Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Gastautor 13. Juli 2010

Facebook Social Plugins einbinden – Vorsicht Datenschutz

Dr. Thomas Helbing

Bewertungen und Social Plugins im Allgemeinen sowie der “Gefällt-mir-“Button von Facebook im Besonderen sind bei Blogbetreibern äußerst beliebt. Aber Vorsicht:  Webseitenbetreiber müs­sen ihre Nutzer über den Einsatz der Plugins in den Datenschutzhinweisen infor­mie­ren. Dieser Gastbeitrag von Rechtsanwalt Dr. Thomas Helbing erläu­tert, wor­auf Sie ach­ten müs­sen.

Was sind Facebook Social Plugins?

Schon seit lan­gem kön­nen Mitglieder des sozia­len Netzwerks Facebook bestimm­te Inhalte mit dem “Gefällt mir” (Like) Button bewer­ten. Mit dem Klick auf das “Daumen-hoch”-Symbol sym­pa­thi­sie­ren Nutzer mit Gruppen, Fanseiten oder Statusmeldungen von Freunden. Das ent­ste­hen­de Netz an Beziehungen (Person X gefällt Y und Z) wird als Social Graph bezeich­net. Mithilfe des Social Graphs kann Facebook Nutzerprofile erstel­len und auf die Vorlieben des jewei­li­gen Mitglieds ange­pass­te Werbung ein­blen­den.

Seit Ende April 2010 erlaubt Facebook Webseitenbetreibern auf den eige­nen Seiten “Gefällt mir” Buttons und ande­re Elemente des Facebook Netzwerkes ein­zu­bau­en. Durch die­se so genann­ten Social Plugins kön­nen Facebook User auch auf frem­den Seiten zum Beispiel einen Facebook “Gefällt mir” Button, wie in der fol­gen­den Abbildung dar­ge­stellt, ankli­cken.

Neben dem “Gefällt mir” Button stellt Facebook noch eine Reihe ande­rer Social Plugins zur Verfügung, zum Beispiel eines, über das Kommentare abge­ge­ben wer­den kön­nen.

Facebook kann mit den Social Plugins Daten über die Vorlieben sei­ner Nutzer nicht nur auf der eige­nen Webseite, son­dern im gan­zen Netz sam­meln. Die Webseitenbetreiber pro­fi­tie­ren von höhe­ren Besucherzahlen, weil die Links auf den Profilseiten von Facebook-Besuchern deren Freunde auf die eige­ne Seite lei­ten. Außerdem kön­nen Seitenbetreiber ihrem Internetauftritt ohne gro­ßen Programmieraufwand einen sozia­len Touch ver­lei­hen, indem sich die Besucher über die Inhalte aus­tau­schen kön­nen.

Wie funktionieren Facebook Social Plugins?

Facebook stellt eine Programmbibliothek und Code-Schnipsel zur Verfügung, die der Webseitenbetreiber in den Code sei­ner eige­nen Webseite ein­bin­det. Der Webseitenbetreiber kon­trol­liert so, ob, wel­che und wo Social Plugins auf sei­ner Webseite erschei­nen.

Loggt sich ein Nutzer bei Facebook ein, so setzt Facebook einen Cookie (klei­ne Textdatei) auf des­sen Rechner. Wenn der Nutzer anschlie­ßend – ohne sich bei Facebook aus­ge­loggt zu haben – eine Webseite besucht, die Facebook Social Plugins inte­griert hat, wird über den vom Webseitenbetreiber ein­ge­bun­de­nen Code eine Verbindung zwi­schen dem Browser des Nutzers und Facebook her­ge­stellt. Anhand des dabei über­mit­tel­ten Cookies, erkennt Facebook, dass der Besucher bei Facebook ein­ge­loggt ist und um wen es sich han­delt. Facebook schickt dann an den Nutzer den “Gefällt Mir” Button, der Browser des Nutzers bin­det den “Gefällt Mir” Button in die Webseite ein. Wird die­ser vom Nutzer ange­klickt, wird die­se Interaktion direkt an den Facebook-Server über­mit­telt und dort als Teil des Social Graph gespei­chert.

Einsatz von iFrames und die Folgen

Technisch kommt bei den Facebook Social Plugins ein Inlineframe (iframe) zum Einsatz. Dies hat zur Folge, dass der Facebook Rechner nicht weiß, auf wel­cher Seite der “Gefällt Mir” Button ein­ge­bun­den ist. Deshalb muss der Webseitenbetreiber die URL (Internetadresse) sei­ner Seite, in den  Plugin-Code inte­grie­ren. Auf die­se Weise erfährt Facebook, wo der Button ein­ge­bun­den ist und wor­auf sich das “Gefällt mir” bezieht. Einzelheiten ermit­telt Facebook dann aus Metadaten, die der Webseitenbetreiber für den Nutzer unsicht­bar in den Code sei­ner Webseite inte­grie­ren kann. Facebook ver­traut dabei auf die Richtigkeit der vom Webseitenbetreiber ange­ge­be­nen URL, wodurch es leicht zu Manipulationen kom­men kann (wer auf einer Seite der Band “The New Stones” den “Gefällt mir” Button klickt, kann nicht sicher sein, dass in sei­nem Facebook-Profil steht: “Thomas mag ‘The New Stones’ ”, genau­so gut könn­te dort ste­hen “Thomas mag ‘Schmutzige Wäsche’ ” oder belie­bi­ger ande­rer Unsinn).

Die Daten des “Gefällt Mir” Buttons (oder eines ande­ren Social Plugins) wer­den auf­grund des iframes direkt zwi­schen Facebook und dem Rechner des Nutzers über­mit­telt und nicht über den Server des Webseitenbetreibers trans­por­tiert. Der Webseitenbetreiber hat den Vorgang durch Einbinden des ent­spre­chen­den Codes in sei­ne Seite ange­sto­ßen, er weiß aber zum Beispiel nicht, wel­cher Facebook-Nutzer wann sei­ne Seite besucht oder “Gefällt mir” geklickt hat. Die Informationen des Social Graph (Wer mag was) wer­den aus­schließ­lich und zen­tral bei Facebook gespei­chert.

Was muss in die Datenschutzhinweise?

Die Verwendung von Facebook Social Plugins muss der Webseitenbetreiber in sei­nen Datenschutzhinweisen erläu­tern. Dies ergibt sich aus § 13 (1) Telemediengesetz (TMG). Danach hat ein Diensteanbieter (Webseitenbetreiber) den Nutzer über “Art, Umfang und Zweck der Erhebung und Verwendung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten” sowie über die Verarbeitung sei­ner Daten in Staaten außer­halb der EU/EWR in “all­ge­mein ver­ständ­li­cher Form” zu unter­rich­ten.

Zwar hat der Webseitenbetreiber wegen der Nutzung des iframes kei­nen Zugriff auf den Datenaustausch zwi­schen Facebook und dem Nutzer, weiß also nicht, für wel­che Facebook User der Button ange­zeigt wur­de und wer auf den Button geklickt hat, jedoch öff­net er durch den Einbau des Social Plugins in sei­ne Webseite Facebook die Tür, die ent­spre­chen­den Daten sei­ner Seitenbesucher zu erhe­ben und zu ver­ar­bei­ten. Außerdem “ver­rät” er über den Einbau des Codes auf sei­ner Webseite Facebook, wer wann wel­che Webseite besucht hat.

Nutzerprofile en passant

Kaum ein Nutzer dürf­te erwar­ten, dass sein Browser eine Anfrage an Facebook sen­det, wenn er eine belie­bi­ge Webseite auf­ruft, die einen klei­nen “Gefällt mir” Button von Facebook ent­hält (wovon er zuvor meist auch gar nichts weiß). Erst recht erwar­tet er nicht, dass Facebook erfährt, wann und wel­che Seite er besucht hat, unab­hän­gig davon ob er mit dem Social Plugin inter­agiert oder es gänz­lich igno­riert. Zur Erinnerung: Auch ohne Betätigung des “Gefällt mir” Buttons kann Facebook den Nutzer schon bei Auslieferung, also Anzeige, des Buttons iden­ti­fi­zie­ren. Auf die­se Weise erhält Facebook nicht nur einen Social Graph, mit dem Wissen wem was gefällt, son­dern auch Informationen dar­über, wer wel­che Seiten im Netz besucht hat. Je mehr Seiten die Social Plugins nut­zen, des­to umfas­sen­der kann Facebook das Surfverhalten sei­ner User erfas­sen.

Was können Sie konkret tun, um sich zu schützen?

Auf das Verwenden von Social Plugins und die dar­aus ent­ste­hen­den Konsequenzen muss der Webseitenbetreiber sei­ne Nutzer in den Datenschutzhinweisen der Webseite in ver­ständ­li­cher Form hin­wei­sen, zum Beispiel so:

Verwendung von Facebook Social Plugins

Unser Internetauftritt ver­wen­det Social Plugins (“Plugins”)  des sozia­len Netzwerkes facebook.com, wel­ches von der Facebook Inc., 1601 S. California Ave, Palo Alto, CA 94304, USA betrie­ben wird (“Facebook”). Die Plugins sind mit einem Facebook Logo oder dem Zusatz “Facebook Social Plugin” gekenn­zeich­net.

Wenn Sie eine Webseite unse­res Internetauftritts auf­ru­fen, die ein sol­ches Plugin ent­hält, baut Ihr Browser eine direk­te Verbindung mit den Servern von Facebook auf. Der Inhalt des Plugins wird von Facebook direkt an Ihren Browser über­mit­telt und von die­sem in die Webseite ein­ge­bun­den.

Durch die Einbindung der Plugins erhält Facebook die Information, dass Sie die ent­spre­chen­de Seite unse­res Internetauftritts auf­ge­ru­fen haben. Sind Sie bei Facebook ein­ge­loggt kann Facebook den Besuch Ihrem Facebook-Konto zuord­nen. Wenn Sie mit den Plugins inter­agie­ren, zum Beispiel den “Gefällt mir” Button betä­ti­gen oder einen Kommentar abge­ben, wird die ent­spre­chen­de Information von Ihrem Browser direkt an Facebook über­mit­telt und dort gespei­chert.

Zweck und Umfang der Datenerhebung und die wei­te­re Verarbeitung und Nutzung der Daten durch Facebook sowie Ihre dies­be­züg­li­chen Rechte und Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz Ihrer Privatssphäre ent­neh­men Sie bit­te den Datenschutzhinweisen von Facebook.

Wenn Sie nicht möch­ten, dass Facebook über unse­ren Internetauftritt Daten über Sie sam­melt, müs­sen Sie sich vor Ihrem Besuch unse­res Internetauftritts bei Facebook aus­log­gen.”

Hinweis: Der Text ist kein Muster, son­dern ein Beispiel und bie­tet des­halb kei­ne Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Datenschutzhinweise müs­sen für den jewei­li­gen Internetauftritt indi­vi­du­ell erstellt wer­den.

Der Verweis auf die Datenschutzhinweise von Facebook erscheint sinn­voll, auch wenn sich dort kei­ne nütz­li­chen Informationen zu den Plugins fin­den. Welche Daten Facebook erhält und wie lan­ge es die­se spei­chert, wird nicht erläu­tert.

Soweit ersicht­lich, genügt bis­her noch kaum ein Webseitenbetreiber in Deutschland, der Facebook Social Plugins ver­wen­det (etwa bild.de oder focus.de) der dies­be­züg­li­chen Hinweispflicht des TMG.

Verstöße werden mit Bußgeld geahndet

Ein Verstoß gegen die Hinweispflicht des § 13 (1) TMG ist gemäß § 16 (2) Nr. 2 TMG eine Ordnungswidrigkeit und kann nach § 16 (3) TMG mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahn­det wer­den. Da sich deut­sche Datenschutzbehörden schwer tun, US-Unternehmen wegen Datenschutzverstößen zu belan­gen, tre­ten Sie ger­ne – wie im Fall Google Analytics – an die hier ansäs­si­gen Webseitenbetreiber her­an. Dies wäre auch bei den Facebook Plugins denk­bar.

Eine Abmahnung durch Wettbewerber dürf­te dage­gen wenig Aussicht auf Erfolg haben, da Gerichte zur Vorgängerregelung des § 13 TMG, dem außer Kraft getre­te­nen § 4 Teledienstedatenschutzgesetz (TDDSG), ent­schie­den haben, dass es sich um eine Vorschrift han­delt, deren Verstoß nicht wett­be­werbs­wid­rig ist.

Weiterführende Links zum Thema

  • Recht: voll­stän­di­ger Beitrag von Dr. Thomas Helbing, mit wei­ter­füh­ren­den Informationen zur Zulässigkeit der Plugins nach deut­schem Datenschutzrecht
  • Tutorial: Gefällt-mir-Button in WordPress ein­bin­den
  • Meinung: Warum der Gefällt-mir-Button doof ist
  • Update/14.07.2010 - Tutorial: Facebook beim Surfen auf Drittseiten aus­sper­ren
Über den Autor

Dr. Thomas Helbing ist Rechtsanwalt und hat zum Telekommunikationsrecht pro­mo­viert. Er arbei­te­te über vier Jahre bei einer inter­na­tio­na­len Wirtschaftskanzlei im Bereich “Technik, Medien und Telekommunikation”. Heute ist er selbst­stän­di­ger Rechtsanwalt (Website) und berät Unternehmen zum IT- und Datenschutzrecht.

(mm),

22 Kommentare

  1. Vielen Dank für den auf­schluß­rei­chen Artikel! Aus mei­ner Erfahrung wer­den die Buttons eher sel­ten genutzt, sodass man sie auch getrost weg­las­sen kann. Ein Direktlink zur ent­spre­chen­den Seite ist deut­lich sinn­vol­ler.

  2. Sehr schö­ner Artikel und gute Hinweise, auf die man strikt ach­ten soll­te (zumin­dest, wenn man Abmahnungen ver­su­chen will zu umge­hen).

    Allerdings den­ke ich bei dem Haufen an Richtlinien und Grauzonen, dass man im Allgemeinen nicht 100%ig sicher sein kann und man jeden Tag schoin fast sei­ne Datenschutzrichtlinien ändern könn­te.

    Wachsam sein hilft da und daher sind sol­che Artikel immer ver­dammt wich­tig. Danke dafür und bes­te Grüße!

  3. Bis vor kur­zem war mir das gar nicht bewusst, bis ich mei­ne Seiten Online hab bewer­ten las­sen. Da kam dann zual­ler­erst der Hinweis zum Datenschutz. Vielen Dank für die­sen Artikel, sehr wich­ti­ge Punkte wur­den hier betrach­tet und ich habe gleich die Datenschutzerklärung erwei­tert.

  4. Besten Dank für die nütz­li­chen Hinweise und die sehr auf­schluß­rei­che Diskussion!
    Wir haben gera­de erst damit begon­nen, die soci­al media but­tons (wie heißt das auf Deutsch?!) in unse­rer Webseite zu ver­wen­den und sind dank­bar für die­se wich­ti­gen Hinweise. Wir wer­den eine ent­spre­chen­de Erklärung in unse­rer Datenschutzseite auf­neh­men und auf die­se hin­wei­sen.

  5. Vielen Dank für die Information, um stress aus dem Wege zu gehen, wur­de der Button bei uns eben­falls ent­fernt!

  6. Danke für Ihre Anwort Herr Dr. Helbing. Allerdings ver­ste­he ich dann nicht, war­um man sei­ne Datenschutzerklärung zu erwei­tern habe.

  7. Ist es gän­gi­ge Rechtsprechung, TMG § 13 so aus­zu­le­gen? Wir reden hier ja nicht von einem direkt ein­ge­bun­de­nen und daher “kon­trol­lier­ba­ren” Google Analytics.

    Auch die Interpretation des BDSG § 3, Absatz 4, Nr. 3 in Ihrem Original-Artikel unter http://www.thomashelbing.com/de/facebook-social-plugins-datenschutz-bdsg-datenschutzhinweise-privacy-policy-like-button-gefallt-mir fin­de ich nicht ein­gän­gig. Der Diensteanbieter stellt Facebook oder ande­ren Dritten kei­ner­lei Daten bereit. Der Diensteanbieter kann ja nicht ein­mal kon­trol­lie­ren, ob der IFrame tat­säch­lich ange­zeigt wird.

    • Zu § 3, Absatz 4, Nr. 3 BDSG: Ich schrei­be in mei­nem Artikel gera­de nicht, dass hier klar ein Fall einer Übermittlung vor­liegt, ich zitie­re mich mal selbst ;-):

      “Hierin könn­te die Übermittlung von per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten durch den Webseitenbetreiber an Facebook im Sinne des § 3 Abs. 4 Nr. 3 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) lie­gen.”

      Weiter

      “Man kann nun argu­men­tie­ren, es feh­le an einer Übermittlung, weil für den Webseitenbetreiber kein per­so­nen­be­zo­ge­nes Datum vor­liegt, da er den Seitenbesucher nicht mit einem Facebook-Konto und damit einer natür­li­chen Person in Verbindung brin­gen kann (Relativität des Personenbezugs). Folgt man dem, wäre der Webseitenbetreiber nur Hilfsperson von Facebook bei der Datenerhebung durch Facebook. Der „Charme“ die­ser Argumentation ist, dass man kei­ne Rechtsgrundlage für eine Datenübermittlung an Facebook benö­tigt.”

      Und am Ende:

      “Nach hier ver­tre­te­ner Auffassung liegt wohl bereits kei­ne Datenübermittlung vor (…)”

      Selbst wenn man annimmt, der Webseitenbetreiber kennt die IP Adresse der Besucher (nicht zwin­gend, dass er die­se auch erfasst) könn­te man eine Übermittlung ver­nei­nen. Denn der Webseitenbetreiber gibt die IP Adresse ja nicht wei­ter, mit dem IFrame ver­ur­sacht er nur, dass der Browser des Nutzers sei­ne IP Adresse (direkt) an Facebook gibt.

  8. Hallo!

    Schöne Diskussion ohne die übli­che Schwarz-Weiß-Malerei. Wie eini­ge bereits geschrie­ben haben, ist im Web der sinn­vol­le und bedach­te Umgang mit den eige­nen Daten gefragt. Ein Nutzer soll­te sich bewußt sein, daß sei­ne gemach­ten Angaben im Zweifel eine Weltreise antre­ten – wenn es schlecht läuft selbst dann, wenn er die­ser Weitergabe wider­spro­chen hat.
    Die tota­le Enthaltsamkeit von WWW, Email und Social Media – die in ande­ren Foren als Lösung vor­ge­schla­gen wird – ist heutz­ta­ge sicher kein prak­ti­ka­bler Weg mehr. Welche Medien und Anbieter ich letzt­end­lich nut­ze und wel­che Daten ich dabei über mich preis­ge­be, das liegt in mei­ner eige­nen Verantwortung. Die not­wen­di­ge Sensibilität und das Bewußtsein für die Konsequenzen feh­len hier auf brei­ter Ebene, wie ich bei mei­nen regel­mä­ßi­gen Seminaren und Mitarbeiterunterweisungen zum Datenschutz immer wie­der fest­stel­len muss. Hartknäckig hält sich dazu noch das Gerücht “Im Internet ist alles umsonst” und schon klickt es sich noch leich­ter, wenn nach per­sön­li­chen Daten gefragt wird. Siehe hier­zu auch http://www.bdsg-externer-datenschutzbeauftragter.de/allgemein/im-internet-ist-nichts-umsonst-seien-sie-umsichtig-bei-der-preisgabe-ihrer-persoenlichen-daten/

    Aufklärung im Vorfeld in Verbindung mit einer maß­vol­len gesetz­li­chen Regulierung sind sicher der rich­ti­ge Weg. Dabei ist dann jeder selbst gefragt und gefor­dert. Nicht nur der Gesetzgeber, wenn das Kind mal in den Brunnen gefal­len ist.

    Sonnige Grüße und immer dran den­ken “Das Internet ver­gißt nicht!”

  9. Ich bin ein­fach für einen bewuss­ten Umgang mit dem öffent­li­chen Web. Wer etwas ins Web stellt, soll­te gleich auch bereit sein, dass es jeder sieht und jeder davon weiß. Wenn man dazu bereit ist, kann man es pri­ma für Marketing-Zwecke nut­zen.

    Wir ent­wi­ckeln einen Dienst, um ein biss­chen aus­zu­wer­ten, wie erfolg­reich man damit ist: http://www.twentyfeet.com

    Der Slogan “Check your track!” hat lei­der nichts mit Datenschutz zu tun, son­dern eher damit, dass man sehen will, z.B. wie vie­le von den hier ver­hass­ten Likes man selbst erhal­ten hat. :-)

    Zugegeben: Nur was für die, die kein Problem mit dem Web als Möglichkeit der Profilerstellung haben und sich dort eher “frei­gie­big” und aktiv kom­mu­ni­zie­rend bewe­gen … ;-)

    Was ich übri­gens auch glau­be: Private Infos gehö­ren nicht ins Web.

  10. Vielen Dank für die Information, um stress aus dem Wege zu gehen, wur­de der Button bei uns eben­falls ent­fernt!

    Viele Grüße

  11. Durch den Aufruf des iFrames wird u.a. die IP-Adresse des Besuchers ins EU-Ausland (Server von Facebook) gesen­det. Dies geschieht ohne Einverständnis des Besuchers.

    Da die land­läu­fi­ge Meinung dahin ten­diert, dass die IP-Adresse eine per­so­nen­be­zo­ge­ne Information ist, ist der Einbau des iFrames ille­gal. Der gut gemein­te Hinweis in der Datenschutzerklärung hilft gar nichts, da eine Einwilligung min­des­tens VOR dem Senden der Daten ein­ge­holt wer­den müss­te.

    Ich habe bzgl. Google Analytics schon über meh­re­re Artikel und Interviews berich­tet:
    http://www.anonym-surfen.com/ip-adresse-als-personenbezogene-information/

    Genau die Aussagen tref­fen auch auf den iFrame zu. Je nach­dem an wel­ches Gericht man gerät, kann es vie­le 10.000 Euro kos­ten.

    • Hallo Dennis,
      für die Zulässigkeit der Übermittlung gibt es durch­aus Argumente, da die Funktionalität der Plugins anders nicht her­ge­stellt wer­den kann. Insofern ist die Lage anders als bei Google Analytics. In mei­nem voll­stän­di­gen Beitrag auf mei­ner Webseite fin­den Sie die ent­spre­chen­den Ausführungen. Da die­ser Teil etwas juris­tisch ist, haben wir die­sen hier bei Dr. Web nicht ver­öf­fent­licht.
      Grüße aus München

  12. Danke, wer­de ich gleich­mal in einem mei­ner Blogs nach­bes­sern.

  13. Es wird doch immer lächer­li­cher in Deutschland. Klar ist Datenschutz wich­tig, aber wer sich bei Facebook ein­loggt und dann im Web surft, auf einen Facebook-Button klickt, sieht das dies dann auf SEINEM Profil ver­öf­fent­licht wird und immer­noch behaup­tet er weiß nicht das Facebook nun sein Surfverhalten nach­voll­zie­hen kann ist ein­fach nur selbst Schuld.

    Diese “Wir müs­sen unse­re Bürger vor alles und jedem schüt­zen” Keule sorgt letzt­lich dafür das immer mehr Leute ihr Hirn völ­lig aus­schal­ten und dann auf jeden Nepp rein­fal­len. Und am Ende zah­len die doo­fen Blogger und Webmaster für Abmahnungen weil sie in ihren Datenschutzerklärungen nicht jeden Mist erklärt haben – zumal die­se Erklärungen in der Regel eh nur Anwälte oder Neider lesen die dir dann eben so einen tol­len Brief schi­cken wol­len.

    Ich soll­te wahr­schein­lich eine Vorschaltseite ein­rich­ten in der jeder Besucher zustimmt das dies und jenes auf mei­nem Blog inte­griert ist, das er min­des­tens 18 ist und des eigen­stän­di­gen Denkens mäch­tig. Nur lei­der wer­de ich mir dann auch das blog­gen spa­ren kön­nen, da dann wohl nur noch 3 Besucher am Tag zu ver­zeich­nen sind.

    Wann keh­ren wir also wie­der zu einer gewis­sen Eigenverantwortung zurück?

    Jetzt habe ich vor lau­ter Aufregung ver­ges­sen mich für den Beispieltext zu bedan­ken: Danke – ich den­ke das ist wirk­lich wich­tig.

  14. Super Beitrag! Mich wür­de inter­es­sie­ren wie es sich recht­lich ver­hält, wenn ich die Buttons etc. nicht über ein iFrame, son­dern über loca­les Javascript ein­ge­baut habe, da in die­sem Fall die direk­te Kommunikation zwi­schen User und FB ent­fällt.

  15. Ich kann Sascha und und Wolge nur zustim­men.

    Sich im Internet zu bewe­gen, des­sen Vorteile zu nut­zen (güns­ti­ge­re Preise weil sich Anbieter auch durch Werbung finan­zie­ren und wert­vol­len Content), und zu glau­ben, man kön­ne dabei geschützt blei­ben, ist naiv.

    Ob der FacebookLikeButton ein­ge­bun­den wird oder nicht, kann der Webseitenbetreiber sel­ber ent­schei­den. Allerdings kommt man hier weder an der Tatsache des zusätz­li­chen Traffics vor­bei (den man ja ger­ne möch­te um sei­ne Seite nun sel­ber wie­der­um für Partner attrak­tiv zu machen…) noch an dem Fakt, dass face­book in punc­to Datenschutz ein Desaster ist.

    Alledings eben­falls an der Tatsache nicht, dass face­book auch in Zukunft durch den Dialogcharakter, sofern man ihn denn zu nut­zen ver­steht, sei­ne Postion noch wei­ter stär­ken wird.

    Es ist eine selt­sa­me Grundeinstellung vie­ler Bürger die­ses Landes, einer­seits jeg­li­chen Vorteil in Kauf zu neh­men, aber dann, wenn es kom­pli­ziert wird, sich auf Verordnungen und Gesetze zu beru­fen, die die­se Schwierigkeiten für ihn regeln sol­len (Datenschutz).

    Social Media ist kein Kindergarten, weder für die Betreiber sol­cher Plattformen noch für die Accountinhaber. Wenn ich dar­an teil­neh­men und teil­ha­ben will, dann soll­te ich mich mit dem Managen von Accounts in der jewei­li­gen Plattform aus­ein­an­der­set­zen (sh. Sascha’s HInweis zur face­book Konfiguration).

    Auf jeden Fall Danke an die­ser Stelle an Thomas Helbing für die­sen infor­ma­ti­ven Artikel und Danke eben­falls für den Beispieltext. Very use­ful.

  16. Vielen herz­li­chen Dank für die­sen Beitrag. Für mich stell­te sich schon seit län­ge­rer Zeit die Frage ob ich die­sen “Gefällt mir” Button wie­der von den Websiten ent­fer­nen. Nach dem lesen des Artikels wer­de ich es tun. Dankeschön.

  17. Ich möch­te den User sehen, der beim Besuch einer Webseite als ers­tes zu der Seite mit den Datenschutzbestimmungen navi­giert und sich dort dar­über infor­miert, war­um was wo über ihn gespei­chert wird…

    Datenschutz gut und schön, aber was im Moment pas­siert ist ein­fach nur lächer­lich. Das Schlimme ist, daß die­je­ni­gen die am lau­tes­ten schrei­en am wenigs­ten Ahnung haben wovon Sie reden und/oder am meis­ten auf den Datenschutz pfei­fen. Ich sage nur Steueridentifikationsnummer (braucht ein Neugeborenes mit Sicherheit!), ELSTER, Digitaler Reisepass, KV-Karte etc. DAS sind Sachen die daten­schutz­tech­nisch bedenk­lich sind und unse­rer Regierung immer noch nicht weit­rei­chend genug.

    Beim Usertracking gehts doch schlicht und ergrei­fend nur um eins: Werbung. Ich weiß beim bes­ten Willen nicht was dar­an schlecht sein soll, wenn Werbung ziel­ge­rich­tet erfolgt.

    Statt Webseitenbetreiber und Internet-Unternehmen per­ma­nent mit irgend­wel­chen sinn­frei­en Verordnungen zu gän­geln, soll­te man doch lie­ber die­je­ni­gen, die sich der teil­wei­se weit­rei­chen­den Konsequenzen ihrer Mitteilungsbedürfnisse immer noch nicht bewusst sind, dahin­ge­hend sen­si­bi­li­sie­ren, nicht auch noch die intims­te Kleinigkeit ihres Lebens irgend­wo öffent­lich zu machen. Das Ganze hat aber nichts mit Datenschutz zu tun.

  18. Hallo!

    @Hortcore: Vollständige Enthaltsamkeit muss ja nicht sein, ein regel­mä­ßi­ger, über­le­gen­der Blick in die Privatsphäreneinstellungen ist dann eben Voraussetzung.

    Was jedoch der FB Like Button auch über nicht­re­gis­trier­te Nutzer unge­fragt auf­zeich­net und wie die­se Aufzeichnung alles ande­re als mit dem Datenschutzrecht har­mo­niert, ist in der Stellungnahme Dr. Th. Helbing bes­tens doku­men­tiert.

  19. Da liegst du ein­fach nur falsch, Datenschutz ist die pri­vat­sphä­re dei­ner Person. Tut mir leid dass ich kein Bock hab jedem mit­zu­tei­len wo ich sur­fe und was ich mag bzw. nicht mag. Vorallem dann nicht, wenn ein Unternehmen die­se Daten dann wei­ter­ver­kauft.

    Sehr guter Artikel der mich wie­der dar­in bestärkt nicht bei Facebook ange­mel­det zu sein und auch nicht auf mei­nen Seiten ein­zu­bin­den.

  20. “Datenschutz” – das ist doch die­ser coo­le Begriff für Regierungen und Unternehmen, der vor­der­grün­dig ver­wen­det wird um das Volk zu beru­hi­gen, bzw. den Zugang zu Daten zu ver­weh­ren, um im Hintergrund unge­stört jede Sauerei machen zu kön­nen, die tech­nisch mög­lich ist.

    Oder lie­ge ich da falsch?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.