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Manuel Diwosch 15. Oktober 2008

dashCommerce – Shop-System für Microsoft-Umgebungen

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dashCommerce ist eine Ausnahme unter den Open-Source Shop-Systemen, denn es basiert auf der Microsoft-Technologie ASP.NET. Für dashCommerce gibt es ver­schie­de­ne Lizenzen von kos­ten­los bis kost­spie­lig. Wer mehr als ein paar Basis-Elemente will, muss bezah­len. Dafür bekommt er ein ein­fa­ches und sta­bi­les System.

dashCommerce ist der Nachfolger des Microsoft Commerce Starter Kit und mitt­ler­wei­le in Version 3.0.1 erhält­lich. Da die­se Shop-Software nicht auf PHP, son­dern auf ASP.NET basiert, sind ande­re Systemvoraussetzungen zu bedie­nen, als bei den meis­ten Konkurrenzprodukten: Windows XP Professional oder höher, Internet Information Services (IIS), Microsoft.NET Framework 2.0, SQL Server 2005 Express Edition und ASP.Net mit AJAX Erweiterungen 1.0. Wer auf eine sol­che Microsoft-Umgebung zurück­grei­fen möch­te oder dar­auf ange­wie­sen ist, soll­te über den Einsatz von dashCommerce nach­den­ken.

Open Source und kommerzielle Lizenz

dashCommerce steht als Open-Source Shop-System unter dem MIT-(Massachusetts Institute of Technology)-Lizenzmodell. Das heißt, dass zwar Freiheiten in Bezug auf kos­ten­freie Nutzung, Weitergabe und die Erlaubnis, Veränderungen an der Software vor­zu­neh­men, vor­han­den sind, der gesam­te Code aber auch als pro­prie­tä­re Software wei­ter­ge­ge­ben wer­den darf.

Daher gibt es dashCommerce in einer kos­ten­lo­sen Open-Source-Variante und mit kom­mer­zi­el­ler Lizenz ab 250 US Dollar (173 €). Die Vorteile der kom­mer­zi­el­len Lizenz sind bestimm­te Nutzungsrechte, der Shopbetreiber muss dashCommerce auf sei­ner Homepage nicht mehr erwäh­nen.

Funktionsumfang ohne Highlights

Der Hersteller bewirbt dashCommerce 3.0 als sta­bi­le E-Commerce-Anwendung mit „enor­mer Funktionsvielfalt“, wel­che alle drei Hauptkomponenten eines Shopsystems bedient: Produktkatalog, Warenkorb und Bestellabwicklung. Im Vergleich bie­tet dashCommerce jedoch nur Funktionen, die bei moder­nen Shop-Systemen bereits zum Standard gehö­ren, etwa Bestellbenachrichtigung mit­tels E-Mail, SSL-Verschlüsselung beim Bezahlvorgang oder Produktbewertungen. außer­ge­wöhn­li­che Features, die ande­re Shop-Lösungen nicht haben, sucht man ver­ge­bens. Im Gegenteil, man­che Funktionen, die ande­re Open-Source Shop-Systeme kos­ten­los anbie­ten, müs­sen extra zuge­kauft wer­den oder wer­den gar nicht ange­bo­ten; bei­spiels­wei­se Suchmaschinenoptimierung, Newsletter oder ande­re Kundengewinnungs- und Kundenbindungsstrategien.

Frontend und Backend

Die Features der Webshop-Oberfläche wer­den auf der Produkt-Homepage ori­gi­nell mit­tels Video vor­ge­stellt. Auf dem Frontend selbst ver­misst man jedoch solch krea­ti­ve Ideen. Die Möglichkeiten der Produktpräsentation sind ein­fach und tro­cken. Die Beispiel-Shops der Site-Gallery zei­gen jedoch, dass auch ohne Produktzoom oder ande­ren Animationen moder­ne und anspre­chen­de Shopdesigns mög­lich sind.

Das Backend ist so über­sicht­lich und auf­ge­räumt, wie es der über­schau­ba­re Funktionsumfang ver­mu­ten lässt. Entlang einer hori­zon­ta­len Navigation kann man Einstellungen zu den vier Punkten Site (Seite), Sales (Verkäufe), Product Management (Produktverwaltung) und Configuration (Anpassungen) vor­neh­men. Dank der begrenz­ten Möglichkeiten haben sich Nutzer bereits in weni­gen Minuten einen Überblick über die Administrationsoberfläche ver­schafft. Die Arbeit im Backend bedarf daher nur weni­ger Erklärungen und ist selbst von Neulingen schnell erlernt.

Dokumentation, Support und Community

dashCommerce wirbt zwar mit Mehrsprachigkeit (ein deut­sches Sprachpaket ist nicht vor­han­den), für die Dokumentation und den kos­ten­lo­sen Support gilt dies aller­dings noch nicht. Die Dokumentation ist nur in eng­li­scher Sprache ver­fasst und auch die Forumsaktivität beschränkt sich trotz der Einrichtung von inter­na­tio­na­len Foren in 13 Sprachen auf das eng­li­sche Forum.

Der Hersteller emp­fiehlt den kos­ten­pflich­ti­gen Support sei­nes eige­nen Core-Teams. Dieser Support wird in zwei Varianten mit der kom­mer­zi­el­len Lizenz „dashCommerce Professional“ ange­bo­ten:

  • dashCommerce Professional mit Standard Support: kos­tet 2.000 US Dollar (1.394 €) und ist auf drei Monate beschränkt. Dafür erhält der Nutzer Support des Core-Teams mit einer Reaktionszeit von maxi­mal 48 Stunden und wird über Upgrades infor­miert. Der Support bezieht sich aller­dings nur auf all­ge­mei­ne Fragen zu dashCommerce. Spezielle Fragen zur eige­nen Seitenarchitektur wer­den nicht beant­wor­tet.
  • dashCommerce Professional mit Premium Support: kos­tet 4.000 US-Dollar (2789 €) und gilt für ein gan­zes Jahr. Der Shopbetreiber erhält Support durch das Core-Team mit einer Reaktionszeit von maxi­mal 24 Stunden, wird über Upgrades infor­miert und beim Upgrade durch das Team unter­stützt. Zudem wird ihm auch bei spe­zi­el­len Problemen zu sei­ner Seitenarchitektur gehol­fen.

Die Community ist laut Angaben der dashCommerce-Entwickler beson­ders groß und aktiv und dem­nach ein Argument für den Einsatz die­ser Software. Betrachtet man jedoch die Forumsaktivität, so wer­den die­se Angaben im Vergleich mit ande­ren Open Source Shop-Systemen nicht bestä­tigt. Und da die beson­de­ren tech­ni­schen Grundlagen von dashCommerce grö­ße­res Programmierwissen erfor­dern, sind selbst­stän­di­ge Erweiterungen von ein­fa­chen Mitgliedern der Community sel­te­ner zu erwar­ten als bei PHP basier­ter Software.

Zudem ist unsi­cher, wie lan­ge dashCommerce noch als Open-Source-Anwendung ver­füg­bar sein wird. Chris Cyvas, Mitglied des dashCommerce Core-Teams, ver­kün­de­te in sei­nem Blog, dass die Kommerzialisierung von dashCommerce schon seit den Tagen des Commerce Starter Kits geplant ist.

Fazit

Wer eine über­schau­ba­re Vielfalt an Funktionen schätzt und auf eine Microsoft-Umgebung set­zen möch­te, fin­det mit dashCommerce ein soli­des System. Soll der Funktionsumfang jedoch ein­mal erwei­tert wer­den, so muss man die gewünsch­ten Features teu­er zukau­fen.

Wer ein lang­fris­tig kos­ten­lo­ses System sucht, dem ist von dashCommerce abzu­ra­ten: die Hoffnung auf kos­ten­lo­se Erweiterungen ist gering, der Support ist haupt­säch­lich auf kom­mer­zi­el­le Lizenzen aus­ge­legt und die Software wird in abseh­ba­rer Zukunft ver­mut­lich nur noch käuf­lich zu erwer­ben sein. (tm)

Manuel Diwosch

Manuel Diwosch ist seit 2000 im Medienbereich tätig. 2008 schrieb er erstmals für Dr. Web und startete eigene, professionelle Webprojekte. Er verbindet technisches Know-How mit dem Fachwissen der journalistischen Kommunikation. Als Dienstleister entwirft er Online-Marketing-Strategien für Unternehmen und setzt diese um.

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