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Matthias Landsgesell 25. Juni 2009

Fotografie: Licht von oben

In der Beauty-Fotografie werden sehr häufig mehrere weiche Lichtquellen eingesetzt. Doch es muss nicht immer viel Technik verwendet werden, um das Model gleichmäßig auszuleuchten. Oft reicht auch für diese Anwendung ein einziger Blitz mit einem großen weichen Lichtformer zur Umsetzung aus. Das Setup ist schnell aufgebaut und man muss nur einen Blitz einstellen.

Ziel

Das Ergebnis solch einer Aufnahme ist hier zu sehen. Auf den ersten Blick kann man keinen direkten Blitz erkennen. Die gesamte Aufnahme ist gleichmäßig weich ausgeleuchtet. Der Augenreflex spiegelt auch kein übliches Blitzlicht wider. Wie wurde das gemacht ? Der Titel hat es schon verraten – es ist einzig »Licht von oben«.

Lichtaufbau

Über dem Model wird eine Octaform mit 120 cm positioniert, die das Model mit weichem Licht regelrecht umhüllt. Um noch etwas mehr Licht in das Gesicht zu bekommen und die Schattenbildung zu minimieren, halten in dieser Szenerie helfende Hände einen Silberreflektor direkt unter das Model, der das Licht der Octaform zurück wirft. Dieser Reflektor erzeugt auch den Augenreflex.

Durch das Einstellicht vom Blitz kann man vor der Aufnahme sehr gut erkennen, wie weit der Reflektor zum Model gedreht werden muss, damit das Gesicht schön ausgeleuchtet wird. Als Hintergrund wurde ein weißer Karton verwendet, der ohne direktes Blitzlicht in grauer Farbe erscheint.

Das Galgenstativ

Um den Blitz mit Lichtformer über dem Model platzieren zu können, benötigt man entweder eine Decken-Halterung oder ein Galgenstativ. Damit das Stativ nicht kippt, befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite ein Gegengewicht. Das kann je nach Ausführung ein Metallgewicht oder ein Sandsack sein, wie in dieser Abbildung zu sehen ist.

Der Reflektor

Bei dieser Aufnahme wurde ein silberner Faltreflektor mit einem Durchmesser von 1 Meter verwendet. Ob Gold oder Silber – es bleibt immer eine Geschmackssache. Mit Gold wird die Hautfarbe wärmer und in unserem Beispiel würde der weiße Strickpulli einen leichten Gelbstich bekommen. Silber dagegen ist farbneutral und bereitet daher weniger Probleme.

Der Lichtformer

Eine Octaform – oder auch Octabox genannt – ist ein achteckiger Lichtformer mit sehr gleichmäßigem Licht und hoher Lichtausbeute. Durch die riesige Lichtabgabefläche erhalten wir eine nahezu schattenfreie Ausleuchtung. Wenn das Licht etwas knackiger sein soll, entfernt man den Außendiffuser, der mit Klettband an der Box befestigt ist.

Licht nachträglich formen

In Photoshop könnte man nun mit einem sehr einfachen Trick die Lichtstimmung der Aufnahme weiter optimieren oder gänzlich verändern. Dazu wird zunächst eine neue Ebene benötigt, die über »Ebene ↔ Neu ↔ Ebene« oder Umschalt+Strg+N schnell erstellt ist.

Nun wird in der Ebenenpalette die Füllmethode von »Normal« auf »Ineinanderkopieren« (Überlagern) umgestellt und die Ebenendeckkraft auf etwa 20% reduziert. Mit einer weichen Werkzeugspitze kann mit dem Pinsel-Werkzeug Licht und Schatten eingezeichnet werden. Dazu setzt man Schwarz und Weiß als Vordergrundfarbe ein. So können auch auf mehreren Ebenen verteilt neue Lichtsituationen entstehen.

Die Änderungen sollten fein und dezent umgesetzt werden, damit das Ergebnis realistisch und glaubwürdig bleibt. ™

10 Kommentare

  1. Mir fällt auf, daß bei dem Model durch die besondere Anordnung des Lichtes, in den Augen ein sog. „Silberblick“ entsteht ( = Schielen). Das Helle in der Pupille rutscht nach außen.

  2. Das war ja echt sehr interessant für mich.Die ausführliche Beschreibung hat mir sehr gefallen,danke für die Infos.Toller Blog,weiters so!

  3. Schöne und klare Beschreibung wie man bei einem Porträtshooting das Licht richtig einsetzt.

  4. Aber die Schulter muss man dem Modell nicht unbedingt auskugeln, oder?

  5. Auch wenn das ganze für Webfans nicht umzusetzen ist, Hobbyfotographen wirds freuen, und das generell mal zu wissen ist doch auch ganz hübsch.

    Was genau ist eigentlich der Vorteil eines Octacon. Würde ein großer runder „Spot“ nicht den gleichen Nutzen erzielen?

  6. danke sollche infos kann man immer brauchen

  7. Scheint eine neue Kategorie zu sein. Schließlich sind hier ja auch Gestalter unterwegs und nicht nur Programmierer-Freaks ;-)

  8. Schöner Artikel, kurz und knackig erklärt!

  9. @Franky: Die Kurzfassung für Computerjunkies.

    Bei der Google Bildersuche ein schickes Model raussuchen und in Vollbild anzeigen lassen.
    Schreibtischleuchte oberhalb des Monitors schieben.
    Über die Tastatur Alufolie legen.
    „Druck“-Taste drücken.
    Fertig ;)

  10. Interessanter Artikel…obwohl ich den Zusammenhang mit Web nicht ganz sehe :)

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