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Swetlana Senkevitch 9. Juli 2012

Chrome: Facebook Disconnect und ShareMeNot bremsen Facebooks Datenhunger

Kein Beitragsbild

Und schon wieder geht es um Facebook, die soziale Plattform, die die Welt spaltet. Denn einerseits ist es ja bequem, mit lieben Freunden Kontakt zu halten und fast minütlich eigene Interessen, Gefühle, Gedanken oder Fotos teilen zu können. Andererseits gerät Facebook immer wieder in die Kritik wegen des extrem laschen Umgangs mit den Daten seiner Nutzer. Heute geht es darum, wie man die auf fast allen Webseiten gegenwärtige Facebook-Verbindung entfernen kann. Um das zu erreichen, bietet der Chrome Web Store eine Erweiterung mit sehr deutlichem Namen an: Facebook Disconnect. Und Mitarbeiter der Universität für Computerscience in Washington haben eine ähnliche Erweiterung entwickelt, welche die selbe Aufgabe erfüllt: ShareMeNot. Wir stellen beide kurz vor.


(Bildquelle: birgerking auf Flickr | CC-BY-SA)

Facebook Disconnect: eine Erweiterung zum Blockieren von Facebook-Verbindungen

Facebook Disconnect ist eine Chrome Erweiterung, welche von Brian Kennish entwickelt wurde. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Facebook-Verbindung auf vielen Webseiten zu deaktivieren. Wofür ist das gut? Nun, ich möchte hier zwei Gründe nennen, welche mir sehr wichtig zu sein scheinen. Erstens, verkürzt sich die Ladezeit einer Webseite. Facebook-Verknüpfung ist ja meistens mit sehr viel Inhalt gefüllt und das beansprucht viel Platz, was sich in den Ladezeiten der Webseite wiederspiegelt.


Facebook-Verbindung beansprucht viel Platz

Zweitens werden durch die Facebook-Verknüpfung alle Informationen über Ihr Surfverhalten an diese Plattform weitergeleitet. So werden Ihre Daten gesammelt und wie Sie es wohl selbst wissen, bleiben diese nicht ganz geheim. Ich war also sehr froh darum, die Facebook Disconnect Anwendung entdeckt zu haben und habe sie sofort ausprobiert. Übrigens ist die Anwendung ganz kostenfrei.

Befreiung von der Facebook-Allgegenwart

Ich mache es ja gerne ganz genau. Ich gehe gerne alle Schritte, vom Download bis zur Verwendung durch und liste danach alles für Sie auf. Im Falle der Facebook Disconnect gab es lediglich nur einen Schritt: auf „Hinzufügen“ zu klicken. Das war’s. Den Fakt, dass die Erweiterung tatsächlich funktioniert, merkt man, indem man eine Webseite öffnet und keinen Facebook-Button mehr findet. Ich halte es für wichtig, dies hier zu erwähnen, weil ich selbst ein paar Minuten lang nach dem Icon von Facebook Disconnect suchte und nichts in meiner Browserleiste fand. Dann stellte ich mir die Frage, ob die Erweiterung überhaupt da ist. Ich erhielt die Bestätigung, nachdem ich die Webseite von Spiegel öffnete und den so gut bekannten Facebook-Button nicht mehr sah.

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Zum Vergleich: ein Spiegel-Artikel ohne Anwendung „Facebook Disconnect“


Da fehlt doch was: ein Spiegel-Artikel, nachdem die Anwendung installiert wurde

Ich empfehle es also, Facebook Disconnect zu installieren. Schließlich sind wir nicht dazu verpflichtet, Facebooks Datenhunger bereitwillig zu stillen.

ShareMeNot: keine Verfolgung von Sozialplattformen-Buttons mehr

ShareMeNot ist eine Chrome-Erweiterung, welche ähnlich wie Facebook Disconnect funktioniert. Nur wird hier die Verbindung nicht nur zu Facebook, sondern auch zu mehreren bekannten sozialen Netzwerken wie Twitter, Google+ u.a. deaktiviert. Die Erweiterung verhindert, dass beim Besuch irgendeiner Webseite über die Verknüpfungen mit Sozialplattformen Informationsaustausch stattfindet. Um ShareMeNot zu installieren, gehen Sie entweder auf die Download-Seite der Computerscience-Community oder auf den Chrome Web Store. Nach der Installation erscheint das Icon der Anwendung in ihrer Browser-Menüleiste. Nun können Sie zum Testen irgendeinen Beitrag von Spiegel aufmachen. Was fällt Ihnen auf? Genau, anstelle des Facebook-Like-Buttons befindet sich das ShareMeNot-Icon! Wollen Sie auf einmal den Beitrag doch mit Facebook oder einer anderen Plattform verknüpfen, klicken Sie einfach auf das Icon der Erweiterung. Dann wird die Verknüpfung zum entsprechenden sozialen Netzwerk wieder aktiviert.


ShareMeNot: so sieht es nach der Installation der Erweiterung aus

Was ich bei ShareMeNot sehr gut finde, ist die Möglichkeit, sich auszusuchen, von welchen Sozialplattformen die Verknüpfungen blockiert werden sollen. Dafür klicken Sie auf das Icon der Erweiterung. Ein Fenster erscheint und darauf sehen Sie die Namen von einigen bekannten Sozialplattformen mit einem Häkchen neben dran. Nun können Sie das Häkchen an den Stellen entfernen, zu welchen die Verknüpfung erhalten werden soll. Die Verknüpfung zu diesem Netzwerk bleibt dann auf allen Seiten, wo sie existiert, erhalten.


Sie können sich aussuchen, zu welchen Sozialnetzwerken die Verknüpfung erhalten bleibt

Man muss noch beachten, dass die Erweiterung ein Teil des Forschungsprojektes einer Gruppe der Washingtoner Universität ist und (noch) nicht für den allgemeinen Gebrauch empfohlen ist. Das bedeutet, es kann durchaus sein, dass sie nicht auf allen Webseiten funktioniert. Aus diesem Grunde bittet die Forschergruppe um entsprechende Rückmeldung, um die Anwendung zu verbessern.

Fazit: Natürlich ist es nicht sichergestellt, dass die beiden vorgestellten Erweiterungen auf allen Webseiten einwandfrei funktionieren. Zumindest in meinem Testfeld funktionierte die Blockade stets einwandfrei. Ich persönlich halte diese Erweiterungen für sehr schöne Projekte, welche dazu beitragen, die Benutzerdaten auch tatsächlich zu schützen.

(dpe)

Swetlana Senkevitch

Neben dem Chemiestudium interessiert sich Swetlana Senkevitch für sehr viele Dinge dieser Welt. Kunst, Malerei, Psychologie, Naturwissenschaften, Schachspiel, Sprachen und Photographie sind nur einige Beispiele ihrer Interessen und Hobbies. Sie hat eine Leidenschaft fürs Schreiben und Design gefunden und beschäftigt sich nun mit Webdesign.

9 Kommentare

  1. Was wird denn mit den Daten gemacht die bei beiden Chrome Apps erhoben werden? „Ihre Daten auf allen Websites, Ihre Tabs und Browseraktivitäten“ sind schon einige Daten die diese Apps so sammeln.

    • Die Erweiterungen unterbinden lediglich den Datenfluss, drehen sozusagen den sozialen Netzwerken „den Hahn“ zu. Soweit ich weiss, sammeln diese Apps an sich keine Daten.

  2. Gibt es den auch ne Möglichkeit die Butten temporär oder auf bestimmten Webseiten wieder zu aktivieren. So wie man es vom Add-Blocker kennt?

    • Bei ShareMeNot aktiviert man die Buttons wieder indem man einfach auf sie klickt. ShareMeNot räumt im Unterschied zu „Facebook Disconnect“ die Buttons nicht weg. Diese Erweiterung blockiert einfach die Verknüpfung und den Datenfluss an sich. Dadurch bekommen die Betreiber der sozialen Netzwerke keine Angaben mehr über die Besucher einer Webseite. Doch die Buttons an sich stehen zur Verfügung. Möchte man die Verknüpfung zu bestimmten sozialen Netzwerken wieder aktivieren, einfach auf den Button klicken, wie man es immer gemacht hat.

      Hier ist auch eine Liste, wie es aussehen soll, wenn die Erweiterung richtig funktioniert:

      http://sharemenot.cs.washington.edu/Test%20Installation.shtml

      Nur einige Buttons werden durch den „ShareMeNot“-Button ersetzt. Aber auch in diesem Fall gilt: klicken, um die Verknüpfung wieder zu aktivieren.

  3. Ich nutze sowohl in Chrome als auch Firefox „Ghostery“. Arbeitet meiner Meinung nach sehr effizient und ist leicht verständlich. Werde mir die anderen aber auch mal ansehen!

  4. Naja, ein Nachteil der Erweiterungen ist, dass sie nur auf die Social-Sachen reagieren. Wer komplett unverfolgt surfen will, sollte sich Ghostery mal anschauen:
    http://www.ghostery.com/
    Nutze ich selber seit einiger Zeit und muss sagen, dass es alles tadellos erkennt – und blockiert.

  5. Klasse Artikel. So ein Addon bräuchte ich für den IE.

  6. Für Firefox zu empfehlen: https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/donottrackplus/ – Gibt es imo auch für Chrome.

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