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Dieter Petereit 28. April 2014

Font Town: Mehr als 30.000 Fonts zum freien Download

Font Town aus Australien ist nicht direkt ein neu­er Dienst. Er exis­tiert seit 2009, macht aber der­zeit ver­stärkt auf sich auf­merk­sam und wur­de kürz­lich nicht nur funk­tio­nal deut­lich erwei­tert. Vor allem die Zahl der ange­bo­te­nen Fonts ist in letz­ter Zeit stark gestie­gen, mitt­ler­wei­le fin­den sich mehr als 30.000 Schriftarten im gut orga­ni­sier­ten Portfolio. Alle Schriften sind freie Downloads, das Handling des Dienstes ist intui­tiv mög­lich, die Verwendung der Schriften selbst ist dabei nicht durch­gän­gig so ein­fach. Wir haben uns Font Town, die Stadt der Schriftarten, näher für Sie ange­schaut.

fonttown-homepage

Font Town: Nüchterner Look erleichtert die Handhabung

Wer Font Town zum ers­ten Mal besucht, wird nicht vor Ehrfurcht erstar­ren. Das Design der Seite ist nicht eben das, was man als State of the Art bezeich­nen wür­de. Zumindest aber ist das schlich­te Layout so auf mobi­len Geräten ordent­lich bedien­bar, wenn man auch sel­te­ner von der­lei Equipment aus das Bedürfnis ver­spü­ren dürf­te, eine Schriftart zu laden. Im Planungsprozess, der zumin­dest bei mir gern mal in frei­er Natur statt­fin­det, ist die Mobiltauglichkeit jedoch durch­aus nütz­lich.

Font Town ist seit sei­nem Start im Jahr 2009 auf über 30.000 Fonts gewach­sen, was haupt­säch­lich damit zu tun haben dürf­te, dass hier Font-Entwickler sel­ber ihre Schriftarten bereit­stel­len kön­nen. Nach Aussagen der Betreiber han­delt es sich um das größ­te Font-Angebot die­ser Art in den Weiten des Netzes. Nachdem jeder Font-Entwickler sei­ne Werke per ein­fa­chem Upload bei­steu­ern kann, ist aller­dings nicht nur schnel­les Wachstum vor­pro­gram­miert.

Font Town: Viel Auswahl, aber auch viel Aufwand mit Lizenzierungsfragen

Ebenso führt die­se Vorgehensweise dazu, dass der inter­es­sier­te Verwender der Schriftarten nach Art eines Luchses auf­pas­sen muss, kei­ne Lizenzbestimmungen zu ver­let­zen. Font Town sichert sich sel­ber noch wei­ter ab, indem sie sich von der Verbindlichkeit der auf den jewei­li­gen Detailseiten zum Font getrof­fe­nen Aussagen zur Lizenz distan­zie­ren. Stattdessen ver­wei­sen Sie auf die jewei­li­gen Entwickler der Schriftart, auf deren Profilseiten, nöti­gen­falls auf deren ver­link­ten Webseiten man sich noch­mals absi­chern soll­te. Jedem Download, der in jedem Fall von Font Town gehos­tet wird, ist über­dies eine Readme bei­gefügt, die auf die Bestimmung des DMCA ver­weist, wonach sich Entwickler, die Lizenzrechte ver­letzt sehen, direkt mit dem Löschverlangen an den Betreiber wen­den kön­nen.

fonttown_font-detailpage

Zunächst fand ich die­se Vorgehensweise etwas unsym­pa­thisch, hin­ter­ließ sie doch von Beginn an den Eindruck, sich auf dün­nem Eis zu befin­den. Bei nähe­rem Hinsehen gelang­te ich schließ­lich doch zu dem Eindruck, dass es sicher­lich bes­ser ist, im Vorfeld mög­li­cher­wei­se über­deut­lich, aber bes­ser als gar nicht auf Problempotenziale hin­zu­wei­sen. Schaut man sich auf Font Town um, stellt man schnell fest, dass die Entwickler in ihrer Mehrzahl kla­re Vorgaben machen, an die man sich recht pro­blem­los hal­ten kann.

fonttown_author_profile

Ausnahmen bestä­ti­gen die Regel. So gibt es auch Entwickler, die geben vor, in wel­chen Themenzusammenhängen ihre Schriften benutzt wer­den dür­fen. Ein Entwickler erlaubt die Verwendung bei­spiels­wei­se nicht, wenn es um Projekte mit Fernsehbezug geht. Das ist schon schwer nach­voll­zieh­bar. Von sol­chen Fonts las­se ich dann lie­ber ganz die Finger.

Font Town: Download als OTF und/oder TTF

Der Download der Schriftarten erfolgt unkom­pli­ziert über einen Download-Link, der an meh­re­ren Stellen unob­fus­kiert plat­ziert ist. Ein Klick dar­auf star­tet den Download ohne Umschweife und sorgt dafür, dass ein Zip-Archiv auf der loka­len Festplatte lan­det. Dieses Zip-Archiv beinhal­tet stets alle vor­han­de­nen Varianten der gewähl­ten Schriftart. Sie müs­sen nicht jeden ein­zel­nen Schnitt oder das favo­ri­sier­te Format ein­zeln laden.

Damit Sie nicht Font um Font ein­zeln ankli­cken müs­sen, führ­te Font Town die soge­nann­ten Swatches ein. Dabei han­delt es sich um eine Art Warenkorb, bei Stockfotos als Lightbox bekannt, in der die gewünsch­ten Schriftarten per ein­fa­chem Klick zwi­schen­ge­spei­chert wer­den kön­nen.

fonttown-swatch-example

Ist man mit sei­nem Streifzug durch Font Town fer­tig, kön­nen die in den Swatches gela­ger­ten Fonts einer nach dem ande­ren her­un­ter gela­den wer­den. Für die nahe Zukunft ist eine Funktion geplant, die es erlaubt, alle Fonts aus den Swatches in einem Rutsch zu laden. Selbstverständlich las­sen sich ver­se­hent­lich in den Korb geleg­te Fonts unkom­pli­ziert dar­aus ent­fer­nen. Ebenso kön­nen Sie mit Klick auf “Clear” den gesam­ten Korb ent­lee­ren.

Font Town: Registrierung nicht zwingend, aber vorteilhaft

Dieser ist indes ohne­hin bei Ihrem nächs­ten Besuch wie­der leer, es sei denn, Sie legen einen Account auf Font Town an. Dieser ist für das rei­ne Downloaden nicht erfor­der­lich, son­dern nur dann zwin­gend, wenn man Fonts uploa­den oder Kommentare hin­ter­las­sen will. Eingeloggt blei­ben aber auch die ange­leg­ten Swatches erhal­ten.

Fonts, die Sie uploa­den, wer­den übri­gens nicht auto­ma­tisch zum Download frei gege­ben, son­dern müs­sen erst einen redak­tio­nel­len Prozess durch­lau­fen, bei dem im Wesentlichen geprüft wird, ob die Wahrscheinlichkeit einer Urheberrechtsverletzung besteht und natür­lich, ob der Font eine Qualität auf­weist, die es erlaubt, ihn guten Gewissens unters Volk zu brin­gen.

Font Town macht den Zugang zu den Schriftarten einfach

Bei über 30.000 Fonts bedarf es schon einer ver­nünf­ti­gen Organisation, sonst ist kein geord­ne­tes Suchen und Finden mög­lich. Font Town bie­tet meh­re­re gute Wege, den gewünsch­ten Font zu fin­den.

Zum einen ver­fügt der Dienst über eine gute Kategorisierung des Gesamtangebots. Neben den nahe­lie­gen­den Kategorien mit Unterkategorien, sorgt eine Kategorie namens Foreign dafür, dass sich Schriften in exo­ti­schen Zeichensätzen, etwa japa­nisch oder ara­bisch, nicht in den Tiefen des Portfolios ver­ste­cken.

fonttown-browse

Neben Kategorien gerei­chen Schlagwörter, sog. Tags eben­falls zur Suche. Ein Klick auf einen Tag zeigt alle ent­spre­chend ver­schlag­wor­te­ten Fonts an. Wer sich gern am Mainstream ori­en­tiert, fin­det auf Font Town die unver­meid­li­chen Kategorien “Top Downloaded” und “Most Liked”. Veteranen der Plattformen wer­den sich am ehes­ten für “New Fonts” inter­es­sie­ren.

Aber nicht nur die vor­ge­ge­be­nen Wege wis­sen zu über­zeu­gen, auch die freie Suchfunktion führt zu ver­nünf­ti­gen Ergebnissen, wie ich über­prü­fen konn­te, als ich eine Schriftart für einen Flyer zu einer (Pseudo-)Strandparty such­te und dabei den Begriff “beach” ver­wen­de­te. Sehen Sie selbst:

fonttown-beachfont

Das Suchergebnis lässt sich wei­ter ver­fei­nern, indem man an ver­schie­de­nen Parametern dreht. So könn­ten Sie direkt bestimm­te Lizenzen und Formate für die Suche vor­ge­ben. Allerdings, ange­sichts des wei­ter oben zu Lizenzen gesag­ten, ist das nur bedingt aus­sa­ge­fä­hig, hilft aber wenigs­tens schon mal bei der gro­ben Vorauswahl.

fonttown-filter

Font Town: Ist das benötigte Sonderzeichen enthalten?

Leider ist nicht ein­fach ersicht­lich, wel­chen Umfang die jewei­li­ge Schriftart hat. Verfügt sie über Sonderzeichen und wenn ja wel­che? Hierzulande geht prak­tisch kein Font ohne Umlaute, sobald man ihn nicht nur für kur­ze Überschriften benö­tigt.

Um sicher­zu­stel­len, dass sich eine Schriftart auch inso­fern eig­net, als sie die benö­tig­ten Zeichen beinhal­tet, emp­feh­len sich zwei Wege. Zum einen kön­nen Sie auf der Detailseite zu jeder Schriftart einen eige­nen Text, sinn­vol­ler­wei­se mit Umlauten, ein­ge­ben und per Klick auf “Update” im Formular “Live Preview” anzei­gen las­sen. Auf der Detailseite las­sen sich zusätz­lich die im jewei­li­gen Font ent­hal­te­nen Glyphen und Ligaturen anse­hen.

Noch bes­ser ist, dass es die Live Preview auch für Ergebnislisten gibt. Oberhalb der Liste geben Sie wie­der Ihren Vorschautext ein und nach einem Klick auf Update sieht die Liste bei­spiels­wei­se so aus:

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Alles in allem kann ich Ihnen Font Town ans Herz legen. Was mir beson­ders gut gefällt, ist der unver­schlei­er­te Download. Bei ande­ren Diensten die­ser Art fin­den sich all­zu häu­fig ein hal­bes Dutzend Downloadlinks, von denen dann fünf Werbeumleitungen sind und nur einer, meis­tens der unauf­fäl­ligs­te, tat­säch­lich zum gewünsch­ten Erfolg führt.

Für die Suche nach guten Fonts für Ihr Printdesign machen Sie sich einen Besuch bei Font Town zur Gewohnheit. Schaden kann es jeden­falls nicht…

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Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

7 Kommentare

  1. lan­ge hat sich der dienst nicht gehal­ten, spä­tes­tens ende 2014 war er weg. viel­leicht doch nicht so ast­rein gewe­sen das gan­ze. scha­de.

  2. Danke für die Info, hilf­reich wie immer.

  3. Qualitativ sind fast alle Schriften auf Font Town min­der­wer­tig. Schade.

  4. »License: Public Domain«

    Man kann doch nicht Public Domain ange­ben und dann noch Nutzungsbeschränkungen äußern … Oder doch?!

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