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Dirk Metzmacher 26. August 2010

Die 3D-Software Photoshop – Wie Adobe die nächste Dimension erobert, Teil 1

Adobe Photoshop ist eine 2D-Bildbearbeitung, doch mit der Einführung von Photoshop CS3 sind in der Extended-Variante zahlreiche 3D-Funktionen hinzu gekommen, die seitdem mit jedem Update erweitert wurden. Adobes Weg ist also vorgegeben und führt in die dritte Dimension.

Voreinstellungen für die Arbeit mit 3D

Photoshop CS3 Extended hat die grundsätzlichen Werkzeuge und Funktionen für die Arbeit mit 3D-Objekten mitgebracht. Seit CS4 ist es möglich, direkt auf 3D-Objekten zu zeichnen und 3D-Szenen zu animieren.

Die 3D-Software Photoshop – Wie Adobe die nächste Dimension erobert: Teil 2

Photoshop CS5 Extended sorgte für eine verbesserte Materialdarstellung sowie schönere Schatten- und Lichteffekte. Es ist also Zeit, sich endlich mit dieser stetig wachsenden Funktionalität zu beschäftigen, die zahlreiche Möglichkeiten für den Gestalter offen hält.


Den Arbeitsbereich 3D aufrufen

Um bequem im 3D-Bereich arbeiten zu können, empfehle ich zunächst einen Wechsel des Arbeitsbereiches von den Grundelementen zum Arbeitsbereich 3D. So hat man die 3D-Palette stets im Blick.

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Auch sollte man nach einem Klick auf Bearbeiten > Voreinstellungen einmal in den Bereich Leistung gehen, um zu überprüfen, ob OpenGL aktivieren abgehakt ist. 3D ist ein Ressourcenfresser, da benötigt man Leistung. Unter Speichernutzung spendiert man deshalb auch 75% des verfügbaren RAMs für Photoshop und unter 3D und dem verfügbaren VRAM für 3D gleich 100%.


In diesem Dialog spendieren Sie Photoshop mehr Speichernutzung.

3D-Werkzeuge

In der Werkzeugleiste kann man zahlreiche 3D-Werkzeuge entdecken, die in zwei Bereiche unterteilt sind: 3D-Objekt- und 3D-Kamera-Werkzeuge. Unter 3D-Objekt kann man Werkzeuge zum Drehen, Rollen, Schwenken und Verschieben einer 3D-Form entdecken, also alle Werkzeuge die man benötigt, um ein Objekt im Raum zu positionieren. Außerdem ist in diesem Bereich noch ein Skalieren-Werkzeug zu finden.


Die 3D-Werkzeuge in einer Übersicht

Unter den 3D-Kamera-Werkzeugen werden die Tools angeboten, um eine Kamera kreisen, rollen oder schwenken zu lassen. Auch eine Kameragang- und eine Zoom-Funktion sind vorhanden.

3D (Menüpunkt)

Der Menüpunkt 3D bietet eine sehr lange Liste mit Optionen an. Starten wir mit dem ersten Punkt Neue Ebene aus 3D-Datei. Das ist die Schnittstelle zu einer unglaublichen Anzahl an fertigen 3D-Modellen. Geöffnet werden können die Formate U3D, 3DS, OBJ, DAE und KMZ (Google Earth). Als ein Beispiel für eine Quelle mit kostenlosen 3D-Objekten empfehle ich die Website Artist-3D. Leicht kann dort eine 3D-Datei herunter geladen und nach dem Entpacken in Photoshop geöffnet werden – ideal, um die 3D-Werkzeuge zu testen.


Ein erstes 3D-Objekt zum Testen

Ansicht

Im Menü unter Ansicht > Einblenden kann man die Anzeige der 3D-Achse, 3D-Grundebene, 3D-Lichter und 3D-Auswahl steuern. Je nach Bearbeitungsschritt kann es sehr hilfreich sein, diese Informationen zu sehen.


Einblenden der 3D-Extras

3D (Palette)

Die Palette mit dem Namen 3D ist die Schaltzentrale für die dritte Dimension in Photoshop. Zunächst wird dort die Gesamte Szene präsentiert. Die obere Hälfte könnte man als spezielle „Ebenenpalette“ für den 3D-Bereich sehen, in der sich Einträge ein- und ausblenden lassen. Man hat dabei einen direkten Zugriff auf die Bereiche Meshes, Materialien und Lichtquellen.

Ein Mesh ist die Grundstruktur eines 3D-Objekts. Ein Drahtgitter, über das die Materialien gestülpt werden. Das können bis zu neun verschiedene Texturmap-Typen sein, die in Kombination die Oberflächenstruktur des Mesh bilden. Die Lichtquellen sorgen für die Highlights und Schattenbereiche, wobei Lichter, Spot- und Punktlichter zur Verfügung stehen. Spezieller sind die bildbasierten Lichtquellen, bei denen ein Foto als Grundlage dient.


Die Szene-Palette

In der unteren Hälfte können Angaben zu den Rendereinstellungen gemacht werden. Um Änderungen schnell und ohne Wartezeit vornehmen zu können, sollte die Qualität auf Interaktiv (Malen) stehen, bis die Komposition fertig gestellt wurde.

Darunter kann man angeben, worauf man malen möchte, etwa auf der Diffuse-Map, Bump-Map, Glanzlicht, Deckkraft, Größe des Glanzlichtes, Eigenleuchten oder Spiegelung. Ist eine Textur noch nicht vorhanden, so legt Photoshop automatisch eine Datei für diese Map an. Auch die globale Umgebungsfarbe und den Querschnitt kann man hier einstellen.


Rendereinstellungen der Szene-Palette

Die Informationen der 3D-Palette lassen sich nach den Meshes, Materialien und Lichtquellen filtern. Dazu reicht ein Klick auf das jeweilige Icon aus, welche in der Palette gleich an erster Stelle angeordnet sind. Die Inhalte werden darüber eingegrenzt, die Übersicht erhöht. Auch werden passend zum Thema die Eigenschaften angezeigt. Bei Material etwa Optionen zum Einstellen des Umgebungslichtes und der Glanzlichter, bei Lichtquellen die Lichtart und Intensität.


Lichtquellen auswählen

3D-Achse

Eine weitere Besonderheit bei der Bearbeitung von 3D-Objekten ist die 3D-Achse. Sie wird über Ansicht > Einblenden > 3D-Achse aufgerufen. Hierüber kann man die Form wie über die 3D-Objekt-Werkzeuge positionieren. Es sind praktisch alle Werkzeuge vereint, wobei die kegelförmige Spitze das Objekt verschiebt, das gekrümmte Segment dieses dreht, der Würfel in der Mitte es skaliert und die Würfel an den Achsen es stauchen oder strecken. Das klingt erst einmal sehr komplex, ist aber sehr intuitiv zu bedienen.


Die 3D-Achse

3D-Ebenen

In der Ebenenpalette ist auch ein Unterschied der normalen Ebenen zu den 3D-Ebenen zu sehen. Die Ebenenminiatur zeigt in einer Ecke einen kleinen Würfel was bedeutet, dass wir es mit einer 3D-Ebene zu tun haben, die noch nicht gerastert wurde. Darunter sieht man die Texturen, also praktisch die eingesetzten Materialien. Ein Doppelklick auf eine der Texturen öffnet die Datei, um sie bearbeiten zu können. Jede Änderung wird sogleich übernommen. Die Textur über dem 3D-Objekt aktualisiert sich automatisch.


Spezielle 3D-Ebenen

3D-Objekt erzeugen

Um ein erstes 3D-Objekt zu erstellen, empfehle ich einen Klick auf Datei > Neu, wobei diese neue Datei etwa 800 x 800 Pixel groß sein sollte. Über 3D > Neue Form aus Ebene kann eine Ebene in ein 3D-Objekt wie etwa ein Würfel, ein Ring oder eine Kugel verwandelt werden. War die Ebene leer, so wird der 3D-Form eine leere Datei als Textur zugewiesen, war die Ebene mit einer Farbe gefüllt, einer Textur oder mit einem Foto, so setzt Photoshop diese als Textur ein.


Donut: Eine der Standardformen, die Photoshop mitbringt.

Nutzt man das 3D-Objekt-drehen-Werkzeug und daraufhin das 3D-Kamera-kreisen-Werkzeug, so ist zunächst kein Unterschied im Verhalten zu sehen. Stellt man sich allerdings das Brandenburger Tor vor und sich als Fotografen, so macht es schon einen Unterschied aus, ob man selbst um das Tor herum wandert oder ob das Tor gedreht wird. Auffällig wird das besonders im Zusammenspiel mit anderen Gebäuden in der Nähe oder – auf Photoshop bezogen – im Zusammenspiel mit weiteren 3D-Objekten sowie den Lichtquellen.

Genauer: Wird das Brandenburger Tor seitlich gedreht, so ist das Objekt zum Pariser Platz und den angrenzenden Bauten hin verschoben, wird die Kamera bewegt bleiben alle Gebäude zueinander gleich. Genau das ist auch der Unterschied zwischen dem 3D-Objekt-drehen- und 3D-Kamera-kreisen-Werkzeug.

Auch das 3D-Objekt-verschieben- und das 3D-Objekt-skalieren-Werkzeug scheinen sich gleich zu verhalten. Mit dem Verschieben-Werkzeug wird allerdings nur die Distanz verkleinert oder vergrößert, wodurch das Objekt größer oder kleiner wirkt, mit dem Skalieren-Werkzeug tatsächlich die Größe des Objekts.


Schnell erstellte Komposition auf Grundlage einer fertigen 3D-Form

Sehr interessant ist auch das Zusammenspiel des 3D-Kamerazoom- und des 3D-Objekt-verschieben-Werkzeuges. In Kombination ist es möglich, die Brennweite der Kamera anzupassen. Zunächst ändert man beim Kamerazoom in der Optionsleiste den Wert Std-Sichtf. auf etwa 15 mm Objektiv ab, dann holt man sich die nun recht kleine Form mit dem 3D-Objekt-verschieben-Werkzeug wieder näher heran. So sind extremere Sichtwinkel möglich.


Die etwas andere Perspektive

Eine weitere Option, um ein 3D-Objekt zu erzeugen, führt über 3D > Neues Mesh aus Graustufen. Man könnte etwa eine Ebene über Filter > Renderfilter > Wolken mit einer Grundlage füllen die Photoshop dazu nutzt, um nach 3D > Neues Mesh aus Graustufen > Ebene eine Art Gebirge zu erzeugen. Mit dem 3D-Objekt-drehen-Werkzeug wird die erstellte Form positioniert. In diesem Zusammenhang sollte man auch einmal ausprobieren, aus einer Ebene mit Wolken über 3D > Neues Mesh aus Graustufen > Kugel einen kleinen Asteroid zu formen.


Aus Wolken werden Berge

Weitere Möglichkeiten führen über 3D > Repoussé und einem seiner Menüeinträge wie etwa Text, Ebenenmaske, Ausgewählter Pfad oder Aktuelle Auswahl. So kann praktisch jede 2D-Form in die dritte Dimension befördert werden. Es öffnet sich ein Dialogfenster mit zahlreichen Einstellungsoptionen. Ich würde empfehlen, zunächst mit dem voreingestellten Mesh-drehen-Werkzeug die Form leicht zu bewegen, um den Rand sehen zu können. Dessen Stärke stellt man dann im Bereich Extrudieren und Tiefe ein. Dort könnte man auch einmal die Einträge Skalieren und Drehen testen.


Der Repoussé-Dialog

Die Repoussé-Formvorgaben geben bei der Umsetzung von 2D zu 3D grob eine Form an, wenn etwa statt einer glatten Oberfläche diese eher gewölbt sein sollte. Die erzeugte Form kann auch verzerrt, gedreht und jede Seite mit einer eigenen Textur ausgestattet werden. Eine Abgeflachte Kante, Szeneneinstellungen sowie Werkzeuge zur Bearbeitung von so genannten internen Constraints (die Veränderungen innerhalb von Formen erlauben) machen diese Funktionalität zu einem unglaublich leistungsstarken Werkzeug.


3D-Text dank Repoussé

Schon diese kurze Übersicht zeigt, was für einen Schwerpunkt Adobe bei der Extended-Version von Photoshop auf den 3D-Bereich legt. Eine ganz neue, faszinierende Welt öffnet sich für den Gestalter, der nun auch 3D-Grafiken in seine 2D-Kompositionen einfügen kann.

(mm),

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher

Dirk Metzmacher ist der Herausgegeber des Photoshop-Weblogs, sowie Fachjournalist und Photoshop-Profi, dessen Tutorials seit über 12 Jahren Leser von Fachpublikationen wie Galileo Press, DigitalPhoto, Dr.Web, Print24, PSD-Tutorials oder Noupe von den Grundlagen zum Thema Photoshop bis hin zu professionellen Arbeitsweisen begleitet haben. Sein Twitter-Account und seine Facebookseite.

6 Kommentare

  1. also ich scheine was grundlegendes falsch zu machen, aber ich komm einfach nicht drauf…! Ich öffne eine *.u3d und in den Werkzeugfenstern auf der rechten Seite werden mir auch ganz viele DAten angezeigt aber an Stelle der 3-D Datei bekomme ich nur ein kariertes Blatt (transparenz) zu sehen..! woran kann es liegen?

  2. wahnsinn.das sieht toll aus.sehr guter thread

  3. Klar, gegen Lightwave hat Photoshop natürlich noch keine Chance. Aber für den 2D-Gestalter bietet es zumindest 3D-„Light“ an ;)

  4. Ich finde die Möglichkeit faszinierend, die Photoshop da bietet.
    Trotzdem werde ich 3D-Objekte weiterhin schön mit Lightwave machen.

  5. Nicht war! Ich hatte das Thema auch sehr, sehr lange vor mir hingeschoben, aber nach drei Updates und immer besseren Features darf man nicht länger die Augen davor verschließen ;)

  6. ENDLICH! Nie hat einer ein Wort über die 3D Funktionen in Photoshop verloren und es war für mich immer eine Art Mythos! Freue mich auf Fortsetzungen!

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