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Dieter Petereit 14. April 2016

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Neben den bisweilen bedrohlich wirkenden Steuer- und Buchführungspflichten gehört die Erstellung eines Businessplans zu den am meisten gefürchteten Aufgaben angehender Unternehmer und Freiberufler. Dabei ist das Schreiben eines Geschäftsplans weder Geheimwissenschaft noch bürokratisches Folterwerkzeug. Die zunächst vage Geschäftsidee wird Schritt für Schritt in konkrete unternehmerische Ziele und Maßnahmen übersetzt. Wenn du die bereits im Kopf hast, ist dein Businessplan im Handumdrehen fertig. Wenn nicht, ist die Planungsphase erst recht unverzichtbar.

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Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Wer beschlossen hat, sich selbstständig zu machen, möchte am liebsten gleich loslegen. Anstatt Papierberge wollen die meisten angehenden Unternehmer und Freiberufler lieber gleich Waren und Dienstleistungen produzieren. Dieses Bedürfnis ist nur zu verständlich – es entspringt im Grunde auch einer gesunden Einstellung. Denn die Entscheidung über Erfolg und Misserfolg eines Vorhabens fällt nun einmal in der Praxis.

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Trotzdem führt am Aufstellen eines Geschäftsplans vielfach kein Weg vorbei – und sei es nur, weil die Bewilligung von Fördermitteln oder die Vergabe von Darlehen es erfordern. Doch, auch und gerade wenn der Planungsanstoß von außen kommt, solltest du das nicht als nervige Zusatzanforderung oder gar unerwünschte Belästigung betrachten.

Businessplan: Sinnlose Fremdbestimmung?

Denn du musst dafür Überlegungen anstellen und zu Papier bringen, die für deine eigenen Zwecke ohnehin absolut unverzichtbar sind. Selbst wenn du genug Geld hast, um einen Unternehmens- oder Steuerberater mit der Ausformulierung der Unterlagen zu beauftragen, tust du gut daran, deinen Plan zumindest in Grundzügen selbst zu entwickeln. Schließlich geht es darum, eine zunächst vage Geschäftsidee in eine möglichst konkrete Form zu bringen, deinem Vorhaben ein Gesicht zu geben.

Besonders wichtig: Wer in der Lage ist, eine lebensnahe und anschauliche Vorstellung von seinem Vorhaben zu entwickeln, schafft damit nicht nur die betriebswirtschaftliche Voraussetzung für deren Gelingen, sondern auch eine ganz entscheidende Motivationsbasis. Je konkreter eine Zielvorstellung ist, desto leichter fällt es, alle Kräfte daraufhin auszurichten. Das Unterbewusstsein wird erst dann zum inneren Kompass und zur positiven Kraftquelle, wenn du ihm eine möglichst bildhafte Vorstellung von deinem Vorhaben anbietest.

Fragen über Fragen

Im Kern liefert ein ordentlicher Geschäftsplan Antworten auf die folgenden zwölf Fragen:

  • Welche fachlichen, kaufmännischen und kommunikativen Qualifikationen und Erfahrungen habe ich? Was sind meine persönlichen Stärken? Woran muss ich noch arbeiten? („Stärken-Schwächen-Analyse“)
  • Welche Entwicklungstendenzen sind auf „meinem“ Markt erkennbar?
  • Welche Chancen und Risiken gibt es? („Marktanalyse“)
  • Welches werden meine Produkte und / oder Dienstleistungen sein? Was zeichnet sie aus? („Konkurrenzvorteil“ / „Alleinstellungsmerkmal“)
  • An welche Kunden richte ich mich? Welches ihrer Probleme löse ich? Welche Bedürfnisse befriedige ich mit meinem Angebot? Was ist der Nutzen meines Geschäftsvorhabens für die Kundschaft? („Kundenanalyse“)
  • Wie ist die Wettbewerbssituation? Welche Konkurrenz-Angebote gibt es? Was sind deren Stärken und Schwächen? („Konkurrenzanalyse“)
  • Wie will ich meine Angebote präsentieren? Wie will ich Kunden ansprechen und Bestellungen oder Aufträge an Land ziehen? („Werbe- und Vertriebsstrategie“)
  • Welchen Gewinn nach Steuern brauche ich mindestens, damit ich meinen Lebensunterhalt und den meiner Familie inklusive sozialer Sicherung bestreiten kann? („Gewinnplanung“)
  • Welche Preise will ich erzielen? Wie hoch muss mein Umsatz sein, damit ich sämtliche betrieblichen Kosten, alle anfallenden Steuern und Abgaben sowie den Mindestgewinn daraus bestreiten kann? („Umsatz- und Ertragsvorschau“)
  • Welche Investitionen in Maschinen, Anlagen und Betriebsmittel sind nötig und woher kommen die dafür erforderlichen Mittel? („Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan“)
  • Wie verteilen sich Einnahmen und Ausgaben im Jahresverlauf? („Liquiditätsplanung“)
  • Wie schaffe ich es, die gefürchtete Durststrecke der Anlaufzeit zu überstehen?
  • Mit welchen Mitarbeitern und / oder Partnern werde ich am Markt auftreten? Wie wird mein Unternehmen organisiert sein?
  • Für welche Rechtsform und für welchen Standort entscheide ich mich?

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Je nach Branche, Unternehmensart und -größe sowie Anlass der Erstellung, unterscheiden sich Businesspläne hinsichtlich inhaltlicher Differenzierung, äußerer Form und Umfang beträchtlich. Bei kleinen Betrieben lässt sich das komplette Text- und Zahlenwerk ohne weiteres auf gut zehn Seiten unterbringen.

Dass weniger oft mehr ist, gilt übrigens auch für die Sprachwahl. Verzichte auf technisches Insiderwissen oder hochtrabende Marketing-Sprechblasen. Beschränke dich stattdessen auf eine wirklichkeitsnahe Bestandsaufnahme deiner Gründungsvoraussetzungen, eine verständliche Beschreibung der Marktbedingungen in deiner Branche sowie des erwarteten Geschäftsalltags und unterfüttere das Ganze mit möglichst realistischem Zahlenmaterial.

Kannst du für dich sorgen?

Was Kleinunternehmer und Freelancer oft übersehen: Um Gutachter „fachkundiger Stellen“ oder auch Kreditinstitute von der Tragfähigkeit eines Vorhabens zu überzeugen (und sich so Gründungszuschüsse oder Darlehen zu sichern), reicht ein wohlklingendes Geschäftskonzept mit guten Marktchancen, durchdachten Werbekampagnen und eine plausible Betriebsorganisation nicht aus. Als erstes verschaffen sich erfahrene Gründungsberater einen Eindruck davon, ob du eine Vorstellung vom Zusammenhang zwischen privater und betrieblicher Sphäre hast:

Bist du in der Lage, im Privat- und Geschäftsleben von der vergleichsweise gesicherten Monatsoptik eines Angestellten auf die Jahres- oder gar Mehrjahresperspektive eines Selbstständigen umzuschalten? Viele Schieflagen in Unternehmen und bei Freiberuflern gehen gar nicht vorrangig auf mangelnde Ertragskraft zurück, sondern auf unvermutete oder unerwartet hohe Zahlungsverpflichtungen oder verzögerten Rechnungsausgleich. Auf solche Liquiditätsengpässe und Finanzierungslücken – sowohl im privaten wie im betrieblichen Bereich – muss ein Selbstständiger vorbereitet sein.

Hast du einen ausreichend hohen und zugleich realisierbaren Unternehmerlohn einkalkuliert (bestehend aus der Bezahlung deiner Arbeitskraft, angemessener Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals und einem gewissen Risikozuschlag), der dir und deinen Angehörigen mindestens den Lebensstandard eines Angestellten mit entsprechender Tätigkeit und Verantwortung ermöglicht? Ist das nicht der Fall, kann von einer Existenz sichernden Gründung nicht die Rede sein.

Reichen private Ersparnisse, Einkünfte des Partners zusammen mit einem eventuellen Gründungszuschuss aus, um die erfahrungsgemäß schwierige Startphase zu überbrücken? Auch dann, wenn unterm Strich nur spärliche Gewinne oder womöglich gar Verluste gemacht werden?

Hintergrund: Wer diese Fragen nicht überzeugend beantworten kann, darf sich nicht wundern, wenn die „Unternehmerpersönlichkeit“ und die Aussichten einer Gründung von externen Fachleuten skeptisch beurteilt werden.

Businessplan: Typische Gliederung 

In welcher Form und Reihenfolge du die eingangs gestellten Fragen zu deinem Vorhaben beantwortest, bleibt dir selbst überlassen. Auch wenn vielerorts dieser Eindruck erweckt wird: Es gibt keine obligatorische oder gar vorgeschriebene Businessplan-Struktur. Üblich ist allerdings, den eigentlichen Ausführungen eine Zusammenfassung („Executive Summary“) voranzustellen.

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Die ein- bis zweiseitige Kurzbeschreibung enthält die Kernaussagen zu den betrieblichen Planungen und hilft deinen Gesprächspartnern, sich einen ersten Eindruck von deinem Vorhaben zu verschaffen. Die Kurzfassung wird zwar als allererstes gelesen – du solltest dir beim Verfassen aber bis ganz zum Schluss damit Zeit lassen. Sobald die übrigen Teile fertig sind, kannst du die Essentials viel einfacher und schneller herausfiltern. Auf diese Weise ersparst du dir viel Arbeit.

Und so sieht die Struktur eines einfachen Geschäftsplans häufig aus:

  1. Zusammenfassung
  2. Angaben zur Person des Gründers
  3. Produkt / Dienstleistung
  4. Branche, Marktlage, Kunden und Wettbewerber
  5. Marketing (Preis, Werbung, Vertriebswege)
  6. Rechtsform und Unternehmens-Organisation
  7. Kapitalbedarf und Finanzierungsplan
  8. Umsatz- und Ertragsvorschau
  9. Anlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate, Verträge, Studien)

Insbesondere in den Abschnitten 3, 4 und 5 kommt es dabei notwendigerweise zu inhaltlichen Überschneidungen. Wenn du die Inhalte daher zum Beispiel lieber in einem einheitlichen Markt-Kapitel zusammenfassen möchtest, ist das ebenso gut möglich. Entscheidend ist nur, dass du dir über die genannten Fragestellungen erkennbar Gedanken gemacht hast und zu einleuchtenden Ergebnissen gekommen bist.

Informationsquellen

Für die meiste Irritation bei Kleingewerbetreibenden und Freelancern sorgen erfahrungsgemäß die vielfach geforderten Angaben zu Marktvolumen, Marktpotenzial, angestrebten Marktanteilen und deren erwarteter Entwicklung. Aus Sicht eines angehenden freiberuflichen Webdesigners etwa, der sich als Einzelkämpfer oder zusammen mit einem befreundeten Programmierer selbstständig machen und bundesweit Kunden finden will, klingt das Ziel eines Marktanteils in Höhe von soundsoviel Prozent ja auch tatsächlich absurd.

Damit ist das Thema Marktanalyse aber keineswegs von vornherein erledigt – ganz im Gegenteil. Aus Sicht kleiner Marktteilnehmer kommt es umso mehr darauf an, die Entwicklungstendenzen der eigenen Branche zu kennen, frühzeitig auf Trends zu reagieren, dich auf einträgliche Entwicklungen zu spezialisieren und in kleinen Marktsegmenten nach Möglichkeit zu den Marktführern zu gehören. Webdesigner etwa, die schon vor fünfzehn Jahren das Thema Barrierefreiheit für sich entdeckt und vermarktet haben, konnten selbst als Solo-Unternehmer ein ordentliches Stück vom – zunächst scheinbar kleinen – Kuchen abschneiden, sich profilieren und einen beträchtlichen Erfahrungsvorsprung vor der Konkurrenz erarbeiten.

Exemplarische Anlaufstellen für die Beschaffung brauchbarer Marktdaten:

  • Fachzeitschriften
  • Branchen- und Berufsverbände
  • Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Freiberufler-Kammern
  • lokale Wirtschaftsbehörden, Wirtschaftsförderer und Gründerzentren,
    Steuer- und Unternehmensberater
  • Gelbe Seiten und Firmendatenbanken,
  • Statistische Bundes- und Landesämter
  • Branchenberichte von Kreditinstituten und Verlagen
  • Forschungsergebnisse und Betriebsvergleiche von Wirtschaftsinstituten und Onlinediensten
  • „Feldforschung“: Angebote von Wettbewerbern vor Ort, in den Medien, im Internet

Viele dieser Institutionen stellen die Informationen sogar kostenlos zur Verfügung, wenn auch keineswegs immer in mundgerechter Form. Am besten lässt du dich von Beratern und Experten beim Herausfiltern der für dich brauchbaren Ergebnisse beraten. Verlasse dich aber nicht darauf, dass man dir deine Arbeit gleich ganz abnehmen wird. Bereite dich auf diese Gespräche gut vor, indem du dir über deinen genauen Informationsbedarf Gedanken machst, zum Beispiel: Wie hoch ist die Zahl der Anbieter in meiner Branche? Gesamtumsatz? Gesamtumsatz in meiner Region? Durchschnittlicher Umsatz? Durchschnittlicher Gewinn? Die Zahl der Insolvenzen? Die Zahl der Mitarbeiter?

Schritt für Schritt zum Businessplan

Wenn du dich im Anschluss an die Informationsbeschaffung unsicher fühlst, die einzelnen Kapitel freihändig zu formulieren, könntest du dich von einem der vielen Software-Tools oder Online-Diensten dabei unterstützen lassen. So stellt etwa das Bundeswirtschaftsministerium einen brauchbaren Online-Businessplaner zur Verfügung, der zu jedem einzelnen Abschnitt Fragen vorgibt und aus deinen Eingaben einen fertigen Geschäftsplan erzeugt. Auch die Industrie- und Handelskammern haben mittlerweile auf den gestiegenen Unterstützungsbedarf bei der Geschäftsplanung reagiert. So bietet zum Beispiel die IHK Berlin einen Existenzgründerkurs mit eingebautem Businessplan-Modul.

Unverzichtbar: Der Businessplan für Selbständige in Spe

Wem nützt es?

Die Verschriftlichung gilt in Hochkulturen seit Jahrtausenden als entscheidende Voraussetzung und mächtigstes Werkzeug bei der Umsetzung von Ideen. Betrachte das Aufstellen deines Geschäftsplans daher nicht als bürokratisches Folterwerkzeug unausgelasteter Bürokraten in Behörden und Kreditinstituten. Nutze die Planungsphase, um dein Vorhaben von allen Seiten abzuklopfen, dir deine künftige Geschäftspraxis in bunten Farben auszumalen – und die Ergebnisse zu Papier zu bringen.

Mit deinem Geschäftsplan verfügst du nicht nur über einen hilfreichen Kompass im hektischen Alltag, sondern kannst die tatsächlichen Entwicklungen von Zeit zu Zeit mit deinen ursprünglichen Überlegungen vergleichen. Das wiederum liefert dir eine brauchbare Grundlage für die Planung der nächsten Phase: Ein Businessplan ist nämlich kein einmaliger Akt in der Gründungsphase, sondern eine Art unternehmerischer Dauerauftrag. Folgepläne müssen zwar nicht unbedingt formvollendet fortgeschrieben werden – spätestens bei Änderungen des Geschäftsfelds, größeren Produkteinführungen oder zusätzlichem Kreditbedarf musst du aber auch als gestandener Unternehmer und Freiberufler in der Lage sein, aus deinen Geschäfts-Ideen konkrete neue Ziele und Maßnahmen zu entwickeln.

Erst wenn du persönlich im tiefsten Inneren von deinem Vorhaben überzeugt bist, hast du gute Voraussetzungen, die Gutachter fachkundiger Stellen oder Kreditsachbearbeiter für dein Konzept und deine Unternehmerpersönlichkeit einzunehmen – und dich dann mit deinen Fähigkeiten auf dem Markt gegen deine Konkurrenz durchzusetzen. Und darauf kommt es – Planung hin oder her – letztlich an.

Materialien zum Thema Businessplan:

  • Das Bundeswirtschaftsministerium stellt neben vielen weiteren Informationen und Hilfen auch einen brauchbaren Online-Businessplaner zur Verfügung. Der Besuch der eigens für Gründer geschaffenen Website Existenzgruender.de lohnt in jedem Falle.
  • Ein Handbuch Businessplan stellt die Dortmunder Wirtschaftsförderungs-Initiative start2grow neben vielen weiteren hilfreichen Materialien in ihrem Download-Bereich bereit.
  • Speziell an Gründer aus der Arbeitslosigkeit und andere Inhaber von Klein- und Kleinstbetrieben richtet dich der Linde-Ratgeber Businessplan von Dr. Andreas Lutz (19,90 Euro). Unterstützt wird das Werk seitens der Komplementärpublikation Businessplan-Mappe. Damit hast du eine Allzweckwaffe, wenn du mehr der Typ bist, der aus Büchern lernt.
  • Das Gründungsnetzwerk Berlin steht dir ebenfalls tatkräftig zur Seite und betreibt sogar eine eigene Hotline.
  • Wer es ganz eilig hat, kann dich notfalls auch einen vorgefertigten Branchen-Businessplan kaufen und an die eigenen Bedingungen anpassen. Bei vorlagen.de haben du zum Beispiel die Auswahl zwischen über 190 Vorlagen, bei gruenderagentur.com gibt es derer 150. Mit 49 Euro bis 99 Euro für jeweils über 20 Seiten halten dich die Preise im erschwinglichen Rahmen – zu empfehlen sind die „Geschäftspläne von der Stange“ trotzdem nur sehr bedingt: Gründe siehe oben.

(dpe)

Autor der Ursprungsfassung: Lukas Schlömer
Erstveröffentlichung 14.08.2006 | zuletzt aktualisiert: 14.04.2016

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese wunderbare Zusammenfassung zum Thema Businessplan!

    Ich selber befinde mich auch gerade noch im Gründungsprozess und habe unter Gleichgesinnten schon häufig die Einstellung mitbekommen, dass das ja alles nur „bürokratischer Scheiß“ sei.
    Das Problem, dass die Idee (so gut sie auch sein mag) am Ende nicht wettbewerbsfähig ist, da die Strategie zu Beginn der Gründung nicht ausreichend ausformuliert (und auch im Kopf nicht zuende gedacht) war, wurde hier im Artikel ja bereits ausführlich besprochen.

    Ein anderes Problem, dass ich in meinem Umfeld immer mal wieder mitbekommen habe ist die Tatsache, dass derjenige zwar eigentlich schon gründen möchte, mit dem „Papierkram“ aber am liebsten nichts zu tun haben möchte und deshalb Dinge wie der Businessplan eher stiefmütterlich behandelt werden. Ganz besonders ist mir das aufgefallen bei einem Bekannten, der als Fitnesstrainer ein eigenes Studio eröffnen wollte. Getrieben war diese Idee von der Vorstellung, eigenverantwortlich arbeiten zu können (er hatte sich mit seinem alten Arbeitgeber ziemlich überworfen), er hat aber außer Acht gelassen, wie viele administrative Aufgaben am Ende des Tages tatsächlich bei ihm hängenbleiben. Er hatte lange Zeit die rosarote Brille auf und war der Meinung, er könne einfach jemanden einstellen, der sich darum kümmert und er wäre fein raus. Das er als Geschäftsführer jedoch in die meisten Entscheidungen involviert ist, bestand sein Tag auf einmal fast nur noch aus organisatorischer Arbeit und nicht, wie er es eigentlich gern wollte, aus eigenständiger Arbeit als Trainer. Man sollte sich als Gründer also von vornherein im Klaren darüber sein, dass man sich, unabhängig vom eigentlichen Kerngeschäft, nicht aus der Verantwortung ziehen kann bei den bürokratischen Hürden des Unternehmertums.

    Ich selbst habe meinen Businessplan zum großen Teil selber geschrieben, da ich es wichtig finde (wie auch im Artikel genannt) sich selbst intensiv mit dem eigenen Geschäftsmodell auseinanderzusetzen und sowohl die Stärken als auch die Schwächen zu sehen. Da ich mich bei den Feinheiten jedoch an der ein oder anderen Stelle ein wenig schwer getan habe, da ich den Businessplan „perfekt“ haben wollte, habe ich mich für den Feinschliff an einen Profi gewandt. Das war natürlich nicht ganz günstig, für mich aber genau die richtige Entscheidung, da er mir, zusätzlich zur Überarbeitung des Businessplans, noch wichtige Tipps für die Förderung Selbständigkeit Berlin mit auf den Weg geben konnte.

  2. Eine prima Übersicht der wichtigsten Gründungsformalitäten. Der Businessplan sollte möglichst gründlich ausgearbeitet sein, er dient ja nicht nur für Dritte. Im besten Fall gibt er einem selbst Struktur und die Möglichkeit, die Tragfähigkeit des Vorhabens zu prüfen. Meiner Meinung nach scheitern bereits an diesem Punkt viele Gründer. Habe auch schon oft erlebt, dass bei Förderungen die entscheidende Stelle bereits nach dem Lesen des Executive Summary das Ganze gedanklich entschieden hat. Daher sollte dieser Teil aufbauend auf ausgearbeiteten Plan nochmals gut formuliert sein.

    Bei Vorlagen wäre ich vorsichtig, die können dazu verleiten, alles nur auszufüllen und den Plan fertig zu sehen, ohne ihn wirklich reflektiert zu haben. Was ich nur bestätigen kann, ist das Netzwerken und Coworking, was man auch schon vor der Selbstständigkeit tun kann/sollte.

    LG Robert

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