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Nicolas Rotermund 12. September 2003

eCommerce: Wie war ich?

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Der Kunde war da und hat gekauft. Wunderbar. Besser aber, wenn er auch zufrieden ist und Sie gleich weiterempfiehlt. Die Zufriedenheit zumindest können Sie testen, mit einer kleinen Umfrage zum Beispiel.

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Der so genannte „Nachfassbrief“ ist keine neue Erfindung und wird in der Offline Welt lange schon mit Erfolg eingesetzt. Online Unternehmen setzen natürlicherweise auf Email, das ist billiger und schneller, birgt aber auch so seine Tücken. Denn unter gar keinen Umständen darf die Email für Werbung oder gar Spam gehalten werden.

Der Ton macht die Musik. Niemand freut sich über unpersönliche Emails, schon gar nicht mit einer bloßen Aufforderung, an einer Umfrage teilzunehmen. Wir haben hier ein positives und ein negatives Beispiel vorbereitet, um zu zeigen, wie man so eine Mail formulieren könnte – oder auch nicht.

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Sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihren Einkauf. Wir möchten Sie nun bitten, an unserer Kundenumfrage teilzunehmen, damit wir noch besser werden.

www.shop.de/umfrage.html

Vielen Dank
Ihre Shop AG

So sollte man es nicht machen. Die Email ist zu unpersönlich. Der Kunde sieht den persönlichen Vorteil nicht. Beschweren oder Reklamieren ist ihm auch nicht möglich, denn eine Ansprechperson wird nicht genannt. Versuchen wir es anders:

Lieber Herr Mustermann,

vielen Dank, dass Sie sich für unsere Firma entschieden haben. Wir hoffen, dass die von Ihnen bestellten „Warmen Wollsocken“ rechtzeitig und in einwandfreiem Zustand geliefert wurden, und hoffen, dass Ihre Bestellung zu Ihrer vollsten Zufriedenheit bearbeitet wurde.

Wir möchten Sie bitten, uns anhand einer kleinen Umfrage darüber zu informieren, ob wirklich alles in Ordnung war, und was wir beim nächsten Mal für Sie verbessern können. Die Umfrage wird weniger als zwei Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen.

www.shop.de/umfrage.html

Vielen Dank
Bettina Musterfrau
Abteilung Kundenservice
Shop AG

Hier erfährt der Kunde auch gleich, dass Ihn die Umfrage nicht viel Zeit kostet. So etwas lässt sich ideal mit einem Gewinnspiel koppeln, damit der Anreiz für den Kunden noch größer wird:

Unter allen Teilnehmern unserer Umfrage verlosen wir ein schickesWeihnachtspräsent: 100 daunengefütterte Wohlfühl-Bademäntel. Sie profitieren also doppelt!

Jetzt hat der Kunde nicht nur das Gefühl ernst genommen zu werden und für das Unternehmen nicht nur eine (Kunden)Nummer auf einem Bestellschein zu sein, sondern sieht den eigenen Vorteil beim Ausfüllen des Fragebogens. Und wer würde nicht die zwei Minuten opfern, um dem Unternehmen einmal die Meinung sagen zu können und dabei auch noch eine Chance auf einen Gewinn zu haben?

Eine Nachfassaktion kann den Kunden auch auf Garantien und Rückgaberechte aufmerksam machen. Werbung für weitere Produkte oder Leistungen dürfen aber nicht enthalten sein, denn damit für der Effekt sogar negiert. Das Prinzip lässt sich übrigens auch auf Newsletter anwenden. Auch hier gilt: Ist der Leser glücklich, kommt er auch zur Webseite zurück und wird so vielleicht ein neuer Kunde.

Nicolas Rotermund

Nicolas war Mitarbeiter im Dr. Web Team in unserer Ahrensburger und frühen Lübecker Zeit.

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