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Heike Thormann 22. Februar 2019

Mit diesen 5 Methoden definierst du Ziele, die du auch erreichen wirst

Mit Zielen ist es wie mit guten Vorsätzen. Viele haben sie, aber die Verwirklichung steht auf einem anderen Blatt. Ein wesentlicher Grund für Abkommen vom Weg ist die Unklarheit der Zieldefinition. Wenn du nicht weißt, was du ganz konkret erreichen willst, kannst du es auch nicht ansteuern. Ich zeige dir daher fünf Methoden, um deine Ziele besser in den Griff zu bekommen.

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1. Zieldefinition nach Fragen und Antworten

Diese Methode klingt erstmal harmlos. Es steckt keine ausgefeilte Methode mit werbeträchtigem Namen dahinter. Stattdessen braucht es nur ein paar Fragen. Aber Fragen sind es auch, die – bewusst oder unbewusst – den Kern jeder Zieldefinition bilden. Denn Ziele sind immer eine Antwort auf Fragen wie

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  • Was will ich erreichen? (Qualität)
  • Wie viel will ich erreichen? (Quantität)
  • Warum will ich es erreichen? (Begründung)
  • Bis wann will ich es erreichen? (Termin)
  • Wie will ich es erreichen? (Lösungsweg)

Fragen bestimmen die Blickrichtung und lenken unser Denken. Statt den allgemeinen Wunsch zu haben, mehr Umsatz zu machen (und damit der Lösung noch nicht wirklich näher zu sein), könntest du dich auch fragen:

  • Womit will ich mehr Umsatz machen?
  • Wie viel mehr Umsatz will ich genau machen?
  • In welchem Zeitraum will ich meinen Umsatz steigern?
  • Wie werde ich dazu ganz konkret vorgehen?

Und Ähnliches mehr. Übrigens: Je passgenauer du deine Fragen wählst, desto konkreter und besser erreichbar formulierst du auch deine Ziele. Brüte also ruhig ein wenig über möglichen Fragen. Es lohnt sich.

2. Zieldefinition nach Lebensbereichen

Manchmal kann es auch nützlich sein, einen bestimmten Lebensbereich genauer unter die Lupe zu nehmen und auf mögliche Ziele abzuklopfen.

Beispiel: Mit Beruf, Freizeit und Privatleben bist du zufrieden, aber es stört dich, nicht mehr aus deinen Finanzen machen zu können.

Oder: Du bist ein leidenschaftlicher Koch und dein bester Gast. Eigentlich wäre es schön, wenn man das jetzt nicht auch noch sehen würde.

Teile also dein Leben dazu als erstes in einzelne Bereiche auf. Also beispielsweise in

  • Körperliche Fitness (Schlaf, Bewegung, Ernährung, etc.)
  • Beruf (Arbeitsinhalt, Arbeitsumfeld, Verdienst, Beförderungsmöglichkeiten, etc.)
  • Soziale Beziehungen (Freunde, Partner, Kinder, Verwandte, Erziehung, etc.)
  • Vermögen (Geld, Immobilien, Altersvorsorge, etc.)

und dergleichen mehr.

Arbeitest du, um zu leben oder lebst du, um zu arbeiten? (Foto: Pixabay)

Setze dich dann mit jedem einzelnen Bereich auseinander und überlege, wo es bereits gut läuft und wo du noch optimieren willst. Je kleinteiliger du diese Bereiche definierst, desto konkreter und besser erreichbar werden wiederum deine Ziele.

So ließe sich ein Teilbereich wie „Arbeitsumfeld“ zum Beispiel noch runterbrechen in: Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Kunden, Arbeitszeit, Arbeitsort, Büroeinrichtung und anderes mehr.

Auf diese Weise könntest du zu dem Ergebnis kommen, dass du vielleicht mit Kollegen und Vorgesetzten durchaus zufrieden bist, aber mit den unflexiblen Arbeitszeiten ein Problem hast. Aus einem diffusen Unwohlsein („ich fühle mich nicht wohl in meinem Job“) wird jetzt ein klares Ziel: Arbeitszeiten anstreben, die zum persönlichen Tagesrhythmus passen.

3. Zieldefinition nach dem Idealzustand

Eine andere Möglichkeit ist es, statt vom Vorhandenen auszugehen, nach dem Idealen zu suchen. Klopfe also nicht einzelne Bereiche deines Lebens auf Positives und Negatives ab. Gehe einen Schritt weiter und male dir den Idealzustand aus.

Wie würde dein idealer Job aussehen? Wie ein rundum gelungener Tag? Wie stellst du dir deinen Lieblingskunden vor? Geh ruhig in die Vollen und werde wieder so konkret wie möglich.

If you can dream it, you can do it. (Foto: Pixabay)

Arbeitest du in deiner Idealvorstellung am liebsten mit jungen Selbstständigen und erstellst für sie professionelle Flyer und anderes Werbematerial? Dann könntest du jetzt sozusagen rückwärts denken und dafür nötige Ziele definieren. Also etwa:

  • Ich will mich auf auf Flyer spezialisieren,
  • Ich will mich auf Selbstständige konzentrieren,
  • Ich will Zugang zu Existenzgründern suchen,

und so weiter, und so fort.

4. Zieldefinition nach Zielcollagen

Hast du indes ein Problem damit, dir Idealbilder vorzustellen? Dann greife zu einem Trick und arbeite mit einer Zielcollage.

Sammle Fotos, Texte, Buttons, kleine Objekte, alles, was dich in irgendeiner Weise anspricht oder etwas darstellt, das dein Herz berührt. Halte die Augen offen und schneide Fundstücke aus Zeitungen oder Werbeprospekten aus, streife mit deinem Fotoapparat durch die Gegend, lass dich meinetwegen sogar vom Fernsehen inspirieren (wenn du bereit bist, ans Äußerste zu gehen) und skizziere schlaglichtartig einzelne Szenen nach. Deiner Fantasie solltest du dabei keine Grenzen setzen.

Das Besondere: Da unser Gehirn in Bildern denkt, werden durch die Fragmente deiner Collage auch Träume und Bedürfnisse angesprochen, die du dir bewusst vielleicht noch nie klar gemacht hast.

So dürfte das Bild von einem roten Ferrari relativ leicht zu erklären sein. Wenn du aber zum Beispiel immer wieder über Bilder von Uhren stolperst, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass du mehr Zeit für dich haben willst, mit deiner Zeit nicht auskommst oder die Zeit an sich vorbeieilen siehst.

Gut möglich, dass du durchaus ein bisschen „übersetzen“ musst, was dein Unterbewusstsein dir sagen will. Immerhin lässt es dich verstärkt auf Wünsche und mögliche Ziele achten.

Und wo wir gerade bei Zielen sind: Zielcollagen helfen dir nicht nur dabei, deine Ziele Gestalt annehmen zu lassen und greifbar zu werden. Sie halten dich auch, wie Leuchtbojen, während des langen Wegs zum Ziel auf Kurs. Wirf einfach regelmäßig einen Blick darauf und präge dir die Bilder und Symbole gedanklich ein. So ergeben sich bessere Chancen für deine Ziele, nicht durch den Alltagstrott wieder verdrängt und vergessen zu werden.

5. Zieldefinition nach der SMART-Formel

Und zum Schluss komme ich dann doch noch mit einer Methode, die einen werbewirksamen Namen aufzuweisen hat, nämlich  mit der SMART-Formel. Das ist griffig, schlagkräftig und gut zu merken. Wer möchte nicht smart, wer möchte kein tüchtiger und geschickter Zieldefinierer sein?

Macht einen smarten Eindruck… (Foto: Pixabay)

Die SMART-Formel setzt da an, wo der Alltagstrott deine Ziele bedroht, nämlich bei schwammig formulierten, unrealistischen Wunschvorstellungen, die der erste Gegenwind oder auch nur die Macht der Gewohnheit von den Füßen heben kann.

Damit das deinen Zielen nicht passiert, halte diese:

  • spezifisch (specific)
  • messbar (measurable)
  • erreichbar (achievable)
  • bedeutsam (relevant)
  • terminiert (timely)

Das heißt:

  1. Formuliere deine Ziele so konkret und eindeutig, so spezifisch wie möglich. Nur dann wird aus einem vagen Wunsch ein konkretes Ziel. Beispiel: „Mehr Umsatz“ ist ein Wunsch. „xx Prozent mehr Umsatz durch Ausbau der und der Geschäftsbereiche“ ist ein Ziel. Schreibe diese Ziele auf jeden Fall auf. Das macht sie verbindlicher und leichter zu kontrollieren.
  2. Definiere sie messbar und damit kontrollierbar. Woher willst du sonst wissen, wann du sie erreicht hast, wie weit du ihnen schon näher gekommen bist und wo du noch Hand anlegen müsstest?
  3. Setze dir ruhig hohe Ziele. Das spornt an und fordert heraus. Achte aber darauf, dass du diese auch erreichen kannst. Ziele, die jenseits deiner Möglichkeiten liegen, lassen schnell Frust aufkommen. Menschen können nicht aus eigener Kraft fliegen.
  4. Suche dir Ziele, die zu dir und deinem Leben passen. Die du auch bejahen kannst, weil sie für dich bedeutsam sind. Nur dann bringst du genug Motivation mit, Durststrecken zu überwinden. Ziele, die deinen Werten und Wünschen zuwiderlaufen, haben langfristig keine Chance.
  5. Erkläre deine Ziele durch klare Zeitangaben für verbindlich. Ein Ziel wie „ich möchte einen eigenen Laden führen“ kann schnell wieder ein frommer Wunsch werden. Dafür kann zu vieles zwischendurch locken. Setze stattdessen das Ziel in Teilziele mit konkreten Handlungen um und vereinbare mit dir selber feste Zeitfenster für einzelne Teilziele. Das sorgt für den nötigen Druck und Ansporn.

Fazit: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Wenn du jetzt also,

  • deine Ziele bewertest und priorisierst (wichtig, wäre schön, nicht so wichtig, usw.),
  • überlegst, was du tun musst, um deine Ziele zu erreichen,
  • einen Maßnahmeplan erarbeitest,
  • die nächsten Schritte ableitest,
  • Termine setzt und loslegst,

dürften deine Ziele nicht mehr weit von der Verwirklichung entfernt sein. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.

(Der Beitrag erschien erstmals im März 2008 und wird seitdem regelmäßig aktualisiert, zuletzt am 20.02.2019.)

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.

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