Michael Dobler 24. Juli 2015

Datenschutz: Aufgepasst, Herr Seitenbetreiber!

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Kopp legt nach. Heute geht es um den Datenschutz. Genau das richtige Thema, um an einem heißen Sommernachmittag die Gemüter zu erhitzen. Wer eine Website betreibt, der sollte seine Caipi vielleicht mal zur Seite stellen und lesen. Danach wieder entspannt am Freitagsdrink nippen, oder an der Website schrauben…

Fingerabdruck in schwarz-rot-gold. Gefunden bei pixabay. Danke! Fingerabdruck in schwarz-rot-gold. Gefunden bei pixabay. Danke!

Welche datenschutzrechtlichen Pflichten muss ich als Betreiber einer Website beachten?

Kopp: Websites benötigen in fasst allen Fällen eine Datenschutzerklärung, die den Nutzer über das „wie“ der Datennutzung aufklärt. Der Nutzer ist nach dem

Gesetzeswortlaut „zu Beginn des Nutzungsvorgangs“ verpflichtet, über Art, Umfang und Zweck der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten sowie über die Verarbeitung seiner Daten in Staaten außerhalb des Anwendungsbereichs der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr (ABl. EG Nr. L 281 S. 31) in allgemein verständlicher Form zu unterrichten. Bei einem automatisierten Verfahren, das eine spätere Identifizierung des Nutzers ermöglicht und eine Erhebung oder Verwendung personenbezogener Daten vorbereitet (z.B. Registrierung im Online-Shop) ist der Nutzer zu Beginn dieses Verfahrens durch eine Datenschutzerklärung, die jederzeit abrufbar sein muss, zu unterrichten. Die Datenschutzerklärung muss auch über das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung oder Sperrung sowie Widerrufs- und Widerspruchsrechte belehren.

Setzt die Webseite Cookies, gilt es folgendes zu beachten: Der Einsatz von Cookies ist gemäß E-Privacy-Richtlinie (RL 2009/136/EG über den Schutz personenbezogener Daten in der elektronischen Kommunikation) nur zulässig, wenn der betreffende Teilnehmer oder Nutzer auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen, seine Einwilligung zur Speicherung der Cookies auf seinem Computer gegeben hat. Etliche Seitenbetreiber haben reagiert und plazieren neuerdings meist ganz oben im Kopf der Seite ein Infobanner, das darauf hinweist, dass Cookies eingesetzt werden und wie der Nutzer das verhindern kann. Analyse-Tools wie Google Analytics oder Piwik dürfen eingesetzt werden die ermittelten IP-Adressen anonymisiert werden. Social-Media-Plugins (Facebook, Google+, Twitter) sind problematisch, weil sie ungekürzte IP-Adressen an den Anbieter des Plugins übertragen und das Nutzerverhalten analysieren. Solange die Rechtslage ungeklärt ist, kann die Empfehlung nur sein, auf den Einsatz von Facebooks „Like-Button“ und ähnlichen Funktionen zu verzichten.

Auch eine Rechstsfrage: Können Verträge wirksam per E-Mail geschlossen werden?

Michael Dobler

Michael Dobler

Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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6 Kommentare

  1. Das ist ein echt wichtiges Thema. Nicht nur, dass es für die Datenschutzverletzung strenge Strafen gibt, sondern es geht hier auch um eine zerstörte Reputation.

  2. Hi Michael,
    ich finde es immer witzig was für Gesetze/Richtlinien herausgebracht werden.

    Was ich mich frage, da diese Menschen so sehr um den Datenschutz bemüht sind, wieso stellen diese Personen dann nicht einfach mal einen Text zusammen den jeder Websitebetreiber nutzen kann?
    Die wissen doch selber das trotz neuer Gesetze/Regeln immer noch Analytics ect. eingebunden wird.
    Wer bitte liest sich erst mal die Datenschutzerklärung durch um schnell mal ein paar Infos zu lesen.
    Hatte bis jetzt noch nie das Gespräch in dem mir jemand gesagt hat, diese Seite nutze ich nicht weil die Cookies setzt, schon alleine wenn man Google benutzt hat man einen Cookie.

    Egal ich werde es nie richtig verstehen.
    Schöne Grüße
    Stefan

  3. Was macht Ihr denn da?
    Die „12 Shares“ auf der linken Seite, das „Newsletter-Reklame-Popoup“ auf der rechten Seite schrecklich!

    • Gleicher Meinung… einfach chrecklich.
      Aber viel schlimmer: Die Shares ragen in den Text rein (iPad 2, Querformat), somit macht das lesen kein Spass mehr.

  4. Lästiges, aber wichtiges Thema. Danke, dass Ihr mich wieder daran erinnert!

    Ein gaaanz anderes Thema: Was ist denn hier passiert? Neue Kommentar-Funktion? Die Beschreibung des Sternchens * bei Name und E-Mail fehlt noch. Die asozialen Links sind auch neu, zumindest anders, stimmt´s?

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