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Adobe Photoshop: Dramatische Fotos im Handumdrehen

Wir alle haben hunderte Fotos auf dem Rechner liegen und wissen nichts damit anzufangen. Dabei reichen oft wenige Schritte in Photoshop, um aus einer guten Aufnahme ein außergewöhnliches Foto zu zaubern. Wir geben drei Beispiele und regen zum Ausprobieren an. So kommst du in wenigen Schritten zu interessanten Varianten deiner schönsten Bilder.

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Fotoeffekt # 1: Weiche Lichter

Gerade bei Porträts in der Natur kann eine weiche, magische und warme Stimmung die richtige Umsetzung für das Foto sein. Lerne aus einem guten Foto eine Variante zu entwickeln, die mehr Wärme zeigt. Dabei kommen so einige Einstellungsebenen zum Einsatz.

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Girl on a bike in the countryside / #137648174 / Masson

01 Gradationskurven

Für eine erste Farbänderung gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven. Über RGB hast du die Möglichkeit, die einzelnen Kanäle aufzurufen. Dort wählst du zunächst Rot an. Ziehe den unteren Greifpunkt zur rechten Seite hin, den oberen Greifpunkt lässt du so stehen, sorgst aber dafür, dass die Kurve einen leichten Bogen nach oben erhält.

Im Grün-Kanal erhöhst du leicht den Kontrast. Das erreichst du über die Erzeugung einer angedeuteten S-Kurve. Im blauen Kanal ziehst du den unteren Anfasser etwas nach oben. Die Schattenbereiche werden so blaustichiger, die Lichter gelbstichig.

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02 Verlaufsumsetzung

Gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Verlaufsumsetzung. Erzeuge einen Verlauf von #002255 (0, 34, 85) zu #ffaa33 (RGB 255, 170, 51). Stelle die Füllmethode dieser Ebene auf Hartes Licht um und reduziere die Deckkraft auf etwa 14%. Kopiere die Ebene mit Strg+J und ändere die Füllmethode auf Negativ multiplizieren ab. Die Deckkraft stellst du auf etwa 30%. Diese Werte variieren natürlich je nach Bildinhalt.

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03 Farbbalance

Es folgt Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbbalance. Hier kannst du Tiefen, Mitteltöne und Lichter der Farben gezielt regeln, um etwa in den Tiefen die Blautöne noch zu verstärken und in den Lichtern die Gelbtöne zu erhöhen.

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04 Licht dank Farben

Ein schöner Effekt ergibt sich, wenn du einen Farbton verwendest, um „Licht“ in das Bild einzuzeichnen. Erstelle dazu eine neue Ebene, etwa über Umschalt+Strg+N. Stelle die Füllmethode auf Negativ multiplizieren um und male mit dem Pinsel, einer sehr weichen Werkzeugspitze und einem Gelb-Ton das Licht von einer Seite ein.

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05 Staub in der Luft

Oder auf der Linse… Für etwas Staub erzeugst du jedenfalls eine neue Ebene und füllst diese mit weißer Farbe. Gehe dann auf Filter > Rauschfilter > Rauschen hinzufügen. Monochromatisch sollte aktiviert sein und die Stärke auf über 250 % stehen.

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Gehen Sie auf Filter > Filtergalerie und aktivieren Sie den Kunstfilter > Schwamm mit Pinselgröße: 3, Struktur: 25 und Glättung: 5. Es folgt der Zeichenfilter > Stempel mit Hell/Dunkel-Balance: 40 sowie Glättung: 9.

Wende den Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von 7 Pixeln an. Nach Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbton/Sättigung gehst du im Menü auf Ebene > Schnittmaske erstellen. Aktiviere Färben und stelle einen Gelb-Ton ein. Damit werden die Staubpartikel zusätzlich eingefärbt.

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Fotoeffekt # 2: Sehenswerte Schwarz-Weiß-Umsetzung

Wird einer Aufnahme die Farbe entzogen, so fehlt dem Foto etwas. Dank einer gezielten Bildbearbeitung kannst du aber wieder etwas dazu geben und das ist bei einer Schwarz-Weiß-Umsetzung eine gewisse Dramatik, erzielt durch härtere Kontraste und dem gewissen Etwas.

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Portrait of a beautiful steampunk woman / #166891430 / Kiselev Andrey Valerevich

01 Neutralisieren

Da wir ganz gezielt bestimmen wollen, wie die Kontraste im Bild verteilt werden, neutralisieren wir das Ausgangsbild zunächst mit den folgenden Schritten: Kopiere die Ebene über Strg+J, wende den Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner mit einem Radius von etwa 8 Pixeln an, drücke Strg+I zum Umkehren und Umschalt+Strg+U zum Entfärben. Reduziere die Deckkraft auf um die 50%. Das Bild wirkt nun neutraler, wir halten nun alles weitere in unseren Händen.  Das Prinzip ist der Anwendung von Tiefen/Lichter nicht unähnlich, doch erhalten wir hier einfacher das gewünschte Ergebnis.

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02 Schwarz-Weiß mit Kontrast

Gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Schwarzweiß und verstelle die Regler der einzelnen Farbbereich so, dass die unbunte Variante schön kontrastreich umgesetzt wird. Du kannst auch das Werkzeug aktivieren, um damit direkt im Bild mit einer Links- und Rechtsbewegung zu bestimmen, wie die Schwarzweiß-Umwandlung wirken soll.

Für einen gezielten Eingriff erstellst du eine neue Ebene über Umschalt+Strg+N, stellst die Füllmethode auf Ineinanderkopieren ein und aktivierst Mit neutraler Farbe füllen. Male nun ganz gezielt mit dem Abwedler-Werkzeug Lichter ein, mit dem Nachbelichter-Werkzeug Schatten. In der Optionsleiste stellst du die Größe, Weichheit und Deckkraft der Werkzeuge ein.

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03 Schmutz einfügen

Für etwas mehr Schmutz im Bild erstellst du eine neue Ebene und drückst D auf der Tastatur, für die Standardfarben Schwarz und Weiß. Nach Filter > Renderfilter > Wolken wendest du den Renderfilter > Differenz-Wolken an. Stelle die Füllmethode auf Ineinanderkopieren um und reduziere die Deckkraft auf etwa 70%. Klicke im Menü auf Ebene > Ebenenmaske > Alle einblenden und wende in der erstellten Maske den Renderfilter > Wolken an.

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04 Farbiges Licht

Leicht zeichnest du farbiges Licht ein, wenn es zum Motiv passt. Auf einer weiteren Ebene wurde hier mit hellblauer Farbe das Sichtgerät hervorgehoben. Die Füllmethode wurde auf Negativ multiplizieren umgestellt. Auf einer weiteren Ebene folgte eine Auswahl mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug in Sternform, um diese mit dem Verlaufswerkzeug, einem Verlauf von Weiß zu Transparent und Radialverlauf gefüllt wurde.

Strg+D hebt die Auswahl auf, der Gaußsche Weichzeichner sorgt für einen weichen Übergang. Wichtig ist noch die Füllmethode Ineinanderkopieren für den Lichteffekt.

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05 Feinste Details

Drücke Umschalt+Strg+Alt+E, um alle Ebenen (wie reduziert) auf einer neuen Ebene abzulegen. Drücke Strg+J und wähle die beiden Ebenen mit gedrückter Strg-Taste im Ebenenbedienfeld an. Drücke Strg+G, um diese Ebenen zu gruppieren. Die Füllmethode der Gruppe wird nun auf Ineinanderkopieren umgestellt. Klappe die Gruppe auf. Die Füllmethode der unteren Ebene lässt du auf Normal stehen, die der oberen Ebene änderst du auf Strahlendes Licht ab. Drücke Strg+I zum Invertieren.

Wende nun den Filter > Weichzeichnungsfilter > Matter machen an. Kleinere Werte sorgen für feinere Details, grobe Werte für größere Kontrastverläufe im Bild. Deshalb habe ich hier die Gruppe einmal kopiert und konnte so in der einen Gruppe einen kleinen, in der anderen Gruppe einen weitaus größeren Wert umsetzen. In Kombination erhältst du eine sehr schöne Kontrastkombination im Foto.

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Fotoeffekt # 3: Märchenwald

In Deutschland ist es recht leicht, einen dunklen, kalten Wald zu entdecken, der am Morgen gar dank Nebel für eine mystische Stimmung sorgt. Solch ein Foto kann also praktisch jeder machen. Doch was damit anstellen? Wir zeigen auf, wie aus einer normalen Waldaufnahme eine märchenhafte Variante wird.

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path / #101562784 / andreiuc88 & Gold glittering / #104344673 / Ron Dale

01 Farben umsetzen

Ein mystischer Wald ist sicher viel farbenfroher, als der düstere deutsche Wald. Erstelle dazu eine neue Ebene und ändere die Füllmethode auf Ineinanderkopieren ab. Die Deckkraft wird auf 65% reduziert. Mit einem Blauton wurde hier der Rand des Waldes mit dem Pinsel und einer weichen Werkzeugspitze übermalt. In der Mitte wurde die Komplementärfarbe Orange eingesetzt. Schon diese leichte Änderung führt zu einem ganz anderen Eindruck.

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02 Glitzer und Vignette

Möchtest du den Blick des Betrachters weiter in die Mitte lenken, so erzeuge eine weitere Ebene und male mit schwarzer Farbe und einem großen, sehr weichen Pinsel eine Vignette ein. Die Ebenendeckkraft steuert die Stärke der Umsetzung.

Wer mag, kann dieses Bild nun als Grundlage für eine Komposition einsetzen. Als ein schnelles Beispiel habe ich hier etwas Glitzer auf schwarzem Hintergrund eingefügt, und diesen mit der Füllmethode Negativ multiplizieren in das Bild hinein gerechnet.

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(Der Beitrag erschien erstmals im Februar 2014 und wird seitdem aktuell gehalten. Das letzte Update erfolgte im April 2019.)

(Beitragsbild von Kordula Vahle auf Pixabay)

1 Kommentar zu “Adobe Photoshop: Dramatische Fotos im Handumdrehen”

Hi,
geile Beispiele, die du hier zeigst. Allerdings konnte ich jetzt nicht alles direkt nachvollziehen, weil mir da wohl einige Zwischenschritte fehlen.
Ansonsten Top!

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