Malt, ein Marktplatz für Freiberufler. Was darf man erwarten?

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Mit Malt ist eine Freiberufler-Börse für IT-Dienstleister im Digitalgeschäft erschienen, die sich von den bisherigen Projektbörsen unterscheidet. Für den Freiberufler entstehen keine Kosten, höhere Stundenlöhne sollen möglich sein und sogar vor Zahlungsausfällen ist man geschützt. Grund genug also, um das Angebot genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das Grundprinzip von Malt

Auf einem offenen Marktplatz werden Unternehmen jeder Größe mit Freiberuflern aus der Digitalwirtschaft zusammengebracht. 

Malt macht den Freiberuflern ein verlockendes Angebot: Die Mitgliedschaft ist völlig kostenlos und bei einer erfolgreichen Vermittlung fallen für den Freiberufler 10% Vermittlungsprovision an, sobald der entsprechende Auftrag bestätigt wurde. Bei einer Zusammenarbeit mit demselben Kunden wird die Provision ab dem 4. Monat auf 5% verringert. 

Aus Sicht eines Freiberuflers spricht also nichts dagegen, sich zunächst einmal anzumelden und auf profitable Geschäftsbeziehungen zu hoffen. Wer über einen großen Stamm treuer Kunden verfügt und das Anwerben neuer Auftraggeber nicht nötig hat, kann sich glücklich schätzen. In der Regel aber gehört die Kundengewinnung zu den ständigen und immer wiederkehrenden Aufgaben. Projektbörsen und Marktplätze für Freelancer wie Malt können dabei behilflich sein. Hier begegnen sich Dienstleister und Auftraggeber, sodass erfolgreiche Geschäftsbeziehungen entstehen können. Freelancer und Unternehmen gehen auf Malt einen direkten Dienstleistungsvertrag über den Marktplatz ein –  ohne Agentur oder Personalvermittlung.

Von der Profilerstellung bis zum Projektabschluss 

Bei dem Einrichten des Profils sollte man sich ruhig ein wenig Zeit lassen, denn hier lassen sich weit mehr Angaben machen als bei vielen anderen Projektbörsen. Details zur Qualifikation, Erfahrung, Verfügbarkeit und Mobilität sind ebenso bekannt zu geben wie zum üblichen Stundensatz. Damit soll später eine zielgerichtete Suche für Unternehmen ermöglicht werden. Rund 10 Minuten sind einzukalkulieren, bis man ein Profil ausgefüllt hat.

Die Erstellung eines Profils ist innerhalb weniger Minuten erledigt.

Malt fungiert auch als eine Zwischenstation bei der Zahlung. Der Dienstleister wird das Honorar also nicht vom Auftraggeber sondern von Malt ausgezahlt bekommen, und zwar innerhalb von 2 Tagen nach Abschluss des Projekts.

Selbst wenn der Auftraggeber die Zahlung noch gar nicht getätigt hat, würde Malt das Geld vorstrecken, damit der Freiberufler sein Honorar pünktlich auf dem Konto hat. Vor Zahlungsausfällen ist man also geschützt, und zusätzlich sind die Selbstständigen über eine Berufshaftpflicht versichert.

Ein Win-Win-Marktplatz?

Von dem administrativen Support profitieren wohl auch die Unternehmen, für die der Bürokratieaufwand bei der Zusammenarbeit mit Freiberuflern oft ein Hindernis darstellt. Der Rechtsrahmen und der administrative Aufwand rund um einen direkten Dienstleistungsvertrag sind so aufwendig, dass viele Unternehmen stattdessen auf teure Personalvermittlungen zurückgreifen, die diese Leistungen für Unternehmen übernehmen. 

Malt erlaubt es Unternehmen ihre eigenen Vertragsbedingungen (z.B. Einkaufsbedingungen oder Vertraulichkeitsklauseln) in die Plattform zu integrieren. Einmal gespeichert werden sie jedem kontaktierten Freelancer automatisch übermittelt. 

Mit “Malt Insights” können Unternehmen außerdem ein umfassendes Management Tool nutzen, durch das alle Aktivitäten mit Freelancern abteilungsübergreifend gebündelt und durchgängig digital gesteuert werden können. Damit könnte sich Malt auch beim Thema Scheinselbstständigkeit und Compliance als spannender Anbieter positionieren.

Doch das erfreulichste an dem Konzept hinter Malt ist deren Einstellungen zur Freelancer Community. Neben kostenlosen Bewerbungsbildern für Freelancer, bietet Malt zum Beispiel zahlreiche Fachvorträge für Freelancer vor Ort an. Bei den regelmäßigen AfterMalt-Treffen können sich Freelancer in jeder Stadt austauschen und vernetzen.

Country Manager David Lauber fasst den Auftrag von Malt folgendermaßen zusammen:

Uns liegt das Miteinander am Herzen. Jeder Freelancer soll die für ihn besten Aufträge erhalten und Unternehmen das beste Know-how für ihr Projekt. Malt möchte Talenten dabei helfen, sich in ihrer Arbeit wertgeschätzt zu fühlen und Unternehmen dabei unterstützen, schnell die besten Experten zu finden.”

Kurz: Beide Seiten sollen glücklich sein. Bisher sieht es vielversprechend aus. Wir sind gespannt, ob Malt mit ihrem Modell überzeugen kann. www.malt.de

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4 Antworten

    1. @Matthias: Nachdem monatelang nichts passierte, hat sich schließlich doch ein Interessent bei mir gemeldet und wir haben ein kleines Projekt abgeschlossen.
      Seitdem habe ich eine 5-Sterne-Bewertung, die mich oft auf die ersten Plätze von Suchanfragen schießt.
      Ich habe immer noch das Gefühl, dass insgesamt recht wenig läuft und es weit mehr Freelancer als Auftraggeber gibt (nur sehr wenige meiner Mitbewerber haben abgeschlossene Aufträge), aber sobald mal etwas abgeschlossen wurde, wird man nach meinem Gefühl schon öfter angeschrieben… Aber leben könnte ich von Malt alleine noch lange nicht.

      Von den anderen Plattformen, die ich getestet habe (freelancermap, Twago, Upwork) ist Malt meines Erachtens aber mit Abstand die beste.
      Bei Twago müssen sich Freelancer kostenpflichtig auf absolut unrealistische Projektangebote von Kunden bewerben… das ist absurd.

  1. Ich bin jetzt seit 6 Monaten bei MALT und habe bislang keine einzige Anfrage und keinen einzigen Auftrag über Malt erhalten.
    Ich kennen mehrere Freelancer, die über Malt bislang ebenfalls nicht einmal eine Anfrage erhalten haben.

    Mein Fazit: Finger weg ! Malt ist nicht empfehlenswert.

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