Dieter Petereit 17. Februar 2018

Design It Yourself: Mit Crello erstellst du Grafiken (nicht nur) für Social Media

Die mediale Inflation ist in vollem Gang und wir können nichts dagegen tun. Jedes unserer Postings in den sozialen Medien muss bebildert sein, wollen wir nicht Risiko laufen, im steten Stream der Nachrichten unbemerkt unterzugehen. Crello kann deine Rettung sein.

Crello: Landing Page (Screenshot: Dr. Web)

Crello: Canva-Doppelgänger mit 65 Millionen Depositphotos

Crello stammt von Depositphotos. Depositphotos ist ein recht bekannter Stockfoto-Provider, der mehr als 65 Millionen Fotos im Angebot hat. Da Crello als solches kostenlos ist, kannst du dir schon denken, aus welchem Interesse heraus Depositphotos Crello betreibt.

Zum einen geht es sicherlich um die Markenbekanntheit. Da ist Crello ein Vehikel, um unter positiver Wahrnehmung bekannter zu werden. Zum anderen kannst du für die u erstellenden Designs Elemente, etwa Fotos oder Illustrationen, direkt im Dienst kaufen. Diese schlagen für die Nutzung innerhalb des Dienstes mit jeweils günstigen 0,99 US-Dollar zu Buche. Dabei kannst du die einmal erworbenen Elemente beliebig oft wiederverwenden, aber eben nur innerhalb von Crello, nicht für andere Zwecke.

Hier geht es los. Wähle, was du erstellen willst. (Screenshot: Dr. Web)

Idee und Preismodell entsprechen dem Wettbewerber Canva, der damit schon länger am Markt vertreten ist. Im korrekten Vergleich schneidet Crello indes hierbei besser ab, denn auf Canva stehen die erworbenen Elemente nur zur Verwendung innerhalb einer Grafik zur Verfügung – ein klarer Pluspunkt für Crello.

Lädst du deine eigenen Bilder hoch, was ebenso unproblematisch möglich ist, kostet Crello dich keinen Cent. Das entspricht der Vorgehensweise bei Canva, das unser Erfinder Sven Lennartz dir in diesem Beitrag ausführlicher vorgestellt hatte. Wenn du nun grübelst, woher du denn die erforderlichen kostenlosen Bilder bekommen kannst, dann empfehle ich dir diesen Riesenartikel mit 50 Diensten, die dir genau das liefern.

Die Ähnlichkeit zu Crello beschränkt sich nicht nur auf das Geschäftsmodell. Auch optisch wirkt Crello fast wie eine Kopie des populären Vorbilds. Betrachten wir es positiv, werden sich Canvas-Nutzer sofort heimisch fühlen und ohne Einarbeitungszeit direkt produktiv werden können.

Während Canva kein Anhängsel, nicht Teil einer Marketingstrategie für ein ganz anderes Produkt ist, sondern als eigenständiges Unternehmen auf autarke Profite achten muss und nicht zuletzt deswegen auch eine Premium-Variante bietet, reicht es Depositphotos, mit Crello den Absatz der eigenen Stockfotos zu unterstützen. Etwaige weitere Pro-Accounts oder sonstige Bezahlpläne findest du daher bei Crello nicht.

Ich habe eines der vorgefertigten Designs gewählt. (Screenshot: Dr. Web)

Wer tatsächlich mit Stockmaterialien gestalten will, kann sich bei Crello nicht beschweren. Direkt aus dem Editor heraus besteht Zugriff auf den gesamten Materialbestand, der mit den bereits erwähnten 99 Cent pro Verwendung auch human bepreist ist.

Verwender eigener Grafiken fahren schon mit Canva kostenlos bestens und können sich nun zusätzlich Crello in den Werkzeugkasten legen. Schließlich ist Canva gerne mal dann nicht verfügbar, wenn schnell eine Grafik gefordert ist.

Beide Dienste sind inzwischen in deutscher Sprache verfügbar. Crello bietet, anders als Canva, zusätzlich die Möglichkeit, auch animierte Designs zu erstellen. Animationen werden im Format MP4, nicht etwa als GIF gespeichert. Alle Elemente, die ich als Basis für mein animiertes Design finden konnte, waren kostenfrei und ich habe wirklich weit nach unten gescrollt. Ich kann dir also nicht garantieren, dass alle animierten Elemente kostenlos sind, aber es sind wirklich sehr viele kostenfreie dabei.

Das animierte Design ist dabei eines von 31 Formaten, die du mit Crello erstellen kannst. Zusätzlich findest du 12.000 Vorlagen und über 240 Schriften vor. Das sollte erstmal für eine ganze Weile reichen.

Erste Schritte mit Crello

Auf der Startseite des Dienstes wählst du entweder ein Format aus, für das du eine Grafik erstellen willst, etwa einen Facebook- oder Twitter-Post, oder du gibst deine eigenen Wunschmaße für das geplante Design ein oder du wählst eines der bereits fertig gestalteten Templates, hier „Design” genannt, um es anzupassen. Unter Canva werden diese Templates als „Layout” bezeichnet.

Individuell arbeiten kannst du natürlich auch. (Screenshot: Dr. Web)

Neben Pixeln als Maßeinheit für das benutzerdefinierte Design stehen dir noch Zentimeter und Inch zur Verfügung. Du könntest dir also auch einen Standaufsteller bauen.

Sobald du eine der Alternativen gewählt hast, kommst du direkt zum Editor. Ganz rechts am Bildschirmrand findest du die verschiedenen Gruppen mit Gestaltungselementen, die du auf dein Design anwenden kannst. Als erstes wird für dich die Designauswahl geöffnet, da Crello davon ausgeht, dass du mit einem fertigen Vorschlag starten willst. Das musst du natürlich nicht tun.

Rechts steht nun deine weiße Leinwand und über den ganz linken Fensterrand wechselst du in die verschiedenen Schubladen mit den Designelementen. Unter „Fotos” steht dir der Depositphotos-Bestand in Gänze zur Verfügung. Kostenlose Fotos sind in einem separaten Tab untergebracht und der Tab „Uploads” nimmt deine eigenen Bilder auf.

Schon wegen des Uploads lohnt es sich, einen Account anzulegen, denn ohne ist ein Upload nicht möglich. Nach der Anmeldung bleiben deine Uploads gesichert. Gleiches gilt für die von dir geschaffenen Werke. Erforderlich wird der Account allerdings ohnehin spätestens dann, wenn du deine Arbeit als Datei herunterladen willst. Du könntest zwar den Umweg über einen Screenshot gehen, jedoch ist die Registrierung kurz und schmerzlos und mit keinen Nebenwirkungen behaftet.

Objekte und Fotos können nach Kategorien gefiltert werden. (Screenshot: Dr. Web)

Icons, Formen, Illustrationen, Rahmen und mehr sind bei Crello unter dem Tab „Objekte” zusammengefasst, während Canva sie als „Elemente” bezeichnet. Das wäre schon fast die einzige nennenswerte Unterscheidung zwischen den beiden Diensten, wenn nicht Crello die Möglichkeit böte, alle Objekte, wie auch die Fotos nach Kategorien zu filtern, um sie leichter zugänglich zu machen. Da bietet Canva nichts gleichwertiges, nicht mal irgendetwas im Ansatz ähnliches.

Ist deine Grafik fertig, speicherst du sie im Crello-Backend ab und lädst sie als JPG, PNG (mit und ohne Transparenz), kleines oder großes PDF herunter. Solltest du ein kostenpflichtiges Element verarbeitet haben, ist jetzt der Moment gekommen, an dem du das digitale Portemonnaie zücken musst. Sowohl Crello, wie auch Canva, akzeptieren nur die Kreditkarte als Zahlungsmittel.

Auch beim Speichern kannst du aus etlichen Formaten wählen. (Screenshot: Dr. Web)

Wenn du zum Vielnutzer wirst, stellt sich dir bei Crello und Canva schnell ein Problem. Alle deine Entwürfe werden unter „Meine Designs” gespeichert. Diese Übersicht wird dementsprechend schnell unübersichtlich und eine Suchfunktion dafür gibt es bei beiden nicht. Hier hat Crello die Nase insoweit vorn, als du wenigstens nach Format filtern kannst. Wenn du so arbeitest wie ich, wird dir das allerdings nicht nutzen, denn ich erstelle alle Grafiken mit individuellen Abmessungen…

Nachträgliche Größenänderungen mit dem neuesten Crello-Update

Was tust du, wenn du die jeweilige Grafik nicht nur für einen Sozial-Kanal verwenden willst, sondern für – sagen wir – 30? Bislang hieß das, du erstellst manuell dreißig Varianten deiner Ausgangsgrafik. Crello und Canva können dir da allerdings ein besseres Angebot machen.

Beide Dienste bieten für Extremnutzer von Social Media jetzt intelligente Größenveränderungen für alle Grafiken an; Canva schon länger, Crello ganz frisch.

So funktioniert die Größenänderung auf Crello:

Klicke auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSB3aWR0aD0iNTAwIiBoZWlnaHQ9IjI4MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC92RW56bDFxQVpxND9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCZ3bW9kZT1vcGFxdWUiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYXV0b3BsYXk7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYSIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPjwvaWZyYW1lPg==

Wenn du auf Canva eine Größenänderung einer bereits erstellten Grafik vornehmen willst, benötigst du ein kostenpflichtiges Abo, dass sich „Canva for Work” nennt und dich monatlich 12,95 USD kostet (oder 9,95 USD bei jährlicher Zahlung). Mit diesem Abo erhältst du überdies auch Zugriff auf Stockmaterial und kannst dein eigenes Corporate Design als Vorlage hinterlegen. Es beschränkt sich also nicht nur auf die Resize-Funktionalität.

Crello jedoch bietet eine qualitativ identische Funktion innerhalb ihres kostenlosen Angebots. Das dürfte dem Wettbewerber einige Kunden abgraben, denn wirklichen Mehrwert bringen die anderen Funktionen des „Canva for Work” nicht. Ich kann das so sagen, denn ich habe das Angebot bereits ein Jahr lang bezahlt.

Willst du in Crello eines deiner Designs in der Größe ändern, so klickst du ganz rechts oben auf den Button “Grösse ändern”:

Darauf öffnet sich das folgende Modal. Hier wählst du per Klick aus, welche Formate Crello für dich erstellen soll. Du bist in der Zahl der Änderungen nicht limitiert. Auch die Angabe benutzerdefinierter Abmessungen ist hier möglich:

Hast du die gewünschte Auswahl getroffen, sorgt ein Klick auf “Grösse ändern” dazu, dass Crello an die Arbeit geht und jedes Format in einem neuen Tab öffnet. So kannst du die einzelnen Designs individuell nachbearbeiten und herunterladen.

Damit neigt sich die Waage ein Stückchen weiter Richtung Crello.

Fazit: Crello ist Canva ebenbürtig, sogar teilweise überlegen

Es schadet nicht, mehrere Werkzeuge für den gleichen Task zu haben. Crello ist ein gelungener Canva-Klon und auf jeden Fall deutlich leistungsfähiger als Pablo von Buffer.

Nutzt du eigene Bilder, ist Crello, wie Canva, kostenlos. Verwendest du Stockmaterial, ist Crello sogar die bessere Wahl, denn hier hast du Zugriff auf 65 Millionen Elemente, während Canva „lediglich” eine Million bietet. Preislich sind beide Dienste ähnlich.

Canva nimmt einen US-Dollar für die einmalige und 10 US-Dollar für die beliebig häufige Verwendung der kostenpflichtigen Elemente. Crello nimmt 99 Dollar-Cent für die beliebig häufige Verwendung. Dieser – doch erhebliche – Preisunterschied macht sich allerdings nur dann bemerkbar, wenn du ein Bild mehrmals verwenden willst.

Ich verwende stets Bilder, die gemeinfrei sind oder unter CC Zero stehen. Dann stellt sich das Problem ohnehin nicht. Mir gefallen allerdings die Kategoriefilter von Crello schon sehr.

Wenn du das genauso machst, aber gerne eine automatische Funktion der Größenänderung deiner Designs für diverse Netzwerke nutzen möchtest, dann ist Crello deine Wahl. Denn, anders als bei Canva, kostet das Feature nichts und funktioniert nicht schlechter.

Dieter Petereit

Dieter Petereit

ist seit 1994 im Netz unterwegs, aber bereits seit über 30 Jahren in der IT daheim. Seit Anfang des neuen Jahrtausends schreibt er für diverse Medien, hauptsächlich zu den Themenfeldern Technik und Design. Man findet ihn auch auf Twitter und Google+.
Dr. Webs exklusiver Newsletter
Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kennst du schon unseren Newsletter?

Hinweise zum Datenschutz, also dem Einsatz von Double-Opt-In, der Protokollierung der Anmeldung, der Erfolgsmessung, dem Einsatz von MailChimp als Versanddienstleister und deinen Widerrufsrechten findest du in unseren Datenschutzhinweisen.

Cookies

Weitere Informationen zu den Auswahlmöglichkeiten findest du hier. Dazu musst du zunächst keine Auswahl treffen!

Um Dr. Web zu besuchen, musst du eine Auswahl treffen.

Deine Auswahl wurde gespeichert!

Informationen zu den Auswahlmöglichkeiten

Was du erlaubst!

Um fortfahren zu können, musst du eine Auswahl treffen. Nachfolgend erhältst du eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Ich stimme zu:
    Du erlaubst uns das Setzen aller Cookies, die wir in unseren Datenschutzhinweisen genannt haben. Dazu gehören Tracking- und Statistik-Cookies. Aus dem Tracking per Google Analytics bieten wir auf der Seite Datenschutz ein Opt-Out, also die Möglichkeit der Abmeldung, an.
  • Ich stimme nicht zu:
    Wir verzichten bei dieser Option auf den Einsatz von Google Analytics. Die für den Betrieb von Dr. Web notwendigen Cookies werden aber dennoch gesetzt. Einzelheiten entnimmst du bitte den Datenschutzhinweisen

Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit hier ändern: Datenschutz. Impressum

Zurück