Andreas Hecht 4. September 2016

Webentwicklung: Vier offensichtliche Fehler im Umgang mit Klienten

Webentwicklung: Vier offensichtliche Fehler im Umgang mit Klienten

Die Entwicklung von Websites kann ein wunderbarer Job sein, der viel Spaß bereitet. Allerdings kann er auch zur Hölle auf Erden werden, wenn Entwickler und Kunde keinen schriftlichen Vertrag haben und Änderungen hier ergänzen. Plötzlich musst du immer mehr nacharbeiten und könntest dich dafür in den Allerwertesten beißen. Vier der offensichtlich blödesten Fehler stelle ich dir folgend vor, auf dass sie dir niemals passieren mögen.

Webentwicklung: Vier offensichtliche Fehler im Umgang mit Klienten

Natürlich sind die vorgestellten, dummen Situationen die Fehler von Anfängern und manchmal auch Fortgeschrittenen. Profis passieren sie nicht mehr. Trotzdem ist es interessant zu erfahren, was aus beiläufigen Äußerungen werden kann.

Fehler 1: Einem Mehraufwand nebenbei zuzustimmen

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Das ist der mit Abstand blödeste Fehler, den ein Anfänger nur machen kann. Doch auch fortgeschrittene Entwickler tappen gerne in diese Falle hinein und raufen sich im Anschluss die Haare. Stellen wir uns vor, du hast einen Klienten, der einen Blog haben möchte und WordPress bevorzugt.

Keine große Sache, das wäre auch für einen WordPress-Anfänger vertretbar schnell zu erstellen. Einige Zeit später hast du ein Gespräch mit deinem Kunden und er wirft nebenbei ein, dass er den Blog gern zweisprachig führen würde. Du recherchierst ein wenig und rufst den Kunden begeistert an und sagst ihm zu. Es existieren ja einige Plugins für diesen Job.

Natürlich stellst du kurze Zeit später fest, dass man trotzdem noch extrem viel nacharbeiten muss für ein stimmiges Gesamtbild und eine gute Funktion.

Eine weitere Unterhaltung mit dem Kunden ergibt dann, dass er gerne eine Mind Map als Navigation für die Startseite hätte. Du denkst, dass das eine echt blöde Idee ist, aber du bist immer heiß auf etwas Neues und sagst wieder zu. Du willst schließlich lernen, wie man eine Mind Map mit CSS und JavaScript erstellen könnte. Wieder hast du im persönlichen Gespräch zugesagt.

Die Falle schlägt zu

Die Falle hat dich mit voller Wucht getroffen. Allen Änderungen hast du mündlich zugestimmt und nicht auf einer schriftlichen Erweiterung des Auftrags bestanden. Somit kannst du deinen erheblichen Mehraufwand an Zeit nicht berechnen. Im Gegenteil, du musst mehr arbeiten, hast die gleiche Frist einzuhalten und bekommst dafür nur den offiziell vereinbarten Preis.

Das ist zu tun, damit es dich nicht trifft

Daher solltest du Änderungen nur zustimmen, wenn sie schriftlich in einer Erweiterung des Vertrags festgehalten worden sind. Zudem müssen auch die zusätzlichen Kosten festgehalten werden.

Fehler zwei: Verzögerungen auf Kundenseite zuzulassen

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Verzögerungen gefährden ein Projekt auf Entwickler-Seite schnell. Dein Klient wollte die Website zweisprachig haben und stellt schnell fest, dass sein Englisch nicht ausreichend ist für die Website. Er kennt jemanden, der perfekt übersetzen kann, jedoch noch keine Zeit hat. Das Projekt wird etliche Tage nach hinten verschoben.

Zudem kommt noch die Mehrarbeit, weil eine Kopie der Website zum Übersetzer muss.

Wieder wurde nichts schriftlich vereinbart. Das kann unangenehme Folgen haben, denn auf dich warten vielleicht schon die nächsten Projekte. Zudem würde sich deine Frist nicht verschieben, wenn du nicht reagierst und deine nach hinten geschobene Frist schriftlich vereinbarst.

Das ist zu tun:

Vorteilhaft in einer solchen Situation ist ein Gantt-Diagramm, mit dessen Hilfe man die Abhängigkeiten zeigen kann, die ein Projekt beeinflussen. Denn wenn ein Kunde nicht seinen Teil des Deals in der vereinbarten Zeit erfüllt, dann bist auch du berechtigt, deine Frist zu verschieben. Ein Diagramm macht deinem Klienten schnell klar, worum es dir geht.

Fehler drei: Du willst zu perfekt sein

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Diese Fehler betrifft auch mich. Ich will immer zu perfekt sein. Vielleicht tickst du ebenfalls so. Dann ist es schnell geschehen, dass du dich in Kleinigkeiten festbeißt, die eventuell gar nicht deine Aufgaben sind. Vielleicht hast du dich länger als vorausgesehen mit den Meta-Beschreibungen beschäftigt, und sie für optimale Klick-Raten perfektioniert.

Schnell ist wertvolle Zeit verbraucht und der Abgabe-Termin kommt immer näher. Der Stresspegel steigt. Doch das ist nicht das einzige Problem.

Das ist zu tun:

Sich auf Kleinigkeiten zu konzentrieren, anstatt diese auszulagern, ist nicht geschickt. Ab einem gewissen Punkt konzentriere dich besser auf die Aufgaben, die dein Unternehmen auf die nächste Ebene hieven helfen. Die wichtigste Aufgabe für dich als Unternehmer ist es, Kunden zu akquirieren.

Vorzugsweise solche, die auch bereit sind, über 1.000 Euro für eine Website zu zahlen. Der Aufbau eines Stammkunden-Pools ist ebenfalls überlebenswichtig für dich.

Erst danach kommt dann die eigentliche Entwicklung der Websites für deine Klienten. Delegiere unwichtige Aufgaben oder lagere sie aus. Es gibt für jeden Zweck – gerade im Bereich SEO – bezahlbare Freelancer, die sich über Aufträge freuen.

Fehler vier: Keine Festpreise ohne klaren Arbeitsumfang

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Was meinst du, hat der Entwickler im Beispiel eins noch Geld an dem Projekt verdient? Wahrscheinlich nicht einen Euro. Sicherlich ist eine Preisgestaltung auf Stundenlohn oftmals nicht durchzusetzen, mir persönlich ist noch kein Fall untergekommen. Eine Preisgestaltung sollte zudem auf dem Wert deiner Arbeit für den Kunden beruhen, nicht auf der Basis des Zeitaufwands.

Das ist zu tun:

Jede Festpreisvereinbarung muss zwingend gut durchkalkuliert sein und es sollte sich ebenfalls ein Zeitpuffer für dich darin befinden. Extrem wichtig ist eine Vereinbarung, was genau getan werden soll. Hier sollten alle Einzelheiten mit aufgeführt werden. Zudem muss dem Klienten klargemacht sein, dass Extras extra kosten. Und das dann nach Zeitaufwand, nicht als Festpreis.

Ein letztes Wort:

Besorge dir eine Software, mit der du deinen täglichen Zeitaufwand für ein Projekt erfassen kannst. Das verschafft dir nach einiger Zeit eine gute Verhandlungsgrundlage für den Abschluss von Aufträgen. Deinen Zeiteinsatz korrekt kalkulieren zu können ist wichtig. Schließe mit deinem Klienten einen umfassenden Vertrag ab, lass dir alle Ergänzungen des Arbeitsumfangs schriftlich bestätigen und vereinbare für jede Erweiterung gleich einen Preis. Dann bist du stets auf der sicheren Seite.

Quelle

Andreas Hecht

Andreas Hecht

entwickelt WordPress-Websites und bietet dir einen Website Sicherheit Service und einen Performance Service für deine Website. Außerdem ist er Spezialist für Onpage SEO und bringt Deine Website in die Top-Suchergebnisse von Google. Auf seinem Blog schreibt er über WordPress, SEO und Content SEO.
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