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Dirk Metzmacher 8. Januar 2007

Die Seitenbäckerei

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Die Mischung aus einem Template, den Inhalten und Erweiterungen sorgt auch bei dem Content Management System Website Baker für dynamisch erzeugte Webseiten. Als Zielgruppe des Open-Source Systems wurden kleine bis mittelständische Unternehmen ausersehen.

CMS für den Mittelstand
Einfach, übersichtlich und schlicht präsentiert der Website Baker seinen Backend-Bereich. Besonders gut eignen soll sich das Konzept für Websites wie sie für kleinere Unternehmen mit vergleichsweise wenigen Seiten typisch sind. Auch wenn die Funktionsvielfalt mit großen Management-Systemenmithalten nicht kann, sorgen doch die Grundfunktionen und die Option, mit Modulen das CMS erweitern zu können, für ein solides Gerüst.

Der Wysiwyg-Eingabebereich FCKeditor erlaubt es auch einem weniger Internet-affinen Anwender, Inhalte im Netz zu veröffentlichen. Unterstützt wird er dabei durch die integrierte Rechtschreibprüfung, gängigen Funktionen wie Einfügen und Zurücknehmen, der Unterstützung von CSS, direktes Importieren aus Word sowie dem simplen Einflechten von Links, Bildern und Formularen. Die Toolbar kann man hierbei noch anpassen und so auf die eigenen Bedürfnisse zurechtschneidern.

Doch bevor die erste Seite erstellt werden kann, bedarf es der Installation, die genau wie die Bedienung des CMS recht einfach ist. Eine MySQL-Datenbank, PHP und ein deaktivierter Safe Mode werden dabei vorausgesetzt. Nachdem die Daten auf dem Server entpackt wurden, erhalten die Verzeichnisse »media«, »module«, »pages«, »temp«, »languages« und »templates« sowie die Datei »config.php« Schreibrechte. Jetzt kann über die index.php im »install«-Ordner die Installation ausgeführt werden (www.domainname.de/wb/install/index.php). War diese erfolgreich, löscht man das Verzeichnis »install« der Sicherheit zuliebe.

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Übersichtlicher Empfang im Backend-Bereich

Die erste Erweiterung des CMS sorgt für eine deutschsprachige Menüführung. Über »Addons« und »Languages« wird dazu bei »Install Language« DE.txt ausgesucht und mit »Install« eingebunden. In den »Default Settings« ist nun unter »Languages« die deutsche Sprachdatei zu finden. Jetzt kann auch schon das gewünschte Template aktiviert und über den Menüpunkt »Seiten« erste Inhalte eingepflegt werden. Der Titel einer Seite entspricht hierbei auch einem Menüpunkt des Internetauftritts, weshalb er kurz und knackig gewählt sein sollte. Mit »Übergeordnete Datei« ist es möglich, eine neu erstellte Seite einer anderen unterzuordnen. So lassen sich schnell hierarchische Strukturen anlegen.

Der FCKeditor ist für die Seitenerstellung voreingestellt, doch kann man unter »Art« auch Code, etwa für PHP-Skripte, News für typische News-Seiten mit Einleitung als Teaser, Form für Formulare, Forum für ein ebensolches oder Menu-Link für einen Menüpunkt mit Verweis auf eine externe Website auswählen. Alle generierten Inhalte können jederzeit geändert, gelöscht oder für die Besucher unsichtbar gemacht werden. Diese Funktionen lassen sich noch erweitern.

Module und Templates
Die Erweiterungen sind aufgeteilt in Module und Designvorlagen, was man gängiger mit Plugins und Templates übersetzen könnte. Der Website Baker lässt sich über die Module schnell um einen Eventkalender, ein Warenkorb-System, eine Sitemap-Funktion oder ein Gästebuch ergänzen. Zusätzlich kann man aus verschiedensten Galerie-Plugins das Passende wählen, wobei je nach Version die Anbindung an eine bestehende Flickr-Galerie oder eine Download-Option kein Problem darstellen. Auch eine Verwaltung für Bookmarks oder Audiofiles wird angeboten. Klar kann diese Auswahl nicht mit dem Plugin-Archiv von Typo3 mithalten, doch findet sich für den größten Bedarf die richtige Erweiterung.

Die Entwicklergemeinde ist klein, doch engagiert und so kommen immer wieder neue Module dazu, wie etwa das FAQ-Modul, eine Shoutbox oder auch die Administrationstools, wobei hier besonders das Plugin »Template Edit« hilfreich ist, um bestehende Designvorlagen zu verändern, die sich zumeist nur aus zwei PHP- und zwei CSS-Dateien aufbauen. Bei über 80 Templates, die zum Download bereit stehen, ist die Auswahl wohl groß genug, um zumindest eine brauchbare Grundlage entdecken zu können. Ist das nicht der Fall, kann man sein eigenes Template codieren.

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Funktionsumfang schnell erweitern

Benutzer- und Medienverwaltung
Der Zugang für weitere Anwender zum Backend-Bereich kann mit Hilfe der Benutzerverwaltung gesteuert werden. Der User wird dabei einer Gruppe zugeordnet, deren Rechte man zuvor festgelegt hat. So kann man bestimmen, dass manche Nutzer nur eine bestimmte Seite, die Seiten unter einem Menüpunkt oder gar das Template und die Module verändern dürfen. Ob der Anwender alle Optionen der Medienverwaltung nutzen oder nur Dateien aus dem Archiv für freigegebene Seiten verwenden darf, kann hier ebenso geregelt werden. Bei vollem Zugriff steht es einem frei, Daten hochzuladen und Ordner anzulegen, um darin das Bildmaterial zu organisieren.

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Einfache Seitenverwaltung mit Hierarchie und Sichtbarkeit

Ohne lange Einarbeitungszeit bekommt man dieses CMS schnell in den Griff. Es kann kostenlos verwendet werden. Und sollten doch einmal Probleme auftauchen oder es an Zeit mangeln, es gibt ein unabhängiges Angebot, um das System ab 9,90 Euro pro Monat in einer Hosting-Version zu mieten.

Erstveröffentlichung 08.01.2007

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.
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