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Redaktion Dr. Web 29. Januar 2017

Gedankenspiel: Life in a Box. Musst du deine Wohnung überhaupt noch verlassen?

Arbeiten, Einkaufen, Freunde treffen, Ablenkung finden: All das geht im Internet und findet vermehrt auch dort statt. Die Einkäufe kommen nach Hause, das Konto wird vom Rechner aus bedient. Für einen Großteil des Alltags musst du die eigene Wohnung also nicht mehr verlassen, so viel steht fest.
Um das ganze mal auszureizen, frage ich mich: Was geht eigentlich alles von zu Hause aus? Und wo kommt der Punkt, an dem ich vor die Tür muss? Was wäre gesünder? Und – nicht zuletzt – wäre das überhaupt schön? Ein Gedankenspiel, damit du es nicht ausprobieren musst.

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Die Arbeit

Dass online Geld verdienen möglich ist, steht außer Frage. Ob nun mit einem Produkt oder mit einer rein online stattfindenden Dienstleistung bleibt Geschmackssache und Frage des Talents. Aber wie sieht es mit dem Weg dahin aus? Lässt sich das Gewerbe alleine von zu Hause aus einrichten, aufbauen, vermarkten und führen?

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Step 1:

Der Gewerbeschein. Wer sich selbstständig machen möchte – der Einfachheit halber ohne Startkapital – braucht einen Gewerbeschein. Dieser wird beim Ordnungsamt beantragt, ausgefüllt und ausgegeben. Aber es gibt auch solch große Städte, die sich den Ansturm der Gewerbeanmelder entgehen lassen möchten – und sie somit über eine Online-Plattform leiten. Beispiel: Berlin. Hier wird online ein Antrag ausgefüllt und automatisch weitergeleitet, anschließend wird die Bestätigung auch für den heimischen Drucker ausgegeben. Die ausgefüllte Identitätserklärung kann mithilfe einer digitalen Signatur versehen werden, die zwar gewissen Anforderungen standhalten muss, aber dann ohne weiteres eine gültige Unterschrift sein kann. Dann wird die Gebühr von 15 € per Online-Überweisung gezahlt und das eigene Gewerbe ist auf digitalem Wege eingetragen, ohne das Haus verlassen zu haben.

Step 2:

Ein Geschäftskonto soll es sein. Online sind viele Anbieter zu finden, die ein kostenloses Girokonto mit oder ohne gewisse Prämien anbieten. Das lässt sich dann online beantragen, die Identifizierung erfolgt via Postident im Videochat, die anderen Dokumente kommen per Post frei Haus – ein persönlicher Kontakt ist absolut nicht nötig und erfüllt so auch Schritt Nummer zwei rein digital.

Step 3:

Produkte herstellen? Nun, wenn es sich bei dem eigenen kleinen Online-Business um die Herstellung und/oder den Verkauf eines Produkts handelt, lässt sich auch das zu Hause bewerkstelligen. Dieser Ansatz ist ohnehin recht intelligent, da sich ohne große Kosten im Sinne von „Produktionsstätten-Miete“ und Mitarbeiter-Bezahlung ein eigenes Standbein aufbauen lässt.

Die Rohstoffe lassen sich vor allem für textile Erzeugnisse wie Taschen oder selbstgenähte Kleidung nach Hause ordern – Online-Stoffshops gibt es en masse. Auch wenn es sich um Food-Erzeugnisse handelt und das eigene Produktsortiment aus hausgemachten Pralinen, Sößchen und Chutneys besteht: Lebensmitteleinkäufe lassen sich über bekannte Supermarktketten auch online bestellen. Diese kommen zeitnah mit der Post frei Haus und können zum gewünschten Endprodukt verarbeitet werden. Das Gleiche gilt für Flaschen, Gläser, Etiketten oder Pappschachteln. Beinahe alles, was sich online bestellen lässt, kann auch nach Hause geliefert werden. Knackpunkt: Wer Lebensmittel verkaufen möchte, muss seine Wohnung entsprechend einrichten und sauber halten – das prüft das Ordnungsamt. Die Abnahme erfolgt durch einen Lebensmittelkontrolleur. Passt das, steht auch dieser Produktion nichts mehr im Weg.

Step 4:

Produkte verschicken. Ist die Herstellung in den eigenen Vierwänden also abgeschlossen, muss das Produkt nur noch in Umlauf gebracht werden. Das geht beispielsweise über Drittanbieter, die dein Erzeugnis mit in ihr Sortiment aufnehmen. Kontakt: Rein digital, zumindest wenn die Geschäftsbriefe stimmen. Wenn es lieber der eigene Online-Shop sein soll, kostet das Geld, aber auch hier kann die Abwicklung ablaufen, ohne dass ein Fuß vor die Wohnungstür gesetzt wird – passt.

Was ist nun mit der Verschickung?

Für einen Aufpreis von 3 € holt DHL bis zu 20 Sendungen ab, bei Hermes sind es Pauschalen für Abholung und Zustellung an der Haustür und auch DPD nimmt Pakete zur Zustellung an der Haustür entgegen. Also auch hier: Erledigt, ohne die Wohnung zu verlassen.

Damit ist das Online-Business mit Produktion abgedeckt, im Web geleistete Dienstleistungen funktionieren – selbsterklärend – ohnehin alleine von zu Hause aus und somit lässt sich der Punkt „Geld mit dem eigenen Business verdienen“ abhaken, ohne vor die Tür zu gehen.

Check!

Das Privatleben

Berufsleben online? Kein Problem. Aber wie sieht es aus mit dem Social Life, deinen Freunden, der Familie und den sozialen Kontakten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens prinzipiell ganz gerne hat? Und was ist, wenn du mal unfit bist? Hier der Realitätscheck zum Privatleben in the Box.

Step 1:

Körperliche Bedürfnisse. Der Mensch braucht Essen, Trinken, Schlaf und manchmal auch Liebe. Wie ausgeprägt die jeweiligen Bedürfnisse bei jedem Einzelnen sind, hängt ganz von der Person ab. Ebenfalls ist es wichtig, ab und an ein wenig Bewegung mit einfließen zu lassen, damit der Körper nicht nach und nach wichtige Muskeln abbaut und stattdessen unnötige Fettreserven aufbaut. All das geht – prinzipiell – auch zu Hause:
Die Fitness-Industrie für „Zuhause-Menschen“ macht einen ganzen lukrativen Zweig dieses Geschäfts aus. Workouts auf Youtube gibt es ohne Ende, Sportklamotten lassen sich ohne weiteres bestellen und Sportgeräte wie Laufband oder Ergometer kommen ebenfalls per Lieferdienst. Fitness – kein Problem.

Essen lässt sich, wie oben zur Beschaffung der Produktions-Rohstoffe erklärt, auch online bestellen, so dass sich neben dem Pizza-Lieferanten auch unzubereitete Lebensmittel (inklusive Obst und Gemüse) nach Hause bestellen lassen. Das gleiche gilt für Getränke. Das beste – Leitungswasser – kommt ohnehin frei Haus in deine Küche.

Das Sozialleben und die körperliche Nähe von Mitmenschen ist Verhandlungssache. Entweder du hast gute Freunde, die dich in deinem „Life in a Box“ unterstützen und ihre Gesellschaft frei Haus liefern, oder darauf beharren, mit dir beim Lieblingsitaliener vor Ort eine Pizza zu essen. Beides ist möglich und lässt somit diesen Punkt stehen oder fallen. Aber hey, wer (der ernsthaft darüber nachdenkt, sein Leben ganz und gar im Zuhause stattfinden zu lassen) braucht schon körperlich anwesende Freunde?

Step 2:

Sozialleben. Facebook, Whatsapp, Email, Pinterest, Twitter, ICQ…die Anzahl der digitalen Kanäle zum Austausch mit Freunden und Familien ist endlos. Vernetztes Leben ohne die Wohnung zu verlassen? Funktioniert ganz ohne Zweifel.

Step 3:

Zerstreuung und Inspiration. Wer das Internet auf seiner Seite hat, kann unendliche Stunden damit verbringen zu lesen, Filme und Katzenvideos zu schauen, sich über Nachrichten und Geschehnisse aus aller Welt zu informieren, zu spielen, zu kaufen…letztlich alles Mögliche zu tun. Kurzum: Auch Zerstreuung und Inspiration gibt es im Internet genug.

Step 4:

Krankheit. Wenn mal nicht alles rund läuft und der Postbote mit den Bestellungen aus dem Internet auch Viren frei Haus liefert, was ist dann? Nun – Online-Apotheken liefern rezeptfreie Medikamente und wenn es schlimm genug ist kommt auch der Arzt zum Hausbesuch vorbei. Aber: Sobald es etwas Ernstes ist und mehr Diagnosegeräte als Fieberthermometer, Stethoskop oder ähnliches gebraucht werden, hilft wohl nichts und der Gang ins Krankenhaus oder zumindest in die Arztpraxis ist unvermeidbar. Hier endet das Life in a Box also.

Ist es das wert?

Das Fazit

Nun, so lange du gesund bist und mit Einsamkeit gut klar kommst, dir digitale Kontakte ausreichen oder deine Lieblingsfreunde auch damit zurechtkommen, sich nur bei dir zu Hause zu treffen, stellt das abgeriegelte Leben in der eigenen Wohnung zumindest in Gebieten, die gut vernetzt sind, kein Problem dar: Die Post wird geliefert und abgeholt, das Geld wird Online verdient, die Lebensmittel kommen frei Haus und auch Sport ist zu Hause ohne weiteres möglich. Knackpunkt: Es ist alles etwas teurer – denn gelieferte Lebensmittel kosten Versand und auch der Postbote, der die Pakete abholt um sie zu deinen Kunden zu bringen, möchte entlohnt werden.
Die grundsätzliche Möglichkeit besteht also bis zu einem gewissen Grad, die meisten alltäglichen Besorgungen und Erledigungen können online und mit Lieferdiensten abgewickelt werden. Wie lebenswert ein solches Dasein letztendlich ist, muss jeder für sich entscheiden, denn am Ende sind es ja vor allem die Orte außerhalb der Wohnung mit anderen Menschen, die besondere Erinnerungen kreieren. Es heißt nicht umsonst: „Besuche einmal im Jahr einen Ort, an dem du noch nie warst“ – und das sollte nach Möglichkeit nicht die Besenkammer der heimischen Wohnung sein.

Redaktion Dr. Web

Unter der Bezeichnung "Redaktion Dr. Web" findest du Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt wurden. Auch Beiträge von Gastautoren sind hier zu finden. Beachte dann bitte die zusätzlichen Informationen zum Autor oder zur Autorin im Beitrag selbst.

Ein Kommentar

  1. SCHRITT. Mir war so danach.

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