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Dirk Metzmacher 15. Januar 2006

Die Umsatzsteuer und ihre Pflichten

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Wer als Einzelunternehmer bisher von der Umsatzsteuerpflicht willentlich oder automatisch befreit war, wird über die Verpflichtung zur Abgabe der Umsatzsteuer und deren Voranmeldung wenig erfreut sein. Das man eine weitere Steuer zahlen muss, ist hier nicht weiter tragisch, doch das Finanzamt verlangt noch etwas mehr.

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Wer einer selbstständigen Tätigkeit nachgeht, muss seine Einnahmen versteuern. Deshalb ist die Einkommenssteuer auch die einzige Abgabe, die jeder Einzelunternehmer zu zahlen hat. Bleibt man unter dem Grundfreibetrag von 7.426 Euro, ist man sogar von dieser Bürde befreit und zahlt vorerst überhaupt keine Steuern. Darüber zahlt man als Eingangssteuersatz 16% und bis zu 47% beim Spitzensteuersatz. Vielleicht wurde bisher noch die Kirchensteuer gezahlt, doch wenn der Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr über 17.500 Euro hinaus ging, ändert sich einiges.

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So kommt es zur Umsatzsteuerpflicht. Nun muss der Unternehmer auf seinen Rechnungen die Umsatzsteuer von derzeit 16% oder 7% aufschlagen und auch eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben. Zuständig für die Erteilung der Identifikationsnummer ist das Bundesamt für Finanzen. Das benötigt nur den Namen und die Anschrift sowie die Steuernummer und den Namen des zuständigen Finanzamts. Der Antrag kann schriftlich und neuerdings auch online erfolgen.

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Bisher war nur die Einkommenssteuer zu zahlen

Weitere Optionen
Die Mehrwertsteuer, die jetzt mit jeder gezahlten Rechnung zur Verfügung steht, wird an das Finanzamt abgeführt, doch die dem Unternehmer in Rechnung gestellten Mehrwertsteuerbeträge, auch Vorsteuerbeträge genannt, können zuvor von der vereinnahmten Mehrwertsteuer abgezogen werden. Dazu listet man bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung detailliert die Vorsteuerbeträge auf, um die Summe dann gegenzurechnen.

Diese sogenannte Vorsteuer wird also von der Umsatzsteuer abgezogen, die man an das Finanzamt überweisen muss. Einerseits wird so vermieden, dass für ein Produkt zweimal die gleiche Steuer erhoben wird, andererseits hat der Unternehmer damit einen zusätzlichen Gewinn. Der Vorsteuerabzug sorgt dafür, dass weder der leistende Unternehmer noch der Unternehmer als Leistungsempfänger durch die Umsatzsteuer belastet wird.

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Auf jeder Rechnung: Die Mehrwertsteuer

Umsatzsteuer-Voranmeldung
Der Unternehmer, der im Vorjahr eine Umsatzsteuerschuld von mehr als 6136,00 Euro verbuchte, darf jeden Monat die Umsatzsteuer anmelden, darunter reicht eine Anmeldung pro Quartal. Wer noch keine Umsatzsteuer zahlen musste, wird nach der letzten oder voraussichtlichen Jahressteuer bemessen. Immer muss man seine Umsatzsteuer für den letzten Voranmeldungszeitraum selbst berechnen und bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums beim Finanzamt angegeben.

Die Berechnung der Vorauszahlung, also der zu zahlenden Umsatzsteuer, darf man also selber vornehmen. Hat man das Ergebnis dem Finanzamt mitgeteilt, ist die Vorauszahlung zeitgleich bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraumes fällig. Wird keine Voranmeldung eingereicht, setzt das Finanzamt die Vorauszahlung fest. Mit der Steuererklärung erfolgt natürlich auch eine Jahresabrechnung der Umsatzsteuer. Im Laufe des Jahres zuviel gezahlte Umsatzsteuer wird dann erstattet.

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Geben ist seliger denn Nehmen

Die Abgabe
Praktisch alle steuerpflichtigen Unternehmer sind gesetzlich verpflichtet, ihre Umsatzsteuer-Anmeldungen elektronisch über das Elster-System zu übermitteln. Im sogenannten Härtefall ist man davon befreit. Wenn also ein Computer oder aber ein Internetanschluss nicht vorhanden ist, darf man weiter Formulare auf Papier einsetzen. Ansonsten steht für die Übertragung das Elster-Formular zur Verfügung. Man bekommt es kostenlos auf CDROM vom Finanzamt oder kann es auch herunterladen.

Das Formular leitet den Anwender durch jede Erklärung, wobei es bei einigen Feldern unterstützende Assistenten anbietet. Auch werden einige der Daten geprüft oder selbstständig ergänzt. So erspart man sich zum Beispiel die Berechnung des Differenzbetrags zwischen der Umsatz- und Vorsteuer. Wer eine kommerzielle Buchhaltungssoftware im Einsatz hat, sollte dann besser die integrierte Elster-Schnittstelle benutzen, um sich den lästigen Datentausch zu erleichtern.

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Die Website zur Elster-Software

Wie bei allen vertrackten Steuerfragen macht es Sinn auch zum Thema Umsatzsteuer einen Steuerberater zu befragen oder zumindest Rat vom verantwortlichen Sachbearbeiter im Finanzamt einholen.

Erstveröffentlichung 15.01.2006

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

2 Kommentare

  1. Hallo! Bitte unbedingt die Zahlen überprüfen … USt 16% …??!

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