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Rene Schmidt 6. August 2007

Die beliebtesten Online-WYSIWYG-Editoren

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von Rene Schmidt

Zwei Platzhirsche und ein Halbstarker im Markt der Rich-Text-Webeditoren. Die Zielgruppen aller drei Produkte sind ähnlich, Unterschiede liegen im Detail. Wer macht das Rennen?

Rich-Text-Webeditoren (RT-Editoren oder RTE) ermöglichen es, WYSIWYG-Editoren in Websites und Web-Applikationen einzubinden. Nutzer können Texte online bearbeiten, so wie sie es von einer Textverarbeitung wie MS-Word oder OpenOffice Writer gewöhnt sind. Je nach Zielsetzung verfügen sie auch über Datei- und Bilderverwaltung, so dass die Produktion von HTML-Inhalten direkt online vonstatten gehen kann.

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Aus der Menge an RTE-Editoren haben sich in den letzten Jahren drei Projekte besonders hervorgetan: FCKEditor, TinyMCE und Xinha. Alle sind in Javascript geschrieben, bieten Plugins, WYSIWYG, direkte Codebearbeitung, sind kostenlos verfügbar und freie OpenSource-Software. Wo liegen ihre Stärken und Schwächen?

FCKEditor
Der nach dem Projektinitiator Frederico Caldeira Knabben benannte Editor wird seit 2003 entwickelt. Die neueste Version stammt vom Juni 2007. Das Programm glänzt mit zahlreichen Integrationsbeispielen. Unter anderem sind Beispiele in PHP, Python, Perl, ASP und ColdFusion mitgeliefert.

Während alle drei Editoren das serverseitige Rechtschreibkontrollsystem GNU Aspell beherrschen, unterstützt FCKEditor zusätzlich die proprietäre Rechtschreibkontrolle ieSpell. Die allerdings – der Name deutet es bereits an – läuft nur im Internet Explorer und auch nur auf Windows.

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FCKEditor

Die Bilderverwaltung ist in der Standardausstattung nicht besponders komfortabel. Eine Dateiverwaltung gibt es zwar, die zeigt aber keine Vorschau der Bilder. Bequemer geht es mit dem CKFinder. Das ist ein separater Ajax-Dateimanager mit optionaler Integration in den FCKEditor. Der FCKEditor ist kostenlos erhältlich. Der Preis für den CKFinder liegt zwischen 59 und 1390 US-Dollar. Kommerzieller Kundendienst ist wie bei TinyMCE verfügbar.

TinyMCE
TinyMCE von MoxieCode ist der zweite Platzhirsch im Markt der OpenSource-RTE. Das schwedische Unternehmen entwickelt den Editor seit 2004. Die neueste Version 2.1.1.1 ist im Juli 2007 erschienen. TinyMCE ist in aktuellen WordPress-Versionen der Standard-Editor und dürfte daher vielen Nutzern bereits bekannt sein. WordPress nutzt allerdings standardmäßig allerdings nur einen kleinen Teil des großen Funktionsumfangs. In allen gängigen Webbrowsern fühlt sich TinyMCE wohl, derzeit ist das noch ein Alleinstellungsmerkmal des Programms.

Bei der Rechtschreibkontrolle bietet TinyMCE mehr Möglichkeiten als die Konkurrenz. Neben GNU Aspell kann TinyMCE auch den aus der Google-Toolbar bekannten Dienst Google Spell nutzen. Die Toolbar muss dafür nicht installiert sein. Alternativ kann auch die Rechtschreibkontrolle des Firefox 2.0 genutzt werden.

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TinyMCE

TinyMCE ist in Javascript geschrieben und hat eine Plugin-Schnittstelle. Die 31 mitgelieferten Plugins bestehen unter anderem aus weiteren Javascript-Dateien. Alle zu laden benötigt aufgrund der vielen HTTP-Anfragen viel Zeit. MoxieCode bietet als Linderung so genannte Kompressoren an. Diese verkleinern die TinyMCE-„Installation“ mittels GZIP-Kompression um 75%, so dass nur zwei HTTP-Anfragen nötig sind, um TinyMCE und seine Plugins zu laden. Kompressoren gibt es in PHP, Perl, Ruby, Coldfusion, .NET, und JSP.

Für Datei- und Bilderverwaltung bietet MoxieCode jeweils eigenständige Produkte an. Sie können allein genutzt werden oder in einen anderen RTE integriert werden. Die Bilderverwaltung beherrscht darüber hinaus einige grundlegende Bildbearbeitungsfunktionen wie Beschneiden und Skalieren. Der Dateimanager ist ab €50 netto erhältlich, die Bilderverwaltung ab €32 netto.

Xinha
Xinha ist aus dem im Jahr 2002 gestarteten und inzwischen eingestellten HTMLArea entstanden. Trotzdem hat das Projekt noch keine Version 1.0 vorzuweisen – hinter dem Projekt steht kein Unternehmen, das Xinha zur Gewinnerzielung vorantreibt. Dennoch ist die Entwicklergemeinde aktiv, im Mai 2007 wurde die neueste Version 0.931 veröffentlicht.

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Xinha

Datei- und Bilderverwaltung sind nicht ganz so schick wie bei den großen (und kostenpflichtigen) Plugins von FCKEditor und TinyMCE – sie tun aber immerhin, was sie sollen.

Der Programmkern von Xinha ist mit circa 95 KB wesentlich kleiner als TinyMCE (um die 140 KB) und FCKEditor (etwa 150 KB) und wird daher im Vergleich zu den anderen Projekten etwas schneller geladen. Eine Schwäche ist bislang die Dokumentation, deren Umfang leider eher gering ist.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Die Zielgruppen aller drei Produkte sind ähnlich, Unterschiede liegen im Detail. TinyMCE und FCKEditor liegen eng beieinander beim Funktionsumfang und beim Preis, Xinha kann mit schlankem Programmcode und einer kostenlosen Bilderverwaltung punkten – wenngleich es qualitativ den beiden Großen nicht ganz das Wasser reichen kann.

Die Links:

Erstveröffentlichung 06.08.2007

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