Firefox-Plugin katapultiert Desktopeditor ins Netz

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von Jochen Bauer

Webdienste gibt es reichlich und immer mehr – deren Browserinterface bietet meist wenig Komfort und Möglichkeiten. Mit der Firefox-Erweiterung “It’s All Text!” bearbeiten Sie jedes Textfeld, egal ob Formular, Wikiseite, Onlineoffice oder Blogbeitrag mit dem gleichen Werkzeug – und dies ist nur einen Klick entfernt. Gekoppelt mit einigen Tipps zur Textbearbeitung wird ihr Editor zum Tool, das alle anderen knechtet.

Text ist die gemeinsame Schnittmenge unserer Desktop-Programme und Webdienste. Auch beim Frickeln an Programmcode sind es eine Abfolge von Zeichen, die zu beackern sind. Ist ihr Text dann reif fürs Formatieren,
nutzen Sie die Schnittstelle zum Programm oder machen gleich alles selbst mit ihrer eigenen Webentwicklungsumgebung – wie Sie wollen! Sofern Sie Firefox nutzen, können Sie ihre Wunschumgebung also ins Netz katapultieren, indem Sie die die Mozilla Firefox Erweiterung It’s all text! installieren und bei den Addon-Einstellungen den Pfad zu ihrem Wohnzimmereditor angeben.

Jetzt können Sie mit einem Rechtsklick über einem Textfeld via Menüeintrag ihren Editor aufrufen oder Sie wischen mal etwas mit der Maus rund um das Texteingabefeld und rechts unten, nahe der Box, erscheint ein blauer “Edit”-Knopf. Geben Sie dann ihren Text ins Editorenfenster ein. Dann klicken Sie auf “Speichern” und wie von Geisterhand erscheint der Text im Browsers und Sie können ihren Eintrag abschicken. Sofern Sie einen WordPress-Blog haben und einen neuen Beitrag mit ihrem Editor schreiben wollen, müssen Sie vorher in die “Code”-Ansicht wechseln.

Nachdem Ihr Text dann erschienen ist, können Sie diesen bequem im Visuell-Modus formatieren und den Beitrag abschicken. Je länger die Beiträge, desto größer die Zeitersparnis. Warum? Weil ein mächtiger Editor sehr viel kann. Sehen Sie folgende Fragen als Anregung, wie brauchbar ihr Tool ist.


WordPress Blog mit geladenem Gvim (Farbschema Desert)


Möglichkeiten eines Editors
Können Sie sich schnell bewegen, also beispielsweise nach einem Wort oder einer bestimmten Zeile suchen und werden die Treffer hervorgehoben? Oder können Sie diese Treffer gleich automatisch verändern?

Manche Editoren erlauben eine solche Suche sogar über mehrere Dateien hinweg. Müssen Sie Dinge oft zweimal tippen – inwieweit können Sie Ihrem Editor Abkürzungen beibringen, beispielsweise exotische Tastenkombination auf
eine neue Taste legen oder eine Eingabe wie “mfg” in “Mit freundlichen Grüßen” verwandeln? Vielleicht hat ihr Editor sogar eine Autovervollständigung für die eingestellte Programmiersprache oder ein bereits zuvor eingegebenes Wort? Gibt es eine Rechtschreibprüfung oder können Sie eine Liste mit ihren häufigen Vertippern anlegen, die dann
korrigiert werden? Wie sieht es aus, wenn Sie Datei- oder Programmübergreifend arbeiten wollen? Kann ihr Editor für ihr Emailprogramm genutzt werden oder einen sinnvollen Befehl auf ihr Betriebssystem ausführen?

Das Öffnen zweier Dateien in einem Splitscreen und das Hervorheben von Unterschieden kann hin und wieder ebenfalls sehr brauchbar sein. Alle oben genannten Dinge sind mit dem Wikipedia Eintrag zu Vim oder GVim möglich. Vim unterstützt mehr als 400 Sprachen und es gibt rund 2000 Plugins. Vim kostet nichts (nimmt aber Spenden für Kinder in Uganda) und läuft auf Linux, Windows und MacOS. Im November 2007 erschien ein deutschsprachiges Buch zur aktuellen Version 7 von Reinhard Wobst.

Egal für welchen Editor Sie sich entscheiden, seien Sie aufmerksam, wenn Sie meinen, viel Zeit mit einer Tätigkeit zu vergeuden. Suchen Sie dann nach einer Verbesserung und machen Sie dieses neue Verhalten zu einer Gewohnheit. Mächtige Editoren sind so umfassend, dass das “Lernen” des ganzen Editors ein Ding der Unmöglichkeit ist.

17 Kommentare

  1. Pingback: Steffen Kahl
  2. Ich finde es geht einen Tick schneller, mit dem Button den Texteditor zu starten und den Text zu speichern, als nach einem Button für den Texteditor mit dem Mauszeiger zu suchen, Text eintippen, kopieren und ins Textfeld einfügen.

    Ich habe es gerade ausprobiert und z. B. gleich am Anfang über UTF-8 gestolpert – die Umlaute wurden im Textfeld falsch dargestellt. Es mag sein, dass viele Blogger sich mit Text-Formaten auskennen, vielleicht aber auch nicht. Warum kann das Add-on es nicht automatisch erkennen?

    Was allerdings viele Nutzer bei FF-Plugins nicht bedenken, dass es oft Beta- oder sogar Alpha-Versionen sind, die den Firefox aufblasen, unstabil und langsamer machen. Der subjektive Eindruck kann das vielleicht nicht so deutlich bestätigen und man kann es nicht so leicht nachweisen, es ist aber oft so, wenn auch vielleicht nicht so dramatisch.

    Mein Firefox auf der Arbeit z. B. stürzt seit kurzem regelmäßig ab und ich kann nicht feststellen, woran es liegt. Ich habe versucht, alle Add-ons zu deinstallieren, verschwinden Sie aber spurlos und wird der FF in den ursprünglichen Zustand versetzt? Ich weiß es nicht. Aber das Thema gehört in die Firefox-Rubrik.

    Gruß
    Leo

  3. Hallo,

    der Sinn und Unsinn der Erweiterung hängt davon ab, wie toll man mit seinem Editor kann bzw. im Einzelfall will. Wenn man einen Text eingibt, so wie ich diesen Kommentar hier und keine Funktion meines Editors nutze, dann ist das Unsinn.

    Längere Beiträge wird man häufiger im eigenen Blog oder Wiki tippen, da sind dann meist alle Zeichen erlaubt.

    Die Ladezeiten hängen vom eingestellten Werkzeug ab, mein Editor ist in einigen Sekunden da, wenn ich weiß, dass ich die nächste halbe Stunde darin rumfurwerken werde, was solls ?!

    Für Leute, die bei den Webeditoren Funktionen vermissen, für die bringt die Erweiterung einen Mehrwert, für die anderen nicht und eben nur einen Klick extra – ist halt nicht für jeden was.

  4. Moment, das versteh ich nicht. Ich dachte jetzt das ist ein eigener Editor.

    Das ist aber einfach nur eine extension was meinen vorhandenen Editor aufruft, welchen auch immer? Genau wie alle sagen, dass ist doch nur Zeitverschwendung.
    Insbesondere weil es verschiedene arten gibt Text zu formatieren.

    Mal schreibt man [ b ] um etwas fett zu schreiben, mal ist es einem erlaubt HTML zu schreiben oder es kommt etwas exotisches wie *b* daher. Das soll ich jedesmal in meinem Editor als Profil abspeichern und dann noch aufrufen?
    Ne, da ist es einfacher entweder schon zu wissen welcher Code auf der jeweiligen Webseite benutzt wird oder aber die Buttons zu benutzen, die es immer gibt.

  5. Generell stimme ich hier der allgemeinen Meinung zu; meistens etwas zu übertrieben und nicht wirklich nötig.
    Wichtiger finde ich, dass Webmaster ihre Formulare so komfortabel gestalten, das so etwas nicht nützlich ist.

    Denn da gibt es dann ja tatsächlich diese einigen Außnahmen mit schlecht gestalteten Seiten die ein Kontaktformular enthalten, das etwa 3 Zeilen lang und 30 Zeichen breit ist. Wer da gerne etwas mehr schreibt (ich!) is da schnell genervt. Da wär das ne gute Lösung.

  6. Bei sehr langen Texten oder der (wahrscheinlich eher seltenen) Eingabe von Code ist “It’s All Text” bestimmt sinnvoll. Bei den allermeisten Textareas finde ich eine Verknüpfung mit einem externen Editor aber übertrieben. Da stimme .carsten im Wesentlichen zu.

  7. Pingback: bojeonline.de
  8. Klingt alles eher nach Vervielfachung der eingesetzten Mittel mit gleichem Endergebnis – oder wie beschäftige ich mich selber. In WordPress kann ich auch reichlich formatieren und wenn ich etwas in diese Textbox eintippe, geht es wesentlich schneller wenn ich das direkt mache, anstatt erstmal ein Plugin zu booten. Kann es sein, daß da ein Programmierer ein wenig Freizeit hatte? …

  9. Pingback: ... nachbelichtet

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