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Dieter Petereit 1. Februar 2018

Diese CMS nutzen die Leser(innen) des Dr.Web-Magazins im Alltag

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Das Thema „CMS“ ist beliebt, dabei aber in der Anwendung weit weniger kontrovers, als es bisweilen in Diskussionen den Anschein hat. Heute erfahrt ihr, welche Content Management Systeme unsere Leserinnen und Leser tatsächlich in ihrem Projektalltag verwenden.

Als wir am 17. Januar 2018 die Frage stellten, welches CMS du für deine eigenen und jene deiner Kunden einsetzt, war uns schon klar, dass vermutlich WordPress wieder einmal klar als Sieger aus der Sache hervorgehen würde. Insofern überrascht es nicht, dass sich diese Annahme bewahrheitet hat. Interessanter sind daher die Nennungen, die nicht den großen Platzhirschen betrafen.

So sieht unser Umfrageergebnis aus:

Mit 38,2 Prozent, also mehr als einem Drittel aller Nennungen, liegt WordPress klar an erster Position. Joomla setzt sich mit 15,6 Prozent dahinter. Das hätte ich beispielsweise schon nicht erwartet. Immerhin gibt es deutlich modernere Systeme als das jahrelang eher schläfrig fortentwickelte Projekt.

Auf Platz 4 folgt das ewig präsente Typo3 mit 13,1 Prozent, dicht gefolgt vom ehemaligen Namensverwirrer TypoLight, jetzt als Contao bekannt und beliebt. Einigermaßen nennenswerte Anteile konnten überdies nur Drupal (2,9 %) und Grav CMS (1,3 %) erreichen. Alle anderen Systeme, darunter vor allem die großen Website-Builder, die seit Jahren Unmengen an Werbedollars ausgeben, um den Markt der Designer aufzubrechen, bleiben bedeutungslos.

Aber schauen wir uns noch einmal etwas genauer unseren Platz 3 an, die „Sonstigen“. Wir hatten zwar gedacht, wir hätten für die relevantesten CMS da draußen bereits eigene Abstimmungseinträge erstellt, dabei aber offenbar die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

So sieht die Verteilung der Nennungen unter „Sonstige“ aus:

Ganz klar setzt sich mit fast 34 Prozent das CMS ProcessWire durch, das wir hier bei Dr. Web bislang noch gar nicht auf dem Schirm hatten. Das wird sich natürlich umgehend ändern. Danach folgen MODX (11,8%), das wir nicht mehr als relevant eingestuft hatten, das datenbanklose Kirby CMS (8,7%) und Redaxo (7,9%). Einige weitere Nennungen haben wir als Einzelnennungen aussortiert. Sie hätten das Ergebnis ohnehin nicht mehr beeinflussen können.

Einstige Hoffnungsträger, wie etwa Concrete5 oder SilverStripe, sowie das nach eigenen Angaben in DACH mitführende Contenido sind aus unserer Umfrage mit jeweils einer einzelnen Nennung hervorgegangen.

Zu welchem CMS würdest du gerne mehr bei Dr. Web lesen? Sollen wir uns auch um weniger bedeutende Systeme, wie Kirby, Redaxo und MODX kümmern?

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

12 Kommentare

  1. Ich butze seit etwa einem Jahr Processwire und schaue seither nicht mehr auf WP und Typo3 zurück. Fast wöchentliche „wie geil ist dass denn“
    Erlebnisse! Kann nur raten es trotz nicht so frisch anumtender Optik der Webseite auszuprobieren.

  2. Ui … von Joomla haben wohl mittlerweile alle die Schnauze voll. Oder? Ich bin Freund von Contao und schaue aber auch gerne über den Tellerrand.

  3. Euer Text ist, wie ich auch schon bei Facebook kommentiert habe, wirklich gut recherchiert und aufbereitet.
    Erschreckend wie hoch der Anteil von WordPress ist. ich nutze es zum Bloggen natürlich auch.
    Für reine Websites, die dem Kunden-Business dienen, setze ich auf individuelle Redaxo-Systeme. Unvergleichlich, was man damit alles erstellen kann.
    Die Community kennt sich seit Jahren und trifft sich jährlich bei Redaxo-Tagen in wechselnden Städten. Geholfen wird sich gegenseitig im Forum und im Slack-Channel. Außerdem wächst die Doku zur aktuellen 5er Version. Absolut klasse.
    Ich würde mich natürlich freuen, wenn mehr öffentlich über das CMS berichtet wird.

    Gruß
    Ralf

  4. Danke für die Umfrage,

    freut mich sehr, dass ProcessWire Gehör bei euch gefunden hat 🙂 Es hat – wie jedes System – Stärken und Schwächen. Zu den Stärken zählen bestimmt nicht gutes Marketing… Dafür aber ist es extrem flexibel und robust (sicher). Ich setze es mittlerweile seit 2014 für sämtliche Web-Projekte von simplen Websites bis hin zu komplexen, individuellen CRM-Systemen ein.

    Sollte es irgendjemand der Leser hier ausprobieren wollen und Hilfe brauchen: Schaut einfach ins Forum, da gibt’s eine extrem freundliche und hilfsbereite Community 🙂

  5. Schön das Processwire so weit oben mitspielt… ist ein echt geniales System, wenn man eine Webseite nicht nur zusammenklicken will…

    So erhält man einfach eine passende Seite ohne dass das Admin Panel unübersichtlich wird – einfach zu bedienen und schnell, so soll es sein 😉

    Wenn man erstmal weiß wie das System tickt, will man kein anderes mehr verwenden…

  6. Das WordPress die Nr. 1 ist bei einer Umfrage auf einer Seite ist bei der 99% aller CMS Artikel von WordPress handeln wundert nicht wirklich.
    Joomla ist alles andere als ein „schläfrig fortentwickeltes Projekt“. Wie viele andere CMS wird es nur nicht so gehyped wie WordPress oder WordPress oder WordPress. Es steht zwischen WordPress und Typo3, ist von Haus aus Mehrsprachig, lässt sich leicht erweitern und anpassen. Ich Arbeite beruflich mit Joomla und WordPress und programiere für Joomla viel lieber als für WordPress.

  7. Für meine Kunden arbeite ich seit über 10 Jahren mit dem CMS Redaxo. Das ist sehr einfach zu pflegen, ist zudem sehr schlank und flexibel. Man kann gut in den Quelltext eingreifen, die Version 5.x lässt sich auch sehr gut updaten. Mit Redaxo habe ich sehr viele einfache Webseiten, Community-Sites, mehrsprachige Websites, Multi-Domain-Websites umgesetzt. Ins Backend kommt nur das hinein, was hinein soll, da ist nichts „überladen“.

  8. Meine Kunden und ich nutzen schon seit Jahren CONTENIDO, inzwischen in Version 4.9, und sind mehr als zufrieden damit. Von Version 4.8 zu 4.9 gab es viele Umbauten am Core um das CMS für die Zukunft fit zu machen, was aber zu ein wenig mehr Aufwand beim Upgrade geführt hat.
    Daher habe ich auf Basis der 4.8er Version mein CMS ConLite, inzwischen bereits in Version 2.0.2, ins Rennen geschmissen. Damit haben Nutzer von CONTENIDO 4.8 die Möglichkeit ihre älteren CONTENIDO-Installationen kostengünstiger für aktuelle PHP- und MySQL-Versionen fit zu machen, und können, wenn sie es wollen, schrittweise zum kompatiblen Upgrade auf 4.9 hin arbeiten.

    Für mich ist und bleibt aber CONTENIDO 4.9 ein Geheimtipp im CMS-Bereich, gerade für Projekte die ein einfaches und überschaubares Backend und eine hohe Individualisierung benötigen.

  9. Ich freue mich zu sehen, dass ich nicht der einzige bin der auf ein „No-Name“-CMS setzt. Ich nutze mein eigenes Programmiertes CMS schaue mir aber sehr gerne die oben genannten CMS-Systeme im Core an.

    Der Vorteil dieser kleinen CMS Systeme liegt für mich klar auf der Hand:
    – kleine Dateigröße auch ohne Komprimierung nur 2 – 5MB und vor allem Übersichtlichkeit, gute Daten- u. Dateistruktur
    – einfache Einarbeitungszeit und Erweiterbarkeit
    – Viel besseres Eingreifen in das SEO möglich.
    – Viel individuelleres Eingreifen & Entwicklung von Modulen.

    Ich mag die großen CMS Systeme aufgrund ihrer Komplexität nicht. Grade wenn ich mir WordPress & Joomla anschaue. Grade effizientes Arbeiten ist mit Joomla nicht grade möglich, wenn ich mir die Erstellung von Modulen anschaue. Das ist sprichwörtlich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Für extrem große Firmen mögen diese CMS Systeme ihren Sinn haben, aber nicht für klein- u. mittelständische Unternehmen.

    Außerdem braucht der Handwerker nebenan nicht keine Tracking-Zentrale für Kunden & Admins, er möchte lediglich seine Leistungen, Öffnungszeiten und Kontaktdaten online stellen und durch paar Keywords bei den Suchmaschinen gefunden werden und keinen eigenen virtuellen Staat aufbauen.

    1. Hallo,

      würde auch gern mehr über andere CMS lesen als WordPress (ich halte es nach wie vor nicht für ein CMS das man mit den anderen „großen“ vergleichen kann, aber gut…). Vor allem über solche die eben für kleine Kunden / Webauftritte ohne schnickschnack gedacht sind, vielleicht solche die aus einem fertigen html Template ein CMS daraus machen.

      Ganz wichtig finde ich auch – wie ist das CMS für den Redakteur? Rein aus Redakteur Sicht – also du hast keinen blassen Schimmer von Irgendwas – in welchem Backend findest du dich schneller zurecht? Was ist intuitiver? Was kann ich als Entwickler bestimmen, das der Redakteur sieht – kann ich vielleicht sogar das BE-Layout anpassen?
      Warum ich das wissen will? Wir sind Dienstleister – wir kreieren was für jemand anderen ohne Technischen Verstand (in den meisten Fällen) und wir möchten doch alle das unser Kunde zufrieden ist. Außerdem möchten wir doch auch, das der Kunde uns am Schluss nicht mit Fragen nerft (wie geht dies oder jenes) usw.
      Wenn man so an die CMS ran geht, fallen schon 70 80 % raus…

      @Amanda Rasmus
      Ganz zustimmen kann ich dir da nicht (komme ausm TYPO3 Bereich). Kleine Systeme haben ihren Vorteil ohne Frage, aber ob man sich damit wirklich leichter tut – kommt darauf an. Ich meine die Community ist kleiner <- schlechter wenn du ein Problem hast. Im Falle eines WP fehlen Vorgaben wie was zu machen ist <- im Gegensatz als Bsp. TYPO3 (bzw. Extbase), hier kannst du dich auch mal in Extensions von anderen einlesen und mitwirken oder weiterentwicklen – weil jede Extension den selben Aufbau haben muss(!) und die Dateien für gewöhnlich eine feste Ordner-Strucktur haben etc.

      Was man dann schlussendlich nimmt – kommt aufs Projekt an, aber zu sagen die Großen CMS wären nicht auch für kleine Unternehmen geeignet ist Falsch, es kommt ja unter anderem auch darauf an wohin der Kunde in den nächsten Jahren will…

      Mit deinem Absatz am Schluss meinst du wohl kleinst Unternehmen – so 1 – 3 Mitarbeiter? Bei denen ist die Frage ob die überhaupt ein eigenes CMS brauchen… 🙂

  10. Danke für das Crowd Sourcing. Hab neue Ideen was als WordPress Alternative eingesetzt werden kann.
    Für einfache Endbenutzer ist mir WP einfach zu chaotisch im Admin-Bereich.

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