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Dieter Petereit 25. August 2012

Fotobearbeitung: Darktable – Kostenloser Lightroom-Konkurrent jetzt auch für Mac OS X verfügbar

Wenn sich ein Fotograf mit mindestens semi-professionellem Anspruch für den Einsatz eines Linux-Systems entscheidet, so gibt es dafür nicht selten nur einen Grund: Darktable. Darktable ist ein Open Source Projekt, das am ehesten mit Adobes Lightroom vergleichbar ist. Es handelt sich also um eine Fotobearbeitungssoftware, die dem Workflow klassischer Fotografen folgt und dabei eine Funktionsvielfalt mitbringt, die den Einstieger förmlich erschlägt. Wer sich aus Gründen nicht mit Linux anfreunden kann, sondern eher auf Mac OS X als Arbeitsplattform setzt, kann seit Beginn dieser Woche ebenfalls Darktable installieren.

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Darktable: Leuchttisch, Dunkelkammer, Kameraanbindung

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Das Projekt Darktable braucht sich von der Funktionalität her nicht hinter Lightroom zu verstecken. Insbesondere die RAW-Tools sind nach Meinung nicht weniger Verwender sogar besser als diejenigen des Adobe-Produktes, das inzwischen Photoshop Lightroom heißt und nach einem regelrechten Preissturz in der Version 4 für nur noch rund 120 Euro zu haben ist. Interessanterweise sehen sich die Konkurrenten sogar recht ähnlich. Wer sich da wohl von wem inspirieren ließ?

Darktable, das übrigens in deutscher Sprache daherkommt, wenn es ein deutsches OS erkennt, ist in Anwendungsmodule unterteilt. Der Leuchttisch erlaubt die Bildverwaltung im Stile von Bridge oder Picasa (oder eben Lightroom…). Hier können Meta-Daten eingesehen und geändert werden. Eine Kategorisierung, sowie sonstige Sortiervorgänge sind vorgesehen.

In der Dunkelkammer erfolgen sodann vielfältige Bildmanipulationen. Anders als mit Photoshop kann hier natürlich nicht an Kollagen oder sonstigen Montagen gearbeitet werden. Alle Effekte, Farbkorrekturen und sonstige Funktionen lassen sich stets nur auf Fotos anwenden. Dabei sind die Tuningmethoden und -möglichkeiten in Darktable sehr fein granuliert und erzielen so häufig bessere Ergebnisse als Anwendungen aus dem kommerziellen Umfeld, etwa Lightroom. Via Tethering bindet man Kameras direkt an Darktable an.

Das Produkt ist komfortabel und schnell, die Ergebnisse sind qualitativ sehr hochwertig. Zudem ist Darktable komplett kostenlos. Schon seit langem ist die Foto-Workflow-Software für diverse Linux-Derivate erhältlich. Neuere Ubuntu-Versionen haben eine ältere Version der Foto-Software bereits standardmäßig an Bord. Auch Fedora-, Suse- oder Gentoo-Anwender werden bedient. Ganz fitte Entwickler kompilieren sich ihre Version aus den Sourcefourge– und Github-Sourcen selbst.

Ganz frisch hingegen ist eine Darktable-Version für Mac OS X, die unter diesem Link als DMG herunter geladen werden kann. Der verlinkte Blogbeitrag zum Start des experimentellen Darktable-DMG ist allerdings reichlich gefüllt mit Kommentaren von Usern, die Probleme mit der korrekten Installation und Funktionalität der Mac-Version haben.

Darktable für Mac OS X im Selbsttest

Ich installierte Darktable, dessen 15,5 MB große DMG am Ende zu einer 52 MB großen App wird, völlig problemlos. Der Import von über 1.000 Bildern am Leuchttisch war ebenso wenig ein Problem, wie die Anwendung diverser Filter und Effekte an einzelnen Bildern. Einzig meine Kamera ließ sich nicht direkt einbinden, wofür es aber bereits einen Workaround gibt, den ich allerdings nicht testete. Ich kopiere Fotos stets manuell von der Kamera und benötigte daher noch nie einen Importer.

Aktuell liegt Darktable in Version 1.05 vor. Das Projekt ist professionell organisiert und bietet eine Dokumentation, die keinerlei Wünsche offen lässt. Ein deutsches Handbuch im PDF-Format, allerdings zu einer älteren Version, findet sich ebenso, wie diverse Screencasts und weitere Ressourcen.

Wer also Fotokorrekturen unter Linux oder Mac OS vornehmen möchte, ohne dafür die knappen Euros weiter dezimieren zu müssen, sollte Darktable einen langen Blick gönnen. Empfohlen ist übrigens stets der Einsatz auf einem 64bit OS.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

11 Kommentare

  1. Youtube: Karsten Günther zeigt Darktable auf der Ubucon:
    https://www.youtube.com/watch?v=Er3jfZSjots

  2. Kennt hier jemand ein Darktable Forum, in dem man Hilfe bekommt? Kann auch gerne Englisch sein.

    Grüße

    Karsten

  3. Habe den Artikel von Dieter Petereit mit Freude gelesen.

    Gibt es für ‚darktable‘ eine Erweiterung für Live View?
    Bei komplizierten Motiven wie z.B. dem Auge, mit all den Spiegelungen, ist es unumgänglich, im Live View die Schärfentiefe und den Ausschnitt einzustellen, um größtmögliche Information zu bekommen.

  4. Darktable macht enorm Spass und ist einfach ein echt Professionelles Stück Software. Zusammen mit Programmen wie LibreOffice 3.6 (Visio Support) oder GIMP 2.8 (Fenstermode) kann man Linux WIRKLICH für den Professionellen Einsatz verwenden.
    Übrigens toller Artikel!

  5. Ich verwende Adobe Bridge, muss aber auch gestehen, nur einmal in der Ausbildung Lightroom verwendet zu haben.

    Ich versteh auch nicht wieso man sich nicht für ein Programm entschieden hat bei Adobe. Egal hier geht es ja nicht darum.

    Ich bin mitlerweile begeistert von den ganze Open Source Programmen die den Markt erobern. So bekommen auch ärmliche Schüler, Studenten die Möglichkeit auf legalem Wege mit Programmen zu arbeiten.

    Siehe Gimp, Blender und Darktable, dass ist doch großartig :).

    • > Ich versteh auch nicht wieso man sich nicht für ein Programm entschieden hat bei Adobe.

      Vielleicht um den Workflow zu trennen. Warum sollte PS die ganzen Filter für die RAW-bearbeitung mit sich herumtragen, wenn der Nutzer eh‘ nur mir JPEG-Bildern arbeitet. PS ist bestimmt nicht nur für Fotografen, sondern auch für Bild-Gestalter interessant.

      Darktable hat ja auch viele andere Funktionen als GIMP und ebenso anders herum.

  6. Ich werde nie verstehen, warum man bei diesen Tools die Bilder immer importieren muss…

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