Denis Potschien 26. März 2018

Future Fonts: Schriften kaufen, bevor sie fertig sind

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010...

Das Angebot an kommerziellen Schriften wächst stetig. Neben den großen Anbietern, wie Linotype und MyFonts, entstehen auch immer wieder neue Foundrys mit eigenen Schriften von jungen, meist unbekannten Designern. Auch wenn die Preise von Schriften je nach Anbieter und Gestalter stark schwanken, kannst du schon einiges investieren, um dir ein gewisses Repertoire an Schriften anzulegen.

Schriften während der Entwicklung erwerben

Das Foundry Future Fonts geht hier einen ganz eigenen, interessanten Weg. Denn der Anbieter bietet Schriften bereits während der Entwicklung zum Kauf an. So kannst du also für wenig Geld eine Schrift erwerben, die zwar noch nicht fertig, aber schon einsatzfähig ist.

Anhand der Versionsnummer siehst du, in welchem Entwicklungsstand sich eine Schrift befindet. Eine Schrift in der Version 0.1 steht somit in der Regel noch ganz am Anfang, während bei Schriften mit der Version 1.0 die Entwicklung abgeschlossen ist.

Aktueller Stand des Ausbaus einer Schrift

Außerdem gibt es eine detaillierte Auflistung, welche genau darüber informiert, was du alles vom aktuellen Stand der Schrift zu erwarten hast. So wird über den Ausbau der verschiedenen Schnitte ebenso informiert, wie über den Zeichensatz.

Beim Zeichensatz erfährst du unter anderem auch, ob die Schrift bereits für spezielle Sprachen einsatzbereit ist. Ist eine Schrift für das Deutsche bereits ausgebaut, sind Umlaute und Eszett also enthalten.

Welche Sprachen zuerst unterstützt werden, hängt vom Gestalter der Schrift ab. In der Regel wird er zunächst seine Muttersprache mit allen nötigen Sonderzeichen ausstatten, bevor andere Sprachen unterstützt werden.

Auch Angaben zum Kerning und Hinting der Schrift werden gemacht. Das Kerning sorgt für ausgewogene Abstände zwischen einzelnen Buchstaben. Diese Abstände werden in der Schrift für alle Buchstabenpaare hinterlegt. Das Hinting sorgt für eine optimale Darstellung der Schrift am Monitor.

Gerade am Anfang können diese wichtigen Eigenschaften einer Schrift noch fehlen, da sie eher zum Feinschliff gehören und somit erst am Ende der Entwicklung in die Schrift einfließen.

Ein weiterer Punkt in der Auflistung ist die Zeichenqualität der Schrift. Diese gibt an, wie gut die einzelnen Zeichen bereits gezeichnet sind und ob hier noch Verbesserungen zu erwarten sind. Gerade am Anfang wird es bei Schriften sicher öfter vorkommen, dass einzelne Buchstaben noch nicht optimal aufeinander abgestimmt sind und es somit noch Veränderungen geben wird.

Vorteile des frühen Kaufens

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum man eine Schrift kaufen sollte, die noch gar nicht fertig ist – möglicherweise sogar eine Schrift, bei der etliche Zeichen fehlen oder die vorhandenen Zeichen noch nicht optimal gezeichnet sind.

Entscheidest du dich zu einem frühen Entwicklungsstand der Schrift zum Kauf, erhältst du die Schrift nicht nur zu einem günstigen Preis. Du erhältst auch alle Updates bis hin zur finalen Version ohne zusätzliche Kosten.

Wenn dir also eine Schrift von Future Fonts gefällt, kann es sich auf jeden Fall lohnen, diese schon sehr frühzeitig zu erwerben, bevor sie zum Normalpreis als Vollversion bereitsteht. Natürlich besteht das Risiko, dass dir die Schrift in der Finalversion nicht mehr so zusagt. Aber dafür hast du auch nur einen Bruchteil des normalen Preises bezahlt.

Für den Entwickler hat dieses Konzept übrigens auch Vorteile. Er kann seine Schrift bereits während der Entwicklung von zahlreichen Gestaltern testen lassen und sich Feedback einholen. Dabei besteht natürlich auch die Möglichkeit, Wünsche der Testkäufer mit zu berücksichtigen.

Schriften von plakativ bis alltagstauglich

Derzeit ist die Auswahl an Schriften bei Future Fonts noch überschaubar. Derzeit sind gut 20 verschiedene Schriften im Angebot. Dazu gehören plakative Schriften wie die „Ohno Blaceface“ oder die „Macabre“. Beide Schriften stehen noch am Anfang der Entwicklung, zeichnen sich aber durch ihr frisches Design aus.

Auswahl an Schriften

Zudem gibt es ganz klassische Schriften, die sich für Fließtexte eignen und somit sehr alltagstauglich sind. Dazu gehören zum Beispiel die „Messer“ und die „Covik Sans Mono“.

Die „Messer” ist eine Serifenschrift, die in den Schnitten „regular“, „condensed“ und „italic“ vorhanden ist. Da diese bereits in der Version 1.0 vorliegt, wird sie zum Normalpreis für 99 US-Dollar angeboten. Aber auch das ist für eine Schrift mit drei Schnitten durchaus erschwinglich.

„Covik Sans Mono“

Die „Covik Sans Mono” hingegen ist erst in der Version 0.1 erhältlich und kostet bereits 90 US-Dollar. Hier ist zu erwarten, dass sich der Preis im Laufe der Entwicklung noch deutlich nach oben entwickelt.

Schriften einreichen

Wer selbst Schriften gestaltet und ein Foundry sucht, kann seine Entwürfe bei Future Fonts einreichen. Das Foundry prüft deinen Entwurf und entscheidet, ob er qualitativ und von der Gestaltung ins Angebot passt.

Im Übrigen gibt es seitens Future Fonts keine Verpflichtung, eine Schrift fertigzustellen. Theoretisch kann eine Schrift auch dauerhaft in Version 0.1 verharren. Allerdings fühlen sich die Schriftgestalter zumeist – wohl auch aufgrund des Feedbacks der Community – verpflichtet, eine Schrift in den Endzustand zu überführen.

In jedem Fall lohnt sich ein Besuch bei Future Fonts – sei es als Käufer oder Gestalter von Schriften.

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.
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2 Kommentare

  1. Ein tolles Feature. Vor allem, weil es eh viel zu wenige Schriften gibt…

Tut uns leid, aber die Kommentare sind geschlossen...

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