Spaces. Smartes Cloud Hosting für anspruchsvolle Webprojekte. Loslegen und Spaces testen. Von Mittwald.
Dieter Petereit 15. Februar 2018

Ist der E-Mail-Newsletter tot?

E-Mail-Newsletter kon­su­miert kei­ner. Genau wie DSDS oder das Dschungelcamp. Dennoch sind alle drei Formate sehr leben­dig. Hier soll es nur um den Newsletter gehen, der nach wie vor von vie­len Unternehmen als einer der stärks­ten Sales-Kanäle gese­hen wird.

E-Mail ist alles andere als tot.

E-Mail ist ein uralter Dienst, den es schon zu Zeiten des Arpanet gab. Da ist es kein Wunder, dass man ihn ger­ne und oft für tot erklärt. Schließlich ist ja das Neue stets der Feind des Alten. Und hät­ten die Technologie-Taliban das Sagen, wäre es womög­lich schon vor­bei mit der guten alten E-Mail. Glücklicherweise sind es jedoch ande­re, die hier das letz­te Wort haben, näm­lich die Nutzer.

Der Tod der E-Mail wird schon seit lan­gem beschwo­ren. (Foto: Pixabay)

Die Nutzer wie­der­um ertei­len der Prognose „E-Mail ist tot” Jahr für Jahr erneut eine Absage. Ganz im Gegenteil steigt die Zahl der E-Mail-Accounts kon­ti­nu­ier­lich. Die Informations-Site „Email is not dead” zitiert in die­sem Zusammenhang eine Studie der Radicati Group, wonach es bereits über 4,35 Milliarden E-Mail-Accounts welt­weit gibt, deren Zahl bis 2019 vor­aus­sicht­lich auf 5,59 Milliarden anwach­sen wird. Sterben sieht anders aus.

Wenn du dich kurz und kna­ckig mit den wich­tigs­ten Studienergebnissen zum Thema E-Mail ver­sor­gen willst, dann lies neben dem bereits erwähn­ten Sammler „Email is not dead” auch den Beitrag „70 email mar­ke­ting stats every mar­ke­ter should know” auf Campaign Monitor.

McKinsey ermit­tel­te, dass der durch­schnitt­li­che Angestellte 13 Stunden sei­ner Wochenarbeitszeit mit dem Bearbeiten sei­nes E-Mail-Posteingangs ver­bringt. Nehmen wir jetzt nur mal die stei­gen­de Zahl an E-Mail-Accounts und die durch­schnitt­li­che Verweildauer im Posteingang, so wird anhand die­ser bei­den Werte bereits klar, dass man mit E-Mail mehr Leute zuver­läs­si­ger errei­chen kann, als es mit Social Media mög­lich wäre. Dennoch sind Social-Media-Strategien leicht zu ver­kau­fen, wäh­rend E-Mail-Marketing stets neu erklärt wer­den muss.

Ebenfalls laut McKinsey ist E-Mail nicht bloß mar­gi­nal bes­ser als Social Media. Vielmehr konn­te die E-Mail bewei­sen, dass sie um das Vierzigfache erfolg­rei­cher bei der Neukundenakquisition ist als Facebook und Twitter. Forrester Research ergänzt hier­zu noch, dass nur etwa zwei Prozent der Facebook-Fans einer Marke deren Posts in ihrer Timeline sehen, wäh­rend E-Mail es schafft, 90 Prozent der ange­schrie­be­nen Empfänger auch tat­säch­lich zu errei­chen; zumin­dest, soweit es den Eingang in deren Inbox betrifft. Mit den jüngs­ten Änderungen an Facebooks Algorithmus dürf­te sich die­ser Wert noch­mal deut­lich ver­schlech­tern.

Das soll uns als Beleg genü­gen, um mit Fug und Recht davon aus­zu­ge­hen, dass es E-Mail auch in fünf Jahren noch geben wird. Für wei­te­re Studienergebnisse stö­be­re ein­fach mal in den wei­ter oben ver­link­ten Quellen. Da dürf­test du rund gute 100 Erkenntnisse gewin­nen.

E-Mail verändert sich.

E-Mail als rei­ne Kommunikationsform fin­det heu­te wie damals in rela­tiv unfor­ma­tier­ter Form statt. Das biss­chen HTML, das erfor­der­lich ist, um eine Art Kopfbogen-Optik zu erzeu­gen, ver­ste­hen inzwi­schen alle rele­van­ten E-Mail-Clients, deren wich­tigs­te Vertreter Outlook und Gmail sind.

Zeitgemäßes Design wird mög­lich

Für Newsletter wur­de eben­falls lan­ge auf das rei­ne Textformat gesetzt, was natür­lich jed­we­de Form von Erlebnisoptik von vorn­her­ein unmög­lich mach­te. Eine öde Bleiwüste konn­te zwar pro­blem­los emp­fan­gen wer­den, mach­te aller­dings nur wenig Lust auf mehr.

Responsives Design hält auch bei E-Mails Einzug. (Grafik: Pixabay)

Das feh­len­de Design lag dabei nicht etwa an man­geln­der Gestaltungslust der Zunft, son­dern schlicht und ergrei­fend dar­an, dass E-Mail-Clients Designs bis­wei­len der­ma­ßen eigen­wil­lig inter­pre­tier­ten, dass rei­ner Text die ein­zig siche­re Variante für die kor­rek­te Anzeige beim Leser war.

Auch heut­zu­ta­ge ist es nicht so, dass E-Mail-Clients etwa auf der Höhe der Rendering-Fähigkeiten moder­ner Browser wären. Es geht aller­dings so lang­sam in die rich­ti­ge Richtung.

Gmail unter­stützt seit September 2016 immer­hin Embedded CSS und respon­si­ves Design mit Media Queries, was die Darstellungsmöglichkeiten deut­lich erhöht. Und auch Outlook, Microsofts E-Mail-Dinosaurier, der der Hauptgrund dafür ist, dass wir E-Mails als Tabellendesigns bau­en, öff­net sich in jüngs­ter Zeit moder­ne­ren Darstellungsformen.

Das ist auch drin­gend erfor­der­lich, denn wir müs­sen zur Kenntnis neh­men, dass schon mehr als die Hälfte (53 Prozent) aller E-Mails zuerst auf mobi­len Geräten gele­sen wer­den. Nur 23 Prozent aller Mobilnutzer, die eine E-Mail zuerst auf einem mobi­len Gerät genutzt haben, öff­nen sie spä­ter noch ein­mal von einem Desktop-Gerät aus. Im Umkehrschluss bedeu­tet das, dass rund 40 Prozent aller E-Mails aus­schließ­lich auf mobi­len Geräten gele­sen wer­den. Entsprechend müs­sen sie so gestal­tet sein, dass der Konsum nicht nur halb­wegs, son­dern ein­wand­frei mög­lich ist.

Wenn du eine Newsletterplattform wie etwa Mailchimp ver­wen­dest, musst du dich um die dahin­ter­lie­gen­de Technik nicht küm­mern. Damit sind optisch anspre­chen­de Newsletter-Gestaltungen durch­aus mög­lich. Wenn du aber wei­ter­ge­hen­de Ansprüche rea­li­sie­ren willst, bedarf es ande­rer Tools.

Hier kom­men dir Werkzeuge wie MJML oder Foundation for Email 2 zu Hilfe. Damit erstel­len wir unse­re Layouts in der jewei­li­gen Template-Sprache. Um den Rest küm­mern sich die Frameworks. Aufwändigere Animationen und Interaktionsmöglichkeiten sind eben­falls mach­bar, bedür­fen aber auf abseh­ba­re Zeit gut durch­dach­ter Fallback-Strategien.

Überhaupt ist der Einbau einer Fallback-Lösung im Newsletter-Design noch wich­ti­ger als im Webdesign an sich. Fallback im Newsletter-Design muss in der Regel näm­lich neben der gestal­te­ri­schen auch eine inhalt­li­che Komponente haben, spe­zi­ell wenn es um E-Commerce geht.

E-Mail-Marketing funk­tio­niert nach wie vor sehr gut. (Illustration: Pixabay)

Die Personalisierungsmöglichkeiten ver­bes­sern sich

Hyper-Targeting ist ein neu­es Buzzword im E-Mail-Marketing. Darunter ver­ste­hen wir die best­mög­li­che Anpassung des Inhalts eines E-Mail-Newsletters an den Leser. Und zwar kon­kret an den ein­zel­nen Leser, nicht bloß an eine gro­be Zielgruppe. Letzteres machst du hof­fent­lich ohne­hin schon.

Im Hyper-Targeting geht es dar­um, so vie­le Details wie mög­lich zu jedem ein­zel­nen Newsletter-Abonnenten zu sam­meln, um den Inhalt sei­nes per­sön­li­chen Newsletters genau auf sei­ne Interessen zuschnei­den zu kön­nen. Naheliegenderweise geht das mit der höchst­mög­li­chen Konversionswahrscheinlichkeit ein­her.

Machine Learning wird hier die trei­ben­de tech­no­lo­gi­sche Kraft sein. Damit steht uns neben Personalisierung und Automatisierung bald eine wei­te­re Säule zur Verfügung, die die bei­den erst­ge­nann­ten ver­eint und ver­bes­sert.

Fazit: E-Mail-Newsletter erfreuen sich bester Gesundheit

E-Mail-Newsletter sind wei­ter­hin eine span­nen­de Möglichkeit der Kundengewinnung, und sie schrei­ten auch tech­no­lo­gisch vor­an. Damit ent­le­di­gen sie sich ihrer größ­ten Nachteile und kön­nen ihre Stärken gegen­über Social Media wei­ter aus­bau­en.

Das Web wächst in das E-Mail-Marketing hin­ein, was zur Vereinfachung durch Homogenisierung der Kundenansprache füh­ren wird. Moderne E-Mails kön­nen damit Funktionen bie­ten, die denen moder­ner Websites zwar nicht ent­spre­chen, aber doch nahe­kom­men.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design.

8 Kommentare

  1. Hallo, ich den­ke auch, dass Newsletter wei­ter­hin beliebt sind, so lan­ge sie nicht zu oft ein­tru­deln! Dann wird’s näm­lich eher ner­vig…

    Kennt denn jemand ein Newsletter-Script für den eige­nen Server, wel­ches mit PHP / SQL arbei­tet? Am liebs­ten Open Source. Freue mich auf Empfehlungen!

  2. Werbung, die Pest des 21. Jahrhunderts. Gleichgültig in wel­cher Form.

  3. E-Mail ist TOT ?

    Es wäre viel­mehr wün­schens­wert, dass sich im High- Tech- Paradies Doitschland E-Mail ein­mal wirk­lich eta­blie­ren könn­te. Wenn du als Selbständiger heut­zu­ta­ge kei­ne Fax- Nummer auf dei­ner Visitenkarte ste­hen hast, bist du ja von moderns­ten Kommunikationskanälen aus­geshlos­sen.

    Armes Deutschland!

Schreibe einen Kommentar zu Dieter Petereit Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.