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Dirk Metzmacher 5. April 2019

Adobe Photoshop: Dramatische Fotos im Handumdrehen

Wir alle haben hun­der­te Fotos auf dem Rechner lie­gen und wis­sen nichts damit anzu­fan­gen. Dabei rei­chen oft weni­ge Schritte in Photoshop, um aus einer guten Aufnahme ein außer­ge­wöhn­li­ches Foto zu zau­bern. Wir geben drei Beispiele und regen zum Ausprobieren an. So kommst du in weni­gen Schritten zu inter­es­san­ten Varianten dei­ner schöns­ten Bilder.

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Fotoeffekt # 1: Weiche Lichter

Gerade bei Porträts in der Natur kann eine wei­che, magi­sche und war­me Stimmung die rich­ti­ge Umsetzung für das Foto sein. Lerne aus einem guten Foto eine Variante zu ent­wi­ckeln, die mehr Wärme zeigt. Dabei kom­men so eini­ge Einstellungsebenen zum Einsatz.

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Girl on a bike in the coun­try­si­de / #137648174 / Masson

01 Gradationskurven

Für eine ers­te Farbänderung gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven. Über RGB hast du die Möglichkeit, die ein­zel­nen Kanäle auf­zu­ru­fen. Dort wählst du zunächst Rot an. Ziehe den unte­ren Greifpunkt zur rech­ten Seite hin, den obe­ren Greifpunkt lässt du so ste­hen, sorgst aber dafür, dass die Kurve einen leich­ten Bogen nach oben erhält.

Im Grün-Kanal erhöhst du leicht den Kontrast. Das erreichst du über die Erzeugung einer ange­deu­te­ten S-Kurve. Im blau­en Kanal ziehst du den unte­ren Anfasser etwas nach oben. Die Schattenbereiche wer­den so blau­sti­chi­ger, die Lichter gelb­sti­chig.

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02 Verlaufsumsetzung

Gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Verlaufsumsetzung. Erzeuge einen Verlauf von #002255 (0, 34, 85) zu #ffaa33 (RGB 255, 170, 51). Stelle die Füllmethode die­ser Ebene auf Hartes Licht um und redu­zie­re die Deckkraft auf etwa 14%. Kopiere die Ebene mit Strg+J und ände­re die Füllmethode auf Negativ mul­ti­pli­zie­ren ab. Die Deckkraft stellst du auf etwa 30%. Diese Werte vari­ie­ren natür­lich je nach Bildinhalt.

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03 Farbbalance

Es folgt Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbbalance. Hier kannst du Tiefen, Mitteltöne und Lichter der Farben gezielt regeln, um etwa in den Tiefen die Blautöne noch zu ver­stär­ken und in den Lichtern die Gelbtöne zu erhö­hen.

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04 Licht dank Farben

Ein schö­ner Effekt ergibt sich, wenn du einen Farbton ver­wen­dest, um „Licht“ in das Bild ein­zu­zeich­nen. Erstelle dazu eine neue Ebene, etwa über Umschalt+Strg+N. Stelle die Füllmethode auf Negativ mul­ti­pli­zie­ren um und male mit dem Pinsel, einer sehr wei­chen Werkzeugspitze und einem Gelb-Ton das Licht von einer Seite ein.

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05 Staub in der Luft

Oder auf der Linse… Für etwas Staub erzeugst du jeden­falls eine neue Ebene und füllst die­se mit wei­ßer Farbe. Gehe dann auf Filter > Rauschfilter > Rauschen hin­zu­fü­gen. Monochromatisch soll­te akti­viert sein und die Stärke auf über 250 % ste­hen.

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Gehen Sie auf Filter > Filtergalerie und akti­vie­ren Sie den Kunstfilter > Schwamm mit Pinselgröße: 3, Struktur: 25 und Glättung: 5. Es folgt der Zeichenfilter > Stempel mit Hell/Dunkel-Balance: 40 sowie Glättung: 9.

Wende den Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von 7 Pixeln an. Nach Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbton/Sättigung gehst du im Menü auf Ebene > Schnittmaske erstel­len. Aktiviere Färben und stel­le einen Gelb-Ton ein. Damit wer­den die Staubpartikel zusätz­lich ein­ge­färbt.

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Fotoeffekt # 2: Sehenswerte Schwarz-Weiß-Umsetzung

Wird einer Aufnahme die Farbe ent­zo­gen, so fehlt dem Foto etwas. Dank einer geziel­ten Bildbearbeitung kannst du aber wie­der etwas dazu geben und das ist bei einer Schwarz-Weiß-Umsetzung eine gewis­se Dramatik, erzielt durch här­te­re Kontraste und dem gewis­sen Etwas.

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Portrait of a beau­ti­ful steam­punk woman / #166891430 / Kiselev Andrey Valerevich

01 Neutralisieren

Da wir ganz gezielt bestim­men wol­len, wie die Kontraste im Bild ver­teilt wer­den, neu­tra­li­sie­ren wir das Ausgangsbild zunächst mit den fol­gen­den Schritten: Kopiere die Ebene über Strg+J, wen­de den Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner mit einem Radius von etwa 8 Pixeln an, drü­cke Strg+I zum Umkehren und Umschalt+Strg+U zum Entfärben. Reduziere die Deckkraft auf um die 50%. Das Bild wirkt nun neu­tra­ler, wir hal­ten nun alles wei­te­re in unse­ren Händen.  Das Prinzip ist der Anwendung von Tiefen/Lichter nicht unähn­lich, doch erhal­ten wir hier ein­fa­cher das gewünsch­te Ergebnis.

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02 Schwarz-Weiß mit Kontrast

Gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Schwarzweiß und ver­stel­le die Regler der ein­zel­nen Farbbereich so, dass die unbun­te Variante schön kon­trast­reich umge­setzt wird. Du kannst auch das Werkzeug akti­vie­ren, um damit direkt im Bild mit einer Links- und Rechtsbewegung zu bestim­men, wie die Schwarzweiß-Umwandlung wir­ken soll.

Für einen geziel­ten Eingriff erstellst du eine neue Ebene über Umschalt+Strg+N, stellst die Füllmethode auf Ineinanderkopieren ein und akti­vierst Mit neu­tra­ler Farbe fül­len. Male nun ganz gezielt mit dem Abwedler-Werkzeug Lichter ein, mit dem Nachbelichter-Werkzeug Schatten. In der Optionsleiste stellst du die Größe, Weichheit und Deckkraft der Werkzeuge ein.

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03 Schmutz einfügen

Für etwas mehr Schmutz im Bild erstellst du eine neue Ebene und drückst D auf der Tastatur, für die Standardfarben Schwarz und Weiß. Nach Filter > Renderfilter > Wolken wen­dest du den Renderfilter > Differenz-Wolken an. Stelle die Füllmethode auf Ineinanderkopieren um und redu­zie­re die Deckkraft auf etwa 70%. Klicke im Menü auf Ebene > Ebenenmaske > Alle ein­blen­den und wen­de in der erstell­ten Maske den Renderfilter > Wolken an.

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04 Farbiges Licht

Leicht zeich­nest du far­bi­ges Licht ein, wenn es zum Motiv passt. Auf einer wei­te­ren Ebene wur­de hier mit hell­blau­er Farbe das Sichtgerät her­vor­ge­ho­ben. Die Füllmethode wur­de auf Negativ mul­ti­pli­zie­ren umge­stellt. Auf einer wei­te­ren Ebene folg­te eine Auswahl mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug in Sternform, um die­se mit dem Verlaufswerkzeug, einem Verlauf von Weiß zu Transparent und Radialverlauf gefüllt wur­de.

Strg+D hebt die Auswahl auf, der Gaußsche Weichzeichner sorgt für einen wei­chen Übergang. Wichtig ist noch die Füllmethode Ineinanderkopieren für den Lichteffekt.

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05 Feinste Details

Drücke Umschalt+Strg+Alt+E, um alle Ebenen (wie redu­ziert) auf einer neu­en Ebene abzu­le­gen. Drücke Strg+J und wäh­le die bei­den Ebenen mit gedrück­ter Strg-Taste im Ebenenbedienfeld an. Drücke Strg+G, um die­se Ebenen zu grup­pie­ren. Die Füllmethode der Gruppe wird nun auf Ineinanderkopieren umge­stellt. Klappe die Gruppe auf. Die Füllmethode der unte­ren Ebene lässt du auf Normal ste­hen, die der obe­ren Ebene änderst du auf Strahlendes Licht ab. Drücke Strg+I zum Invertieren.

Wende nun den Filter > Weichzeichnungsfilter > Matter machen an. Kleinere Werte sor­gen für fei­ne­re Details, gro­be Werte für grö­ße­re Kontrastverläufe im Bild. Deshalb habe ich hier die Gruppe ein­mal kopiert und konn­te so in der einen Gruppe einen klei­nen, in der ande­ren Gruppe einen weit­aus grö­ße­ren Wert umset­zen. In Kombination erhältst du eine sehr schö­ne Kontrastkombination im Foto.

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Fotoeffekt # 3: Märchenwald

In Deutschland ist es recht leicht, einen dunk­len, kal­ten Wald zu ent­de­cken, der am Morgen gar dank Nebel für eine mys­ti­sche Stimmung sorgt. Solch ein Foto kann also prak­tisch jeder machen. Doch was damit anstel­len? Wir zei­gen auf, wie aus einer nor­ma­len Waldaufnahme eine mär­chen­haf­te Variante wird.

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path / #101562784 / andreiuc88 & Gold glit­te­ring / #104344673 / Ron Dale

01 Farben umsetzen

Ein mys­ti­scher Wald ist sicher viel far­ben­fro­her, als der düs­te­re deut­sche Wald. Erstelle dazu eine neue Ebene und ände­re die Füllmethode auf Ineinanderkopieren ab. Die Deckkraft wird auf 65% redu­ziert. Mit einem Blauton wur­de hier der Rand des Waldes mit dem Pinsel und einer wei­chen Werkzeugspitze über­malt. In der Mitte wur­de die Komplementärfarbe Orange ein­ge­setzt. Schon die­se leich­te Änderung führt zu einem ganz ande­ren Eindruck.

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02 Glitzer und Vignette

Möchtest du den Blick des Betrachters wei­ter in die Mitte len­ken, so erzeu­ge eine wei­te­re Ebene und male mit schwar­zer Farbe und einem gro­ßen, sehr wei­chen Pinsel eine Vignette ein. Die Ebenendeckkraft steu­ert die Stärke der Umsetzung.

Wer mag, kann die­ses Bild nun als Grundlage für eine Komposition ein­set­zen. Als ein schnel­les Beispiel habe ich hier etwas Glitzer auf schwar­zem Hintergrund ein­ge­fügt, und die­sen mit der Füllmethode Negativ mul­ti­pli­zie­ren in das Bild hin­ein gerech­net.

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(Der Beitrag erschien erst­mals im Februar 2014 und wird seit­dem aktu­ell gehal­ten. Das letz­te Update erfolg­te im April 2019.)

(Beitragsbild von Kordula Vahle auf Pixabay)

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

3 Kommentare

  1. Hi,

    gei­le Beispiele, die du hier zeigst. Allerdings konn­te ich jetzt nicht alles direkt nach­voll­zie­hen, weil mir da wohl eini­ge Zwischenschritte feh­len.

    Ansonsten Top!

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