Heike Thormann 17. März 2008

Fünf Methoden, um Ziele zu definieren

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Mit Zielen ist es wie mit guten Vorsätzen: Viele haben sie, aber die Verwirklichung steht noch auf einem anderen Blatt. Mit ein Grund für das Risiko, vom Weg abzukommen: Unklare, nicht sauber definierte Ziele. Wenn Sie nicht wissen, was Sie ganz konkret erreichen wollen, können Sie es auch nicht ansteuern. Nutzen Sie die folgenden fünf Methoden, um Ihre Ziele besser in den Griff zu bekommen.

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1. Ziele definieren nach Fragen
Dieser Ansatz sieht so harmlos aus – keine ausgefeilte Methode mit werbeträchtigem Namen dahinter. Nur ein paar Fragen. Aber Fragen sind es auch, die – bewusst oder unbewusst – den Kern jeder Zieldefinition bilden. Denn Ziele sind immer eine Antwort auf Fragen wie

  • Was will ich erreichen? (Qualität)
  • Wie viel will ich erreichen? (Quantität)
  • Warum will ich es erreichen? (Begründung)
  • Bis wann will ich es erreichen? (Termin)
  • Wie will ich es erreichen? (Lösungsweg)

Fragen bestimmen die Blickrichtung und lenken unser Denken. Statt den allgemeinen Wunsch zu haben, mehr Umsatz zu machen (und damit der Lösung noch nicht wirklich näher zu sein), könnten Sie sich auch fragen

  • Womit will ich mehr Umsatz machen?
  • Wie viel mehr Umsatz will ich genau machen?
  • In welchem Zeitraum will ich meinen Umsatz steigern?
  • Wie werde ich dazu ganz konkret vorgehen?

Und Ähnliches mehr. Übrigens: Je passgenauer Sie Ihre Fragen wählen, desto konkreter und besser erreichbar auch Ihre Ziele. Brüten Sie also ruhig ein wenig über möglichen Fragen. Es lohnt sich.

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2. Ziele definieren nach Bereichen
Manchmal kann es auch nützlich sein, einen bestimmten Bereich genauer unter die Lupe zu nehmen und auf mögliche Ziele abzuklopfen.

Beispiel: Mit Beruf, Freizeit und Privatleben sind Sie zufrieden, aber es stört Sie, nicht mehr aus Ihren Finanzen machen zu können. Oder: Sie sind ein leidenschaftlicher Koch und Ihr bester Gast. Eigentlich wäre es schön, wenn man das jetzt nicht auch noch sehen würde.

Teilen Sie Ihr Leben und / oder Ihren Beruf dazu als erstes in einzelne Bereiche auf. Also beispielsweise in

  • Beruf (Arbeitsinhalt, Arbeitsumfeld, Verdienst, Beförderungsmöglichkeiten pp.)
  • Familie (Partner, Kinder, Verwandte, Erziehung und so weiter)
  • Vermögen (Geld, Immobilien, Altersvorsorge et cetera)

Und dergleichen mehr.

Setzen Sie sich dann mit jedem einzelnen Bereich auseinander und überlegen Sie, wo es bereits gut läuft und wo Sie noch optimieren wollen. Je kleinteiliger Sie Ihre Bereiche definieren, desto konkreter und besser erreichbar wieder Ihre Ziele.

So ließe sich ein Teilbereich wie „Arbeitsumfeld“ zum Beispiel noch runterbrechen in: Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Kunden, Arbeitszeit, Arbeitsort, Büroeinrichtung und anderes mehr.

Mit dem Ergebnis, dass Sie vielleicht mit Kollegen und Vorgesetzten durchaus zufrieden sind, aber mit den unflexiblen Arbeitszeiten ein Problem haben. Aus einem diffusen Unwohlsein („ich fühle mich nicht wohl in meinem Job“) wird jetzt ein klares Ziel: Arbeitszeiten anstreben, die zum persönlichen Tagesrhythmus passen.

3. Ziele definieren nach Idealzustand
Eine andere Möglichkeit ist es, statt vom Vorhandenen auszugehen, nach dem Idealen zu suchen. Klopfen Sie also nicht einzelne Bereiche Ihres Lebens auf Positives und Negatives ab. Gehen Sie einen Schritt weiter und malen Sie sich den Idealzustand aus.

Wie würde Ihr idealer Job aussehen? Wie ein rundum gelungener Tag? Wie stellen Sie sich Ihre Lieblingskunden vor? Gehen Sie ruhig in die Vollen und werden Sie wieder so konkret wie möglich.

Arbeiten Sie in Ihrer Idealvorstellung am liebsten mit jungen Selbstständigen und erstellen für sie professionelle Flyer und anderes Werbematerial? Dann könnten Sie jetzt sozusagen rückwärts denken und dafür nötige Ziele definieren. Also etwa:

  • Sich auf Flyer spezialisieren
  • Sich auf Selbstständige konzentrieren
  • Zugang zu Existenzgründern suchen

Und so weiter, und so fort.

4. Ziele definieren nach Zielcollagen
Haben Sie noch das eine oder andere Problem damit, sich Idealbilder vorzustellen? Dann greifen Sie zu einem Trick und arbeiten mit einer Zielcollage.

Sammeln Sie Fotos, Texte, Buttons, kleine Objekte – was auch immer. Alles, was Sie in irgendeiner Weise anspricht und etwas darstellt, was Ihr Herz berührt. Halten Sie die Augen offen und schneiden Sie Ihre Fundstücke aus Zeitungen oder Werbeprospekten aus, streifen Sie mit Ihrem Fotoapparat durch die Gegend, lassen Sie sich vom Fernsehen inspirieren und skizzieren schlaglichtartig einzelne Szenen nach … Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Das Besondere: Da unser Gehirn in Bildern denkt, werden durch die Fragmente Ihrer Collage auch Träume und Bedürfnisse angesprochen, die Sie sich bewusst vielleicht noch nie klargemacht haben.

So dürfte das Bild von einem roten Ferrari relativ leicht zu erklären sein. Wenn Sie aber zum Beispiel immer wieder über Bilder von Uhren stolpern, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Sie mehr Zeit für sich haben wollen, mit Ihrer Zeit nicht auskommen oder die Zeit an sich vorbeieilen sehen.

Vielleicht müssten Sie noch ein bisschen „übersetzen“, was Ihr Unterbewusstsein Ihnen sagen will. Immerhin lässt es Sie verstärkt auf Wünsche und mögliche Ziele achten.

Und wo wir gerade bei Zielen sind: Zielcollagen helfen Ihnen nicht nur dabei, Ihre Ziele Gestalt annehmen zu lassen und greifbar zu werden. Sie halten Sie auch wie Leuchtbojen während des langen Wegs zum Ziel auf Kurs. Werfen Sie einfach regelmäßig einen Blick darauf und prägen sich Ihre Bilder und Symbole gedanklich ein. Bessere Chancen für Ihre Ziele, nicht durch den Alltagstrott wieder verdrängt und vergessen zu werden.

5. Ziele definieren nach der SMART-Formel
Und zum Schluss doch noch eine Methode mit einem werbewirksamen Namen: Die SMART-Formel. Griffig, schlagkräftig und gut zu merken, denn wer möchte kein tüchtiger und geschickter Zieldefinierer sein?

Die SMART-Formel setzt da an, wo der Alltagstrott Ihre Ziele bedroht: Bei schwammig formulierten, unrealistischen Wunschvorstellungen, die der erste Gegenwind oder auch nur die Macht der Gewohnheit von den Füßen heben kann.

Damit das Ihren Zielen nicht passiert, halten Sie diese

  • spezifisch (specific)
  • messbar (measurable)
  • angemessen (achievable)
  • realistisch (relevant)
  • terminiert (timely)

Das heißt:

  1. Formulieren Sie Ihre Ziele so konkret und eindeutig wie möglich. Nur dann wird aus einem vagen Wunsch ein konkretes Ziel. Beispiel: „Mehr Umsatz“ ist ein Wunsch. „xx Prozent mehr Umsatz durch Ausbau der und der Geschäftsbereiche“ ist ein Ziel. Schreiben Sie Ihre Ziele auch gern auf. Das macht sie verbindlicher und leichter zu kontrollieren.
  2. Definieren Sie sie messbar und damit kontrollierbar. Woher wollen Sie sonst wissen, wann Sie sie erreicht haben, wie weit Sie ihnen schon näher gekommen sind und wo Sie noch Hand anlegen müssen?
  3. Suchen Sie sich Ziele, die zu Ihnen und Ihrem Leben passen. Die Sie auch bejahen können. Nur dann bringen Sie genug Motivation mit, Durststrecken zu überwinden. Ziele, die Ihren Werten und Wünschen zuwiderlaufen, haben langfristig keine Chance.
  4. Setzen Sie sich ruhig hohe Ziele. Das spornt an und fordert heraus. Achten Sie aber darauf, dass Sie diese auch erreichen können. Ziele, die jenseits Ihrer Möglichkeiten liegen, lassen schnell Frust aufkommen. Außer Spesen ist dann nicht viel gewesen.
  5. Machen Sie Ihre Ziele durch klare Zeitangaben verbindlich. Ein Ziel wie „ich möchte einen eigenen Laden führen“ kann schnell wieder ein frommer Wunsch bleiben. Dafür kann zu vieles zwischendurch locken. Feste Zeitfenster für einzelne Teilziele oder den großen Wurf sorgen dagegen für den nötigen Druck und Ansporn.

Wenn Sie jetzt noch

  • Ihre Ziele bewerten und priorisieren (wichtig, wäre schön, nicht so wichtig, usw.)
  • überlegen, was Sie tun müssen, um Ihre Ziele zu erreichen
  • einen Maßnahmeplan erarbeiten
  • die nächsten Schritte ableiten
  • Termine setzen und loslegen,

dürften Ihre Ziele nicht mehr weit von der Verwirklichung entfernt sein. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.

Erstveröffentlichung 17.03.2008

Heike Thormann

Heike Thormann ist Trainerin, Redakteurin und Autorin. Ihr Schwerpunkt sind kreative Schreib-, Denk-, Lern- und Arbeitstechniken. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus.
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Ein Kommentar

  1. Danke für diese sehr schöne Übersicht zu den verschiedenen Herangehensweisen. Ich glaube, dass es wichtig ist, regelmäßig zu wechseln. Sonst hängen die Ziele irgendwann als Collage an der Wand, werden aber durch den Gewöhnungseffekt gar nicht mehr wahrgenommen…

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