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Dirk Metzmacher 3. September 2010

Die 3D-Software Photoshop – Wie Adobe die nächste Dimension erobert, Teil 2

Ein Blick auf die 3D-Funktionen von Adobe Photoshop CS5 zeigt, wie groß die Funktionsvielfalt wirklich ist. Es sind alle Werkzeuge vorhanden, um 3D-Objekte zu positionieren, mit einer fotorealistischen Oberfläche auszustatten und um die Szenerie auszuleuchten. Neue Wege bieten sich dem Gestalter an.

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Die Szenepalette im Detail

Falls die Szenepalette noch nicht zu sehen ist, klickt man im Menü auf Fenster > 3D. War die Palette schon geöffnet, die Szene jedoch nicht aktiviert, so klickt man auf das erste Icon mit dem Namen Filtern nach: Gesamte Szene. Dort aktiviert man den obersten Eintrag Szene. Unter den Rendereinstellungen ist zu sehen, dass der „Standard“ aktiviert ist. Über eine Liste hat man Zugriff auf zahlreiche Rendertypen. Weitere Optionen ergeben sich mit einem Klick auf den Button Bearbeiten.


Fertiges 3D-Modell, schnell erstellt und ausgeleuchtet

Jeweils zu dem ausgewählten Rendertyp werden im Dialog 3D-Rendereinstellungen Möglichkeiten zur Optimierung angeboten. Auch können Effekte wie etwa Spiegelungen oder Schatten deaktiviert werden. Über die Vorgabe: Schattierte Illustration sind sogar Comic-ähnliche Stile möglich. Benutzerdefinierte Rendereinstellungen lassen sich in diesem Bereich auch speichern.


Die 3D-Rendereinstellungen

Die Qualität sollte wegen der beanspruchten Rechenzeit solange auf „Interaktiv (Malen)“ stehen, bis die Szenerie zufriedenstellend komponiert wurde. Dann kann man auf „Raytracing – endgültig“ wechseln und bis zur abschließenden Berechnung der Qualität nicht nur einen Kaffee trinken, sondern eher zum Mittagstisch ein 3-Gänge-Menü essen gehen. Es dauert also recht lange, bis das Ergebnis steht.


Traumschlösser bauen

Über die Globale Umgebungsfarbe wird der durchschnittliche Farbton des “vorgestellten” Raumes simuliert, in dem sich das 3D-Objekt befindet. Damit kann praktisch wie über einen Fotofilter eine generelle Farbstimmung für die Szene festgelegt werden. Auch kann man steuern, wie hell das Licht der Umgebung ist, durch den Einsatz eines helleren oder dunkleren Farbtons.

Wird Querschnitt aktiviert, spaltet Photoshop das 3D-Objekt in zwei Hälften auf und schmeißt eine Seite davon weg. Die Schnittstelle wird dabei mit einer halbdurchsichtigen Ebene hervorgehoben, die sich in der Farbe oder Deckkraft verändern, aber auch ausschalten lässt. Über das Icon Querschnitt spiegeln kann man leicht die Seite tauschen, die angezeigt werden soll. Auch der Versatz und die Neigung des Querschnitts lassen sich steuern.


Die Funktion: Querschnitt

Meshes

Klickt man gleich neben dem Icon Filtern nach: Gesamte Szene auf das nächste Symbol mit dem Namen Meshes, so werden die einzelnen Drahtgitter der Szene angezeigt. Hat man etwa über 3D > Neue Form aus Ebene eine Weinflasche erstellt, so sieht man in diesem Bereich den Korken, das Etikett und das Glas. Weiter unten in der Palette hat man Zugriff auf die Meshes-Werkzeuge, worüber einzelne Meshes gedreht, gerollt, geschwenkt, verschoben oder skaliert werden können.

Informationen zu den Materialien, Texturen, Eckpunkten und Flächen sowie die Option, den Schattenwurf und den Empfang von Schatten zu regeln, machen die Meshes zur Schaltzentrale der Formen eines 3D-Objekts.


Meshes-Werkzeuge

Materialien

Über das nächste Icon kommt man zu den Einstellungsmöglichkeiten der Materialien. Das könnte ein Material für alle Meshes sein oder pro Mesh eine eigene Textur. Über die Auswahlliste für Materialien kann man fertige Texturen aktivieren. Diese lassen sich stark individualisieren. Diffuse bestimmt in diesem Beispiel die Farbe. Lässt sich diese nicht ändern, so liegt vermutlich eine Textur über dem Mesh. Ein Klick auf das Ordner-Icon und Textur entfernen löst das Problem. Sinnvoller ist es allerdings, die Textur zu öffnen und dort die Farbe anzupassen. Umständlicher, aber flexibler und mit zahlreichen Optionen.


Einfache Materialien verschiedenster Farben

Jeweils eine Diffuse-, Bump-, Normal-, Umgebung-, Spiegelung-, Beleuchtung- und Glanzlichttextur sorgen für die Struktur der Oberfläche. Auch deren Stärke und Farbe kann man in diesem Bereich bestimmen. Wie sich die einzelnen Texturen gerade auch im Zusammenspiel auf das 3D-Element auswirken, empfehle ich auszuprobieren. Es müssen natürlich nicht zwingend alle Texturarten eingesetzt werden, wie ich an einem kurzen Beispiel erläutern möchte.

Dank 3D > Neue Form aus Ebene > Ring kann sehr schnell eine Grundlage für einen Brunnen erstellt werden. Bei Diffuse geht man auf das Ordner-Icon und sagt Textur laden. Eine Mauertextur sorgt für einen einfachen „Brunnen“, der allerdings noch zu sehr glänzt. Unter Intensität des Glanzlichtes setzt man deshalb den Wert auf 0%. Weitere Texturen sind nicht nötig für dieses Ergebnis.


Grundform mit einer Textur

Erstellen wir eine weitere Form über 3D > Neue Form aus Ebene > Kugel. Diese Kugel soll nun die Umgebung widerspiegeln. Dazu klickt man unter Material das Ordner-Icon bei Umgebung und Textur laden an, um Photoshop eine Datei zu geben, die gespiegelt werden kann. Noch ist die Spiegelung nicht zu sehen, da der entsprechende Wert auf 0 steht. Eine Erhöhung sorgt mehr und mehr für eine stärkere Reflexion.


Spiegelnde Kugel

Um generell die Wiederholung einer eingesetzten Textur zu beeinflussen, klickt man auf das jeweilige Ordner-Icon und Eigenschaften bearbeiten. Gerade bei Texturen, die als Muster dienen, kann eine Veränderung der Skalierung oder des Versatzes für eine bessere Qualität sorgen.


Dialog: Textureigenschaften

Lichtquellen

Um die Lichtquellen sehen zu können ist es ratsam, Ansicht > Einblenden > 3D-Lichter zu aktivieren. Auch am Ende der 3D-Palette gibt es dafür ein Icon, welches das Ein- und Ausblenden von 3D-Extras erlaubt. In der Palette stehen weiter drei Werkzeuge bereit, um die Lichter zu drehen, schwenken oder zu verschieben. Möchte man ein weiteres Licht hinzu schalten, so klickt man das Blatt-Icon am Ende der Palette an. Darüber stehen Punkt-, Spot-, Gerichtete- und Bildbasierte Lichter zur Verfügung.

Jede Lichtquelle kann in der Intensität und Farbe eingestellt sowie ihr Schattenwurf geregelt werden. Bei einem Spotlicht kann zusätzlich der Lichtkegel, bei einem bildbasierten Licht die Textur festgelegt werden. Jeder Lichttyp lässt sich editieren. Aus einem Spotlicht kann also über den Eintrag Lichtart etwa ein gerichtetes Licht werden. Lohnenswert ist auch die Durchsicht der Vorgaben, die Namen tragen wie etwa Kalt, CAD-optimiert oder Sonnenaufgang. Über Lichtquellenvorgabe speichern lassen sich auch eigene Vorgaben für den späteren Einsatz sichern.


Verschiedene Lichtquellen aktivieren

Photoshop ermöglicht es also, einfache Grundformen aus dem Nichts zu erstellen und komplexere Objekte aus 3D-Programmen zu öffnen. Immer ist eine Positionierung, Texturierung und Ausleuchtung des 3D-Elements möglich. Nach dem Rendern, etwa über Ebene > Rastern > 3D oder einem Rechtsklick auf die Ebene und 3D rastern, kann das Ergebnis wie jede andere Ebene auch behandelt werden.

(mm),

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

4 Kommentare

  1. Gut beschrieben und genau das, was ich gesucht hatte. Bisher hatte ich die Funktionen ímmer mißachtet, da es mir zu komplex erschien. Da bin ich nun einen Schritt weiter.

  2. Ich denke auch, dass Photoshops 3D-Funktionen noch lange Zeit keine Konkurrenz für gestandene 3D-Programme sein werden. Aber es ist recht praktisch, um fertige 3D-Objekte in seine Bildkompositionen einzubauen.

  3. Ich habe 12 Jahre Erfahrung in 3D-Visualisierungen (Autodesk 3d studio max/viz). Ich begrüsse die Weiterentwicklung von Photoshop, dennoch bin ich mit der 3D-Funktionalität nicht sehr angetan (Getestet im CS4). Die Funktionen (Skalieren, Materialisieren, Beleuchten) sind für meine Begriffe nicht sehr intuitiv und einfach handhaben. Ein Bespiel: Wie Positioniere ich Objekte? Ich konnte keine Snap-Funktionen finden, wie drehe ich alle Objekte gemeinsam?
    Für eine erste Version ist es passabel, mehr nicht. Ich glaube daran, dass es sicher ein paar Designer die neuen Funktionen schätzen werden. Sie werden einfach Objekte bearbeiten, mehr aber nicht. Eines habe ich in meiner Zeit als Designer gelernt. 3d-visualieren braucht Zeit & Geld und beides ist in der heutigen Zeit sehr rar.

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