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Manuel Diwosch 24. März 2014

Mehr Erfolg im Marketing: Fünf Tipps für Texte, die verkaufen

Symbolbild Texterstellung

Hochwertige Texte zeich­nen sich im Internet weni­ger durch sti­lis­ti­sche Raffinessen aus (wobei sie nie scha­den kön­nen) als viel­mehr dadurch, dass sie ein Bedürfnis anspre­chen und Ziele errei­chen. So sind bei­spiels­wei­se Verkaufstexte meist kei­ne lyri­schen Meisterwerke. Allerdings wür­den die Werke der Dichtkunst wahr­schein­lich auch nicht den Zweck erfül­len. Mit die­sen fünf ein­fa­chen Tipps, gestal­ten Sie Texte, die im Web “funk­tio­nie­ren”.

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Texte die “funk­tio­nie­ren” – was soll das sein? Geräte kön­nen funk­tio­nie­ren oder eben nicht, aber Texte? Auch für das geschrie­be­ne Wort gilt, was für Mixer und Co. schon lan­ge gilt: Sie sind ein Mittel und ver­fol­gen einen Zweck. Und wird der erfüllt, dann “funk­tio­nie­ren” die Mittel. Im Beispiel des Verkaufstextes heißt das: Der lyri­sche Meistertext bedient sich nicht der nöti­gen Kommunikationstechniken, wel­che die Erfolgsquote im Verkauf deut­lich erhö­hen.

Symbolbild Texterstellung

Die logi­sche Abfolge, wann ein Text “funk­tio­niert” ist somit leicht erklärt:

  1. Der Adressat ent­deckt den Text.
  2. Er liest ihn, weil er eines sei­ner Bedürfnisse anspricht.
  3. Der Nutzer wird anhand des Textes dort­hin geführt, wo ihn der Verfasser (oder der­je­ni­ge, der den Text auf sei­ner Website ein­setzt) haben will.
  4. Der Nutzer führt die Aktion aus, die vom Verfasser/Verwender gewünscht wird.

Je häu­fi­ger dies im Verhältnis zur gesam­ten Nutzerzahl pas­siert, des­to bes­ser hat der Text funk­tio­niert.

Wie produziert man hochwertige Texte für das Internet?

Symbolbild Tastatur

Bevor man sei­ne Texte ver­fasst, muss man erst abklä­ren, für wen man das tut. Man muss also sei­ne Zielgruppe defi­nie­ren. Das ist bei­spiels­wei­se anhand fol­gen­der Fragen mög­lich: Wer ist mei­ne Zielgruppe genau, wer ist der klas­si­sche Nutzer/Käufer mei­nes Angebots? Wie stel­le ich mir die Personen vor (Alter, Interessen, Ausbildung, finan­zi­el­le Situation,…)? Was zeich­net mei­ne Zielgruppe aus?

Wurde der anvi­sier­te Personenkreis ein­ge­grenzt, muss man sich ein Ziel ste­cken. Will man z. B. als Unternehmer ein Produkt ver­kau­fen, sich als Experte und Anlaufstelle posi­tio­nie­ren oder ein­fach nur wei­ter­hel­fen (um die Kundenbindung zu stär­ken)?

Wurden die­se Fragen geklärt, geht es an die Inhaltserstellung. Gute – also funk­tio­nie­ren­de – Webtexte schaf­fen Sie dann, wenn Sie fol­gen­de fünf Tipps berück­sich­ti­gen :

1. Bedürfnis ansprechen und aktiv Lösung anbieten

Um das zu errei­chen, bedarf es viel Recherche. Wonach und wie sucht die Zielgruppe im Internet? Welche Fragen stel­len Interessenten in Foren, auf sozia­len Plattformen etc.? Genau das soll­ten die Aufhänger der Inhalte sein. Dann tref­fen Sie den Nerv.

Wissen Sie ein­mal, was Ihre Zielgruppe inter­es­siert, soll­ten Sie die­ses Bedürfnis nicht nur anspre­chen. Sie soll­ten eine Lösung/Erklärung/Hilfestellung prä­sen­tie­ren und damit das Bedürfnis befrie­di­gen. So bewe­gen Sie Ihre Zielgruppe dazu, die von Ihnen gewünsch­te Aktion durch­zu­füh­ren (z. B.: Kaufen, Anrufen, Kontaktformular aus­fül­len, Newsletter-Eintrag, etc.).

2. Keine Floskeln

Langweilen Sie Ihre Zielgruppe nicht mit Floskeln. Diese machen Inhalte meis­tens schlech­ter. Auch wenn es sich gut anfühlt, einen Text mit einem berühm­ten Zitat zu begin­nen, ist der Informationsgewinn für den User meis­tens gleich Null. Damit haben Sie sei­ne Zeit ver­schwen­det und sein Informationsbedürfnis über­haupt nicht gestillt.

Nur in Ausnahmefällen regen Floskeln oder Zitate zum Weiterlesen an. Achten Sie dabei auch auf “Marketing-Kauderwelsch-Worthülsen”. Diese bösen Feinde eines gelun­ge­nen Textes ver­ste­cken sich oft sehr gut. Wir haben uns sich näm­lich schon so an sie gewöhnt, dass sie kaum auf­fal­len. Beispiel eines Klassikers gefäl­lig? “Der Unterschied liegt im Detail” Würden Sie wirk­lich einen Text lesen, der mit einer sol­chen Überschrift beginnt? Oder lie­ber einen, der Punkt 3 berück­sich­tigt…

3. Konzentrieren Sie sich auf Benefits und klar zu Fassendes

Angenommen Sie sind auf der Suche nach einem neu­en Schreibtischstuhl. Ihr alter Schreibtischstuhl ist durch­ge­ses­sen und unbe­quem. Nach einem lan­gen Arbeitstag haben Sie oft Rückenschmerzen. Sie suchen im Internet und sto­ßen auf zwei Anzeigen. Beide zei­gen einen Stuhl im Bild und jeweils einen dazu­ge­hö­ri­gen Titel.

Der ers­te Titel lau­tet: “Der Unterschied liegt im Detail.” Der zwei­te: “Wie Sie mit Stuhl X Rückenprobleme ver­mei­den.” Welchen wür­den Sie lesen? In der Beispielsituation mit gro­ßer Wahrscheinlichkeit den Zweiten…

4. Korrekte Rechtschreibung und Grammatik

Kennen Sie Websites, E-Mails, Werbematerial mit feh­ler­haf­ten Texten? Mit Sicherheit! Und wie wirkt es auf Sie? Seriös? Wohl eher nicht. Daher soll­ten Sie beim Verfassen Ihrer Inhalte auf kor­rek­te Rechtschreibung und Grammatik ach­ten.

5. “Flotte Schreibe”

Wahrscheinlich ken­nen Sie span­nen­de Texte. Sie sind förm­lich durch­ge­flo­gen. Jede Zeile schoss nur so in Ihren Kopf. Sie haben wahr­schein­lich aber auch schon Texte gele­sen, die bis ins letz­te Detail, bis hin zu jedem form­voll­ende­ten Buchstaben ganz anders waren. Jeder Satz war end­los ver­schach­telt, extrem müh­sam zu lesen und das Durcharbeiten der Zeilen und Absätze glich einer end­lo­sen Sisyphus-Strafe. Nur lang­sam kam man vor­wärts, weil man immer wie­der und wie­der zurück schau­en muss­te, was am Anfang eines Satzes stand.

Haben Sie es hier gemerkt? Die ers­ten drei Sätze des Absatzes “flos­sen” irgend­wie schnel­ler. Die letz­ten Drei zogen sich in die Länge.

Um den Effekt einer “flot­ten Schreibe” zu errei­chen, müs­sen Sie drei Dinge berück­sich­ti­gen:

  1. Schreiben Sie akti­ve, kur­ze Sätze.
  2. Verwenden Sie kei­ne Fremdwörter und Fachbegriffe.
  3. Sprechen Sie die Sprache Ihrer Zielgruppe. Genau dafür haben Sie im Vorfeld die Zielgruppe defi­niert. Die Ansprache ent­schei­det, ob Sie ernst genom­men wer­den. Zu hoch­ge­sto­chen wirkt wie der sprich­wört­li­che Stock im Allerwertesten, zu “cool” wirkt unreif.

Wichtig: Bringen Sie die User nicht aus dem Lesefluss. Muss er sto­cken oder kann er den Informationen nicht mehr fol­gen, so wird er mit gro­ßer Wahrscheinlichkeit auf­ge­ben und zur Konkurrenz wech­seln. Die ist im Internet nur einen Klick ent­fernt.

Texte sind die Basis allen Contents

Sie möch­ten haupt­säch­lich auf moder­ne Videos, coo­le Bilder und Audiodateien im Internet set­zen? Das ist legi­tim und erfolg­ver­spre­chend, wenn Sie es rich­tig machen. Bedenken Sie aber, dass Sie die Texte nie ver­ges­sen dür­fen. Texte sind (noch) immer die Basisinhalte im Internet.

Warum? Bevor wir ein Video oder eine Audiodatei ankli­cken, sehen wir den Titel des Videos oder des Hörbeitrags als Text. Der Text ist sogar oft noch viel frü­her in die Inhaltsfindung invol­viert: Suchen wir im Internet nach Bildern, Videos, Hörbeiträgen, so geben wir einen Text ein. Suchmaschinen kön­nen Bilder und Videos (noch) nicht betrach­ten. Ebenso wenig kön­nen Sie sich Audiodateien anhö­ren und die Qualität beur­tei­len. Ob die­se Inhalte gefun­den wer­den, hängt vom Text ab, mit dem wir sie “mar­kie­ren”.

(dpe)

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

3 Kommentare

  1. Danke für den Artikel. Ich tue mich immer wie­der schwer damit, mei­ne eige­nen online Texte zu ver­fas­sen und betrach­te die als per­ma­nen­te Baustelle. Ich über­ar­bei­te sie nun wie­der mal.… mit Punkt 1–5;)

  2. “4. Korrekte Rechtschreibung und Grammatik”
    Soll ich jetzt wei­nen oder lachen? Der Hinweis ist tat­säch­lich sehr wich­tig. Sogar bekann­te Portale (z.B. SPON) machen sich mit der unkon­trol­lier­ten Veröffentlichung man­cher Artikel lächer­lich. Besonders Bild-Unterschriften wer­den stark ver­nach­läs­sigt. Viele Besucher sehen sich aber die Bilder an und lesen nur die Unterschriften, nicht den Haupt-Text. Man könn­te mei­nen, die wer­den von der Putzfrau in Teilzeit-Arbeit ange­fer­tigt.

    Meine Rhetorik und mei­ne Rechtschreibung sind nicht opti­mal, aber als Nerd kann ich es nicht bes­ser und für mei­ne Arbeit ist das auch nicht wich­tig. Oder doch, Interpreter kön­nen bzgl. Semantik ganz schön klein­ka­riert sein … ;-)

    • Ach ja, noch etwas: Manche ver­schen­ken durch feh­ler­haf­te Schreibweisen wich­ti­ge Keywords. Das ist dann natür­lich dop­pelt blöd.

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