Anzeige
Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Projekte.
↬ Loslegen und Spaces testen ↬ Jetzt testen!
Dieter Petereit 4. Juli 2012

Entwickler entdeckt Kaufintegration in Facebook-Code

Es war klar, dass Facebooks Reinkarnation des Open Graph eine Vielfalt neuer Möglichkeiten mit sich bringt, die nicht alle bereits implementiert sind. Die Öffnung hin zu Objekten erlaubt die Einbindung beliebiger Elemente und ist naheliegenderweise nicht auf Personen, Orte, Veranstaltungen etc. limitiert. Im Grunde ist von Beginn an absehbar gewesen, dass Facebook auch Produkte kommerzieller Art, also Waren und Dienstleistungen im weiteren Sinne, in den Open Graph integrieren würde. Entwickler Tom Waddington fand nun Hinweise im Facebook-Code, die auf eine weitergehende Integration von Produktaktionen schließen lässt.

Facebooks Want-Button: Will ich haben

„Will ich haben“ ist eine naheliegende Variante, um innerhalb der Facebook-Plattform seine Kaufabsicht zum Ausdruck zu bringen. Es gibt bereits einige Implementationen von Drittanbietern. Vor knapp zwei Wochen fand Entwickler Tom Waddington den entsprechenden nativen Facebook-Code dazu im SDK und stellte eine Beispielimplementation auf seiner Website vor. Danach sieht der Code so aus:

Waddington konnte einige Aktionen mit dem Button erstellen, jedoch keine echten Ergebnisse erzielen. Nach seiner Interpretation sollte der Want (Will ich haben) Button eine Art Wunschliste mit Empfehlungscharakter aggregieren. Seine jüngsten Erkenntnisse indes lassen auf eine weitergehende Absicht des Netzwerkriesen aus Palo Alto schließen.

Anzeige

Danach wird das bisherige Produkt-Objekt intern bereits als „Product Old“ gehandhabt. Das neue Produkt-Objekt ist mit interessanten Aktionen verknüpft. So gibt es die Aktionen „kauft“ und „hat gekauft“, wie auf den beiden folgenden Screenshots ersichtlich ist:

Fraglich bleibt, ob hinter der sog. Social Commerce Strategie Facebooks weiterhin lediglich eine Aggregation von Absichten und Aktionen stehen wird oder ob es tatsächlich zu einer Integration von Kaufmöglichkeiten kommt. Zum jetzigen Zeitpunkt deutet der Code darauf hin, dass der neue Produktbegriff einen generischen Teil, eben „Product“, sowie drei dezidierte Elemente integrieren wird. Hierbei handelt es sich um Items in Facebook Games, Spenden und ein Element, das „Message“ genannt wird.

Aus meiner Sicht erscheint es indes unwahrscheinlich, dass sich Facebook etwa zum Amazon-Wettbewerber aufschwingen wird. Wahrscheinlicher ist, dass es zu einer oder mehrerer Kooperationen mit eben solchen Retailern kommt. Über die breite Nutzerbasis Facebooks könnten hieran sogar Nischenanbieter interessiert sein, die allein niemals in der Lage wären, ihre Klientel vollumfänglich zu erreichen. Da würde das Empfehlungssystem des Netzwerks sicherlich Wunder wirken können. Und wenn dann direkt die Kaufmöglichkeit gegeben wäre…

Immerhin hält Facebook ein Patent zu „Systemen und Methoden, mit denen Käufer Produkte aus einer Vielzahl von Produktkategorien erwerben können“ (U.S. Patent 7.188.080).

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.