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Denis Potschien 26. März 2018

Future Fonts: Schriften kaufen, bevor sie fertig sind

Das Angebot an kom­mer­zi­el­len Schriften wächst ste­tig. Neben den gro­ßen Anbietern, wie Linotype und MyFonts, ent­ste­hen auch immer wie­der neue Foundrys mit eige­nen Schriften von jun­gen, meist unbe­kann­ten Designern. Auch wenn die Preise von Schriften je nach Anbieter und Gestalter stark schwan­ken, kannst du schon eini­ges inves­tie­ren, um dir ein gewis­ses Repertoire an Schriften anzu­le­gen.

Schriften während der Entwicklung erwerben

Das Foundry Future Fonts geht hier einen ganz eige­nen, inter­es­san­ten Weg. Denn der Anbieter bie­tet Schriften bereits wäh­rend der Entwicklung zum Kauf an. So kannst du also für wenig Geld eine Schrift erwer­ben, die zwar noch nicht fer­tig, aber schon ein­satz­fä­hig ist.

Anhand der Versionsnummer siehst du, in wel­chem Entwicklungsstand sich eine Schrift befin­det. Eine Schrift in der Version 0.1 steht somit in der Regel noch ganz am Anfang, wäh­rend bei Schriften mit der Version 1.0 die Entwicklung abge­schlos­sen ist.

Aktueller Stand des Ausbaus einer Schrift

Außerdem gibt es eine detail­lier­te Auflistung, wel­che genau dar­über infor­miert, was du alles vom aktu­el­len Stand der Schrift zu erwar­ten hast. So wird über den Ausbau der ver­schie­de­nen Schnitte eben­so infor­miert, wie über den Zeichensatz.

Beim Zeichensatz erfährst du unter ande­rem auch, ob die Schrift bereits für spe­zi­el­le Sprachen ein­satz­be­reit ist. Ist eine Schrift für das Deutsche bereits aus­ge­baut, sind Umlaute und Eszett also ent­hal­ten.

Welche Sprachen zuerst unter­stützt wer­den, hängt vom Gestalter der Schrift ab. In der Regel wird er zunächst sei­ne Muttersprache mit allen nöti­gen Sonderzeichen aus­stat­ten, bevor ande­re Sprachen unter­stützt wer­den.

Auch Angaben zum Kerning und Hinting der Schrift wer­den gemacht. Das Kerning sorgt für aus­ge­wo­ge­ne Abstände zwi­schen ein­zel­nen Buchstaben. Diese Abstände wer­den in der Schrift für alle Buchstabenpaare hin­ter­legt. Das Hinting sorgt für eine opti­ma­le Darstellung der Schrift am Monitor.

Gerade am Anfang kön­nen die­se wich­ti­gen Eigenschaften einer Schrift noch feh­len, da sie eher zum Feinschliff gehö­ren und somit erst am Ende der Entwicklung in die Schrift ein­flie­ßen.

Ein wei­te­rer Punkt in der Auflistung ist die Zeichenqualität der Schrift. Diese gibt an, wie gut die ein­zel­nen Zeichen bereits gezeich­net sind und ob hier noch Verbesserungen zu erwar­ten sind. Gerade am Anfang wird es bei Schriften sicher öfter vor­kom­men, dass ein­zel­ne Buchstaben noch nicht opti­mal auf­ein­an­der abge­stimmt sind und es somit noch Veränderungen geben wird.

Vorteile des frühen Kaufens

Jetzt stellt sich natür­lich die Frage, war­um man eine Schrift kau­fen soll­te, die noch gar nicht fer­tig ist – mög­li­cher­wei­se sogar eine Schrift, bei der etli­che Zeichen feh­len oder die vor­han­de­nen Zeichen noch nicht opti­mal gezeich­net sind.

Entscheidest du dich zu einem frü­hen Entwicklungsstand der Schrift zum Kauf, erhältst du die Schrift nicht nur zu einem güns­ti­gen Preis. Du erhältst auch alle Updates bis hin zur fina­len Version ohne zusätz­li­che Kosten.

Wenn dir also eine Schrift von Future Fonts gefällt, kann es sich auf jeden Fall loh­nen, die­se schon sehr früh­zei­tig zu erwer­ben, bevor sie zum Normalpreis als Vollversion bereit­steht. Natürlich besteht das Risiko, dass dir die Schrift in der Finalversion nicht mehr so zusagt. Aber dafür hast du auch nur einen Bruchteil des nor­ma­len Preises bezahlt.

Für den Entwickler hat die­ses Konzept übri­gens auch Vorteile. Er kann sei­ne Schrift bereits wäh­rend der Entwicklung von zahl­rei­chen Gestaltern tes­ten las­sen und sich Feedback ein­ho­len. Dabei besteht natür­lich auch die Möglichkeit, Wünsche der Testkäufer mit zu berück­sich­ti­gen.

Schriften von plakativ bis alltagstauglich

Derzeit ist die Auswahl an Schriften bei Future Fonts noch über­schau­bar. Derzeit sind gut 20 ver­schie­de­ne Schriften im Angebot. Dazu gehö­ren pla­ka­ti­ve Schriften wie die „Ohno Blaceface“ oder die „Macabre“. Beide Schriften ste­hen noch am Anfang der Entwicklung, zeich­nen sich aber durch ihr fri­sches Design aus.

Auswahl an Schriften

Zudem gibt es ganz klas­si­sche Schriften, die sich für Fließtexte eig­nen und somit sehr all­tags­taug­lich sind. Dazu gehö­ren zum Beispiel die „Messer“ und die „Covik Sans Mono“.

Die „Messer” ist eine Serifenschrift, die in den Schnitten „regu­lar“, „con­den­sed“ und „ita­lic“ vor­han­den ist. Da die­se bereits in der Version 1.0 vor­liegt, wird sie zum Normalpreis für 99 US-Dollar ange­bo­ten. Aber auch das ist für eine Schrift mit drei Schnitten durch­aus erschwing­lich.

„Covik Sans Mono“

Die „Covik Sans Mono” hin­ge­gen ist erst in der Version 0.1 erhält­lich und kos­tet bereits 90 US-Dollar. Hier ist zu erwar­ten, dass sich der Preis im Laufe der Entwicklung noch deut­lich nach oben ent­wi­ckelt.

Schriften einreichen

Wer selbst Schriften gestal­tet und ein Foundry sucht, kann sei­ne Entwürfe bei Future Fonts ein­rei­chen. Das Foundry prüft dei­nen Entwurf und ent­schei­det, ob er qua­li­ta­tiv und von der Gestaltung ins Angebot passt.

Im Übrigen gibt es sei­tens Future Fonts kei­ne Verpflichtung, eine Schrift fer­tig­zu­stel­len. Theoretisch kann eine Schrift auch dau­er­haft in Version 0.1 ver­har­ren. Allerdings füh­len sich die Schriftgestalter zumeist – wohl auch auf­grund des Feedbacks der Community – ver­pflich­tet, eine Schrift in den Endzustand zu über­füh­ren.

In jedem Fall lohnt sich ein Besuch bei Future Fonts – sei es als Käufer oder Gestalter von Schriften.

Denis Potschien

Denis Potschien

Denis Potschien ist seit 2005 freiberuflich als Kommunikationsdesigner tätig, seit Anfang 2010 im Kreativkonsulat in Iserlohn, einem Büro für Gestaltung und Kommunikation. Dort betreut er kleine und mittelständische Unternehmen ebenso wie kommunale Körperschaften und Organisationen aus Südwestfalen und dem Ruhrgebiet. Als Webdesigner und -entwickler gehören HTML5 und CSS3 zu seinen Kernthemen, weshalb er dazu 2013 ein Buch geschrieben hat. „Pure HTML5 und CSS3“ richtet sich an alle, die Vorkenntnisse haben, sich aber bisher mit HTML5 und CSS3 nicht oder nur am Rande beschäftigt haben.

2 Kommentare

  1. Ein tol­les Feature. Vor allem, weil es eh viel zu weni­ge Schriften gibt…

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