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Dieter Petereit 24. März 2013

Facebook? Interessiert mich nicht!

Der Slogan der Website The Maple Kind lau­tet “Where info­gra­phics meet comics and bull­shit!” Der ein­zi­ge Antrieb hin­ter der Website ist es nach eige­nen Angaben, deren Besucher zum Kichern zu brin­gen. Unter die­sen Vorzeichen ist die fol­gen­de Infografik zu betrach­ten. The Maple Kind trägt dar­in durch­aus über­zeu­gend vor, war­um Facebook drin­gend einen zusätz­li­chen Button mit der Aufschrift “I Don’t Care” (“Interessiert mich nicht”) benö­tigt. Ehrlich gesagt, so bull­shit­ty fin­de ich die Argumentationsführung nicht. Zumal ich Facebook ohne­hin für eine der schlech­tes­ten Erfindungen hal­te, die die zivi­li­sier­te Gesellschaft erdul­den muss…

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Facebook: Gar nicht mal so interessant

Was waren wir doch zunächst alle erfreut, als Facebook sich durch­setz­te. Man konn­te sich mit längst ver­ges­se­nen Freunden und Bekannten erneut ver­net­zen, die gan­ze Bekanntschaftshistorie qua­si reset­ten und ganz von vorn begin­nen. Brieffreundschaft 2.0.

Zu Beginn mag das ja auch noch ganz gut funk­tio­niert haben, dann jedoch wur­den die Freunde immer mehr und die Grenzen wur­den flie­ßend. Nur Leute mit eiser­ner Disziplin haben heu­te bei Facebook nur noch wirk­li­che Freunde in ihren Listen, wobei Freunde ohne­hin vom Start weg der fal­sche Begriff war. Die aller­meis­ten Facebook-Kontakte wür­de man wohl, selbst wenn man sie aus dem ech­ten Leben kennt, was ja bei­lei­be nicht mehr unbe­dingt die Regel ist, nicht als Freunde bezeich­nen. Bekannte, Kollegen, Kommilitonen, okay – aber Freunde?

Ist doch egal, wie man das nennt”, mögen Sie jetzt ein­wen­den. Das aller­dings fin­de ich nicht. Ich sehe an mei­nen Kindern ganz deut­lich, wie die Bedeutung des Wortes ero­diert. Hinz und Kunz ist plötz­lich “Freund”. Ungefähr ein­mal im Monat erläu­te­re ich mei­nen Kids wie ein Oberlehrer, was eigent­lich eine Person aus­macht, die man wirk­lich als Freund bezeich­nen soll­te. Es geht ihnen inzwi­schen schon auf die Nerven. Mir wurscht, ich zie­he das durch…

Ich schwei­fe ab. The Maple Kind bringt es auf den Punkt, auf meh­re­re Punkte eigent­lich, aber sei’s drum. Wie geht es Ihnen, wenn Sie Ihre Facebook Wall durch­scrol­len?

Die Chancen ste­hen gut, dass es Ihnen ähn­lich geht, wie dem Ersteller der fol­gen­den Infografik. Der näm­lich behaup­tet, dass Facebook-Inhalte zu 75% völ­lig irrele­van­tes Zeug dar­stel­len, für dass sich nie­mand inter­es­siert, vom Inhalte-Ersteller mal abge­se­hen. Wie oft haben Sie schon einen Button gesucht, auf dem nicht “Gefällt mir” steht?

The Maple Kind hat eine gan­ze Menge von Beispielen zusam­men gestellt, bei denen min­des­tens ein “Interessiert mich nicht!”-Button ange­mes­sen wäre. Ich wet­te, Sie fin­den sich in so man­chem Beispiel wie­der.

Ich per­sön­lich nut­ze Facebook inzwi­schen so gut wie gar nicht mehr. Ich kann wegen der Administration eini­ger Brand-Pages nicht ganz aus­stei­gen. Für mich jedoch stellt der Dienst das genaue Gegenteil des­sen dar, was er irgend­wann ein­mal vor­gab zu sein. Er ist kein Netzwerk, dass die Menschen näher anein­an­der bringt, son­dern er ist ein Dienst, der sozia­le Nähe durch digi­ta­le Distanz ersetzt. Sowohl der Begriff “sozi­al”, wie auch der Begriff “Nähe” wer­den dabei auf der Strecke blei­ben. Der Begriff “Freund” ist ja jetzt schon tot.

Dennoch, viel Spaß mit der Infografik…

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(Quelle: The Maple Kind)

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

9 Kommentare

  1. Na dann bin ich ja erleich­tert! Nicht nor­mal sei mei­ne Facebook absti­nenz, hat­te ich schon zu hören bekom­men. :)

    Bin selbst schon seit dem 14 Lebensjahr im Internet unter­wegs, also seit 1994 und bin wirk­lich offen für neu­es. Das F-Büchlein hat mich jedoch nie ange­spro­chen…

    Und es ist schöhn zu sehen, dass ich damit nicht allei­ne bin.

  2. Toller Beitrag! Ich dach­te immer, es läge an mir und mei­nen ech­ten Freunden. Die haben mich näm­lich auf Facebook allein gelas­sen. Fremde und ehe­ma­li­ge Mitschüler fünf­zigs­ten Grades anzu­gra­ben, um Freund sein zu dür­fen, war mir zu fremd. Facebook-‘Alternativen’ wer­den hof­fent­lich wei­ter immer attrak­ti­ver…

  3. Grandioser Artikel. Spricht mir tief aus der Seele und das obwohl ich nie­mals einen FBaccount hat­te. Weder Fake, noch real… Und dies wird auch ganz bestimmt so blei­ben :3

  4. Wo ist denn hier der “Gefällt mir”-Button?

    Sowohl dein Text als auch die Infografik. Das wer­de ich gleich mal in mei­ner Chronik pos­ten ;-)

  5. Was waren wir doch zunächst alle erfreut, als Facebook sich durch­setz­te.” Nicht alle. ;-)

  6. Ich hab einen Fake-Account bei Facebook. Und den nut­ze ich nur, um mich gele­gent­lich über sti­lis­ti­schen und gram­ma­ti­ka­li­schen Blüten mei­nes Arbeitgebers zu amü­sie­ren.

  7. Also ehr­lich gesagt, hab‘ ich nie wirk­lich ver­stan­den, was Millionen von Leuten dazu bewegt, Ihre Persönlichkeit auf einer Datensammelseite aus­zu­brei­ten…
    Ständige Aufforderungen, mir unbe­kann­te Personen zu mei­nen Freunden hin­zu­zu­fü­gen, mei­ne E-Mails nach Freunden zu durch­su­chen oder auf “Lieblingsseiten” zu kli­cken emp­fin­de ich ganz sicher nicht als sozi­al, son­dern als ner­vi­ge Bevormundung. Der ein­zi­ge Grund, war­um ich über­haupt bei FB bin, sind die zwei Leute in mei­ner Freundesliste, die ich tat­säch­lich ken­ne. Die ande­ren drei sind Pseudo-Freunde, die mich ange­klickt haben und wo ich so für mich dach­te, das es nicht scha­den kann, FB ein wenig zu ver­wir­ren. Aus dem glei­chen Grund bin ich in ver­schie­de­nen Gruppen, die Tag für Tag unwich­ti­ge, nich­ti­ge und/oder sinn­freie Inhalte ver­brei­ten. Ich gehe sogar so weit zu sagen, das nicht nur 75%, son­dern 90% der Inhalte bei FB für die Tonne sind – Nobody needs that…
    Ich nut­ze FB prak­tisch nie und wenn, dann nur, um zu schau­en, ob mir besag­te Leute eine Nachricht haben zukom­men las­sen. Rein. Raus. Tschüss…

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