Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dirk Metzmacher 16. März 2017

Freistellen mit Photoshop CC 2017 – Nie war es leichter, Haare freizustellen

Dank neu­er Techniken, Funktionen und Kombinationen fällt es selbst dem Einsteiger leich­ter, Bildmaterial vom Hintergrund zu lösen. Freistellen: Haare sind da immer noch das Top-Thema. Feinste Strukturen zei­gen auch ein gro­ßes Problem: sie las­sen die Farbe des alten Hintergrunds durch­schim­mern. Doch auch dafür gibt es Lösungen. Gleich drei aktu­el­le Techniken für noch schö­ne­re Haare in Photoshop.

Technik zum Freistellen #1: Kanalberechnungen

Schritt 1: Körper frei­stel­len

In die­sem ers­ten Schritt geht es dar­um, alle ande­ren Bereiche auf klas­si­scher Art frei­zu­stel­len. Für die Haare nutzt du gleich eine eige­ne Methode. Kopiere die Hintergrundebene über Strg+J und blen­de die Hintergrundebene aus. Die Kopie erhält über Ebene > Ebenenmaske > Alle ein­blen­den eine Maske.

Körper freistellen

In die­ser arbei­test du zunächst mit dem Buntstift, schwar­zer Vordergrundfarbe und einer grö­ße­ren Werkzeugspitze, um das Model zunächst grob frei­zu­stel­len. Aktiviere das Zoom-Werkzeug und rufe den Rand des Models groß auf. Tipp: Damit auch bei hohen Zoomstufen die Inhalte gut zu erken­nen sind, kannst du über Ansicht > Anzeigen das Pixelraster deak­ti­vie­ren.

Model freigestellt

Wer eine ruhi­ge Hand hat, malt am Rand mit dem Pinsel und einer klei­nen, nicht ganz so wei­chen Werkzeugspitze ent­lang. Für mich ist es leich­ter, mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug zu arbei­ten.

Die Hintergrundfarbe steht dabei auf Schwarz. Klick für Klick folgst du der Kontur des Models. Nach einem Abschnitt schließt du die Auswahl nach außen hin. Drücke die Entfernen-Taste, um den Bereich mit Schwarz zu fül­len. Schritt für Schritt wird so das Model frei­ge­stellt. Die Haare dabei aller­dings nur ganz grob.

Schritt für Schritt auswählen

Schritt 2: Kanalberechnungen

Kopiere die Hintergrundebene und blen­de sie ein. Gehe im Menü auf Bild > Kanalberechnungen. Ändere die Kanäle bei bei­den Quellen auf Blau ab und akti­vie­re auch jeweils Umkehren. Entdecke beim Mischmodus die Füllmethode, wel­che die Haare sehr weiß, den Rest aber schwarz dar­stellt. Wichtig ist noch, ganz unten bei Ergebnis Auswahl zu akti­vie­ren.

Kanalberechnungen

Nach dem Bestätigen gehst du im Ebenenbedienfeld auf den Button Ebenenmaske hin­zu­fü­gen. Die Haare wur­de frei­ge­stellt. In Kombination mit der ers­ten Freistellung ergibt sich ein zufrie­den­stel­len­des Ergebnis, das aller­dings noch opti­miert wer­den kann.

Schritt 3: Ergebnis opti­mie­ren

Erstelle unter­halb der zwei Ebenen mit frei­ge­stell­ten Bildelementen eine neue Ebene, die du mit der Farbe des neu­en Hintergrund füllst. Erst jetzt wird deut­lich, wie gut (oder auch schlecht) du frei­ge­stellt hast.

Um das Ergebnis noch zu opti­mie­ren, wählst du die zwei frei­ge­stell­ten Ebenen bei gedrück­ter Strg-Taste aus und drückst Strg+G auf der Tastatur, für eine Gruppierung.

Farben angleichen

Erstelle eine neue Ebene dar­über und gehe im Menü auf Ebene > Schnittmaske erstel­len. Stelle den Modus die­ser Ebene von Normal auf Farbe um. Aktiviere den Pinsel und neh­me bei gehal­te­ner I-Taste die neue Hintergrundfarbe auf.

Male dann über den Rand der Haare. Diese erhal­ten damit den Schein des neu­en Hintergrunds. Reduziere bei Bedarf die Ebenendeckkraft.

Technik zum Freistellen #2: Auswählen und maskieren

Schritt 1: Auswahl vor­be­rei­ten

Auswahl und mas­kie­ren reagiert auf Kontrastsprünge zum Hintergrund. Um die Erzeugung der Maske zu ver­ein­fa­chen, kopierst du die Hintergrundebene über Strg+J. Gehe dann im Menü auf Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf mas­kie­ren.

Stelle die Stärke auf 500% und den Radius auf 1 Pixel oder höher ein. Dickere Haarstränge sol­len sich so deut­li­cher vom Hintergrund tren­nen. Es folgt der Filter > Stilisierungsfilter > Ölfarbe. Stilisierung und Reinheit ste­hen auf 1, Skalierung und Borstendetails auf dem kleins­ten Wert. Damit wer­den die Haare geglät­tet.

Auswahl vorbereiten

Schritt 2: Schnellauswahl

Aktiviere das Schnellauswahlwerkzeug und male über alle Bereiche des Models. In der Optionsleiste kannst du die Größe der Werkzeugspitze kon­trol­lie­ren, die sich auch auf die Feinheit der Umsetzung aus­wirkt. Bei gedrück­ter Alt-Taste wer­den Bereiche von der Auswahl sub­tra­hiert.

Dein Ziel ist es, das Model so genau es mög­lich ist aus­zu­wäh­len. Auch die Haare soll­ten dabei schon halb­wegs gut selek­tiert sein.

Schnellauswahl nutzen

Schritt 3: Auswahl ver­fei­nern

Gehe im Ebenenbedienfeld auf Ebenenmaske hin­zu­fü­gen. Ein Doppelklick auf die Maske ruft den Dialog Auswählen und mas­kie­ren auf. Auf der lin­ken Seite ist ver­mut­lich schon das Werkzeug Kante-ver­bes­sern-Pinsel aktiv.

Stelle in der Optionsleiste des­sen Größe ein und male über die Haare. Dabei soll­te der Hintergrund immer zu 70% mit über­malt wer­den, damit Photoshop die­sen leich­ter erken­nen kann. Bei gehal­te­ner Alt-Taste kön­nen auch wie­der Bereiche ein­ge­zeich­net wer­den.

Ebenenmaske bearbeiten

So näherst du dich dem per­fek­ten Ergebnis. Auf der rech­ten Seite könn­test du noch die Regler Weiche Kante und Kontrast zusam­men­spie­len las­sen. Nach dem Bestätigen über OK kopierst du die Hintergrundebene ein zwei­tes Mal. Ziehe die erstell­te Maske per Drag & Drop auf die­se Kopie. Lösche dann die Ebene, die scharf­ge­zeich­net und mit dem Ölfilter behan­delt wur­de.

Kontrast und Weiche Kante

Auswahl verfeinern

Du kannst das Ergebnis wie­der kon­trol­lie­ren, in dem du unter­halb der Freistellung eine Ebene mit einer neu­en Farbe füllst. Auch wur­den die fei­ne­ren Haare wie oben beschrie­ben opti­miert, also eine neue Ebene über der Freistellung ange­legt, die­se per Ebenenmaske an die Form ange­passt und im Modus Farbe mit pas­sen­den Farben gemalt.

Technik zum Freistellen #3: Techniken in Kombination

Schritt 1: Erst die Haare…

Zurecht könn­test du anmer­ken, dass Haare vor ein­far­bi­gen Hintergrund eher leicht frei­zu­stel­len sind. Dabei wer­den Fotos auch in frei­er Wildbahn (statt im Studio mit ent­spre­chen­den Hintergrundsystem) auf­ge­nom­men.

Und da ist der Hintergrund sehr unru­hig und das Model bil­det ein Ganzes mit der Umgebung. Hier ist es rat­sam, die Haare und den Körper weit­aus stär­ker getrennt zu bear­bei­ten.

Vorher

Haare einzeln freistellen

Kopiere dazu die Hintergrundebene über Strg+J. Nutze Bild > Korrekturen > Helligkeit/ Kontrast, um die Haare wei­ter vom Hintergrund zu tren­nen. Es folgt Bild > Kanalberechnungen, wie oben beschrie­ben.

Bearbeite die Maske mit dem Pinsel und schwar­zer Farbe, so dass nur die Haare sicht­bar blei­ben. Kopiere die Hintergrundebene ein zwei­tes Mal und zie­he die Maske dar­auf. Lösche die Ebene mit den star­ken Kontrasten.

Schritt 2: …und dann der Rest

Der Körper wird ganz klas­sisch frei­ge­stellt, die Haare dabei nur grob. Das kann mit Hilfe des Schnellauswahlwerkzeuges erfol­gen oder gleich in der Maske mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug. In Kombination ergibt sich das frei­ge­stell­te Bildelement.

Körper sauber freistellen

Schritt 3: Optimierung

Oft ist an den Rändern frei­ge­stell­ter Elemente der alte Hintergrund noch leicht zu sehen. Kopiere zur Optimierung die Ebene mit dem Körper. Ein Rechtsklick auf die Ebenenmaske und Ebenenmaske anwen­den rech­net die Maske ein. Gehe im Ebenenbedienfeld über die Linie zwi­schen den Ebenen bei gehal­te­ner Alt-Taste und kli­cke. Damit wur­de eine Schnittmaske umge­setzt.

Optimierung der Freistellung

Aktiviere das Wischfinger-Werkzeug, stel­le in der Optionsleiste eine Stärke von ca. 30% ein und zie­he Material vom Rand nach außen. Achte dar­auf kei­ne Unschärfen ein­zu­ar­bei­ten. So wer­den unschö­ne Ränder mit pas­sen­den Inhalten über­deckt.

Fazit

Photoshop bie­tet dir mehr und immer wei­ter opti­mier­te Werkzeuge zum Freistellen an. Doch nur in Kombination kön­nen selbst schwie­ri­ge Grundlagen gemeis­tert wer­den.

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

2 Kommentare

  1. Ah, mein größ­tes Problemfeld… Vielen Dank für die Anleitung. Muss es mir mal am Wochenende noch­mal in Ruhe anschau­en…
    Gruß aus Berlin
    Marco

  2. Endlich, hat Adobe an die­sem Tool wei­ter gear­bei­tet! Es ist zwar mit der Zeit immer etwas bes­ser gewor­den, aber letzt­end­lich war es oft doch nicht zu 100% zufrie­den­stel­lend. Beim nächs­ten Projekt wer­de ich es tes­ten.
    LG Nina – Fotograf Bielefeld

Schreibe einen Kommentar zu Marco Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.