Deine Website bietet keine Fake News und so beweist du es Google!

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren...

Fake News kommen nicht aus den Schlagzeilen und der Vorwurf ist schnell erhoben. So zeigst du Google, dass deine Website nicht zu den Verbreitern von Fake News gehört.

Brandneu ist das Thema „Fake News” zwar nicht, aber so richtig explodierte das Phänomen erst mit der Flüchtlingskrise und dem US-Wahlkampf. Aber, klären wir doch erst einmal den Begriff:

Was sind Fake News?

Unter Fake News ist jede Art von gezielter Falsch- und Fehlinformation zu verstehen. Die häufigste Verbreitungsart ist diejenige über soziale Netzwerke. Es gibt aber auch namhafte und weniger namhafte Websites, die sich der gezielten Verbreitung von Falschinformationen verschrieben haben. Die Motivation dahinter ist unterschiedlich.

In ihrer gefährlichsten Form steckt hinter der Verbreitung von Falschinformationen ein Manipulationsversuch. Die öffentliche Meinung soll in eine bestimmte politisch, religiös oder in sonstiger Weise dominierte Richtung gelenkt werden. Autokraische Systeme verwenden Fake News daher besonders gerne.

Umgekehrt kann Fake News auch als Kampfbegriff genutzt und zu Denunziationszwecken verwendet werden. Fast täglich zeigt uns der US-Präsident Donald Trump schöne Beispiele für diese missbräuchliche Verwendung, indem er schlichtweg alle Medien, die ihm nicht nach dem Munde reden, als Fake News denunziert.

Manche Website verbreitet Fake News auch ganz simpel zu Unterhaltungszwecken – in der Form der Satire. In der Regel ist diese Art von Fake News so stark überzeichnet, dass jeder denkende Mensch erkennen können sollte, womit er es zu tun hat. Ein Blick in die Kommentarbereiche dieser Seiten zeigt aber, dass diese Annahme sich allzu oft nicht bewahrheitet.

Manch anderem geht es profan darum, mit reißerischen Themen Anzeigenumsätze zu machen. Dieser Form der Umsatzgenerierung wird gerade seitens Google der Hahn zugedreht.

Nicht jede Zeitungsente ist gleich eine Fake News. Hierzu gehört stets der Wunsch oder die Hoffnung des Verbreiters auf einen viralen Effekt, weshalb auch die sozialen Medien in so starkem Maße einbezogen werden. Fake News sind mithin nur dann Fake News, wenn sie wissentlich und willentlich falsch angelegt wurden und das Ziel einer weiten Verbreitung verfolgen. Das wird bei einfachen Redaktionsfehlern oder sprachlichen Ungenauigkeiten in aller Regel nicht der Fall sein.

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Insofern ist die Abgrenzung wesentlich einfacher als es manchmal den Anschein hat.

Fake News aus der Sicht der Suchmaschinen

Natürlich ist das Phänomen Fake News ein Problem der Informationsgesellschaft insgesamt. Insofern ist ein hohes Maß an Medienkompetenz erforderlich, wenn man sich heute als Informationskonsument durch das Netz bewegt.

Abgesehen von dieser Dimension des Problems sind Fake News aber auch ganz besonders für die Betreiber von Suchmaschinen, allen voran Google ein Problem. Denn der Erfolg einer Suchmaschine steht und fällt mit der Qualität der Suchergebnisse, die sie liefert. Such einfach mal auf Yahoo einen Begriff und danach denselben auf Google und du wirst einen krassen Unterschied feststellen.

Für Google, dass nach wie vor ausschließlich aus dem Anzeigengeschäft positive Erträge generiert, ist es quasi überlebenswichtig, dass das Kredo der Allwissenheit nicht leidet. Wenn zu populären Themen überwiegend Fake News auf Seite 1 der Suchergebnisse angezeigt würden, dann wäre es um die Kredibilität dieser Ergebnisse nicht mehr gut bestellt.

Google ist deshalb nicht ohne Grund alarmiert über die jüngsten Entwicklungen und hat bereits begonnen gegenzusteuern. Ebenso wie Facebook dreht Google all jenen den Anzeigengeldhahn ab, die sie zweifelsfrei als Anbieter von Fake News erkennen können. Das ist zwar eine plakative Sofortmaßnahme, aber keinesfalls ausreichend, um dem Problem nachhaltig Herr zu werden.

Fake News durch Faktenchecks bekämpfen

Schon seit einigen Jahren bewertet Google daher auch die Richtigkeit der Website-Inhalte. Ähnlich wie bei der Bewertung der eingehenden Links als Rankingfaktor ist Google prinzipiell in der Lage, die faktische Richtigkeit der gegebenen Informationen als Rankingfaktor heranzuziehen. Zumindest zur Zeit scheint jedoch der Wahrheitsgehalt einer Website noch kein Rankingfaktor zu sein. An Software, die das Factchecking erleichtert und automatisiert, wird bereits gearbeitet, dem Vernehmen nach auch bei Microsoft.

Dass es Google Ernst ist mit der Bekämpfung von Fake News, zeigt sich nicht zuletzt an der vor wenigen Wochen eingeführten Verschärfung der Richtlinien im „Search Quality Rating Programm”. Hier gibt Google seinen Ergebnisbewertern klare Hinweise, welche Art von Inhalt als von niedriger Qualität zu sehen ist. Darunter finden sich unter anderem „Seiten, die sich als News-Outlets darstellen, dabei aber faktisch unsaubere Inhalte verbreiten, um einer Person, einem Unternehmen, einer Regierung oder anderen Organisationen finanzielle oder sonstige Vorteile zu verschaffen”. Auch „Seiten, die dubiose wissenschaftliche Pseudofakten präsentieren” sind ausdrücklich genannt.

So zeigst du, dass du keine Fake-News-Schleuder bist

Einen Meta-Tag “nofake”, mit dem du Google ganz einfach zeigen könntest, dass du keine Fake-News-Schleuder bist, gibt es nicht, Ich würde auch nicht erwarten, dass diese rationelle Möglichkeit geschaffen werden wird 😉

Fakten lassen sich verifizieren. Man muss es nur tun. (Foto: Pixabay)

Also bleibt dir nur gute alte handwerkliche Arbeit. Journalisten haben es da am leichtesten. Nachdem wir jetzt wissen, dass Google schon seit Jahren einen Algorithmus darauf trainiert, Seiten auf ihre Faktentreue zu prüfen, können wir uns dieses Wissen zunutze machen und ebenso wie dieser Algorithmus (soweit wir ihn einschätzen können) arbeiten.

Der wesentliche Ansatz klingt so banal wie er ist: Schreibe nichts, was du nicht belegen kannst. Wenn es sich um neue Gedanken handelt, denen die Belegbarkeit ja quasi immanent fehlt, dann stelle sicher, dass man sie im Gegenteil aber auch nicht widerlegen kann. Dabei darfst du davon ausgehen, dass das Level des Faktenchecks recht niedrig sein wird. Du musst also nicht befürchten, zu Fake News erklärt zu werden, bloß weil eventuell ein Autor, der auch nicht bekannter ist als du, etwas anderes behauptet. Wenn aber alle etwas anderes behaupten, dann wird es eng.

Eine weitere gute Möglichkeit, seine Darstellungen zu unterfüttern, ist der, öffentlich zugängliche Datenbanken zu verwenden, die als gemeinhin anerkannte Wissensquellen akzeptiert sind. Wenn du nicht weißt, wo du solche Datenbanken finden kannst, schau mal in diesen Beitrag.

Wo du schon einmal dabei bist, könntest du deine Seiten so ausstaffieren, dass sie stets einen Panoramablick auf das Themengebiet geben, das du behandelst. Das wird nicht immer gehen, weil dich eventuell finanzielle Interessen davon abhalten, bestimmte Quellen, wie etwa deinen Wettbewerber, zu verlinken. Das wird aber nicht für jedes Thema gelten. Wo es geht, liefere dem Leser eine Rundum-Information, die es unnötig macht, noch woanders zu suchen.

Fazit: Wenn Google will, dann kann es. Sei vorbereitet.

Ehrlich währt am längsten. Das haben dir hoffentlich deine Eltern schon nahegebracht und das gilt auch heute noch. Selbst wenn es um die Bereitstellung von Informationen im weltweiten Netz geht. Je überprüfbar verlässlicher du deine Besucher bedienst, desto besser sind schon mittelfristig deine Chancen, im Suchmaschinenranking vorne dabei zu sein.

Das Risiko, auf der Welle der Fehlinformation viral zu gehen, ist schon heute zu hoch, wenn man berücksichtigt, dass der Suchmaschinenriese schon jetzt könnte, wenn er wollte.

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.

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1 Kommentar auf "Deine Website bietet keine Fake News und so beweist du es Google!"

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Hannah
Gast

Neulich habe ich eine Petition unterschrieben, welche möchte, dass FAKE NEWS-Verbreitung per Gesetz verboten und auch bestraft wird. Wieso unterstützen unsere Medien so etwas nicht bzw. fordern so etwas?

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