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Andreas Hecht 12. November 2014

Geheimdienst-Schreck Boxcryptor: So verschlüsseln Sie Ihre Dropbox ohne Komfortverlust

Die Dropbox mit Boxcryptor verschlüsseln

Dropbox und ähnliche Dienste sind eine hochpraktische Sache. Das gilt nochmal mehr, wenn man die Smartphone-Apps der Dienste nutzt. Allerdings haben die Cloud-Anbieter gehörige Nachteile. Sie sind fast allesamt in den USA ansässig. Damit ist keinerlei Schutz unserer sensiblen Daten mehr gegeben. Snowden lässt grüßen. Heute beschäftigen wir uns damit, wie man die Dropbox-Daten vor allzu neugierigen Augen schützen kann, indem man sie hochgradig verschlüsselt.

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datenschutz

Einleitung

Meine Dropbox und ich, wir sind wie ein altes Ehepaar. Ich gestehe ja, zwischendurch bin ich auch mal kräftig fremdgegangen, habe mir die Hörner abgestoßen, indem ich alle anderen Cloud-Dienste ausprobiert habe. Sogar ownCloud wurde bereits an meiner Seite gesehen. Doch ich bin immer wieder zu meiner geliebten Dropbox zurückgekehrt. Sie ist halt die Beste.

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Die Dropbox synchronisiert blitzschnell und ich kann zügig Dinge teilen.

Die Dropbox mit Boxcryptor verschlüsseln

Allerdings störte mich die Tatsache heftig, dass die NSA und ähnliche Organisationen ohne viel Aufhebens an meine Daten gelangen konnten. Selbst, wenn man nur davon ausgeht, dass dem Unternehmen Dropbox Zugangsdaten gestohlen werden, dann wäre es auch den Dieben der Zugangsdaten jederzeit möglich, meine Daten auszulesen.

Da ich genau mit dieser Tatsache ein echtes Problem habe, musste eine wirklich benutzerfreundliche Verschlüsselungsmethode her.

Zuerst versuchte ich es mit dem Dienst Cloudfogger, allerdings wird dieser nicht mehr weiter entwickelt und zudem war der tägliche Umgang damit nicht gerade benutzerfreundlich. Also musste ein praktikablerer Dienst her.

Boxcryptor – Verschlüsselung für die Cloud

Durch Zufall stieß ich im Google Play Store auf Boxcryptor, eine Verschlüsselungssoftware speziell für die Cloud. Boxcryptor ist ein deutsches Unternehmen, verschlüsselt die Daten mit AES-256 und RSA. Bis zum heutigen Tage ist für diesen Verschlüsselungsgrad kein durchführbarer Angriff bekannt.

AES ist daher der bevorzugte Verschlüsselungsstandard für Regierungen, Banken und High-Security Systeme weltweit. Diesen Code zu knacken ist nach derzeitigem Erkenntnisstand unmöglich.

Boxcryptor kann neben der Dropbox natürlich auch andere Cloud-Anbieter wie Google Drive, SugarSync, Microsoft OneDrive) und alle Anbieter die das WebDAV Protokoll verwenden (z.B. Strato HiDrive, Telekom Cloud) hochgradig verschlüsseln. Wichtig zu wissen ist, dass die Daten bereits verschlüsselt werden, bevor der Upload zum Cloud-Anbieter geschieht.

Die Software ist für Windows, Mac OS X und als Google Chrome-Erweiterung erhältlich. Selbstverständlich gibt es auch Apps für mobile Endgeräte wie iOS, Android, Windows Phone und Blackberry.

Boxcryptor: Preise und Funktionen

Die Software ist grundsätzlich für private Nutzer kostenfrei. Es können mit der kostenfreien Lizenz zwei Geräte verwaltet werden. Wer also mehr als zwei Geräte mit Boxcryptor ausstatten möchte oder muss, der greift zu einer der beiden kostenpflichtigen Lizenzen.

Ich denke, dass die Basisfunktionen bereits für die meisten privaten Anwender ausreichen sollten.

#Boxcryptor, Preise und Funktionen

Zudem sind Kosten von 36 bis 72€ nicht eben viel, wenn es um den Schutz der eigenen Daten, der eigenen Identität geht.

Boxcryptor in der Praxis – So funktioniert es

Nach der Installation von Boxcryptor, sollte man sich für einen Account registrieren. Auch wenn Boxcryptor offline nutzbar ist, so können mehrere Geräte nur mit einem registrierten Account verwaltet werden.

Boxcryptor erstellt nach der Installation ein virtuelles Laufwerk auf Ihrem Computer, welches den Dropbox-Ordner beinhaltet.

Das Boxcryptor-Laufwerk unter Windows

Das neue virtuelle Boxcryptor-Laufwerk. Das ist die neue Heimat Ihrer Dropbox. © Boxcryptor

MacUser sollten sich das Boxcryptor-Laufwerk auf den Schreibtisch legen, diese Vorgehensweise hat sich als wirklich praktisch erwiesen.

Das Boxcryptor-Laufwerk unter Mac OS X

Ein Einblick in die Benutzeroberfläche der Android-App:

Boxcryptor unter Android

Die Arbeit mit Boxcryptor geht einfach und praktisch vonstatten. Anstatt den Dropbox-Ordner zu öffnen, um dort Dateien hinzuzufügen, öffnen Sie nun Ihr Boxcryptor-Laufwerk und fügen dort Ihre Dateien hinzu. Jede hinzugefügte Datei wird dann automatisch verschlüsselt, ganz ohne Ihr Zutun.

Jeder Ordner in der Dropbox bekommt nun ein _encrypted angehangen, so lässt sich auf den ersten Blick erkennen, welche Ordner verschlüsselt sind. Nur der Ordner „Public“ bleibt ohne Verschlüsselung.

Des Weiteren ist durch einen grünen Punkt schön zu erkennen, welche Dateien verschlüsselt sind. Kein grüner Punkt, keine Verschlüsselung. Doch auch manuell lässt sich ver- und entschlüsseln. Rechtklick auf eine Datei, im Kontextmenü „Dienste“ anwählen, dann Encrypt oder Decrypt with Boxcryptor auswählen.

Das Kontextmenü

Wichtig zu wissen: Eine Ver- und Entschlüsselung kann nur im virtuellen Laufwerk Boxcryptor stattfinden. Ansonsten gibt es eine kleine Fehlermeldung, die genau das besagt.

Das Boxcryptor-Laufwerk unter Mac OS X.

Boxcryptor unter Mac OS X: Verschlüsselung sofort sichtbar

Die Arbeit mit der Smartphone-App

Da ich nur ein Android-Gerät besitze, schildere ich die Nutzung der App aus der Sicht eines Android-Users. Unter anderen mobilen Betriebssystemen sollte sich Boxcryptor aber ähnlich verhalten. Auch hier gilt: Downloaden und Anmelden.

In den Einstellungen kann man dann den Cloud-Anbieter festlegen und wählen, ob man eine Dateivorschau anlegen möchte (und für welche Dateien). Auch kann man den Kamera-Upload der Fotos aktivieren und festlegen, in welchen Ordner Boxcryptor die Fotos speichern soll. Übrigens, der Kamera-Upload Ordner ist standardmäßig nicht verschlüsselt, jedoch kann man das ohne Probleme mit einem Rechtsklick nachholen, so dass auch die hochgeladenen Fotos verschlüsselt wären.

Hat man das einmal getan, braucht man sich um nichts mehr zu kümmern, alles läuft im Hintergrund wie von selbst ab. Sollte man mal eine Datei aus seiner Dropbox auf dem Smartphone benötigen, öffnen Sie die Boxcryptor-App und klicken auf die gewünschte Datei. Diese wird nun entschlüsselt auf Ihrem Smartphone lokal gespeichert, so dass Sie Zugriff darauf haben.

Selbstverständlich kann man auch jederzeit Daten über die Android-App in die Dropbox hochladen, genauso komfortabel, wie es bereits ohne Boxcryptor möglich war.

Fazit

Die Verschlüsselung mit Boxcryptor dürfte schon extrem sicher sein. Da es eine deutsche Firma ist, braucht man auch keine Hintertür, zumindest keine absichtlich angelegte, zu fürchten. Die Arbeit mit Boxcryptor gestaltet sich einfach. Der Komfort bleibt erhalten. Anstatt mit der Dropbox zu arbeiten, arbeitet man nun mit Boxcryptor. Man tauscht auf dem heimischen Rechner nur einen Ordner gegen einen anderen aus (Dropbox gegen Boxcryptor) und auf dem Smartphone tauscht man eine App gegen eine andere.

Wesentlich einfacher geht es wohl nicht…

Links zum Beitrag

(dpe)

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.

5 Kommentare

  1. Ein toller Artikel – vielen Dank. Eine Frage habe ich, da ich derzeit kurz davor bin, meinen Dropbox Ordner von einer Partition auf eine andere verschieben zu müssen. Legt man die gesamte Dropbox in den Boxcryptor Ordner oder verknüpft man Boxcryptor sozusagen mit der Dropbox – egal wo sie liegt? Danke vorab!

  2. Toller Artikel! Danke! Jetzt werde ich mit das mit der Dropbox nochmals überlegen. Den ownCloud Weg habe ich auch schon hinter mir.

    Blöd nur, dass viele Apps oder auch Webdienste ebenfalls mit der Dropbox via API sprechen können/dürfen/sollen. Da landet das Zeug weiterhin unverschlüsselt drin. Dafür bräuchte es noch ein Lösung.

  3. Guter Artikel, wer gleich endtoend Verschlüsselung haben will – ohne Plugins – sei außerdem Spideroak empfohlen!

  4. Ein Super Artikel und zudem hin – meiner Meinung nach – ein notwendiger Artikel. Die meisten Leute wissen gar nicht, wie offen ihre gesamten persönlichen Daten sind, wenn sie sie auf die Dropbox laden. Ich habe Bekannte, die die Dropbox als persönliches Notizbuch nutzen, um so während der Arbeit Einfälle später auf dem Handy anschauen zu können.
    Dabei ist ihnen völlig egal, wie gefährlich es eigentlich ist, Bankdaten, Pins und Passwörter im Klartext auf einem Cloud-Speicher unterzubringen.
    Boxcrypt alleine war auch nicht die Lösung, denn ohne eine gewisse Affinität zu Computersoftware, ist die Einrichtung nicht für jeden ohne weiteres machbar.

    Dieser Artikel gibt wirklich eine perfekte Schritt für Schritt Einleitung dazu, dass man gar nichts falsch machen KANN ;) – Großes Lob! Meinen Share habt ihr!

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