Dieter Petereit 30. August 2010

Google Buzz – Plugins für Content Management Systeme

Hat sich Google Buzz eigentlich auf breiter Front im Kommunikationsalltag etabliert? Ich habe kein echtes Gefühl dafür. Unbestreitbar ist, dass Buzz gegenüber Twitter über verschiedene Vorteile verfügt. Es ist ausfallsicherer, es ist schneller, es ist nicht auf 140 Zeichen begrenzt und es verfügt über eine breitere Userbasis. Dem Angebot an Plugins und Extensions für diverse CMS, allen voran WordPress, ist jedenfalls das Interesse an Buzz ungebrochen. Dr. Web hat sich angesehen, wie sich Buzz wo integrieren lässt.

Plugins für WordPress

wordpressorg.png

Wenig erstaunlich ist, dass es für WordPress das breiteste Angebot an Buzz-Plugins gibt. Immerhin ist WordPress auch in allen anderen Bereichen das mit Abstand am besten erweiterte CMS überhaupt (die Behauptung ist etwas gewagt – Anmerkung der Redaktion). Eine Rolle dürfte zudem spielen, dass Blogging und Microblogging enge Verwandte sind, so dass eine Verzahnung der beiden Elemente naheliegend erscheint. Die folgende Liste ist keine abschließende Aufzählung. Offensichtlich untaugliche Lösungen oder Plugins auf der Schöpfungshöhe eines Rinnsteins habe ich weg gelassen.

WP Google-Buzz: WP Google-Buzz erleichtert es den Bloglesern, interessante Artikel auf Buzz mit anderen zu teilen. Dazu baut das Plugin einen Button in die jeweiligen Beiträge ein, wobei der Blogger recht gut festlegen kann, wo der Button platziert wird und wie er aussehen soll. Auf Wunsch kann zusätzlich ein Counter eingeblendet werden, der anzeigt, wie oft der Beitrag schon gebuzzt wurde.

Google Buzz Button For WordPress: Dieses Plugin bindet ebenfalls einen Buzz-Button in Ihr Blog ein. Eine Counterfunktion bietet es nicht. Automatisch lässt sich Buzz Button vor oder nach einem Beitrag einblenden, manuell können Sie Buzz Button überall innerhalb des Loop platzieren. WP Google-Buzz ist die bessere Wahl.

Google Buzz ER: Google Buzz ER holt Ihre Buzzbeiträge und blendet Sie an beliebiger Stelle in Ihrem Blog ein. Für eine automatische Anzeige im Bereich der Sidebar wird ein Widget mitgeliefert, dass recht fein optisch konfiguriert werden kann. Wollen Sie Ihre Buzzbeiträge an anderer Stelle, etwa einer Page anzeigen lassen, müssen Sie lediglich an geeigneter Position ein <?php GoogleBuzzER(); ?> einfügen.

Google Buzz: Dieses Plugin holt genau wie Google Buzz ER Ihre Beiträge aus Buzz ins Blog. Es steht ebenfalls ein Widget zur Verfügung und natürlich kann die Einbindung auch an beliebiger Stelle via Functioncall erfolgen. Im Unterschied zu Google Buzz ER ist das Plugin jedoch in der Lage, den Buzzfeed zu cachen, so dass sich beim Aufruf Ihres Blogs ein Geschwindigkeitsvorteil ergeben kann. Sowohl das Plugin Google Buzz wie auch Google Buzz ER sind seit Monaten nicht fortentwickelt worden. Die Verwendung des einen oder des anderen ist also Geschmackssache. Einzig, wenn man mehrere Buzz-Accounts abfragen will, kommt Buzz ER nicht in Frage. Beim Plugin Google Buzz kann dem Functioncall das abzufragende Buzzkonto mitgegeben werden: <?php addgooglebuzz(‚googleusername‘); ?>

Google Buzz For Sociable: Eine schöne Erweiterung für das beliebte Plugin Sociable, mit dem man Beiträge zu 99 verschiedenen Networks hinzufügen kann, stellt Google Buzz for Sociable dar. Wie Sie sich sicherlich denken können, erweitert das Plugin Sociable um die Fähigkeit, auch Google Buzz zu bedienen. Konfiguriert wird das Ganze über die Optionspage von Sociable.

Sociable for WordPress 3.0: Die neueste Version von Sociable bedient Google Buzz nativ, ohne das Erfordernis des eben genannten Zusatzplugins. Blogger mit aktuellen WordPressinstallationen können daher direkt zu Sociable for WP 3.0 greifen.

Google Buzz This Button: Das Plugin erledigt den gleichen Job wie WP Google-Buzz. Es zeigt also einen Buzz-Button an beliebiger Stelle an und kann dabei auch einen Counter einblenden, der zeigt, wie oft der Beitrag bereits gebuzzt wurde. Insgesamt sind die Darstellungsoptionen im Vergleich zu WP Google-Buzz zu gering, um zu überzeugen.

WP AutoBuzz: Mit WP AutoBuzz können Sie ganze Beiträge oder Teile davon (relevant sind hier die Feedsettings) automatisch in Google Buzz publizieren. Dabei ist das Plugin fähig, mehrere Autoren zu verwalten. Der Buzzaccount wird über die jeweilige Profilseite zugeordnet. Damit WP AutoBuzz funktioniert, muss der eigene Blog im Google Profil zu den verknüpften Sites hinzugefügt werden. Das Plugin WP Buzz leistet ähnliches, verwendet dafür aber die Keys aus dem OAuth-Verfahren. Diese müssen also bekannt sein.

autobuzz.png

Buzz Comments: So, nun haben wir also Plugins für das Hinzufügen zu Buzz, das Auslesen von Buzzes, das automatische Posten neuer Beiträge zu Buzz. Fehlt nur noch ein Plugin, dass uns die Buzzkommentare unserer Mitleser wieder zurück in den Blog holt. Genau zu diesem Zweck wurde Buzz Comments entwickelt. Die einzig erforderliche Konfigurationsangabe ist der Googleaccount. Unkompliziert. Ist Ihr Blog noch nicht in der Liste der verknüpften Sites Ihres Google Profils, so kann das Plugin selbstätig für Änderung sorgen.

Und noch mehr Plugins

Weitere Plugins, die jeweils einen Buzzbutton einbinden, um Beiträge leichter verbreiten zu können:

Meine Empfehlung: Das vollständige Set für den buzzenden WordPresser besteht aus WP Google-Buzz, Google Buzz ER, WP AutoBuzz und Buzz Comments.

Module für Drupal

Die Drupal-Community scheint Google Buzz keine größere Bedeutung beizumessen. Im ohnehin nicht gerade überbordenden Angebot an Modulen für Drupal findet sich gerade einmal ein einziges dezidiertes Google Buzz Modul für Drupal 5 und 6. Das Modul Buzz This fügt Beiträgen einen entsprechenden Button hinzu, der auch mit einem Counter versehen werden kann. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Um Buzzes in Drupal zu importieren, wird vorgeschlagen, einfach den öffentlichen RSS-Feed seines Buzz-Accounts als solchen in Drupal einzulesen. Etwas eleganter scheint die Lösung Google Buzz Module von David Holmlund zu sein, die bis zur Version 6 funktionieren soll. Diese holt einen auf 150 Zeichen verkürzten Stream der Buzzes in die Drupal-Site.

Extensions für Joomla

Auch in der Joomla-Gemeinschaft trifft Buzz eher auf ein verhaltenes Echo. Die Entwickler konzentrieren sich auf die Entwicklung zu vieler redundanter Buzzbutton-Extensions. Wenig effektiv, das Ganze. Verfügbare Extensions sind:

PixBuzz: PixBuzz von PixProLabs bindet einen Buzzbutton in Ihre Joomla-Site ein. Von dort aus können Besucher den jeweiligen Inhalt via Buzz verbreiten. Optionen gibt es keine.

Google Buzz Module: Das Google Buzz Module basiert auf dem WordPress-Plugin Google Buzz ER und bietet eine gestaltete Möglichkeit, den eigenen Buzzstream in der Joomlasite abzubilden.

Sleek Feed: Sleek Feed ist ein eher generelles Modul, um Feeds in die Joomlasite einzubinden. Daher kann es natürlich auch für die gestaltete Einbindung des öffentlichen Buzzfeeds genutzt werden.

jGoogleBuzz: jGoogleBuzz holt den Buzzstream in die Joomlasite, allerdings nur in der Form der Buzz-Überschriften. Dafür kann jGoogleBuzz mehrere Buzzaccounts und -feeds verwalten.

Sonstige Module, die in Joomla einen Buzzbutton einbinden können: GBuzz, BuzzIt, ShareMe (auch Facebook und Twitter), Panel Sharing (mit einer Vielzahl weiterer Dienste und einem Counter am Buzzbutton), YaBuzz, BuzzTweetShare, TBFSocial, KA Social Sharing (mit vielen Diensten und Buzzcounter), Yiid (mit weiteren Diensten), BuzzCount (mit vergleichsweise vielen Optionen, Counter und der Möglichkeit, Kategorien auszuschließen)

Andere Content Management Systeme

Google Buzz scheint für die größeren CMS von untergeordnetem Interesse zu sein. Dennoch kann sich natürlich jeder, der einen Buzzbutton, auch mit Counter in seine Seiten einbauen will, direkt an Google wenden. Dort gibt es zudem Scriptsnippets für Followbuttons. Die kleinen Assistenten erzeugen Javascriptcode, der dann an die jeweilige gewünschte Position auf der eigenen Site zu kopieren ist.

Das ist natürlich bei weitem nicht so komfortabel wie eine Plugin-Lösung, die diesen Vorgang automatisch bei jedem neuen Post erledigt, während Sie mit den Snippets stets zu Fuß unterwegs sind. Wer sich mit Templateprogrammierung etwas auskennt, wird jedoch schnell Wege finden, den Code passend zu implementieren, ohne jeden neuen Beitrag von Hand ergänzen zu müssen.

(mm), ™

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
Dr. Webs exklusiver Newsletter
Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

10 Kommentare

  1. @Cookie und Volker A Mönch:

    Warum suchen, lieber finden – jetzt auf drweb exklusiv für Euch ;-). Anregungen wie diese greifen wir gerne auf, wenn’s machbar ist: http://bit.ly/9yJlnr

  2. Prima Aufstellung! Als Gmail-Nutzer und Androidler habe ich Buzz schnell zu schätzen gelernt. Ich verwende in meinem WordPress-Blog das Plugin „Digg Digg“ um dem Leser die Möglichkeit zu geben, den Artikel schnell auf Buzz, Twitter und Facebook zu posten. Hierbei kann man mittels „Ajax Floating“ einstellen, dass die Buttons beim scrollen / lesen mit nach unten wandern und somit stets ersichtlich bleiben (so wie z.B. bei Mashable).

    Danke für den Tipp zu Buzz Comments. Teste es gerade. Leider scheint es, als ob das Plugin frühere Buzz-Kommentare nicht anzeigt.

    Eine Frage: Ich würde gerne meine Buzz-Posts z.B. wöchentlich als Blogartikel automatisch veröffentlichen. Habe dies bereits versucht mittels dem Plugin „FeedWordpress“. Leider finde ich keine Möglichkeit den Feed vollständig auszulesen. Any Tipps???

    Danke & Grüße!

    • @Cookie Deine Frage interessiert mich auch, wenn ich was finde, werde ich dich informieren, aber ich suche das schon länger. Mit Twitter mache ich das einmal die Woche, eine Zusammenfassung meiner Tweets. So halte ich mein Blog mit wenig Arbeit am Leben.

      Wenn es da was geben sollte, kann ich endlich auf Twitter verzichten.

      • Ich habe feststellen müssen, dass ich damit nicht klar komme und werde weiterhin auf Twitter setzen. Baue gerade ein neues Web-Projekt auf und werde mir über Twitter Alternativen erstmal keine Gedanken machen.

        Es ist wie mit Facebook: Erst vor kurzem wollten alle die Plattform verlassen, da die kommerzielle Ausrichtung offensichtlicher wurde – mittlerweile ist es für alle ok. Die Zugriffzahlen steigen wieder…

  3. Ich finde drupals herrangehensweise nicht mal schlecht. Warum sich tausend buzz/twitter/was auch immer verschiedene plugins anschaffen, wenn letztendlich ein rss-feed genau dafür genutzt werden kann und sollte.

    RSS (most commonly expanded as Really Simple Syndication) is a family of web feed formats used to publish frequently updated works—such as blog entries, news headlines, audio, and video—in a standardized format. [wikipedia]

    buzz ist genau das imho: „frequently updated (mini) blog entries“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennst du schon unseren Newsletter?

Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.