Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Christian Ebernickel 2. Februar 2017

Google Analytics für Einsteiger, Teil 1

Google Analytics für Einsteiger, Titelbild

Google Analytics ist das am meis­ten ver­brei­te­te Werkzeug für Webanalysen. Es ist kos­ten­los ver­füg­bar, hat einen enor­men Funktionsumfang und ist sehr fle­xi­bel ein­setz­bar.

Genau an die­ser Stelle liegt auch die Herausforderung: In der Basis-Konfiguration ist Google Analytics in weni­gen Schritten ein­satz­be­reit. Doch die viel­fäl­ti­gen Analyse- und Anpassungsmöglichkeiten über­for­dern vie­le Marketer und Websitebetreiber. Das muss nicht sein, denn mit ein wenig Struktur kann man sich Schritt für Schritt in die­ses mäch­ti­ge Tool ein­ar­bei­ten. So könnt ihr zukünf­tig genau beur­tei­len, ob ihr mit eurer Website und eurem Online Marketing auf dem rich­ti­gen Weg seid.

Google Analytics für Einsteiger, Titelbild

Google Analytics für Einsteiger, Teil 1

In die­ser 10-tei­li­gen Serie stel­le ich euch die wich­tigs­ten Funktionalitäten von Google Analytics vor. Ihr wer­det die grund­le­gen­de Einrichtung einer Analytics Property und der Datenansichten ken­nen­ler­nen. Dann geht es wei­ter mit dem Conversion- und Ereignistracking, wir machen einen Ausflug in die Webanalyse mit Datensegmenten und ler­nen eini­ge wenig beach­te­te Funktionen von Google Analytics ken­nen. Anschließend gebe ich eine klei­ne Einführung ich den Google Tag Manager. Die Serie schließt mit der Realisierung erwei­ter­ter Tracking-Szenarien, wie etwa Cross-Domain-Tracking oder Download-Tracking.

Am Ende der Serie wer­det ihr nicht nur vie­le Funktionen von Google Analytics ken­nen­ge­lernt, son­dern auch eure Properties und Datenansichten sau­ber struk­tu­riert und kon­fi­gu­riert haben. Ihr wer­det die Ansatzpunkte für die Durchführung eige­ner Webanalysen iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, und mit dem Google Tag Manager auch kom­ple­xe­re Tracking-Szenarien umset­zen kön­nen.

Los geht’s!

Basis-Tracking einrichten: Tracking-Code abrufen & integrieren, Datenschutz beachten

Im ers­ten Teil der Serie star­ten wir mit den Basics. Ich zei­ge euch, wo ihr euren Google Analytics Tracking Code fin­det, und auf wel­chen Wegen ihr ihn auf eurer Website inte­grie­ren könnt. Direkt zu Beginn der Arbeit mit Google Analytics gebe ich euch außer­dem eini­ge Hinweise zum Thema Datenschutz, die für den Einsatz von Google Analytics wich­tig sind.

1. Google Analytics Tracking-Code abrufen

Euer Google Analytics Konto ist mehr­schich­tig orga­ni­siert. Die obers­te Ebene ist das Konto, dar­un­ter lie­gen die Properties. Eine Google Analytics Property ent­spricht im Allgemeinen einer Website. Die meis­ten Nutzer haben in ihrem Google Analytics Konto nur eine Property ange­legt, näm­lich für ihre eige­ne Website. Unterhalb der Property lie­gen die soge­nann­ten Datenansichten. Mit den Datenansichten könnt ihr die Daten eurer Property unter ver­schie­de­nen Blickwinkeln orga­ni­sie­ren. Doch dazu im zwei­ten Teil der Serie mehr.

Zurück zur Property: Den Tracking-Code für eure Website fin­det ihr auf der Property-Ebene eures Analytics-Kontos. Jede Property in Google Analytics hat eine eige­ne Tracking-ID. Für die Einrichtung des Trackings benö­tigt Ihr ent­we­der den voll­stän­di­gen Universal Analytics Tracking-Code oder – falls ihr das Tracking bereits über den Google Tag Manager ein­rich­tet – die Tracking-ID der Property. Viele Contentmanagement-Systeme wie z.B. WordPress bie­ten Plug-ins an, die eben­falls nur die Tracking-ID benö­ti­gen, um den Google Analytics Tracking Code auf eurer Website aus­zu­spie­len.

Doch unab­hän­gig davon, wie ihr das Tracking umsetzt:  Tracking-Code und Tracking-ID fin­det Ihr in Eurem Google Analytics Konto unter Verwaltung » Property » Tracking-Informationen » Tracking-Code. Die Tracking-ID ist nach dem Muster UA-XXXXXXXX-X auf­ge­baut. Den Tracking-Code fin­det Ihr direkt dar­un­ter im Abschnitt Website-Tracking.

Google Analytics: Tracking-Code abrufen

Google Analytics: Tracking-Code abru­fen

2 Tracking-Code einbinden

Für ein voll­stän­di­ges Tracking ist es not­wen­dig, dass ihr den Tracking-Code auf allen Seiten Eurer Website, die Ihr mit Google Analytics über­wa­chen wollt, ein­bin­det. Ich zei­ge euch hier die Integration des Tracking-Codes auf zwei Arten: Entweder über die direk­te Einbindung oder über den Google Tag Manager. Solltet ihr ein Google Analytics Plug-in für euer CMS ver­wen­den, müss­tet ihr einen Blick in die Dokumentation des Plug-ins wer­fen, um den Tracking-Code rich­tig ein­zu­bin­den.

2.1 Direkte Einbindung

Wenn ihr den Google Analytics Tracking-Code direkt ein­bin­den möch­tet, kopiert ihr das voll­stän­di­ge Tracking-Code Snippet ein­fach aus Eurer Google Analytics Property und fügt es in den Code eurer Website ein.

Achtung: Das Tracking-Code Snippet muss vor dem schlie­ßen­den </head>-Tag ein­ge­fügt wer­den.

Der Weg, auf dem der Tracking-Code ein­ge­fügt wird, hängt  von eurer Website ab. Bei rein sta­ti­schen HTML-Seiten ist der Code manu­ell vor jedem </head>-Tag ein­zu­fü­gen. Das dürf­te aber für die meis­ten von euch die Ausnahme sein. In der Regel wer­den die HTML-Seiten dyna­misch erzeugt und stam­men aus einem Content-Management-System oder einem Online-Shop-System. In die­sem Fall ist der Tracking-Code in den Quellcode ein­zu­fü­gen, der die HTML-Seite erzeugt.
Wie bereits erwähnt, gibt es für vie­le Content-Management-Systeme (z.B. WordPress, Typo3, etc.) und Shop-Systeme  Erweiterungen (Plug-Ins bzw. Extensions), die die Einbindung des Google Analytics Tracking-Codes ver­ein­fa­chen, ohne dass ein Eingriff in den Quellcode der Seiten not­wen­dig ist.

Informationen und Tipps zur Einbindung des Tracking-Codes fin­det Ihr auch in der Google Analytics Hilfe: https://support.google.com/analytics/answer/1008080?hl=de

Sobald ihr den Tracking-Code auf eurer Website ein­ge­bun­den habt, soll­te ihr über­prü­fen, ob der Tracking-Code kor­rekt funk­tio­niert. Dafür gibt es für den Chrome-Browser eine sehr hilf­rei­che Erweiterung, die sich Google Tag Assistant nennt:  https://support.google.com/analytics/answer/1008083?hl=de

2.2 Einbindung des Tracking-Codes mit dem Google Tag Manager

Viele der spä­te­ren Anwendungsbeispiele in die­ser Artikelserie ver­wen­den den Google Tag Manager. Deshalb zei­ge ich euch hier schon ein­mal, wie ihr mit dem Tag Manager den Analytics Tracking-Code ein­bin­den könnt. Dann seid ihr für die wei­ter­füh­ren­den Beispiele opti­mal vor­be­rei­tet. In Teil 7 die­ser Artikelserie stel­le ich den Google Tag Manager dann aus­führ­lich vor und in den Teilen 8–10 fol­gen ver­schie­de­ne Praxisbeispiele, die die Flexibilität und die Vorteile des Tag Managers ver­deut­li­chen.

Bevor wir mit der Einbindung des Analytics Tracking-Codes mit Hilfe des Google Tag Managers star­ten, ist viel­leicht noch eine Frage zu beant­wor­ten:

Was ist der Google Tag Manager eigentlich?
Google Tag Manager

Google Tag Manager

Der Google Tag Manager ermög­licht die Einrichtung und Pflege vie­ler ver­schie­de­ner Tracking-Codes an einer zen­tra­len Stelle. Auf Eurer Website müsst Ihr dann nicht mehr jeden Tracking-Code ein­zeln imple­men­tie­ren, son­dern nur das soge­nann­te Container-Tag des Google Tag Managers. Das Container-Tag ist nichts ande­res als ein Behälter, der vie­le ver­schie­de­ne Tracking-Codes ent­hal­ten kann. Welche Tracking-Codes dies sind und auf wel­chen Seiten sie aus­ge­spielt wer­den sol­len, wird von Euch im Google Tag Manager fest­ge­legt. Neben dem Analytics Tracking-Code könn­ten dies zum Beispiel auch Tracking-Codes für AdWords oder DoubleClick und auch eine Vielzahl von Drittanbieter-Tags sein. Auf die­se Weise las­sen wei­test­ge­hend ohne Programmieraufwand viel­fäl­ti­ge Tracking-Szenarien umset­zen.

Informationen zum Einrichten eines Google Tag Manager Kontos fin­det Ihr hier:
https://support.google.com/tagmanager/answer/6103696?hl=de

Tracking mit dem Google Tag Manager einrichten

Nachdem Ihr euer Google Tag Manager Konto ange­legt habt, erhal­tet Ihr zwei Code-Snippets, die Ihr auf Eurer Website ein­bau­en müsst:

Google Tag Manager: Code Snippets

Google Tag Manager: Code Snippets

Das ers­te Code-Snippet ist mög­lichst weit oben im <head>-Bereich unter­zu­brin­gen. Das zwei­te Snippet soll­te direkt nach dem öff­nen­den <body>-Tag ein­ge­setzt wer­den.

Nachdem Ihr den Tag-Container auf Euren Webseiten ein­ge­baut habt, muss im nächs­ten Schritt nur noch ein Universal-Analytics-Tag ein­ge­rich­tet wer­den. Dieses Tag ent­hält den Analytics-Tracking-Code, mit dem ihr Seitenaufrufe erfas­sen und an Google Analytics sen­den könnt.

Wählt den Arbeitsbereich Eures Tag Managers aus und klickt anschlie­ßend auf Neues Tag hin­zu­fü­gen:

Google Tag Manager: Neues Tag anlegen

Google Tag Manager: Neues Tag anle­gen

 

Auf der fol­gen­den Seite wählt Ihr zunächst den Tag-Typ Universal Analytics aus:

Google Tag Manager: Tag-Typ auswählen

Google Tag Manager: Tag-Typ aus­wäh­len

 

Anschließend sind für das Tag eini­ge Grundeinstellungen vor­zu­neh­men:

Google Tag Manager: Tag konfigurieren

Google Tag Manager: Tag kon­fi­gu­rie­ren

  1. Das Tag benö­tigt einen Namen, unter dem Ihr es spä­ter im Tag Manager auf­ru­fen könnt.
  2. Die Tracking-ID aus Eurer Google Analytics Property ist hier ein­zu­tra­gen.
  3. Der Tracking-Typ ist Seitenaufruf.
  4. Als Trigger wählt Ihr “Alle Pages” aus. Das bedeu­tet, dass die­ses Tag bei jedem Seitenaufruf aus­ge­löst wird und Daten an Google Analytics über­mit­telt.
  5. Speichern und schon ist das Tag fer­tig ange­legt.

Im letz­ten Schritt muss der Container, in dem sich nun ein neu­es Tag befin­det, noch ver­öf­fent­licht wer­den. Klickt dafür in der Kopfzeile des Tag Managers auf die Schaltfläche Veröffentlichen.

Google Tag Manager: Container veröffentlichen

Google Tag Manager: Container ver­öf­fent­li­chen

Auch bei der Einbindung des Google Analytics Tracking-Codes über den Tag Manager soll­te die kor­rek­te Funktion des Universal Analytics Tags mit dem Google Tag Assistant über­prüft wer­den.

Mehr Informationen zum Google Tag Assistant:  https://support.google.com/analytics/answer/1008083

Weitere Informationen zum Einrichten des Trackings mit dem Google Tag Manager: https://support.google.com/tagmanager/answer/6107124?hl=de

3 IP-Anonymisierung aktivieren

Aus Gründen des Datenschutzes ist es erfor­der­lich, die soge­nann­te IP-Anonymisierung im Analytics Tracking-Code zu akti­vie­ren. Die IP-Anonymisierung bewirkt, dass das letz­te Oktett der IP-Adresse unkennt­lich gemacht wird, bevor der Tracking-Code Daten an die Analytics-Server über­mit­telt.

Die Aktivierung der IP-Anonymisierung ist ein­fach. Wenn Ihr den Tracking-Code direkt ein­ge­bun­den habt, müsst Ihr im Tracking-Code direkt vor ga(’send’, ‘page­view’); noch die Zeile ga(’set’, ‘anonymizeIp’, true); ein­fü­gen.

Falls ihr bereits den Google Tag Managers nutzt, ist das Universal Analytics Tag zu erwei­tern. Wählt das Tag aus, klickt in der Konfiguration des Tags auf Weitere Einstellungen und dann auf Festzulegende Felder. Fügt dort das Feld anonymizeIP und den Wert true hin­zu.

Google Tag Manager: IP-Anonymisierung aktivieren

Google Tag Manager: IP-Anonymisierung akti­vie­ren

Speichert die Änderungen und ver­öf­fent­licht das neue Tag. Damit ist die IP-Anonymisierung akti­viert.

Wichtig: Ohne Veröffentlichung wer­den die Änderungen an euren Tags nicht wirk­sam.

Mehr Information zur IP-Anonymisierung fin­det ihr hier: https://support.google.com/analytics/answer/2763052?hl=de

4 Datenschutzerklärung & Cookie-Hinweis

Wenn Ihr Google Analytics ein­setzt, müsst Ihr die Besucher Eurer Website dar­über infor­mie­ren. Bitte kon­tak­tiert einen Fachanwalt, um mehr Informationen über eine rechts­kon­for­me Datenschutzerklärung und einen kor­rek­ten Hinweis auf die Nutzung von Google Analytics Cookies zu erhal­ten.

5 Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung

Nutzer von Google Analytics, die dem deut­schen Datenschutzrecht unter­lie­gen, soll­ten außer­dem mit Google einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung abschlie­ßen.

Der Vertragstext wur­de mit Inkrafttreten der Privacy-Shield-Regeln zwi­schen der EU und den USA aktua­li­siert und ist hier abruf­bar:
https://www.google.de/analytics/terms/de.pdf

Zusammenfassung

Im ers­ten Teil der Artikelserie habe ich euch gezeigt, wie ihr den Google Analytics Tracking-Code auf eurer Website inte­griert – ent­we­der direkt oder mit Hilfe des Google Tag Managers. Außerdem bin ich auf die IP-Anonymisierung, den Datenschutz und den Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung ein­ge­gan­gen. Damit haben wir die Basis für die wei­te­re Arbeit mit Google Analytics gelegt!

Im nächs­ten Teil wer­fen wir einen genaue­ren Blick auf die Datenansichten in eurer Property sowie die Möglichkeiten, um inter­nen Traffic und Spam aus euren Daten her­aus­zu­fil­tern.

 

Christian Ebernickel

Christian Ebernickel ist Spezialist für Webanalyse und datengetriebenes Online Marketing. Er berät Unternehmen im Einsatz von Google Analytics und Google Tag Manager. In seinem Webanalyse Blog stellt er erweiterte Tracking-Szenarien und Ansätze für die Entwicklung individueller Webanalysepläne vor.

3 Kommentare

  1. Idealer Einstieg ins Thema, wer­de das mal den Kollegen emp­feh­len ;-)

  2. Danke, ich freue mich schon auf die Fortsetzung :)

  3. Ha! Endlich mal wie­der über­durch­schnitt­lich gut struk­tu­riert und mehr­tei­lig ein wohl dosier­ter Weiterbildungs-Cocktail! Ich freu mich auf die hof­fent­lich hoch­pro­zen­ti­gen Fortsetzungen des Artikels.

Schreibe einen Kommentar zu Peter Schweizer Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.