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Dieter Petereit 23. März 2018

Erklärvideos (nicht nur) für Webdesigner: So einfach erstellst du bewegte Präsentationen

Erklärvideos zu produzieren wäre zwar eine interessante Sache, aber du traust es dir nicht zu? Immerhin bist du Webdesigner und hast sicherlich bereits das ein oder andere bewegte Designelement zum Leben erweckt. Da geht doch mehr.

Schnell erstellte Erklärvideos mit mysimpleshow

Wir kennen alle diese animierten Erklärvideos, in denen jemand per Hand grafische Elemente in den sichtbaren Bereich schiebt, während eine Stimme aus dem Off munter vor sich hin erläutert. Der recht neue Dienst mysimpleshow bietet dir genau diese bewegten Tutorials jetzt im Do-It-Yourself-Verfahren an.

mysimpleshow: Landing Page. (Screenshot: Dr. Web)

Alles, was du brauchst, ist eine zündende Idee für etwas, das du der Welt schon lange einmal darlegen wolltest. Sollte dich der Funke der Innovation so gar nicht erwärmen, kannst du jederzeit auf die vielen Beispiele zurückgreifen, die dir mysimpleshow im Vorfeld an die Hand gibt.

mysimpleshow ist ein Ableger der professionellen Video-Produzenten des Hauses simpleshow. Während das Angebot bisher eher im Fullservice bestand, öffneten die Macher ihren Werkzeugkasten jetzt ein Stück weit für ambitionierte Selbermacher. Natürlich sind die Möglichkeiten im Vergleich beschränkt, aber dennoch ist mysimpleshow zu weitaus mehr fähig als PowerPoint oder jede andere simple Präsentationslösung. Vor allem bestechen die mit mysimpleshow erstellten Filme damit, dass sie keiner weiterer Erläuterungen bedürfen. Stattdessen können sie, wie jeder andere Film, eigenständig von ihren Zuschauer angesehen werden.

Die Lösung richtet sich an jedermann. Das Kenntnislevel des potenziellen Verwenders bestimmt sicherlich ein Stück weit das letztendliche Ergebnis. Aber es ist nicht so, dass du über ein bestimmtes Knowhow in der Videoproduktion vorab verfügen müsstest, um das Produkt zu verwenden.

Die Vorgehensweise ist dabei ganz ähnlich, wie du es von PowerPoint oder Keynote kennst. Du erstellst einzelne Bildschirme, in PowerPoint Slides, in mysimpleshow Szenen genannt. Dann platzierst du auf diesen Szenen erläuternde Grafiken. Anders als bei PowerPoint schreibst du deine Geschichte nicht mit auf den Bildschirm.

Vielmehr existiert deine Geschichte parallel zu den Bildern. Du schreibst zuerst deine Geschichte, unterteilt nach Szenen. mysimpleshow nimmt dann diesen Text, analysiert ihn und schlägt dir sogenannte Schlagwörter vor, für die der Dienst auch gleich ein passendes Bild aussucht und in der Szene platziert.

Sowohl die Schlagwörter, wie auch die vom Dienst gewählten Bilder kannst du völlig frei ändern. Die einzige Beschränkung besteht darin, dass du pro Szene nur mit sieben Schlagwörtern arbeiten kannst. Ansonsten würde die Szene auch arg voll.

Sobald du deine Bilder auf der Szene platziert hast, wählst du eine der Sprecherstimmen, die sodann deine Geschichte im Video vorlesen wird. Die einzelnen Grafiken werden von Händen auf den Bildschirm geschoben.

Neben den vorgefertigten Grafiken und den automatisierten Sprecherstimmen kannst du sowohl deine eigenen Bilder hochladen und verwenden, wie auch selber deinen Text vorlesen. Schneller geht es natürlich, wenn du dich auf das System verlässt.

In rund 20 Minuten Arbeit habe ich das folgende Video erstellt. Wenn du bedenkst, dass ich nicht mal eine Idee hatte, womit sich mein Video überhaupt befassen können könnte, ist das Ergebnis für eine spontane Aktion gar nicht mal schlecht.

Die vom System vorgeschlagenen Bilder habe ich weitgehend unverändert übernommen, obschon die Galerie aufgrund ihrer beachtlichen Größe durchaus vieles an Variation ermöglicht hätte. Mir ging es aber letztlich darum zu erfahren, wie schnell ich zum Ziel gelangen würde. Da war ich zu Kompromissen bereit. Hier siehst du also nun mein Meisterwerk:

Preislich ist mysimpleshow nicht ganz auf Schokoriegel-Niveau. Du kannst zwar kostenlos dein Video erstellen. Die Nutzung darf dann jedoch nur privat, etwa im Rahmen eines Stammtisches oder auf dem Kindergeburtstag, erfolgen. Sobald du deine Videos professionell verwenden willst, etwa auf deiner Website, benötigst du einen der kostenpflichtigen Accounts. Mit dem sogenannten Fun-Account kommst du nicht weiter.

Hier geht es los mit dem Business-Plan, der dich bei monatlicher Zahlung 129 Euro und bei jährlicher Zahlung 79 Euro im Monat kostet. Der besser ausgestattete Pro-Plan liegt dann im Monat schon bei stolzen 499 Euro bei monatlicher, und 399 Euro bei jährlicher Zahlung. Für den ganz massiven Bedarf gibt es eine Enterprise-Variante, deren Preis du direkt mit den Machern besprechen musst.

Schritt für Schritt zum Video-Hit

Um dir zu zeigen, wie einfach die Erstellung eines Videos ist, gehe ich mit dir die verschiedenen Schritte bis zum fertigen Video einmal zusammen durch. Dabei habe ich die Features des Fun-Plans genutzt.

Zunächst gilt es, einen Account anzulegen, was du per OAuth via Google oder Facebook unkompliziert erledigen kannst. Bevorzugst du den konventionellen Weg, so ist auch der möglich. Einmal eingeloggt, begrüßt dich dieser Screen:

Hier klickst du auf “Erstelle ein neues Video” und kommst damit zu diesem Bearbeitungsschritt:

Hier gibst du deinem Video einen Namen und wählst die Sprache, in der du das Video erstellen willst, also Deutsch oder Englisch. Die klassische Methode, das Video nun weiter zu gestalten, dürfte ein Klick auf den Button “Schreibe deinen Text” sein.

mysimpleshow erlaubt dir jedoch zudem den Import von PowerPoint-Präsentationen, auf deren Basis du dann deinen Film bearbeiten kannst. Ich klicke auf den erstgenannten Button:

Wenn du schon firm in der Verwendung des Tools bist, kommt für dich vielleicht die Option in Frage, eine leere Vorlage zu benutzen. Ich habe mir aus dem Fundus an Templates jene ausgesucht, die sich mit der Nutzung einer Software befasst:

Zwischen den einzelnen Bearbeitungsschritten erklärt dir mysimpleshow stets stilecht per Erklärvideo, was dich im folgenden Schritt erwartet und wie du weiter vorgehen kannst. Diese Automatik kannst du in den Einstellungen auch abstellen. Zu Beginn tut sie dir aber sehr viel gutes, wenn die Nutzung auch im Grunde ohnehin nicht sonderlich kompliziert ist.

Die hier gewählte Vorlage arbeitet mit sieben Szenen. Darauf bist du natürlich nicht festgelegt. Jede Szene lässt sich um weitere ergänzen. Auch eine einmal fertig geschriebene Geschichte kannst du im weiteren Verlaufe der Bearbeitung noch stärker unterteilen. Kleine Beispieltextew rechts neben deinen Textkarten versorgen dich mit Ideen zu Formulierung und Länge.

Wenn du deine Geschichte fertig geschrieben hast, klickst du auf “Bilder auswählen”. Jetzt schlägt die Stunde der künstlichen Intelligenz. Denn nun analysiert mysimpleshow deinen Text, verschlagwortet ihn und ordnet den Schlagworten Bildvorschläge zu:

Die blau hinterlegten Begriffe repräsentieren Schlagworte, für die es einen Bildvorschlag rechts neben der Textkarte gibt. Für die fett schwarz hinterlegten gibt es zwar einen Vorschlag, dieser ist aber nicht auf der Karte sichtbar. Die blauen Balken am unteren Rand der Karte zeigen dir, wie viele Schlagworte du noch auf der entsprechenden Karte verwenden kannst. Du verwendest sie, indem du einen Balken mit der Maus auf einen Begriff ziehst, den du zu einem Schlagwort machen willst.

Klickst du auf einen der blau hinterlegten Begriffe, öffnet sich ein Overlay, in welchem du das entsprechende Bild gegen ein anderes tauschen könntest. Willst du hingegen die Größe oder die Anordnung der Grafiken ändern, klickst du auf das Bleistift-Icon rechts ober auf der Karte mit den Illustrationen. Gehst du auf der Textkarte entsprechend vor, kannst du deinen Text bearbeiten.

Hast du deine Szenen zu deiner Zufriedenheit bearbeitet, klickst du unten auf “Audio hinzufügen” und gelangst zu diesem Screen:

Je nach gewähltem Plan hast du hier verschiedene Möglichkeiten. Mit dem Fun-Tarif stellt sich die Situation wie abgebildet dar. Die wichtigste Wahl, die du hier treffen musst, ist, wer deine Geschichte vorlesen soll. Du kannst aus zwei weiblichen und einer männlichen Stimme wählen. Oder du sprichst den Text selbst ein.

Ebenso ist es möglich, musikalische Untermalungen zu wählen und Untertitel einzubauen. Wenn alles deinen Vorstellungen entspricht, klickst du auf “Video fertigstellen”. Nun nimmt sich mysimpleshow eine Bedenkzeit, in der es dein Video fertig produziert. Hierzu musst du nicht unbedingt im Dienst verweilen. Du erhältst eine E-Mail, wenn der Vorgang abgeschlossen ist.

Nun teilst du dein Video über diverse soziale Medien oder lädst es zur Verwendung auf deiner Website herunter:

Jetzt gilt es natürlich, die Lizenzbedingungen zu beachten, also, den richtigen Plan gebucht zu haben. Dazu lies gerne weiter oben nochmal nach.

Du siehst, mysimpleshow ist keine Raketenwissenschaft, soweit es die Verwendung betrifft. Ich kenne keinen anderen Dienst, mit dessen Hilfe du so schnell zu so ansprechenden Ergebnissen kommst. Mit eigenen Bildern und eigener Stimme, kannst du noch weitaus flexibler arbeiten.

Ob dir das Ergebnis die monatlichen Kosten wert ist, musst du natürlich selbst entscheiden. Ich empfehle dir aber in jedem Falle einen ausgiebigen Test. Denn Spaß macht mysimpleshow auf jeden Fall!

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

9 Kommentare

  1. Ein interessanter Beitrag, gut gemacht!
    Für gelegentliche Nutzer preislich wirklich unattraktiv, da schließe ich mich an! Gibt es günstigere Alternativen?
    Spontan fiel mir noch grazytalk animator pro ein, das noch in anderer Hinsicht Stärken hat und nicht wirklich vergleichbar wäre.

  2. Danke für das Vorstellen! Finde das Tool interessant und Erklärvideos an sich sehr angenehm.
    Schließe mich allerdings meinen Vorrednern bei den Kosten an… daher fällt es für mich leider aus.

    Ich muss aber auch zu dem Artikel an sich sagen, dass ich aufgrund des Titels und des Aufmacherbilds mehr eine Do-it-yourself-Anleitung erwartet habe statt eines fertigen Tools :-D
    Aber das liegt vielleicht auch nur an mir ;-)

  3. Schade das man nur Abomodelle aussuchen kann. Das rechnet sich für die allerwenigsten.
    Wer erstellt schon jeden Monat mehrere Videos?
    Cool wäre es wenn man pro Video zahlen könnte.

  4. Die Preise machen es komplett uninteressant abgesehen davon dass ich auf meine Webseite kein Video einbinden würde, das von einer Computerstimme besprochen würde.

  5. Danke für den tollen Hinweis auf mysimpleshow. Ausprobieren werde ich es auf jeden Fall einmal.

  6. Dieser Artikel sollte deutlich gekennzeichnet werden, was er wirklich ist: Werbung.

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