
Ersetzt Gemini Ihre Bürosuite? Kommt drauf an.
Michael Dobler
Autor Dr. WebGoogle integriert Gemini tief in Docs, Sheets, Slides und Drive. Abonnenten von Google AI Ultra und Pro erhalten ab sofort neue Beta-Funktionen, die den Arbeitsalltag in Workspace verändern sollen. Für Entscheider stellt sich die Frage: Lohnt sich das Upgrade?
Stellen Sie sich vor, Sie öffnen morgens Google Docs und statt des blinkenden Cursors wartet ein fertiger Entwurf. Gemini in Workspace soll genau das liefern: Dokumente, Tabellen und Präsentationen, die sich aus Ihren eigenen Dateien, E-Mails und Webquellen zusammenbauen. Google rollt die neuen Funktionen seit dem 10. März 2026 als Beta für zahlende Abonnenten aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Gemini erstellt in Docs komplette Entwürfe aus vorhandenen Dateien und E-Mails
- Sheets baut ganze Tabellenstrukturen aus einem einzigen Prompt auf
- Slides generiert einzelne Folien kontextbezogen, komplette Decks folgen bald
- Drive beantwortet komplexe Fragen über mehrere Dokumente hinweg

Was kann Gemini in Google Docs jetzt?
Bisher tippten Sie selbst. Jetzt beschreiben Sie, was Sie brauchen, und Gemini zieht relevante Inhalte aus Ihrem Drive und Gmail zusammen. Sie bitten das Modell beispielsweise, einen Newsletter aus Ihren letzten Meetingprotokollen zu erstellen. Gemini liefert daraus einen personalisierten Erstentwurf. Einzelne Abschnitte lassen sich per Prompt überarbeiten. Die Funktion „Match writing style“ gleicht den Ton über das gesamte Dokument an.
Yulie Kwon Kim, VP Product bei Google Workspace, beschreibt den Ansatz so: „Gemini kann jetzt relevante Informationen aus Ihren Dateien, E-Mails und dem Web zusammenführen, um nützliche Erkenntnisse sicher zu erschließen.“
Die technische Basis dafür ist Gemini 3.1 Pro, das seit Ende 2025 die wichtigsten KI-Benchmarks anführt. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie in unserem Artikel „Google Gemini 3: Das intelligenteste KI-Modell startet“.
Wie verändert das die Arbeit mit Tabellen?
Sheets war bislang die Google-App, in der KI am wenigsten sichtbar war. Das ändert sich grundlegend. Sie beschreiben ein Projekt, und Gemini legt die komplette Tabellenstruktur an: Checklisten, Kontaktlisten, Dashboards. Die Funktion „Fill with Gemini“ füllt leere Spalten automatisch mit Daten aus der Google-Suche oder kategorisiert bestehende Einträge. Projektmanager, die regelmäßig Vergleichstabellen pflegen, sparen damit Stunden an Recherchearbeit.
„Google macht die Bürosuite zum Autopiloten. Jedes Unternehmen ohne KI im Alltag schenkt der Konkurrenz einen Vorsprung.“
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was kostet das Ganze?
Die neuen Funktionen stehen ausschließlich zahlenden Abonnenten zur Verfügung. Google AI Pro kostet 21,99 € pro Monat und bringt erweiterten Zugang zu Gemini 3.1 Pro sowie 2 TB Speicher mit. Google AI Ultra schlägt mit 274,99 € pro Monat zu Buche, bietet dafür 30 TB Speicher, maximale KI-Nutzungslimits und exklusive Funktionen wie Deep Think und Flow. Die Gratis-Version von Gemini bleibt auf Basisfunktionen beschränkt.
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Wann lohnt sich ein Upgrade?
Google zielt mit der tiefen Integration auf Ökosystem-Bindung. Teams, die bereits in Workspace arbeiten, bekommen die KI-Funktionen ohne Toolwechsel. Microsoft 365 bietet mit Copilot ein vergleichbares Angebot. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob KI in der Bürosuite sinnvoll ist. Entscheidend ist, in welchem Ökosystem Sie bereits stecken.
Die Workspace-Funktionen sind dabei nur ein Baustein. Google baut Gemini gleichzeitig in Chrome ein, wo der Assistent bald ganze Recherche-Workflows übernehmen soll. Details dazu finden Sie in „Übernimmt Chrome bald Ihre Webarbeit? Kommt drauf an.“ Einen vollständigen Überblick über alle Google-Dienste liefert unser Artikel „55 Google Tools 2026″.
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