schriftgrößen gut aus.

„Nunito“

Auch die „Nunito“ ist eine sehr gut ausgebaute serifenlose Schrift, die mit 14 Schnitten alles von „Thin“ bis „Black“ abdeckt. Die abgerundeten Ecken lassen diese Schrift sehr geschmeidig aussehen. Sie ist ebenfalls gut lesbar. Damit die abgerundeten Ecken bestens zum Vorschein kommen, kann sie auch sehr gut für Überschriften verwendet werden.

In Anlehnung bekannter Stile: Klassizismus und Art déko

Bekanntes und Beliebtes wird gerne zitiert und neu interpretiert. Das gibt es auch bei Schriften.

„Vidaloka“

Wer es klassizistisch mag, wird sicher Freude an der „Vidaloka“ haben. Diese Schrift erinnert an die „Bodoni“, einer klassizistischen Schrift aus dem 19. Jahrhundert. Dabei ist die „Vidaloka“ jedoch weniger starr, hat aber die für diese Zeit bekannten kontrastreichen Strichstärken.

Die „Vidaloka“ ergibt in Kombination mit der Serifenlosen „Lato“ ein stimmiges Bild.

„Poiret One“

Richtung Art déko geht die „Poiret One“, die mit ihrer dezenten Linienführung, den Rundungen und leicht gekippten Horizontalen verspielt und elegant zugleich wirkt.

Fazit

An der Vielfalt neuer Schriften mangelt es nicht – das Finden des richtigen Fonts ist nur noch immer ganz einfach – und wir dürfen uns in diesem Jahr sicher auf viele interessante Websites freuen, bei denen Schriften im Vordergrund stehen, die auf der einen Seite sehr dominant, auf der anderen aber auch sehr verspielt sein werden. Dazu gesellen sich viele universelle und alltagstaugliche Schriften für fast jeden Einsatz.

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

Ein Kommentar

  1. und nicht vergessen: nach der ab Ende Mai 2018 geltenden DSGVO muß in der Datenschutzerklärung der Website auch angegeben werden, daß Fonts extern von Google eingebunden werden und damit diverse Daten (vor allem, wenn der Benutzer bei Google angemeldet ist) durch das Anschauen dieser Website in ein Nicht-EU-Land übertragen werden.

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