Sven Lennartz 12. September 2003

Glaubwürdigkeit im Web

Kein Beitragsbild

Egal was über das Netz verbreitet oder verkauft wird: Was nicht für seriös gehalten wird, ist schnell weg vom Fenster. Wer die wichtigsten Punkte beachtet, schafft das Vertrauen für eine dauerhafte Kundenbindung und ist erfolgreicher im E-Commerce.

Trennen Sie Werbung und Inhalt voneinander. Anzeigen und redaktionelle Beiträge oder Nachrichten zu vermischen, gehört wohl zur beliebtesten Praxis. Kurzfristig finden die Werbeangebote zwar mehr Aufmerksamkeit, da man sie mit den glaubwürdigeren redaktionellen Inhalten verwechselt. Langfristig aber geht der Ruf des Betreibers in den Keller, und weder Werbung noch Content werden zukünftig akzeptiert.

Wer glaubt, nur auf diese Weise Einnahmen erzielen zu können, liegt falsch. Der Besucher ist sehr wohl in der Lage, selbst eine Entscheidung zu treffen. Er mag es nicht, wenn ihm Werbung mehr oder weniger offensichtlich untergeschoben wird. Das gilt ganz besonders für die beliebten Partnerprogramme, mit denen auch und besonders Privatleute ihre Websites finanzieren. Es ist ehrlicher, Werbung stets als solche zu kennzeichnen und von Inhalt zu trennen. Ein glaubwürdiges Projekt hat es nicht nötig, seine Besucher in die Irre zu führen.

Zu erkennen geben
Der Laden an der nächsten Straßenecke hat ein Gesicht. Sein Inhaber ist es, der täglich hinter der Theke steht. Über einen langen Zeitraum hinweg entsteht eine persönliche Beziehung und enge Kundenbindung. Das ist auch im Web möglich. Tatsächlich aber neigen viele Betreiber eher dazu, sich hinter ihren Seiten zu verstecken, so als hätte man Angst, sich zu zeigen. Für gewerbliche Anbieter ist es ohnehin Pflicht, in einem Impressum die Anschrift, den Inhaber und weitere Daten zu benennen.

Ein privates Projekt ist keine Schande. Man benachteiligt sich selbst, wenn man so tut als sei man mehr als eben „nur“ eine Privatperson. Die Offensive ist hier die bessere Taktik. Wer sich zu einem speziellen Thema fachkundig im Netz präsentiert, kann das schon auf der Startseite mit Name und Foto tun. Empfangen Sie den Besucher als Person. Auch Firmen dürfen gern zeigen, wer bei ihnen tätig ist und welche Mitarbeiter auf welche Weise erreicht werden können.

Ein Besucher sollte in der Lage sein, zu unterscheiden, ob er ein privates oder ein gewerbliches Projekt besucht. Das ist durchaus nicht immer klar erkennbar. Auch eventuell fördernde Verbände oder Sponsoren müssen beim Namen genannt werden. Nur so kann der Besucher die Glaubwürdigkeit einer Seite einschätzen. Man kann ihn belügen oder ihm wichtige Fakten vorenthalten. Sollte er davon jemals Kenntnis erhalten, ist die Glaubwürdigkeit auf ewig verspielt.

Erreichbarkeit statt Versteckspiel
Auch fehlende Kontaktmöglichkeiten gehören ins Repertoire der Versteckspieler. Das müssen nicht zwingend Emailadressen sein, auch ein Kontaktformular tut seinen Dienst. Aber es muss einfach und schnell auffindbar sein. Auf die Nennung von Service-Telefonnummern und Faxhotlines sollte eine Firma nicht verzichten.

Wer Tipps und Ratschläge zum Besten gibt, tut gut daran seine Kompetenz zu untermauern. Woher rührt das Wissen über Börsenkurse, Versicherungstipps oder Gartengestaltung? Gegebenenfalls ist es hilfreich, Quellen anzugeben, aus denen man sein Wissen oder bestimmte Informationen bezogen hat. Und: Nichts ist für die Ewigkeit. Leser wissen es zu schätzen, wenn Sie erkennen können, von wann eine Informationen, ein Bericht, ein Artikel stammt. Tipps eines Steuerberater, die vielleicht schon einige Jahre unverändert im Netz stehen, könnten sich als alles andere als hilfreich erweisen.

Das Internet kann blenden, tarnen und täuschen. Glaubwürdigkeit ist das Gegenteil davon. Mit Glaubwürdigkeit setzen Sie die Grundlage für Vertrauenswürdigkeit. Besucher, die Ihnen vertrauen, kommen wieder.

Sven Lennartz

Sven Lennartz

Ex Webdesigner, Gründer von Dr. Web und Smashing Magazine. Heute ist Sven als Schriftsteller und Blogger unterwegs. Schau was er jetzt macht…
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