Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dr. Web Team 29. März 2010

Einfach köstlich – 6 Tipps für gut gemachtes Gastro-Webdesign

Paulo Canabarro, Manuela Müller, Christina Sitte

Obwohl es selbst in jeder x-belie­bi­gen Kleinstadt eine Riesenauswahl an Restaurants gibt, sind wirk­lich gute Lokale nicht so üppig gesät. Fast noch dün­ner ist die Ausbeute gut gemach­ter Restaurant-Websites. Dabei könn­te es doch rela­tiv ein­fach sein – bie­ten die Themen Essen & Trinken bezie­hungs­wei­se Küche & Koch jede Menge schö­ner Bildmotive und wun­der­ba­re Farbkombinationen.


Urban Influence setzt auf wit­zi­ge Bildideen und pfif­fi­ge Animationen für inter­ak­ti­ve Websites.

Diese Sammlung von Restaurant-Websites aus ver­schie­de­nen euro­päi­schen Ländern, den USA, Australien und Japan beleuch­tet, wor­auf es bei Internetauftritten für Gastro-Betriebe in punk­to Webdesign und Usability ankommt.

1. Aufs Angebot neugierig machen mit Flash-Filmen und interaktiven Elementen

Was bei ande­ren Internetauftritten bis­wei­len stö­rend wirkt, bei Gastro-Websites sind sie ganz her­vor­ra­gend ein­setz­bar: Flash-Filme, die User zum Klicken ani­mie­ren und so ins Angebot hin­ein­zie­hen.


Frontierroom (Seattle/USA) hat eine gut gelun­ge­ne Kombination aus ani­mier­ter Navigation und inter­ak­ti­ven Elementen auf den Unterseiten, die Lust machen, sich durch das kom­plet­te Angebot zu kli­cken.


Das Cour des Loges (Lyon/Frankreich) lockt mit einer Flash-gesteu­er­ten Dia-Show aus stim­mungs­vol­len Fotos zum Betreten sei­ner vir­tu­el­len und im zwei­ten Schritt auch der rea­len Räume.


Lust auf kühl per­len­des Bier macht die Flash-Animation des Berliner Biergartens Burg am See.


Diabolisch kom­men die Flash-Filme von Pekado in Spanien daher. Nette Idee: Die Speisekarte in Form ani­mier­ter Tarot-Karten.


Was für Spielernaturen und Anhänger vir­tu­el­ler Welten, ist die Website der US-ame­ri­ka­ni­schen Grillhaus-Kette Buffalo Wings.

2. Das Besondere des Restaurants und ihrer Betreiber herausstellen

Was im Prinzip auf jede Firmen-Website gehört, gilt für Restaurants beson­ders: Angesichts der gro­ßen und unmit­tel­ba­ren Nähe zu ande­ren Mitbewerbern in einer Stadt oder sogar einem Viertel, soll­te die oft­mals stief­kind­lich behan­del­te Seite “Über uns” mit ganz beson­de­rer Sorgfalt gestal­tet wer­den.

Die mög­lichst ini­di­vi­du­el­le und gut getex­te Firmenphilosophie soll­te durch das pas­sen­de Design unter­stri­chen wer­den.


Die Motivation von Eros Ouzeri, lebens­lan­ge Liebe zum Essen, zur Familie und zum Leben, drückt sich auch im sorg­fäl­ti­gen Webdesign mit schö­nen Fotos und auf­wän­di­ger Typografie aus.


Ein Feeling “wie bei Oma” wol­len die Zwei vom Sorgenfrei Berlin ihren Gästen bie­ten. Das spie­gelt sich auch im Retro-Design des Internetauftritts.


Auf volu­mi­nö­se Leibspeisen – illus­triert durch den Umfang der eige­nen Bäuche – set­zen die (Küchen)Chefs des Carraba’s.


Das Motto “mit ein­fa­chen, Zutaten gut kochen” kommt bei Ajanta durch den Kontrast der far­ben­fro­hen asia­ti­schen Gewürze zum mono­chro­men Wallpaper und dem Familienfoto im 60er-Jahre-Stil gut zur Geltung.


Eine Vorliebe für Schwarz und geho­be­ne gali­zi­sche Küche rekla­miert Gallo de Oro für sich.

3. Usability heißt bei Restaurants vor allem komfortable Online-Reservierung

Echtes Entwicklungspotential besteht bei deut­schen und euro­päi­schen Websites in der benut­zer­freund­li­chen Online-Reservierung. Auf dem Gros der besuch­ten Seiten gibt es ledig­lich her­kömm­li­che Kontaktformulare, die eine Bestätigung per E-Mail oder ein zusätz­li­ches Telefonat erfor­dern. Auf ame­ri­ka­ni­schen Websites sind Online-Buchungssysteme dage­gen wesent­lich wei­ter ver­brei­tet.


In Deutschland noch nicht selbst­ver­ständ­lich: Ein Formular für Online-Reservierung wie bei XII Apostel in Köln.

Im ser­vice-ori­en­tier­ten Amerika fin­den sich sol­che Reservierungsmöglichkeiten wesent­lich öfter, wie hier bei Mortons, die das Formular pro­mi­nent im Header der Website ein­ge­bun­den haben. Lästiges Suchen und Klicken durchs Menü ent­fällt.

Professionelle Online-Reservierungssysteme exter­ner Anbieter nut­zen

Um sich selbst nicht mit einer kom­pli­zier­ten Datenbank und der Verwaltung einer Online-Reservierung her­um­schla­gen zu müs­sen, kön­nen Gastronomen auf einen pro­fes­sio­nel­len Buchungsservice zugrei­fen. Vorteile bie­tet das sowohl für Gäste als auch für Gastronomen: Während poten­ti­el­le Restaurantbesucher rund um die Uhr buchen kön­nen, gewin­nen Gastronomen wert­vol­le Kundendaten und laut diver­ser Studien mehr Gäste als ohne Reservierungssystem.


reserviermich.de – die deut­sche Antwort auf den ame­ri­ka­ni­schen Vorreiter …

… Open Table, der inzwi­schen auch in Europa sei­ne Dienste anbie­tet.

Klassische Formulare anwen­der­freund­lich gestal­ten

Wenn Ihren Kunden das zu teu­er ist, soll­ten Sie bei der Gestaltung des Reservierungsformulars mit HTML, CSS und jQuery nicht nur auf form­schö­ne Gestaltung, son­dern auch auf alle rele­van­ten Felder wie Platzwunsch im Raucher- oder Nichtraucherbereich oder aber die Angabe von Lebensmittelallergien ach­ten.

Optionsschaltflächen für Sonderwünsche sind nut­zer­freund­lich und ein Pluspunkt für das jewei­li­ge Restaurant.

4. Gute gemachte Menüs in jeder Hinsicht

Ein wei­te­rer Aspekt für erfolg­rei­che Restaurant-Websites sind über­sicht­li­che und inter­es­sant gestal­te­te Menüs. Weniger kann dabei wie so oft im Leben deut­lich mehr sein. Verzichten Sie auf über­la­de­ne Menüs oder kom­plett ani­mier­te Navigationssysteme. Eine kla­re Struktur mit einer zen­tra­len Menüleiste oben oder einem seit­li­chen Menü hat den Vorteil eines hohen Bekanntheitsgrades – auch bei Nutzern, die mit dem Internet weni­ger ver­traut sind.


Einfach, aber gut: Die Navigation des milk’ed café ist eben­so über­sicht­lich wie anspre­chend.


Gut gemeint, aber doch dane­ben – die kom­plett ani­mier­te Navigation von Tijuna Flat ist ein wenig zuviel des Guten.

Menü à la car­te

Nicht sehr aus­ge­fal­len, aber durch­aus ver­lo­ckend – Sean’s Speisekarte mit Fotos.

Schöne Spielerei: Gallo de Oro prä­sen­tiert die Gerichte als Memory-Karten, die sich per Mausklick in rotie­ren­de 3D-Würfel ver­wan­deln.

5. Appetitanregende Farben

Bei der geziel­ten Suche nach Gastro-Websites fällt die hohe Dichte von rot-organ­gen Hintergründen auf. Besonders amer­ka­ni­sche Restaurant-Ketten set­zen auf die als appe­tit­an­re­gend gel­ten­den Farben Rot, Orange und Gelb.


Ponderosa


Bones


Outback


Oporto

Appetitzügelnde Farben und Formen …


Andere Länder, ande­re Farben: Sushinomidori, Japan


10 Tipps, wie man es nicht machen soll­te, scheint das Motto der Mittagstisch-Übersicht Freiburg zu sein.


Omeros macht mehr Lust auf Urlaub als auf Essen. Blau gilt als appe­tit­zü­gelnd.

6. Der Weg zum Restaurant

Was nützt die schöns­te Website, wenn den poten­ti­el­len Besuchern nicht klar ist, wo das Restaurant Ihres Kunden zu fin­den ist? Bei einem Restaurant, dass exis­ten­ti­ell auf regen Publikumsverkehr ange­wie­sen ist, darf eine Navigationshilfe im Angebot der Website nicht feh­len.


Eher für den US-ame­ri­ka­ni­schen Markt rele­vant – so genann­te Restaurant-Locator.


Für deut­sche Verhältnisse durch­aus ange­mes­sen: Schön gemach­te Anfahrtsskizze pas­send zum übri­gen Webdesign.

Interaktive Rootenplaner bie­ten mehr Komfort

Noch mehr Komfort bie­ten inter­ak­ti­ve Routenplaner, die den Weg zum Lokal des Kunden exakt berech­nen. Den pas­sen­den Code dafür bie­ten ver­schie­de­ne Online-Rootenplaner wie Google Maps oder Map24 an.


Der frei ver­wend­ba­re Routenplaner von NAVTEQ lässt sich ein­fach in eige­ne Projekte ein­bin­den.

Weitere Tipps zum Erstellen von Anfahrtsskizzen bie­ten die Dr.-Web-Beiträge Google-Maps mit Straßenverbindungen und Tipps und Tricks mit Open Street Map.

Fazit

Ähnlich wie beim Kochen gilt es beim Design von Gastro-Websites, qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Zutaten ohne viel Brimborium gekonnt zu ver­ar­bei­ten. Hochwertiges Bildmaterial, appe­tit­an­re­gen­de Farben und ein klar durch­dach­tes Konzept sind beson­ders wich­tig, denn das Auge isst sozu­sa­gen mit.

Eine stän­dig aktu­ell gehal­te­ne Speisekarte, die zudem pfif­fig prä­sen­tiert ist, sowie ein effi­zi­en­tes Tischreservierungssystem run­den eine gut gemach­te Gastro-Website ab.

(mm), (tm)

5 Kommentare

  1. die sei­ten sind schon sehr schön gemacht, aber flash ging und geht mir wei­ter auf die ner­ven. der titel soll­te bes­ser hei­ßen:

    Einfach köst­lich – 6 Tipps für gut gemach­te über­flüs­si­ge Gastro-Spielerei online.

  2. Hm Burg am See ist eher ein Beispiel dafür wie man es nicht machen soll­te. Automatischer Sound und Vollflash Seiten sind ein­fach sowas von Out und Nervig. Ansonsten sehr net­te Referenzliste auch wenn sich über die Usability bei vie­len durch­aus strei­ten lässt.

  3. Burg am See.. Hm… In mei­ner gene­rel­len Abneigung gegen­über Flash füh­le ich mich bestä­tigt, wenn man die Seite im Firefox ohne Styling betrach­tet ist der Flash-Inhalt (war­um auch immer) so groß wie ein Daumennagel.
    Dämliches Flash, ich kann mir nicht ein­mal die Telefonnummer von der Seite kopie­ren und mit dem iPhone bin ich kom­plett auf­ge­schmis­sen.

    Der/die Betreiber soll­ten die Seite noch ein­mal genau betrach­ten und sich die Texte durch­le­sen. Mal ist sind es 3000qm, dann wie­der 3000 qm, dann ist es der Tea Garden, woan­ders der Tea-Garden – Es sind nur Kleinigkeiten, nichts welt­be­we­gen­des, aber so etwas unter­schei­det im rich­ti­gen Leben die Frittentheke vom Restaurant.

    (der Beitrag spie­gelt mei­ne per­sön­li­che Meinung wie­der und nicht die mei­nes Arbeitgebers)

  4. Über Geschmack lässt sich strei­ten. Tijuna Flat ist Hammer :-)
    Die Musik hat den Tag geret­tet.
    Viele sehr schö­ne Anregungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.